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FONTES BERUH AUSTRIACARII.

(ESTERREIGHISGHE GESCHICHTS-QUELLEN.

HERAUSGEGEBEN

VON DER

HISTORISCHEN COMMISSION

KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN-

ERSTE ABTHEILUNG.
SCRIPTORES.
VII. BAND.

GESCHICHTSCHREIBER DER HÜSIT1SCHEN BEWEGUNG IN BÖHMEN.

THEIL III.

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GESCHICHTSCHREIBER

DER

IIISITISCHEN BEWEGUNG IN BÖHMEN.

HERAUSGEGEBEN

Dr. K. Höfler,

PROFESSOR DER GESCHICHTE ZU PRAG UND OORRBSPONDIRENDEM MITGLIEDS DER KAISF.RL1CHBN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN.

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-mim.

AUS DER KAISERL. KÖNIGL. HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 1866.

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Einleitung.

Seit dem Erscheinen des ersten Bandes der Geschichtschreiber der husitischen Bewegung sind zehn volle Jahre verflossen. In der Zwischenzeit wurde nicht blos der nun vollendete zweite Band ausgearbeitet, welcher schon vor mehreren Jahren der k. k. Akademie in Wien übergeben worden war, sondern es entstanden auch die historischen Untersuchungen und K. Ruprecht von der Pfalz (1861), die Concilia Pragensia von 1353—1413 (1862); Magister Johannes Hus und der Abzug der Deutschen von der Prager Universität (1863); die Quellenschriften: des Bartholomäus von St. Ägidius Chronik von Prag 1859, Johannes von porta de Avvoniaco und die Chronik des Heinrich Truchsess von Diessenhofen (1864-65), endlich die „Urkunden zur Beleuchtung der Geschichte Böhmens und des deutschen Reiches im XV. Jahrhunderte"; Werke, welche ihrem Inhalte nach in natürlichem Zusammenhange mit der Vollendung des zweiten Bandes stehen.

Meine Absicht war, die husitische Bewegung, von welcher die Zeitgenossen urtheilten, sie sei nicht mit denjenigen Waffen zu bekämpfen, welche man bis dahin so oft gegen „Häresien" angewendet und die man auch gegen ihren Stifter noch gebraucht, nicht etwa blos vom Standpuncte des kirchlichen Interesses oder der socialen Revolution, welche damit verbunden war, sondern überhaupt in ihrem Zusammenhange mit den grossen Begebenheiten der Zeit aufzufassen und dadurch zu erklären. Eben deshalb durften die Studien nicht etwa auf die Zeit selbst beschränkt, sondern musste auch eben so sehr auf die nachfolgende Zeit, welche die Ausläufer, die letzten Zuckungen der ersterbenden Bewegung enthielt, wie auf die vorausgegangene gerichtet werden, die die Genesis derselben in sich schloss. Da aber konnte man sich sehr bald überzeugen, dass dem Anfange wie dem Ende ein bei Weitem grösseres Interesse zukomme als der Bewegung selbst und die Liebe zu dem Gegenstande, welche der wahre Lohn für die unsäglichen Mühen der Forschung, der Sporn zu ihrer Ueberwindung ist, in dem Masse abnehme, als man mit der böhmischen Revolution des XV. Jahrhundertes und ihren Urhebern näher bekannt wird. Ja noch jetzt, wo ich mich Jahre lang mit dem Gegenstande beschäftigte, habe ich Mühe, mir klar zu machen, warum und wie es zur Revolution kam, — so wenig war dieselbe in der Natur der Verhältnisse begründet; wie gerade das Volk, dem bis zum Eckel vorgesagt wurde, kein wahrer Böhme könne vom katholischen Glauben abfallen, zur Häresie und deren gewaffneter Vertheidigung gebracht wurde; wie das Volk, das mit seinein Königthume identisch zu sein schien und dessen Führer beständig von der böhmischen Krone redeten, zum Aufruhr gegen seinen König, zum Umsturze der Verfassung, ja der ganzen zu Recht bestehenden Ordnung der Dinge, zur Vernichtung seiner eigenen Blüthe, zu Mord, Brand und allen möglichen Unthaten kommen konnte, gegen welche sich das menschliche Gefühl sträubt.

Wer hat sich da nicht die Frage aufgeworfen, ob Johannes Hus, ob vor Allem Hieronymus von Prag, dessen Popularität unter den Studierenden schon die des Magister Johannes überragte und dessen Hinrichtung in Constanz ungleich mehr beklagt wurde, als das Schicksal, welches Hus betroffen, im Stande gewesen wären, die Revolution zu bannen, oder ob etwa, wie es gewöhnlich bei Revolutionen geschieht, die Urheber zuerst von derselben verschlungen worden wären?

Ich habe in der Lebensgeschichte K. Ruprecht's hervorgehoben, zu welcher Höhe die Abneigung der Weltlichen gegen die geistliche Herrschaft in Deutschland Ende des XIV. Jahrhundertes gestiegen war, so dass eine Generation nach Karl's IV. Tode, der den zweifelhaften Ruhm des grössten Beschützers des Clerus" in das Grab nahm, gerade für letzteren das Ärgste zu befürchten war. Ich bin auch mehr wie je der Ueberzeugung, dass ohne die Dazwischenkunft des

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