صور الصفحة
PDF

165. Den boten riche gàbe man dô für truoc:

der het in ze gebene Gunther genuoc:
Die wolden niht versprechen die Liudgères man.

dò si uloup genàmen, si schieden vræliche dan. 166. Dô die boten waren ze Tenemarken komen,

und der künic Liudgast hete daz vernomen,
Wie sie von Rîne kômen, als im daz wart geseit,

ir starkez übermüeten was im wærliche leit. 167. Si sagten daz si hêten vil manegen küenen man,

ouch sâhen si dar under einen reken stàn,
Der was geheizen Sifrit, ein helt ûz Niderlant.

ez leidete Liudgaste, dò er daz mære bevant. 168. Dù die von Tenemarke ditze horten sagen,

dô ilten si der friunde deste mê bejagen,
Unz daz er Liudgast siner küenen man

zweinzec tûsent degne ze siner reise gewan.
169. Do besant sich ouch von Sahsen der kiiene Liudger;

unz si vierzec tùsent heten und dannoch mêr.
Mit den si wolden riten in Burgonden lant.

dò hete ouch sich hie heime der künic Gunther besant. 173. "Hér künic, sit hie heime,' sprach dò Sifrit,

'sit daz mir iwer recken wellent volgen mit, .
Belibet bi den frouwen und traget hòhen muot.

ich trou in wol behüeten beide êre unde guot.
174. Die juch dà wolden suochen ze Wormz an den Rin,

daz wil ich wol behieten, si mugen då heime sîn.
Wir sulen in geriten sô nâhen in ir lant. .

daz in ir übermüeten werde ze sorgen bewant.' 175. Von Rine si durch Hessen mit ir helden riten

gegen Sahsen lande: dà wart sit gestriten.
Mit roube und mit brande wuosten si daz lant,

daz ez den fürsten beiden wart mit arebeit bekant. 178. “Sò wil ich selbe riten,' sprach Sifrit der degen,

unde wil der warte gên den vinden pflegen,
Unz ich rehte ervinde wà die recken sint.'
dò wart gewâfent schiere der schönen Siglinden kint.

180. Dô sach er her daz grêze, daz ûf dem velde lac,

daz wider siner helfe mit ungefüege wac:
Des was wol vierzec tûsent oder dannoch baz.

Sifrit in höhem muote sach vil frælichen daz. 181. Dô hete sich ouch ein recke von den vinden dar

erhaben ûf die warte: der was ze flize gar.
Den sach der hêrre Sifrit, und in der küene man:

ieweder dồ des andern mit nide hüeten began. 182. Ich sagiu wer der wäre, der der warte pflac.

ein liehter schilt von golde im vor der hende lac.
Ez was der künic Liudgast: der huote sîner schar.

dirre gast vil edele sprancte hêrlichen dar. 183. Nu het ouch in hêr Liudgast vientliche erkorn.

diu ros si namen beidiu zen sîten mit den sporn, . Si neigten ûf die schilde die schefte mit ir kraft.

des wart der künic riche mit grôzen sorgen behaft. 184. Diu ros nâch stichen truogen diu richen küneges kint

beide für ein ander, sam si wæte ein wint.
Mit zoumen wart gewendet vil rîterlichen dan:

mit swerten ez versuohten die zwêne grimme man. 185. Dô sluoc der herre Sifrit daz al daz velt erdôz.

dò stoup üz dem helme, sam von brenden gróz,
Die viwerròte vanken von des heldes hant.

ir ietweder den sînen an dem anderen vant.
186. Ouch sluog im hêr Liudgast vil manegen grimmen slac.

ir ieweders ellen ûf schilden vaste lac.
Dò heten dar gehüetet wol drizec siner man:

è daz im die kæmen, den sic doch Sifrit gewan. 188. Er bat sich leben låzen und bôt im sîniu lant,

und sagte im daz er wære Liudgast genant.
Dò kòmen sine recken: die heten wol gesehen

waz dà von in beiden of der warte was geschehen. 190. Die drizec er ze tôde vil werlichen sluoc.

er liez ir leben einen: balde er reit genuoc
Und sagte hin diu mære, waz hie was geschehen.
ouch mohte mans die wårheit an sîme rôten helmen sehen.

193. Man hiez den Burgonden ir vanen binden an.

“wol ûf,' sprach Sifrit: 'hie wirt mêr getân,
Ê sich der tac verende, sol ich haben den lip:

daz gemüet in Sahsen vil manic wætlichez wip. 194. Ir helde von dem Rine, ir sult min nemen war:

ich kan iuch wol geleiten in Liudgères schar.
Sô sehet ir helme houwen von guoter helde hant.

è daz wir wider wenden, in wirdet sorge bekant.' 196. Si fuorten doch niht mêre niwan tûsent man,

dar über zwelf recken, stieben dò began
Din molte von den strâzen: si riten über lant.

dò sach man von in schinen vil manegen herlichen rant. 202. Dô die von Burgonden drungen in den strit,

von in wart erhouwen vil manic winde wit:
Dô sach man über satele vliezen daz bluot.

