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Ar unfern Geist, den die Veränderungen des täglichen lebens zerstreuen, die Geschäfte deffel» den ermüden, und taufend bange Sorgen beun» ruhigen und quälen, giebt es kein dringenderes Be> dürfniß, M. Z., als daß er von Zeit zu Zeit el«e Richtung auf Gegenstände erhalte, die durch ihre Grösse seine Aufmerksamkeit fesseln, durch ihren Einfluß seine besten Kräfte stärken, und durch ihre wohlthätige Beschaffenheit ihn trösten, er» muntern und erquicken können. Wer gar nichts weiter wahrnimmt, als das gewöhnliche Handeln und Treiben der Menschen um ihn her, als die alltäglichen, oft so unbedeutenden, oft so widrigen Auftritte des gemeinen lebens: der verliert noth» wendig allen Sinn für etwas Beßres und Gros» ses, und versinkt in eine schimpfliche Trägheit. Und wer sich von den Geschäften, die ihm oblie» gen, von den Arbeiten seines Berufs, und von den Angetegenheiten, in die er verwickelt ist, nie» mals losreißt, wer an dem Joche, das er trägt,

enie immer gleicher Anstrengung ziehe, Muß der «icht zulczt ermatten, muß er nach und nach «<eht immer unfähiger werden, mit edler Frey? heit zu wirken, und etwas Beßers zu wählen? Ist es endlich nichts weiter, als der Schwarm von Bebenklichkeiten und Sorgen, die von eu» rem Eigennutz, von eurem Ehrgeiz, von eurer Sinnlichkeit herrühren, was eurem Geiste vor» schwebt, und ihn unablässig beschäftigt: wie miß» »nuthig und verzagt wird er dann werden, wie bald wird er den kühnen Schwung verlernen, der ihn über die Kleinigkeiten der Erde zu wich» tigern Angelegenheiten und zu einer höhern Welt erheben soll! Unvermeidlich ist unser Sinken, M. Z., unvermeidlich ein trauriges Erschlaffen unsrer besten Kräfte, unvermeidlich jene Verwilderung, jene Fühllosigkeit gegen alles, was ausser dem Gebiete der Sinne liegt, welche bey unzähligen Menschen immer mehr überhand nimmt: wenn wir nicht von Zeit zu Zeit etwas Anders, et» was Höheres, etwas Heiligere) ins Auge fassen, als das tagliche teben uns darstellt, wenn wir nicht geflissentlich bey Gegenständen verweilen, die unsre Vorstellungen und Herzen erweitern, die uns erinnern können, daß wir mehr sind, als flüchtige, unbedeutende, bald auf immer verschwindende Erscheinungen.

Unter allen Manschen auf Erden ist es Nie» wand leichter gemacht, M. Z., eine heilsame, den Geist mächtig emporhebende Richtung auf Gegenstande von der größten Bedeutung, und von einer unendlichen Hoheit und Würde zu nehmen, als dem Christen. Er darf sich nur «lnMn, an wen er glaubt, und wem er ge» weiht ist; er darf sich nur bewußt werben, wae ihm obliegt, und wozu er es bringen soN; er darf sich nur vorstellen, wozu er bestimmt ist, und welche Hoffnungen er fassen darf: und die Schwanken des täglichen lebens verschwinden, die Erde mit ihren Angelegenheiten wird ihm zu klein, der Zauberkreis der sichtbaren Natur löset sich vor ihm auf: es ist ihr allmächtiger Urheber, der Unendliche selbst, vor dem^ er sich befindet; es ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes und der Glanz seiner Herrlichkeit, dem er huldigt; es ist die Heiligkeit, und Vollkom. menheit Gottes und seines Sohnes, wozu er sich berufen fühlt; es ist eine höhere, übersinnliche Welt, ein Reich freyer, vernünftiger und un»

, sterblicher Geschöpfe, dem er angehört; es ist die Ewigkeit, zu der er sich geschaffen sieht, und eine iaufbahn ohne Ende, auf der er sich erblickt. Und wie lebendig werden diese Vorstellungen in ihm, in welchem Glanz erscheinen ihm diese Ge«

. genstände, wie leicht und frey schwingt sich sein Geist zu denselben empor: wenn er sein Herz den

.Aussprüchen der Schrift öffnet, wenn er die

-Kraft des Gebetes zu Hülfe nimmt, wenn er sich durch fromme Gesänge ermuntert^ wenn er sich mit Aufmerksamkeit und Sammlung der heiligen Anstalt nähert, deren,Stiftung wir heute feyern, und dem rührenden Befehle gehorcht: solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Ge.

