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ist. Ihr lebet noch im Staube; ihr seyd noch

mit einem Körper umgeben, der den Geist oft

ängstigt und drückt; ihr seyd noch so manchem

Fehler ausgesezt, der das Gefühl eurer Verein!»

gung mit Gott durch.Christum stören kann; ihr

habt oft mit Widerwärtigkeiten und leiden zu

kämpfen, die eure Schwachheit zu empfindlich an»

greifen; es ist, mit einem Worte, noch nicht

erschienen, was ihr seyn werdet. Das

vergesset nie; und haltet euch, was auch euer

Herz zuweilen empfinden mag, im Glauben desto,

fester an den, der ohne Verdienst gerecht

macht aus Gnaden, durch die Erlösung,

so durch Iesum Christum geschehen

ist;i und ihr werdet siegen^ ihr werdet wieder

freudiger werden, der Friede Gottes wird von

neuem in eurem Herzen regieren, und euch be»

wahren zum ewigen leben. Und so wachsei

denn alle, M. Br., in der Gnade und

Erkenntniß unsers Herrn und Heilan»

.des Jesu Christi; demselbigen sey Ehre

nun und zu ewigen Zeite.n; Amen.

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»<nn an' die grosse Wahrheit, daß G 0 tt dle Werkzeuge seiner wohlthätigenRegieicung frey und ganz anders zu wählen pflegt, als wir denken und erwarten, ir» gend etwas stark und nachdrücklich erinnern kann, M. Z>, so ist es das Fest, welches wir heute fey« ern. Die Mutter, welche dem Sohne Gottes das ioben geben, welche den gebären, pflegen und erziehen sollte, durch den Gott unser ganzes Geschlecht segnen, und eine ewige Erlösung stif» ten wollte, die Mutter dieses Einzigen sollte jezt bestimmt, und zu einem so denkwürdigen und ehrenvollen Verhältniß ausgezeichnet werden. Da, wo Gott sie fand, hätte die menschliche Weisheit sie wohl nie gesucht; im Jüdischen lande, In Galiläa, einer verachteten Provinz desselben, und hier noch überdieß in dem Hbelberüchtigten Na» zareth, hätte sie wohl Niemand anzutreffen ge» glaubt; und wer hätte sie in der dürftigen Ma» ria, wer hatte sie in einer Jungfrau erkennen sollen, der alles fehlte, was die Aufmerksamkeit der Menschen gewinnen kann, hie keinen andern

Vorzug hatte, als den so häufig übersehenen, ei»

ner siillen Unschuld, und einer geräuschlosen Tu»

gend? Und doch war sie die Gebenedeyte

unter den Weibern, die ein Bote Gottes in

ihrer Hütte aufsuchte; der er die Nachricht brach»

te^du hast Gnade bey Gott funden;

der er zurief: du wirst einen Sohn ge»

baren, der wird g r o ß und ein Sohn

des Höchsten genennet werden, und

Gott wirb ihm den Stuhl seines Va»

ters David geben, und er wird ein Kö»

nig seyn über das Haus I a k ob ewig»

lich, und seines Königreichs wird kein

Ende seyn. Gerechtfertigt, als zweckmässig

und weise dargestellt, ist sie längst, diese uner»

«artete, auffallende Wahl. Der Sohn Marlens

ist alles geworden, was er werden sollte; er hat

in ihren Armen, unter ihrer zärtlichen Aussicht

und Pflege zugenommen an Weisheit, Alter und

Gnade bey Gott und den Menschen; er hat das

grosse Werk vollendet, zu dessen Ausführung er

gesandt war, und sie erlebte es noch, die glückliche

Mutter, daß er sich als den Sohn des Höchsten

in seiner ganzen Herrlichkeit zeigte, und sich,

nach dem er gemacht hatte die Reini»

gung unsrer Sünden durch sich selbst,

zur Rechten der Majestät in der Höhe

sezle.

