Versuch einer stellungnahme zu den haupfragen der kunstphilosophie: I...

Druckerei der Finnischen litteraturgesellschaft, 1903 - 251

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107 - Es war im Ganzen nicht meine Art, als Poet nach Verkörperung von etwas Abstraktem zu streben. Ich empfing in meinem Innern Eindrcke, und zwar Eindrcke sinnlicher, lebensvoller, lieblicher, bunter, hundertfältiger Art, wie eine rege Einbildungskraft es mir darbot; und ich hatte als Poet weiter nichts zu tun, als solche Anschauungen und Eindrcke in mir knstlerisch zu runden und auszubilden...
247 - Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz, nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemthe, und nimmt mich gefangen in der Snden Gesetz, welches ist in meinen Gliedern.
108 - Abstraktem zu streben. Ich empfing in meinem Innern Eindrcke, und zwar Eindrcke sinnlicher, lebensvoller, lieblicher, bunter, hundertfältiger Art, wie eine rege Einbildungskraft es mir darbot; und ich hatte als Poet weiter nichts zu tun, als solche Anschauungen und Eindrcke in mir knstlerisch zu runden und auszubilden und durch eine lebendige Darstellung so zum Vorschein zu bringen, daß andere dieselbigen Eindrcke erhielten, wenn sie mein Dargestelltes hörten oder lasen.
65 - Kunst ist jede Tätigkeit des Menschen, durch die er sich und anderen ein von praktischen Interessen losgelöstes, auf einer bewussten Selbsttäuschung beruhendes Vergngen bereitet und durch Erzeugung einer Anschauungs-, Gefhls- oder Kraftrorstellnng zur Erweiterung und Vertiefung unseres geistigen und körperlichen Lebens und dadurch zur Erhaltung und Vervollkommnung der Gattung beiträgt.
197 - Glockenstube, Da wird es von uns zeugen laut. Noch dauern wird's in späten Tagen Und rhren vieler Menschen Ohr Und wird mit dem Betrbten klagen Und stimmen zu der Andacht Chor. Was unten tief dem Erdensohne Das wechselnde Verhängnis bringt, Das schlägt an die metallne Krone, Die es erbaulich weiter klingt. Weiße Blasen seh
247 - Das Gute, das ich will, das thue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht; denn ich thue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das thue ich (Rom.
187 - Lange, fr den Menschen ein Ersatz der Wirklichkeit. Diesen Ersatz schafft sich das Individuum sowohl in der Jugend wie im Alter infolge eines instinktiven Bedrfnisses immer dann, wenn ihm das Leben mit seiner Lckenhaftigkeit die Vorstellungen, Gefhle, Gedanken und Handlungen versagt hat, die doch zum vollen Ausleben der Menschlichkeit und des menschlich möglichen dazu gehören.
85 - Einfhlung] liegt begrndet in dem Einklang des Eigenen und des Fremden, in der durch die Einwirkung von aussen geweckten und durch die Einstimmigkeit mit ihr gesteigerten und in sich selbst frei gemachten Bethätigung meines eigenen Wesens, in dieser eigenen Art in einein objectiv bedingten Erleben mich selbst frei auszuleben.
107 - II n'eut donc souci que de dire les joies et les tristesses de son me. Il a vcu sa posie : elle est comme le journal de sa vie. Non qu'elle enregistre les faits, elle note seulement le retentissement des faits dans les profondeurs de sa sensibilit.
105 - Das Kunstwerk ist ein sinnlich wahrnehmbarer Ausilrnck des Gefhlslebens, welcher bewufst und absichtlich so gewählt und gestaltet ist, dafs er imstande ist, in anderen ähnliche Gefhle hervorzurufen, wie sie der Ausdrckende selbst gefhlt hat (und dessen eigentlicher Zweck eben darin besteht)