.dächtniß! .

.^ ... , - V-

Denn der Hauptzweck, das ist unstreitig,

der Hauptzweck unsers scheidenden Herrn und

^Mittlers war es, als er sein Abendmahl anord.

.NM, allen, die ihn ehren, Me heilsame Richtung z« Aeben, die uns so unentbehrlich ist, sie, so oft

sie dieses Abendmahl gemessen würden, auf Ge»

genstände zu lenken, die ausser dem Kseise des

Irdischen und Sinnlichen liegen, und iHnen da»

durch eine Erhebung, ein Gefühl ih«r Besiim»

inung und Würde, einen Trost und eine Erqui»

ckung zu verschaffen, die sie anderwärts vergeh»

lich suchen. Es ist wahr, einfacher, kunstloser,

entfernter von allem Prunk, von allem, was die

Einbildungskraft füllen, und die Sinne betäuben

kann, kann unmöglich etwas seyn, als die heilige

Anstalt, von der ich rede. Aber was liegt in ihr

Verborgen! welche Vorstellungen kann sie wecken!

an welche Gegenstände kann sie erinnern! wie

enächtig zieht sie zu allem empor, was uns groß,

wichtig und heilig seyn muß! sie ist ihrer rühren»

den Einfachheit ungeachtet ein Denkmal von

der höchsten Bedeutung. Dieß lasset mich

jezt beweisen, M. Br., durch frommes Nachden»

ken über ihre sinnvolle Beschaffenheit lasset uns

ihre Stiftung feyern. Eure Gedanken will ich

jezt aussprechen, eure Gefühle will ich beschrei»

den, die heilige Richtung will ich bezeichnen, die

euer Geist vor wenigen Augenblicken genommen

hat, ^eliebte Brüder, die ihr so eben vom Altare

des Herrn zurück kommet. Und ihr, die ihr euch

versammelt habt, das Andenken an die Stiftung

dieser heiligen Anstalt wenigstens durch eure Ge»

genwart in diesem Hause zu erneuern, vernehmet,

was sie euch sagen, wieviel sie euch zu denken ge»

den, wie weit sie euch über alles erheben svll, was

euch erniedrigen, beschweren und beunruhigen kann.

Er, der den Ausspruch gethan hat: wenn ich

erhöhet seyn werde von der Erde, will

ich sie alle nach mir ziehen, sey mit uns.

und verherrllÄ)e sich auch in dieser Stunde an u« Allen. Darum lasset uns bitten und flehen in stiller Andacht.

Epistel- l Kor.XI. v.23—22.

Das Abendmahl des Herrn als eine Sacht von der größten Wichtigkeit, als ein Denkmal von der höchsten Bedeutung vorzustellen, M. Z., ist in den Worten, die ich euch jezt vorgelesen habe, der unverkennbare Zweck des Apostels. Man hatte unter den Christen zu Korinth angefangen, diese Anstalt des Herrn mit Geringschatzung zu behandeln, sie wie eine gemeine Mahlzeit zu brae» chen, und einen grossen leichtsinn dabey zu beweisen; man unterschied, wie der Apostel es aus» drückt, den ieib des Herrn nicht. Er bietet in unscrm Text alles auf, diesem Mißbrauch ent» gegen zu arbeiten, und den Korinthischen Christen den hohen Werth und die grosse Bedeutung des Abendmahls Jesu begreiflich zu machen. Er er» lnnert sie also, es sey eine Anstalt des Herrn selbst,. und nicht eine Einrichtung, die von ihm herrühre; ich Habe es von dem Herrn empfangen, sagt er, das ich euch gegeben habe. Er führt ihnen zu Gemüthe, an dem Stifter selbst versündige man sich, und nehme gleichsam Thrll an seiner Ermordung, wenn man dieses heilige Mahl leichtsinnig geniesse: welcher unwürdig von diesem Brod isset, ruft er, und von dem Kelche des Herrn trinket, der ist schuldig an dem leib und Blut des Herrn. Er macht ihnen fer, ner bemerklich, ein so wichtiges Vergehen kön» ne nicht ungestraft, nicht ohne traurige Folgen

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