Für unfern Vorwitz ist nichts beschämen» der, M. Z., nichts demüthigender für unfern Stolz, als die Art, wie Gott die Werkzeuge sein« Regierung wählt. Hier fällt es recht in die Augen, daß seine Gedanken nicht unsre Gedanken, und seine Wege nicht die unsrigen sind. Denen, durch die er seine wichtigsten Endzwecke befördert, durch die er die Welt erleuchtet, bessert, verändert, segnet, trauen wir anfangs fast immer wenig oder nichts zu; und zöge er uns zu Rathe, wir würden ihn, ganz andre Menschen, und, wollen wir die Wahr» helt gestehen, vornämlich uns selbst in Vorschlag bringen. Natürlich findet sich durch eine Wahl, 'die uns so widersinnig scheint, auch unser Stolz beleidigt. Menschen, die wir nicht kannten, oder verachteten, sehen wir oft plötzlich emporgeho» den; von ihnen sollen wir lehre annehmen, und uns Zurechtweisungen gefallen lassen; sollen wahr» nehmen, daß durch sie alles anders geht, als wir gedacht und gewollt hatten, und oft genug un» >sre liebsten Plane vereitelt werden. Soll es 4ms nicht auffallen, soll es uns nicht kranken, wenn wir die zu Gefässen der Ehre und der Barmherzigkeit gewählt sehen, die wir zu Ge» fassen der Unehre, oder gar des Zorns bestimmt haben würden? Regt sich, wenn wir die Be» wegungen unsers Herzens sorgfältiger beobachten, das Mißvergnügen, der Unwille, der Verdruß über diese Wahl nicht weit häufiger in uns, als man gewöhnlich glaubt, und erfüllt uns mit ei» ner Bitterkeit, die eben so nachtheilig für unser Verhalten, als gefährlich für unsre Ruhe ist?

Ein grosseres, wundervolleres Werk der gött» lichen Regierung kennen wir nicht, M. Z., als das, dessen Anfang wir heute feyern. Aber nir» gends war auch die Wahl der Werkzeuge, die Gott dazu heiligte, freycr, unerwarteter, man kann wohl sagen, befremdender, als hier, las» set uns diese Gelegenheit ergreifen, über Maas«

regeln der göttlichen Weisheit nachzudenken, die

oft so auffallend und demüthigend für uns sind;

lasset uns untersuchen, wozu wir die Erfahrung,

daß Gott die Werkzeuge seiner Regierung gemel«

niglich> ganz anders wählt, als wir sie gewählt

h»ben würden, brauchen und anwenden sollen.

In Unterwerfung wird sich unsre Unzufrieden«

heit, in Anbetung wird sich unser Tadel, in«

Hoffnung und Freude wird sich unser Mißtrauen

und unser Schmerz verwandeln, M. Br., wenn

wir die göttliche Regierung in dem lichte be«

trachten lernen, in welchem sie betrachtet werden

muß, in welchem sie uns der gezeigt hat, der

aus dem Schoose des Vaters zu uns herabkam.

Ihn können wir nicht besser ehren, als wenn

wir voll Glauben an seinen Unterricht, und voll

Vertrauen auf seine Vermittelung in allem, was

Gott thut, eine Weisheit, eine Erbarmung, eine

Wirksamkeit erblicken, die keinen andern End«

zweck hat, als unsere Besserung und unser Heil,

als unser besondres Wohl und das Wohl der

Welt, lasset uns unsre Gedanken sammeln, M.

Br., lasset sie uns auf die grosse, unermeßliche

Haushaltung richten, in der wir leben, in der

auch wir das Unsrige zu leisten bestimmt sind;

lasset uns aber auch um licht und Beystand fie«

hen in stiller Andacht.

Evangelin«: tuk. I. 0.26—33.

Niemand ist über die Wahl, »elche das vorgelesene Evangelium beschreibt, «ehr lM»5 fen,. M. Z., als die Gewählte selber. Sie erschrickt, die bescheidne Maria, «l« sie sich die

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