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28. Zum Aufsatz der Weimarischen Kunstfreunde. Veber Polygnots Gemälde auf der rechten Seite der Lesche zuDelphi u. s. w. Vor d. Jenaischen Allg. L. - Zeit. 1805. Bd. 3. Juli. auf fast IV S.

Nachtrag. (Schluss von S. IV.) [Anonym, und von Wolf für unbefriedigend erklärt. Goethe an H. Meyer

22 Juli 1805.) Das glücklich bemerkte Alter der Elpinice scheint allerdings ein gutes Datum zur genaueren Bestimmung der Zeit zu geben, wann Polygnotus gearbeitet habe. Die allgemeine Bestimmung beim Plinius macht auch durchaus kein Hinderniss, wie die Vergleichung der ganzen Ausführung bei ihm zeigt. Er will nicht sagen dass Pol. kurz vor Olymp. 90 geblüht habe, sondern er gebraucht diesen Zeitpunkt als Epoche, um die ältesten kunstmässigen Maler, zu welchen vorzüglich Pol. nebst dessen Vater und Lehrer Aglaophon gehört, von den folgenden, unter welchen Zeuxis und Parrhasius obenan stehen, abzusondern; es muss vielmehr nach Plinius als sehr wahrscheinlich gelten, dass P. die 90 Olymp. nicht überlebt habe. Aber hiemit ist noch nichts über die Zeit seiner Celebrität bestimmt, welche beträchtlich früher fallen kann, wenn wir, wie aus andern Gründen wahrscheinlich wird, den Pol. ein Alter von 80 Jahren und drüber erreichen lassen. Sonach kann man, ohne Widerspruch von irgend einer Seite, die Geburt des Pol. in Ol. 68 oder 67 setzen.

Jetzt kommt alles darauf an auszumachen, ob Pol. schon vor Phidias Hauptarbeiten, deren Zeitpunkte hinlänglich bekannt sind, gemalt habe, und in welche Zeit die Ausmalung der Poecile falle.

Die Ausmalung aber der Poecile fällt aller Wahrscheinlichkeit nach in Ol. 82 und 83, und gleich im Anfange der nächsten 01. fängt Phidias an für Perikles zu arbeiten; zuerst die Minerva, die Ol. 85, 2 fertig wird. 01. 85, 4 folgt dann der Bau der Propylaeen, woran 5 Jahre gearbeitet wird. Diese Zeit von Ol. 84–87, zusammen 12 15 Jahre, scheint die höchste Blüte des Phidias zu sein. Die Liebschaft des Pol. mit Elpinice der Schwester und Gemalin des Cimon

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müsste vorzüglich in Ol. 83 fallen, wenn nicht etwa der Maler sie in der Zeit der Ehe selbst liebte. Bereits 01. 72, 4 hatte Cimon sie zur Frau, wie eine beglaubigte Anekdote der Alten beweiset. Ol. 80, 1 lebte Elpin. noch, wie eine andere Erzählung bei Plutarch ergibt. Nehmen wir nun an dass sie beim Tode des Cimon (Ol. 82, 4) noch lebte, so würde die 83. Ol. von einer Seite ein günstiger Zeitpunkt seiner Liebschaft sein. Geben wir aber der Elp. in 01. 72, 4 nur 16 Jahre (und weniger ist kaum möglich), so wäre sie in der 83. Ol. ziemlich weit über das Alter der Liebe hinaus, wie sie denn wirklich in dem Jahre, wo sie beim Perikles für ihren Bruder bat, nach obiger richtiger Bemerkung, etliche und 40 Jahre gehabt haben muss. Allein es ist keinesweges gewiss ob Elp. bis zum Tode des Cimon oder nur bis zu dessen Verbannung in seiner Ehe blieb, und ob nicht vielmehr Cimon sie frühzeitig an den Callias abtrat. – Bei dieser Ungewissheit und einigen anderen ebenso unbestimmbaren Umständen lässt es sich nicht wohl ausmachen, ob Pol. seine Geliebte in der ersten Jugend oder erst später als Laodice vorgestellt habe. Das erste ist wegen des Alters von Pol. kaum wahrscheinlich, und so bleibt übrig dass er ein Bild von ihr, was er vielleicht schon in jüngeren Jahren gemacht, beim Ausmalen der Poec. bloss wiederholt habe, wie öfter ikonische Statuen selbst nach dem Tode der vorgestellten Personen gearbeitet wurden. Zugleich folgt aus allem dass Pol. wirklich einige Jahre vor den Meisterstücken des Phidias gemalt; sowie auch nichts dagegen ist, wenn jemand den Pol. etliche Jahre älter als den Ph. machen wollte, wodurch schon die Schwierigkeit vermindert werden möchte, die der gelehrte Kunstforscher erregt hat.

