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widmet, die eurem eigentlichen Beruf völlig fremde find; und trügt mich nicht alles, so veca leiten euch unorbentliche Neigungen zu einer Menge von schädlichen Bemühungen, so spornt euch euer Eigennuß zu anstrengungen, die alle eure Kräfte spannen, fo bat euer Ehrgeiz Plane entworfen, die euch weit mehr beschäftigen, als alles, was Gott von euch erwartet. Aber dürfet ihr es wagen, die traurigen, beschwerlichen Dienste, welche die Mode, welche die Neigung, welche der

Mammon, welche die Leidenschaft euch zumuthen, welche im Grunde nichts anders find, als eine felbstgeschaffne Noth, zu ber Last eures Berufs zu rechnen, und euch zu beklagen, es sey euch alles zu schwer gemacht? Ist es nicht offenbar, zů. dem, was Gott von euch fordert, würde eure Kraft vollkommen hinreichen,' 'ein zwar warmer und geschäftevoller, aber heiterer, mit tausend Ers holungen verknüpfter Arbeitstag würde euer Leben werden, wenn ihr euch auf euer Werk im Wein. berge des Hausvaters beschrånftet, wenn ihr nicht Plåße bearbeitetet, die euch nicht angewiesen find, und wo ihr nichts anders ernoten werdet, als Schaden und Mißvergnügen? Je unertråga licher uns unfre' Lage zu seyn scheint, M. Br.,. je mehr wir uns zu den Unglücklichen rechnen zu müssen glauben, denen Gott alles rower gemacht, die er zu den traurigsten Bürden gleichsam ver. dammt hat: besto aufmerksamer lasset uns wer. den, desto strenger lasset uns prüfen, ob diese Bůrben nicht grossentheils mehr eignes Werk find; desto forgfåtriger lasset uns verhüten, daß wir unsere - Saft nicht unnöthiger Weise selbst vera mehren.

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.. Doch es sen euch eingeräumt, schon das, mas a

Gott euch wirklich aufgetragen hat, rey lastig gear nug, und erschöpfe eure Kräfte. Je gewisser dieß ift, desto mehr muß ich euch die Erinnerung vora haiten: reget nicht neidisch auf die, welur che weniger berd wert sind. Gestehet es ein, ihr alle, die ihr euch einen dürftigen Untera

halt im Schweiß eures Angesichts crringen mús. ;! : fet, die ihr euch verurtheilt sehet, gerade die gee

meinsten, beschwerlichsten und verdrůßlichsten Aro " beiten zu verrichten, die ihr euch in einem Stano,

in einem Beruf, in einem Umte befindet, wo die Unstrengung unablåffig dieselbe bleibt, wo ihr kaum flüchtige Augenblicke der Erholung und Ruhe finden könnet; gestehet es ein, beym Anblick To vieler Menschen, denen alles leicht und bequem gemacht ist, die. thun können, so viel sie wollen, die über igre Zeit nach Gefallen gebieten, und frey von låstigen Geschäften, umgeben mit Vor. theilen aller Art, sich jeden Genuß des Lebens verschaffen, beym Unblick dieser glücklichen Müfs. figgånger empórt sich euer Hers; ihr könnet ihre

Ruhe mit eurer Plage, ihre Freyheit mit eurer · Sclaverey, ihr Wohlbefinden mit eurer Noth

unmöglich vergleichen, ohne Regungen der Miß. gunst und des Neides zu fühlen; ihr werdet von einem Unwillen über eure Zurücksesung, von eis nem Schmerz über euer Schicksal ergriffen, der sich zuweilen in die bittersten Klagen ergießt. Åber ben allem, was euch heilig und theuer ist, ber eurer Tugend und Wohlfahrt bitte ich euch, unterdrücfet diesen Neid, arbeitet diesem Unwil-. len entgegen. Immer trauriger muß euch euer Loos vorkommen, immer beschwerlicher müssen euch eure Geschäfte werden, es muß euch immer

mehr kosten, euch zu denselben zu entsblieffen,

wenn euch das Schikal Andrer beneldenswerth fit erscheint, wenn ihr es mit dem Eurigen wiedere

hole zusammenhaltet, und euch immer elend fin. det ; bis zur Erbitterung, bis zur Verzweiflung toirh euer Unmuth steigen, wenn ihr ihm auf diese Art Nahrung gebet. Und über wen, überlegec es selbst, über wen beschwert sich euer Unmuth; Woen treffen die Vorwürfe, die er sich erlaubt? Es ift Gott, es ist der allgemeine Pater dieser groffen, unermeßlichen Haushaltung, der euch den “!! ganzen Tag, und Undre nur wenige Stunden, Der euch unter Schweiß und Ihránen, und Andre mit Leichtigkeit und unter fröhlichen Scherzen,

