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Gebenedeytt unter den Weibern, die Glücklichsie und Geehrteste ihres Geschlechts, nennen hö«. Und da sie vollends vernimmt, warum, ^und in wcl> chem Sinne sie dieß seyn soll: so wird ihr alles unbegreiflich; sie erlaubt sich, ihre Bedenklichkei» ten unverhohlen zu äussern; und unterwirft sich dem Rathschlusse Gottes nicht eher, als bis sie ausdrücklich auf die unbegränzte Gewalt verwie» sen wird, der kein Ding unmöglich sey. Es war wirklich nicht bloS das Ausserordentliche, von den Gesetzen der Natur Abweichende, was die edle Maria bey der Bestimmung, die ihr der Engel ankündigte, so in Verlegenheit sezte; leset ihren lobgesang, den lucas gleich nach un» serm Evangelio aufgezeichnet hat; ihr werdet finden, das Gefühl ihrer Unwürdigkeit ist eben so wirksam in ihr; daß Gott ihre Niedrig» k e i t a n g e se h e n, daß er gerade an ihr so grosse Dinge gethan, daß er gerade sie auf eine Art ausgezeichnet hat, wo alle Kin» des Kind sie glücklich preisen werden, das ists, was ihr Erstaunen vermehrt, was die Wahl, die Gott in ihrer Person getroffen hatte, in ein unerklärliches Wunder für sie verwandelt. Sind wir aufmerksam, M. Z., betrachten wir das, was Gott in seiner grossen Haushaltung thut, mit Ueberlegung und Nachdenken: so st. hen wir dieses Wunder in gewisser Hinsicht fast taglich wiederholt, so kann es uns unmöglich entgehen, daß Gott seine wichtigsten Endzwecke auf Erden durch Menschen befördert, die uns ge» wohnlich einer solchen Auszeichnung weder fahig, noch würdig zu seyn scheinen. Wir werden dieje Stunde nicht heilsamer anwenden können, als wenn wir uns bey dieser Betrachtung verweilen. Is wenn wir über die Erfahrung, daß >ott gemeiniglich Werkzeuge seiner ohlthätigen Regierung wählt, wet« >e die Menschen nicht gewählt haben ürden, weiter nachdenken. Wir wollen da« iit anfangen, daß wir uns diese Erfahrung ach ihrer wahren Beschaffenheit, und ach ihrem ganzen Um fange vorfielen; hernach wollen wir untersuchen, >ozu wir sie brauchen und anwenden ollen.

Niemand nimmt ihm selbst die 5hre, sagt der Apostel, sondern der auch erufen sey von Gott. Und so ist es auch, N. Z. Keiner von Allen, die auf Erden leben, ann ganz und selbst bestimmen, was er styn und eisten will; die Kräfte, mit welchen er wirkt, er Platz, wo er sie äussert, die Gelegenheiten, ey welchen er thätig seyn kann, werden ihm gegeben und angewiesen; und es ist Gott, on dem wir alles empfangen, der Jedem zu et« oas beruft, durch Jeden in seiner grossen Haus« »altung etwas geschehen läßt. In dieser Hin« icht sind wir alle Werkzeuge seiner Re« >ierung, und es steht blos bey ihm, wozu er Heden bestimmen, wie viel ober wie wenig er uns lnvertrauen, ob er, wie der Apostel es ausdrückt, in^ Gefäß zur Ehre, oder zur Unehre lus uns machen will. Und hier ist es Ken, wo sein Rathschluß gemeiniglich räthsel« j gft und unbeg r e i flich für uns ist. Stän« )e es bfy uns, die Gesässe zur Ehre zu wählen; Ersten wir die bestimmen, durch welche das Wich« ligste auf Etden geschehen soll; wie würden sie Wahrheit über alles gieng, sind die Strahlen

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in gewissen Ordnungen und Standen der mensch« lichen Gesellschaft suchen; wir würden unsern Vorurtheilen und Neigungen dabey folgen; wir würden uns nach tausend Rücksichten einer ver« meyntlichen Schicklichkeit, eines scheinbaren Wohl« siandes, und einer eigennützigen Klugheit richten; wir würden nur die begünstigen, die uns in jeder Hinsicht dazu vorbereitet, geeignet und berechtigt schienen. Daß Gott täglich ganz anders enl« scheidet; daß er oft gerade durch solche Menschen, gegen die wir weder Achtung noch Vertrauen fühlen, die wohlthätigsten Veränderungen stiftet; daß sich seine'Wahl an keinen Stand, an keine Ordnung, an keinen Unterschied der menschlichen Gesellschaft bindet, und daher unsere Erwartungen und Ansprüche einmal über das andre vereitelt und beschämt: dieß ist eben die Erfahrung von der ich spreche. Unläugbar ist es nämlich, daß Gott hau« fig durch niedrige Werkzeuge die erhabensten, durch schwache die schwierig« sten und durch verderblich scheinende die heilsamsten Endzwecke bewirkt; nur ein Blick ins tägliche ieben, und auf die Geschichte unsers Geschlechtes ist nöthig, um dieß alles zu bestätigen und nachzuweisen.