29. Der Gesellschafter. Herausgegeben von F. W. Gubitz. 2 Jahrgang.

Berlin 1818. 4. 11 Februar 24 Blatt p. 96. Etwas über den Namen Hierodulen.... Es wird sich unser berühmter Alterthumsforscher Ilirt über seine Namengebung schon zu rechtfertigen wissen. Wollen Sie nur einen Blick in Henr. Stephan's Griechischen Sprachschatz thun und den dortigen Citaten und deren ferneren Nachweisungen gemächlich folgen, so werden Sie ohne pedantischen Aufwand an Gelehrsamkeit wahrnehmen: dass der Ausdruck, wie hundert andere in jeder Sprache, noch vor jener späteren Bedeutung eine wörtliche, sehr anständige, sehr edle Bedeutung hatte. Nichts zu sagen von den alten Griechischen Dollmetschern des biblischen Buches Esdra, können Sie gleich aus Joachim Camerarius Commentarien der Griechischen und Lateinischen Sprache S. 334 ersehen, bei welchem höchst würdigen Tempel der Name vorkommt. ,,Hierodulen“ sagt dieser Lexikograph, ,, das ist, Dienerinnen des Delphischen Tempels." (,,lepódovkou, id est, ancillae templi Delphici.“) Eben daselbst verweiset C. auf Euripides Phoenissen v. 228, wobei jedem ein Ausleger einfallen muss, der viel mehr Griechisch wusste als H. Stephanus und J. Camerarius, und selbst etwas mehr als Is. Casaubonus. Und was sagt Valckenaer an der im Register angezeigten Stelle seiner Ausgabe der angeführten Tragödie? „Unter Hierodulen,“ sagt er S. 637, ,, sind zu verstehen die der Orakelpriesterin Pythia oder dem Delphischen Tempel dienenden Jungfrauen, welche dem Gott (Apollon) gleichsam zum Eigenthum geweiht waren; dergleichen Hierodulen beiderlei Geschlechts, wie bekannt und ausgemacht ist, da und dort bei den Tempeln von Göttern und Göttinnen gewesen sind." Sonderbar genug ist es, doch eben nicht wunderbar, da zu aller umfänglichen Philologie und Kunstgeschichte der Stoff noch lange nicht vollständig zusammengetragen ist, dass der in den mir übersandten Blättern so gemissdeutete Ausdruck ziemlich von allen Sammlern der sogenannten Griechischen Alterthümer, besonders der heiligen, unerklärt gelassen, ja nicht einmal erwähnt worden, und dass er in seiner späteren Bedeutung erst an etliche neuere Archäologen gekommen ist, von denen (z. B. von Zoega) der grösste Theil der dortigen Weisheit entlehnt ist. Darf man aber bei dem Gebrauche Griechischer Wörter zu heutigen Zwecken das in Kultur und Sitten ausgeartete Griechenland ausschliesslich berücksichtigen, dann, sehen Sie wohl, wird man auch weder das Wort Priester noch heilig noch Diener in Mund oder Feder nehmen dürfen. Denn Priester und heilig modificiren sich natürlich nach der Gottheit, auf die sie sich beziehen; sowie es Diener des göttlichen Wortes gibt und Diener des Staats und Kammerdiener.

Doch ich werde bei aller Eil weitläufig. Es bedarf aber keiner weiteren oder neuen Forschungen, um die so arge Missdeutung in ihrer ganzen Blösse zu zeigen. Berlin, d. 5. Febr. 1818.