Der euch unter immerwährenden Beschwerden, und 5. Undre mit Gemächlichkeit arbeiten (åßt. Habt

ihr vergeffen, $aß er Macht hat, zu thun
mit dem Seinen, was er will, daß es
lebiglich bey ihm steht, aus einem Blumpen,
wie der Apostel sagt, zu maden ein Faß zu
Ehren, und das anorezu Unehren; daß es
nicht blos vergeblich, sondern fogar unsinnig,
und eines vernünftigen Geschöpfs ganz unwürdig
ist, den Herrn der Welt gleichsam zur Rede zu
Feißen, und seine Veranstaltungen zu tadeln? Sir,
reno noch überdieß C qristen; roller ihn als eur
ren Vater in Christo"Fennen, diesen Herrn der
Welt; sollet wissen, daß er euch liebt, und auch
euer Schicksal mit våterlicher Weisheit und Hulb
angeordnet Kat; follet überzeugt reyn, daß euch,
wenn ihr ihn wieder liebet, wenn ihr eure Liebe
durch freuen Gehorsam beweiset, alles, auch Sie
Last, die euch drůckt, zum Besten dienen werde."
Ermuntert euch also, und faffee Muth. Dhne !
uns viel nach dem umzusehen, was Andern obliegt,

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wollen wir nur bedacht reyn, das Unfrige gu vollenden; ohne vormißig auf die Wege zu blicken, die Gott Undern angewiesen hat, wollen wir eifrig und munter den unsrigen verfolgen; ohne uns einzubilden, auf Rosenpfaden wandle Jeder, der weniger zu thun hat, als wir, wollen wir dankbar und fröhlich so manche Blume brechen, die wir auf unsrer Bahn finden, und es nie vers gessen, sie führt uns, wenn wir' treu erfunden werden, wenn wir uns vertrauensvoll der Gnade unsers Vaters überlassen, sicher und glücklich zur Ruhe und ins Vaterland. 17

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Doch hier ist es, wo ich, damit ihr sie ja nicht verfehlet, diere Ruhe und dieses Paters land, nothwendig die Erinnerung beyfügen muß: tråu met nicht von besondern Verdiens ften. Wie leicht er in euren Umstånden entstes hen kann, dieser Traum, wie leicht sich das Gefühl entwickelt, ihr reyet besser, brauchbarer, wichti. ger, als Undre, und berechtigt, auf das, was ihr leistet, euch selbst vor Gott zu berufen: das fehet ihr an den ersten Arbeitern im Evangelio. Beym Bewußtseyn, den ganzen Tag fich angestrengt, und die Last und Hiße desselben getragen zu haben, betrachten sie die, welche weniger gethan, wohl gar nur eine Stunde lang gearbeitet hatten, mit einer Art von Geringscháßung; sie sind fich ifres Vorzugs, ihres grössern unverkennbaren Verdien. stes zu sehr bewußt, als daß fie fürchten sollten, der Hausvater werde es übersehen; sie naben sich ihm am Abend mit der Ueberzeugung und Koffnung, auf eine ehrenvolle Art von ihm ausges zeichnet und belohnt zu werden. Wie sie sich tauschten, wie tief iør Stolz gedemüthigt wurbe,

wie nachdrücklich der Ernst des Hausvaters fie, zurechte wies, wiffet ihr. Möchtet ihr euch da.'

Durch erinnern und : warnen lassen! Verstehet | mich recht, M. Br., daß ihr euch eurer grössern

Anstrengung bewußt seyd, daß ihr es nicht une - bemerkt laffet, es geschehe mehr von euch, als

von fo vielen andern, ist natürlich; ihr müßtet ; ohne Ueberlegung handeln, wenn ihr dieß nicht wahrnehmen wolltet. Daß ihr das, was ihr leis, stet, mit Wohlgefallen betrachtet, und eures Werf$ euch freuet, ist eben fo natürlich; ihr müra det alles menschliche Gefühl unterdrücken müssen, wenn ihr über gelungene Verrichtungen und Gea schafte kein Vergnügen empfinden wolltet. Daß , ihr euch sogar für besser haltet, als die Müssige gånger, die eine last der menschlichen Gesellschaft sind; daß ihr nicht umhin könnet, euch einen Vorzug vor denen beyzulegen, die wenig oder gar nichts zu Stande bringen, und diesen Vorzug mit: Zufriedenheit und Erhebung zu fühlen; auch darin liegt, an sich betrachtet, nicht fehlerhaftes; ihr würdet etwas Unrichtiges und Falsches, denfen, wenn iør anders. von euch urtheilen, und' euern Werth verfennen wolltet. Aber fobald ihr euch. vor dem Angefichte des Hausvaters befindet; sobald davon die Rede ist, was ihr im Verhältniß gegen euren Schöpfer und Herrn seyd, und was ihr euch gegen ihn erlauben důra . fet: 08 höret, auf, von besondern Porzügen zu träumen; da waget es nicht, von Verdiensten zu sprechen; da glaubet nicht, von rechtswegen mehr fordern zu können, als Undre. Denn båtcet ihr, wenn ihr auch ein völlig fehlerfreyes Verhalten bewiesen und jede eure Obliegenheiten erfüllt hats, tet, auch nur das Mindeste mehr geleistet, als

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