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VII.
Am Sonntage Eft o*mihi.

Evangelium: Luk. XVIII. 6. 31 -- 43.

...

Unabe ren mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn, Jesu Christo; Amen. .::. Der Zeitraum, welchen wir heute anfans gen, M. 3., legt uns, die wir das Evangelium Jefu verfündigen, die Pflicht auf, euch an die Geschichte der leiden und des Todes geru nicht nur durch unsre Vorträge zu erin. nern, sondern euch auch geflissentlich zu einer eignen, ernsthaften und fruchtbaren Beschäftigung mit derfelben aufzufordern. Es ist eine uralte Anstalt der Kirche, dem Unbenfen' nnd der Bes trachtung dessen, was sich mit Jesu in den leze' ten Tagen seines irdischen Lebens zugetragen hat, and insonderheit der Erinnerung an seinen God, jährlich einen Zeitraum von mehrern Wochen zu widmen, und ihn durch zweckmässige. Uebungen aliszuzeichnen. Man Hat és zu allen Zeiten empfunden, wie wichtig der Tod Jesu rey, in wele der nahen und vielfachen Verbindung er mit

der Rettung und Beglückung unsers Geschlechtes stehe, welche Aufschlüsse über den grossen Enda's zweck der Sendung Christi, und über das ganze durch ihn auszuführende Werk Gottes dieser Tod gewähre, und wie wenig man Jefum selbst fens ne, wenn man ihn nicht bei den legten Veråne derungen seines Lebens, wenn man ihn nido in den Stunden seiner Zufopferung aufmerksam und ehrfurchtsvoll beobachtet habe, Und wo ist in dem ganzen Umfange der Zeiten eine Begebena heit, die mit der Geschichte der lezten Tage Jesu verglichen werden könnte? Wollet ihr die mensche : lichen Leidenschaften im wildesten Aufruhr, wollet ; ihr die menschliche Bosheit in ihrer blutpúrsa; stigen Wuth, wollet ihr die höchste Sugend auf der schwersten Probe, wollet ihr den erhabensten Menschen in der tiefsten Erniedrigung, wollet ihr die merkwürdigsten Verånderungen in ihrem rai

(chesten Gang, wollet ihr die (dyrecklichste Beges · benheit mit einem - unerwarteten herrlichen Zus:

gang, wollet ihr die machtige, alles lenkende,
furchtbar strafende und unüberschwinglich beloha
nende Hand Gottes gleichsam mit Zugen und in
groffen unverkennbaren Wundern sehen: so rich -
tet euren Blick auf die Geschichte, von der ichi
rede, ro verweilet euch bey allem, was sie euch
darstellt, so forschet nach den Ursadzen, welche da.
ben wirksam waren, ro fasset die ins Zuge, welche
das Meiste dabey týaten, so bleibet mit eurer. gana:
zen Aufmerksamkeit bey dem stehen, auf den fich
alles bezog, der gehorsam waró bis zum

Tod, ja zum Tod am Kreuz, der durch
To leiden des Todes mit: Preis und Ehre

gefront wurde, uno nun pelig inaden
kann immer darr: alle, die durch ihn

zu Gott kommen. Zu Betrachtungen, die !: lehrreicher für den Geist, anziehender für das

Herz, und fruchebarer für das Leben ihrer Mits ·glieder wåren, als die Betrachtungen über das

Leiden und den Zoo Jesu, glaubte die Kirche nicht ermuntern zu können; und daher die Auss zeichnung des Zeitraums, welchen wir heute an. fangen; daher der Auftrag, den sie ihren leh. rern giebt, 'alle Bekenner Jesu zu einer vernúnfo tigen Fever dieses Zeitraums, und zu einem ernsts haften Nachdenken über die Geschichte, der er gewidmet ist, auf das Dringendste zu ermahnen und aufzufordern.

