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Non me cuiquam mancipavi,

pullius nomen fero. Multum magnorum virorum judicio, aliquid et meo vindico.

Seneca, Epist. 45.

1

M u ( i k u n d po e si e.

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Nach ihren

Wirkungen historisch - kritisch dargestellt,

oder:

systematisch geordneter Versuch einer genauen
Zufammenstellung und möglichst richtigen

Erklärung derselben.

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STELLFELO

3 weites Buch.
Ueber die moralische Wirkung der Musik.

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Hier

ier kann der verschiedene Gebrauch der Musik im Einzelnen gar nicht ganz erklärt werden, indem es theils am unrechten Orte geschähe, theils ich es auch schon anderw årts gethan habe 1). Deßhalb bringe ich unter andern vorzugsweife das vor, woraus de National-Char after, in wiefern die Musit auf dessen Bildung großen Einfluß äußert, und die moralische Rraft 2) der Musik hervorleuchtet.

Der Gebrauch der Musik fand sich bei allen volt kern. In Betreff der Griech en berichtet Athes nåus 3), daß nach dem Zeugnisse des Aristoteles 4),

1) Bgl. meine musikalisch - Fritische Bibliothek, BO. JI.

2) Das moralisce (vgl. aud Th. I. p. 21. Not. 22.) wird hier bloß dem Physischen in sofern entgegengesett, als es das Gemüth überhaupt afficirt; nicht als Sittlid in Bes ziehung auf den Charakter.

3) Athen. Deipnos. lib. IV.
4) Aristoteles Polit, VIII. 6.

der für ungelehrt gehalten wurde, wer in dieser Kunst unerfahren war. Sie war ein Theil der attis schen Urbanitat. Unwissend in ihr zu seyn, keinen Geschmack für sie zu fühlen, hielten sie für schimpflich. Sie glaubten, ein solcher Mensch habe nie den Huldgöttinnen geopfert. Ueber dem Eingange der Schule des Pythagoras las man folgende Aufs fdhrift: Weichet von hier, ihr irdisch Gefinns ten! Keiner nahe herzu, wenn er die Hars monie (steht hier für Musik überhaupt) nicht vers steht. So wurde Themistokles beurtheilt, als er bei einem Gastmahl, da die Reibe an ihn fam, es abs geschlagen hatte, die leyer anzunehmen 5). Deßs wegen suchten nach Cicero's Zeugniß, die Gries chen in der Musik ilyre größte Gelehrsamkeit! und selbst die Weisen des Ariopagus waren ihre Schüler. - Bei den Cambro - Bretonen war die Musik To allgemein geachtet, daß der Charakter eines Edlen als unvollkommen betrachtet wurde, wenn er die Harfe nicht hinreichend spielen konnte, um die wålschen Gesänge zu begleiten; ihren Barden aber erzeigten sie die größte Ehrfurcht. Der Zonkünfler oder Barde

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5) Der Heilige Dichter Cadmon, der während der Heptars chie lebte, wendete ro sehr sich zu den ernsten Wissenschaften, daß er die Musik vernachlässigte. Als er sich nun einst in einer Gesellschaft befand, worin die Harfe rund herum zu gehen pflegte (denn es war auch damals bei Festen nod gebräuchlich, daß jeder aus der Gesellschaft der Reibe nach rang und spielte, gleichwie nod heute die Studenten am Kneiptage zu thun pfles gen!), entfernte er sich schnell, beschämt, daß er in einem Zweige der Erziehung mangelhaft befunden werden sollte, welchen man doch zur vollständigen Erziehung eines edlen Manneß für so nothwendig hielt!

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