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Aber eben so 1)äusig sind sie auch dil Frucht unsrer eignen Wahl. Hon die> ser Art waren alle die Verbindungen, die der Auftrsiandne nach seiner Rückkehr in das leben wieder anknüpfte und fortsezte. Nur seine Ver» trauten, nur die, welche er sich ausdrücklich zu seinen grossen Endzwecken ausersehen, und näher mit sich vereinigt hatte, fand er würdig, sich ih> nen lebendig darzustellen, und noch vierzig Tagl lang als ein Unsterblicher in ihrer Mitte zu blei> den. Und so erschien er denn den treuen Freun» binnen, die ihn selbst im Tode nicht verlassen hat» <en und nun seinen leichnam salben wollten, zuerst; kehrte noch an demselben Tag in den Kreis seiner Apostel zurück, und überließ sich in der Folge der Sehnsucht und den Bitten derer, die er zu den Seinigen rechnete, so huldvoll, daß er, wie Paulus ausdrücklich berichtet, von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal gesehen worden ist. Denn schon groß, M. Z., schon groß war, eh er die Erde ganz verließ, die Zahl derer, die sein Herz gewählt, die er zur Grundlage seiner Gemeine bestimmt hatte; im Schoos einer Verbindung, die ganz sein eignee Werk war, und der übrigen Welt verborgen, lebte er nach seiner Auserstehung, und aus ihr erhub er sich zum Himmel. Auch eure Gedanken werden sich am liebsten bey denen unter euern Verbindungen verweilen, die ihr freywillig geschlossen habt, die ein Bedürfniß für eure Herzen gewesen sind. Ja, M. Br., bald ist es ein un» erklärlicher Hang, ein Zug der Neigung, dem wir fast nicht widerstehen konnen; bald sind es Ge» fühle der Ehrfurcht, der Dankbarkelt und der l,iebe; bald ist es Ueberlegung, und ein Vorsatz, )en Vernunft und Gewissen von uns fordern, iV<»S uns gewissen Menschen nähert; was uns reizt, ermuntert und treibt, ihren Umgang und hr Wohlwollen zu suchen; was unsern innigsten, v^uerhaftesten und zärtlichsten Verbindungen ihr TDasenn giebt. Freylich können diese Verbind»«« gen bald Fallstricke, die uns berücken, bald Fesseln, die uns beschweren, für uns werden. Wie leicht können wir uns bey ihrer Schliessung irren! Wie leicht kann sich eine unordentliche leidenschaft in i^nsre Wahl mischen, und uns verblenden! Wie leicht kann eine Verbindung, die anfangs wohl, chätig war, ausarten, und gefährlich für uns werden! Selbst der Auferstand«e hatte unter die kleine Schaar seiner Vertrauten einel» Unwür« digen aufgenommen, der ihn treulos seinen Fein« den überlieferte. Nicht, als ob er sich in dem« selben geirrt hätte, er kannte seinen Verräther wohl; schon bald nach ihrer Annahme sagte er seinen Aposteln: habe ich nicht euch Zwölfe erwählet, und euer einer ist ein Teu« fel? Aber es sollte die Schrift erfüllt, auch in der Nähe, auch in den.vertraulichsten Verhält« «bissen sollte die erhabenste Tugend von dem ia« ster beobachtet und untadelhaft erfunden wer« Den; daher duldete der Herr seinen Verräther en dem Kreise seiner Vertrauten. Was hier Ab« ficht und Weisheit war, ist bey unfern Verbin« Dungen nur allzuoft Unglück, oder Unvorsichtigkeit, öder wohl gar eine lasterhafte Zuneigung; und es sind nicht selten gerade die Verhältnisse, in die wir uns fteywillig gesezt ha« den, welche uns am meisten entehren, welche am

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nachtheillgsten und beschwerlichsten für uns wer« den.

Doch dieß führt gleichsam von selbst aus den zweyten Punkt, an welchen uns die Geschichte des Auserstandnen in Absicht auf unsre Verbindungen erinnert, auf den Werth der« selben. Aus ihr ist es nämlich offenbar, daß dieserWerthlediglich von iHremZweck, und von unserm Verhalten bey denselben abhängt.