Sus wurben nach den êren die helde küene unde guot. 203. Man hört dà lûte erhellen den helden an der hant

diu vil scharpfen wâfen, dô die von Niderlant
Drungen nach ir herren in die herten schar:

si kômen degenliche mit samt Sifride dar. 204. Volgen der von Rine nieman man im sach.

man mohte kiesen Niezen den bluotigen bach
Durch die liehten helme von Sifrides hant,

end her Liudgeren vor sînen hergesellen vant. 206. Dô der starke Liudger Sifriden vant,

und daz er alse hohe truoc an siner hant
Den guoten Balmungen und ir sở manegen sluoc,

des wart der herre zornic unde grimmic genuoc. 207. Dô wart michel dringen und grôzer swerte klanc,

då ir ingesinde zuo ein ander dranc.
Do versuohten sich die recken beide dester baz.

die schar begunden wichen: sich huop då græzlicher haz.. 209. Die slege Liudgeres die waren alsò starc,

daz im underm satle strûhte daz marc.
Dô sich daz ros erholte, der kijene Sifrit
der gewan in dem sturme einen freislichen sit.

214. Dô het der herre Liudgêr ûf me schilte erkant

gemâlet eine krône vor Sifrides hant;
Wol wesser daz ez wäre der kreftige man.

der helt zuo sinen friunden lûte ruofen began. 215. 'Geloubet iuch des strites, alle mine man.

sun den Sigmundes ich hie gesehen hân:
Sifriden den starken hàn ich hie bekant.

in hât der übel tiufel her cen Sahsen gesant.' 216. Die vanen hiez er làzen in dem sturme nider,

frides er dò gerte: des werte man in sider.
Doch muoser werden gisel in Guntheres lant:

daz het an im betwungen din Sifrides hant. 217. Mit gemeinem råte so liezen si den strit.

dürkel vil der helme und der schilte wit . Si leiten von den handen: swaz sô man der vant,

die truogen bluotes varwe von der Burgonden hant. 219. Die siglosen recken ze Tenemarken riten.

done heten ouch die Sabsen số hòhe niht gestriten Daz man in lobes jæhe: daz was den helden leit.

dò wurden ouch die veig'en von friunden sêre gecleit. 220. Sie hiezen ir gewæfen soumen an den Rin.

ez hete wol geworben mit den henden sin
Sifrit der recke der het ez guot getàn ;

des im jehen muosen alle Guntheres man. 222. Die garzûne liefen, von den ez wart geseit.

dà freuten sich von liebe, die ê heten leit,
Dirre lieben mære din in då wåren komen.

dà wart von edelen frouwen michel frågen vernomen. 224. Dô si den boten komende zir kemenâte sach,

Kriemhilt diu schæne vil güetlichen sprach:
Nu sag an liebiu mære: jà gib ich dir min golt,

tuostuz åne liegen, ich wil dir immer wesen holt.' 226. Ze ernste und ze strite reit nieman also wol.

vil edeliu küniginne, sit ich iuz sagen sol,
Sô der gast vil edele úzer Niderlant:
dà worhte miehel wunder des kijenen Sifrides hant.

235. Strît den aller hæhsten der inder då geschach

ze jungest und zem êrsten, den ieman då gesach,
Den tet vil degenlichen diu Sifrides hant.

er bringet riche gisle în Guntheres lant. 236. Die twanc mit sìnen ellen der wætliche man;

des ouch der künic Liudgast muoz den schaden hân, Und ouch von Sahsen landen sin bruoder Liudger.

nu hæret mîniu mære, edel küniginne hér. 237. Si hật gevangen beide diu Sifrides hant.

nie so manegen gisel man brant in dize lant,
Sô von sînen schulden nu kumt an den Rin.'

ir kunden disiu mære nimmer lieber gesin.
241. Dò sprach diu minnecliche 'du håst mir wol geseit.

du solt dar umbe haben ze miete richiu cleit:
Zehen marc von golde die heize ich dir nu tragen.'

des mac man solhiu mære rîchen frouwen gerne sagen. 243. Man gap im sine miete, daz golt und ouch diu cleit.

dô gie an diu' venster vil manic schæniu meit:
Si warten ûf die strâze: riten man dò vant

vil der lôh gemuoten in der Burgunden lant. 243. Då kômen die gesunden, die wunden tåten sam.

si mohten grüezen heren von friunden âne scham.
Der wirt gên sînen gesten vil frælichen reit:

mit vröuden was verendet sîn vil græzlichez leit. 245. Gunther bat im mære von sînen friunden sagen,

wer im an der reise ze tôde wære erslagen.
Dò het er vlorn niemen niwan sehzec man.

verklagen man die muose, sô sit vil helde sint getân. 246. Die gesunden bråhten zerhowen manegen rant

und helme vil verscrôten in Guntheres lant.
Daz volk erbeizte videre für des küneges sal:

ze liebem antfange man hørte grezlichen schal. 247. Dô hiez man herbergen die recken in die stat.

der künic siner geste vil schône pflegen bat,
Er hiez der wunden hüeten und schaffen guot gemach.
wol man sîne tugende an sînen vienden sach..

« السابقةمتابعة »