"Ich ergreife die Gelegenheit, welche mir das

Heurige Evangelium darbietet, dieses Auftrags, :: dessen Wichtigkeit ich tief empfinde, mich zu ent.

ledigen, und euch gleich berm Eintritt in die ; merkwürdigen Wochen, die der Kirche Christi so

Heilig sind, auf die grosse Sache zu lenken, welche diese Zeit über der vornehmste Gegenstand eurer stillen Ueberlegungen seyn soll. Aber ich fage es mir selbst, ich trage kein Bedenken, es laut und öffentlich zu äussern, meine Hoffnung, viel auss zurichten, es dahin zu bringen, daß fich euer Nachdenken wirklich auf die Geschichte der Leiden und des Todes Jesu lenke, daß es eine absichts liche Beschåftigung für euch werde, die Gerdichte dieses Todes in eignen, dazu gewidmeten Suun. den zu wiederholen, und sie zu einer wahren Erbauung anzuwenden, diese Hoffnung also ist Tehr gering und schwach. Es ist nicht im Ges. schmace des Zeitalters, frommen Betrachtungen eigne Stunden zu widmen und unzählige Chris ften haben von einem Bebürfniß dieser Art gar

Peinen Begriff. Das Gedrång eurer Geschäfte,

die Gewalt eurer Zerstreuungen, das Geräusch rieurer (ustbarkeiten wird in diese Wochen über ro i ununterbrochen fortdauern, als zu einer andern

Zeit, und fast ist insonderheit der lårm und das'.'

Soben wilder Ergóklichkeiten nie ausgelaßner.' ī als gerade beym Eintritt in diese Tage eines i frommen Ernstes und einer stillen Feyer. Und

die Geschichte selbst, an die ihr denken, bey der ...
ihr euch so lange verweilen follet, fie ist euch ja.
långst bekannt, man hat sie euch von Jugend.
auf eingeprägt, sie hat nicht den mindesten Reiß
der Neuheit mehr für euch, sie kann euch weder
unterhalten, noch aufheitern, sie ist in manchen:

Umstånden sogar anstóssig für eure Vernunft, 1 - sie erwecket allerley Bedenklichkeiten und Zweifel

bey euch, ihr fühler, wenn ihr euch die Wahr. .
heit gestehen wollet, einen gewissen Widerwillen
dagegen, und glaubet daher eurer Zufriedenheit
und Ruhe am besten zu rathen, wenn ihr euch
gar nicht damit befasset, und euch höchstens das ;
gefallen lasset, was wir euch bey Gelegenheit uns
srer öffentlichen Vorträge davon mittheilen. ...i

Doch ich urtheile zu Hart! Nein, der Sinn Aller ist dieß gewiß nicht. Auch unter uns wird es nicht an Leuten fehlen, die sidy ůber den Werth, welchen die Geschichte der Seiden und des Todes Jesu für uns haben soll, nur noch nicht verständigt haben. Es wird Undre geben,' die ihr leichtsinn, oder ihre Zerstreuung in Ger fchäfte, oder ihre Vorliebe für andere Gegenståns : de zu Betrachtungen einer ihnenfo fremden Sache zwar nicht kommen läßt, die aber dieselbe keineswegs verachten oder gering schåßen. Und

daß es Manchen unter uns ein wahrer Ernst seyn mag, diese. Tage dem zu heiligen, der uns mit seinem Blute erkauft hat; das rich Viele mit Rührung und Dankbarkeit alles vergegens wärtigen, was Jesus in den lezten Tagen- reis nes Lebens, und in den feyerlichen Zugenblicken seiner Zufopferung that und duldete: daß auch wir Glückliche unter ung haben, denen die Ges schichte der Seiden und des Todes Jesu eine nie versiegende Duelle der Belehrung, der Er. munterung und des Trostes ist, die keinen bes: sern und reinen Genuß fennen, als die stille Beschäftigung mit dieser in ihrer Art einzigen Begebenheit: warum sollte ich daran - zweifeln, warum sollte ich nicht hoffen, auch in dieser. Hina ficht werde sich die Kraft des Evangelit Jesu unter uns verherrlicht haben? Doch wie es auch unter uns stehen mag, ein prüfendes Nachs denken über den Werth, welchen die Geschichte der Seiben und des Todes Jesu für uns hat, scheint beym Eintritt in den bevorstehenden Zeitraum nöthig und nůßlich für alle ju reyn; es fann euch, die ihr diesen Werth noch gar nicht kenhet, oder gering schåbet, ůber eud, selbst ins Klare bringen, und euch, die ißr lange das mit vertraut Teyd, welche Segnungen, sich sier finden lassen, ermuntern und befestigen. Eine

Unleitung zu einem solchen Nachdenken roll also - dießmal der Endzweck meiner Belehrungen seyn.

Möge Gott sie segnen! Möge Er, der uns alle bis in den Tod, geliebe hat, unsre Hers zen gewinnen, und fie mit der feurigiten Ges genliebe erfüllen! Darum bitten wir in filter Andacht. '

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