Erhabnere Endzwecke giebt es nicht, M. Z., als die Bildung und Bereicherung unserl Geschlechts durch nützliche Erfindungen, als die Erforschung und Verbreitung der Wahrheit, als die Beförderung ächter Sittlichkeit und Tugend, als die Belebung und Erhaltung einer würdigen Verehrung Gottes, und einer innigen, das ganze Herz veredelnden Religiosität. Wer waren die Werkzeuge, welche Gott für diese Angelegenhei.

ttn

len von jeher am meisten in Bewegung gesezt,,

durch die er das Meiste für sie ausgerichtet hat;

und wer sind sie noch immer? Wollet ihr die

Urheber der Künste und Erfindungen wissen, die

unser Geschlecht nicht entbehren kann, von wel«

chen das beßre Daseyn derselben, und alle höhere

Bildung ausgegangen ist, ohne die es sich nie

über den Stand der Wildheit erhoben haben

würd«; die Geschichte kann euch nicht einmal ihre

Namen nennen; sie kann euch die Männer, deren

Anstrengungen, deren schöpferischen Geist unsre

Gattung so unendlich viel verdankt, in der Dun«

kelhelt der Zeiten gar nicht nachweisen; Gott hat

sie in einer Niedrigkeit gewählt, in der jede Spur

von ihnen bald verschwinden mußte, die in un«

durchdringliche Nacht für uns gehüllt ist. Und

regt sich der Geist der Erfindung nicht noch im«

mer hausig da, wo unser Stolz ihn am wenigsten

sucht; beseelt er nicht noch immer Menschen ohne

Ansehen und Rang zu einer Geschäftigkeit, zu ei« .

nem Kunstficiß, der auf neue Aussichten leitet und

neue Vonhrile verschafft? Und die grossen leh.

rer unsers Geschlechts., die glücklichen Entdecker

wichtiger Wahrheiten, die thätigen Erweitercr

der menschlichen Erkenntniß, die mächtigen Schö«

pfer ganzer Wissenschaften, waren sie ausgezeichnet

durch ihre Geburt, erhaben durch ihren Stand,

machtig durch ihren Einfluß? Nichts weniger,

als dieß, das lehrt die ganze Geschichte. Jn Men«

schen, die man bey ihrer Dürftigkeit übersah, in

bescheidnen Denkern,. die keine Ansprüche mach«

ten, in stillen Forschern, die sich den Augen der .

Welt fast ganz entzogen, war der Geist der Weis«

heit, M. Z., nicht aus stolzen Pallästen, aus den

einsamen Kammern edler Männer, denen die

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hervorgebrochen, die iicht über unser Geschlecht

verbreiteten; und wollet ihr untersuchen, wer es

erhält, dieses iicht, wer dafür sorgt, daß es sich

von Geschlecht zu Geschlecht fortpslanzt, «er

daran arbeitet, es immer grösser, reicher, erqui«

ckender zu machen; es sind wahrlich nicht die,

welche das Glück ausgezeichnet, und mit Gütern

aller Art überhäuft hat; unter denen, welche

die Welt übersieht, oder wohl gar verachtet,

wählt der Vater der Wahrheit seine thätigsten

Werkzeuge, durch sie hat er sich zu allen Zeiten

am freyesten mitgetheilt. Sehet euch nach den

lehrern, nach den Mustern, nach den Erhaltern

und Verbreitern wahrer Sittlichkeit um; über«

leget, durch wen Gott am lautesten wider iaster

und Unordnungen gezeugt, durch wen er an der

Besserung einzelner Menschen und ganzer Völ«

ker am glücklichsten gearbeitet, durch wen er die

liebe zum Guten am öftesten geweckt und ge.

nährt, durch wen er es am deutlichsten gemacht

hat, was die menschliche Natur werden, und wie

weit sie es in der wahren Besserung bringen

kann. Jn den Hütten der Armuth, unter dem

Drucke der Noth und des Mangels, im Kampfe

mit Schwierigkeiten und Hindernissen aller Art

hat er sich seine heiligsten Werkzeuge gebildet;

in einer Dunkelheit und Niedrigkeit, wo man sie

lang übersah, hat er die Männer zubereitet, die

er ganzen Nationen und Zeitaltern zum Muster

geben wollte; und Menschen, die im Stillen

ihrer Pflicht leben. Redliche, die ohne Geräusch

und Aufsehen ihre Schuldigkeit verrichten, Müt.

ter, die mit anspruchslosem Eifer die zarten Her«

zen ihrer Kinder zum Guten erwärmen, ruh.

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