Wichtigere Verbindungen, Verbindungen von höherem Werthe sind nie auf Erden geschieh sen worden, M. Z., als die w.,ren, welche der Auferstandne vor seinem Tode angeknüpft hatte, und nun erneuerte und fortsezle. Denn welches war die Absicht dieser Verbindungen; warum hatte er sie so genau, so innig mit sich vereinig! die Auserwählten, die er jezt. wieder um sich her versammelte, die er nun fester, als jemals, an sich zog, die er sich ganz und auf immer ver, band? Die Verbreitung seiner lehre auf El« den, die Anrichlung einer Verehrung Gottes i« Geist und in der Wahrheit unter allen Völkern, die Gründung einer ächten Gemeine Gottes, ei, nes heiligen Bundes für Wahrheit, Tugend und Religion, die Erleuchtung, Besserung und Be, glückung unsers Geschlechts, die Beförderung dtt größten, erhabensten und heiligsten Angelegen« heit, die unser Geist kennt und fassen kann: dieß war der Endzweck der Verbindung, in welcher der Auferstandne mit seinen Freunden stand. Und ihr wisset, welche Folgen diese Verbindung ge,

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ibt, welche Veränderung, welcher unaussprech« che, nicht zu berechnende Segen für unser Ge» hlecht aus derselben entsprungen ist. Aber hier her ihr auch den sichern Prüfstein, an wel» ,em der Werth eurer Verbindungen sogleich ar werden muß. Hängt ihr Zweck mit der habnen Absicht zusammen, die bey der Ver» indung des Auferstandnen mit seinen Freun» en zum Grunde lag; sind sie gleichsam eine Fortsetzung jener heiligen Gemeinschaft, und arauf berechnet, Watzsheit und Erkenntniß Lottes, Besserung und Tugend, Ordnung und Nenschenwohl, uud mit einem Worte, die Sa» he. Gottes und Christi zu befördern: so wün» chet euch Glück zu euern Verbindungen; so reuet euch der Theuern, mit welchen sie euch lereintgen; der Geist des Auferstandnen, hat uch mit einander verknüpft und cuern Bund geheiligt; ihr gehöret zu der grossen unermeß« ichen Veränderung, deren Oberhaupt er ist, die ?r wie seinen Körper beseelt und segnet. Sind >s hingegen Vortheile der Erde, was eure Verbindungen^ zur Absicht haben; habt ihr euch mit einander vereinigt, um eure Geschäfte bes« s?r zu betreiben, um eure weitläuftlgen Plane durchzusetzen, um euch einander zu bereichern und zu heben, um euch frohe Genüsse zu ver» schaffen, und die Bitterkeiten des lebens einander zu versüssen: so brauche ich euch nicht zu sagen, daß eure Verbindungen an sich be» trachtet zwar nichts Unerlaubtes enthalten, daß sie als Wirkungen eurer ThätigM, als Fol« gen eurer gemeinnützigen Eigenschaften, als Maasregeln eurer Klugheit, Billigung verdie.

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neu, und elnen wahren Werth haben; abn daß sie denen nicht gleichkommen, die auf etwas Edleres und Höheres gerichtet sind, weidet ihr euch selbst bescheiden, ihr werdet ih> ren Werth nicht höher anschlagen, als er nach dem Ausspruch eurer Vernunft und eures Ge> wissens angeschlagen zu werden verdient. Sollte endlich Eigennutz, sollte Ausschweifung und Wol> lllst, sollte list und Betrug,, sollten lasterhafte, gemeinschädliche, Verrätherische Unternehmungen der Endzweck eurer Verbindungen seyn: brauch: man dann über ihren Werth ein Wort zu ver» lieren, stehet ihr dann nicht in Verhältnissen, die euch entehren, welche der Ausspruch der Welt und euer Gewissen verurtheilt, die ni<Os anders sind, als schändliche Meutereyen, und sich nicht anders für euch endigen können, als mit Schmach und Verderben?

Doch der Endzweck ist es nicht aNein, M. Z., was den Werth unsrer Verbindungen bestimmt; nach den Erläuterungen, welche uns die Geschichte des Auferstandnen darüber giebt, hängt er auch von unserm Verhalten bey denselben ab. Was würde es den Freunden Jesu geholfen haben, daß sie in ei» ner so genauen Verbindung mit ihm gestanden hatten, wenn sie den erhabnen Endzweck dieser Verbindung ganz verkannt, und sie durch ein unwürdiges Betragen gleichsam entheiligt hätten? Mit tausend Andern lvar der Aufer« standne von seinem Tode in gewissen Verhältnissen gewesen; aber er kehrt jezt nicht in diesel. beu zurück, weil die Unglücklichen, die ihm vor

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