F. A. W.

30. Morgenblatt für gebildete Stände. Jahrgang 17. 1823. Nr. 99.
25 April 1823. (Schliesst das in nächster Numer erwähnte
Buch, Goethe in den Zeugnissen der Mitlebenden.)

Vor einem neuen Bildniss Goethe's,
von dem Maler Franck zu Berlin aufgestellt.*

Endlich schau' ich dich wieder, Götterjüngling,
sei mir würdig gegrüsst, du hochgeliebter,
dess so sprechendes Bild ich stets vermisste;
das mit Zaubergewalt um sechs und dreissig
Jahr' in eigene Jugend mich zurücktäuscht,
und des Alters verhasste Schwell’ hinweghebt.
Ja, bei läng'rem Beschauen fühl ich innig
mich an Körper und Geist so ganz wie damals,
als zuerst ich dich sah und lieben lernte.

Nie nun rücket dies Bild von meiner Seite:
es mag lindern der weiten Trennung Sehnsucht:
freundlich weil es um mich mit dieser heitern
Stirn, dem sinnigen Aug', und bis zum letzten

Tage spreche sein Mund mir Lebensmuth zu.
Berlin, den 1. Dezember 1822.

Friedrich August Wolf.

*) Nach der glücklichen Genesung unseres ersten Dichters von einer gefahrvollen Krankheit, welche ganz Deutschland mit sorgender Trauer erfüllte, wird das Publikum mit erhöhter Theilnahme diese Zeilen lesen, durch welche der Fürst unsrer Philologen das Freundesbündniss begrüsste, welches ihm selbst in düstern Krankheitstagen tröstende Stärkung und Erheiterung gab. Durch einen günstigen Zufall sind wir in Stand gesetzt dieses schöne Gedicht, welches nicht zur Bekanntmachung bestimmt war, dem Morgenblatte einzusenden, da der Mittheiler für die Verantwortung der Sache hinlängliche Bürgschaft zu geben vermag.

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Den Verfasser überraschte, da er eben solch einer Freude bedürftig war, dies Oelgemälde, das den alternden Dichter ihm fast in derselben Gestalt wieder darstellte, wie er ihn seit dem Frühjahre von 1786 ausser sich (sic) nicht gesehen hatte. In jenem Jahre war es, wo der Verfasser, selbst im sieben und zwanzigsten Jahre, ihn der in der schönsten männlichen Kraft strahlte, zu Jena kennen lernte auf der Büttnerschen Bibliothek, wo sich bald ein langes Gespräch über die Aufstellung der unlängst angekommenen Bücher und über Bücherwesen und Unwesen überhaupt anknüpfte, ein Gespräch, woraus ihm noch manche geistvolle Ansichten gegenwärtig blieben, bis in die neueste Zeit, wo er die Jenaischen und Weimarschen Bibliotheken nach gleichen Grundsätzen geordnet und gewissermassen vereinigt sah. Eine nähere Verbindung mit dem Dichter und Weisen entstand ihm erst später, die dann bei der Nähe der beiderseitigen Wohnorte, etliche glückliche Jahre hindurch, bis zu einer Freundschaft aufwuchs, die nicht einmal eines Briefwechsels bedarf

31. Staats- u. gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Freyt. 29 August 1823. Nro 138.

Von gelehrten Sachen. Goethe in den Zeugnissen der Mitlebenden. Erste Sammlung. Zum 28 August 1823. Berlin, bei Ferd. Dümmler, fast 400 S. in 8.

Wer kennt nicht den löblichen Gebrauch, den Werken der alterthümlichen Klassiker als Einleitung Testimonia auctorum vorzusetzen? Denselben Gedanken scheint der ungenannte Verfasser im Sinne gehabt und auf neue zeitgemässe Weise ausgeführt zu haben, als Zugabe oder Anhang der Schriften unseres Dichterfürsten. Ohne alle Rücksicht auf das Datum des Titelblattes, wodurch diese Anthologie zu einem öffentlichen Angebinde für den diesjährigen Geburtstag des unlängst wieder verjüngten Greises wird, hat man Ursache dem wohlangelegten Buche bei seinem Eintritt in die Deutsche Schriftwelt den freundlichsten Willkommen zu entbieten, wie hiemit der Referent in der ersten Ueber

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