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Zu Pfingsten, sechs Wochen nach der Heimkehr (256, 270), hält Gunther eine Hochgezit (ein großes Fest), bei welcher auch Liudgast und Liudger zugegen sind, und Sigfrid, nachdem er bereits ein ganzes Jahr in Worms gewesen (137), zum erstenmal die Kriemhild sieht. Sie kommt in dem Festzuge mit ihrer Mutter, begleilet von dem burgundischen Hofgesinde und vielen Frauen, und es heißt von ihr :

280. Nu gle du minnecliche alsô der morgenrot

tuot ûz trüeben wolken. dâ schiet von maneger nôt
Der si dâ truoc in herzen und lange hete getân :
er sach die minneclichen nu vil hêrlichen stân.

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Gunther ladet Sigfrid zum Lohn für seine Diensle (287, 2) und um ihn zu gewinnen (288, 4) ein, an den Hof zu kommen, daz Kriemhild ihn grüße (288,3): 'diu nie gruozte recken, diu sol in grüezen pflegen. Und 297 lesen wir:

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Als das Fest zu Ende gieng und Liudgast und Liudger von ihren Wunden geheilt waren, verlangten dieselben heim in ihr Land, wollten aber vorher einen festen Frieden (310, 3): 'wir gern stæler suone. Sie boten für ihre Freiheit so viel Goldes, als fünfhundert Pferde tragen möchten (313, 2). Sigfrid räth, sie ohne Lösegeld ziehen und sie nur geloben zu laßen, daß sie nie wieder als Feinde in das Land kommen wollten (314). So kehren sie heim. Darauf will auch Sigfrid Urlaub nehmen, läßt sich aber von Giselher leicht bewegen, noch länger bei ihnen zu bleiben.

325. Er was ein küniginne gesezzen über sê:

ninder ir geliche was dehéiniu mê.
Si was unmâzen schæne, vil michel was ir kraft,

si schòz mit snellen degnen umbe minne den schaft. 326. Den stein warf si verre, dar nâch si witen spranc.

swer ir minne gerte, deri muose âne wanc
Driu spil an gewinnen der vrowen wol geborn:

gebrast im an eime, er het daz houbet verlorn. 328. Dô sprach der voit von Rine 'ich wil an den sê,

hin zuo Prünhilde, swie ez mir ergê.
Ich wil umb ir minne wagen den lip:

den wil ich verliesen, sine werde mîn wîp.' 331. Er sprach 'wil du mir helfen, edel Sifrit ,

die minneclichen werben ? tuo des ich dich bit.
Und wirt mir ze trûte daz minnecliche wip, .

ich wil durch dinen willen wagen êre unde lip.' 332. Des antwurte Sifrit Sigmundes suon

gist du mir din swester, sổ wil ich ez tuon,
Die schænen Kriemhilde, ein küniginne hêr:

sò gere ich niht lônes nach mînen arbeiten mér.' 333. 'Daz lobe ich, sprach Gunther, “Sifrit, an dine hant.

unde kumet diu schæne Prünhilt in daz lant,
SỐ wil ich dir ze wibe mine swester geben:
sô maht du mit ir immer vrælichen leben.'

334. Des swuoren si dô eide, die reken vil hêr.

des wart ir arbeite verre dester mêr,
È daz si die frouwen brâhten an den Rin.

des muosen die kienen sît in grôzen næten sîn. 335. Sifrit muose füeren die kappen mit im dan,

die der helt küene mit sorge gewan
Ab eime getwerge, daz hiez Albrich.

sich garten zuo der verte reken küene unde rîch. 365. Ir goltvarwen schilde man truoc in uf den sant

unde brâhte in zuo zin allez ir gewant:
Ros hiez man in ziehen: si wolden riten dan.

dà wart von schænen frouwen michel weinen getân. 368. Sifrit do balde ein schalten gewan,

von stade er schieben vaste began.
Gunther der küene ein ruoder selbe nam.

dò huoben sich von lande die snellen riter lobesam. 369. Si fuorten riche spise, dar zuo guoten win,

den besten den man kunde vinden umben Rin.
Ir ros stuonden ebene, si heten guot gemach.

ir schif gienc ouch ebene: lüzel leides in geschach. 371. An dem zwelften morgen, sô wir hæren sagen,

heten si die winde verre dan getragen
Gegen Îsensteine in Prünhilde lant:

daz was niemen mêre wan Sifride bekant. 388. Sehs und ahzec türne si sâhen drinne stân,

drî palas wîte und einen sal wol getàn
Von edelem marmelsteine grüene alsam ein gras,

dar inne selbe Prünhilt mit ir ingesinde was. 389. Diu burc was entslozzen, vil wite ûf getân.

dò liefen in enkegene die Prünhilde man
Und enphiengen die geste in ir frouwen lant.

ir ros hiez man behalden und ir schilde von der hant. 398. Dô diu küneginne Sifriden sach,

zuo dem gaste si zühteclichen sprach
“Si willekomen hêr Sifrit her in ditze lant.
waz meinet iwer reise? daz het ich gerne bekant.'

401. Er sprach 'hie ist Gunther, ein künec rich unde hér:

erwurb er dîne minne, sone gert er niht mêr.
Durch dich mit im ich her gevarn hån:

wærer niht min hérre, ich hetez nimmer getán.' 402. Si sprach ist er din hérre unde du sin man,

wil er min geteiltiu spil alsô bestån,
Behabe er die meisterschaft, sò wird ich sin wip:

gewinne aber ich ir einez, ez gêt iu allen an den lip. 404. Den stein sol er werfen und springen dar nâch.

den gêr mit mir schiezen. låt iu sin niht ze gâch.
Ir muget hie wol verliesen die êre und ouch den lip:

des sult ir iuch bedenken,' sprach daz minnecliche wip. 403. Sifrit der snelle zuo dem künege trat,

allen sînen willen er in reden bat
Gên der küniginne: er sold an angest sin:

'ich sol dich wol behüeten vor ir mit den listen min.' 406. Dô sprach der künic Gunther ‘küneginne hêr,

nu teilt swaz ir gebietet. und wæres dannoch mer,
Ich bestüend ez allez durch iwren schænen lip.

min houbet ich verliuse, ir enwerdet min wip.' 407. Dò diu küniginne sîne rede vernam,

der spile bat si gàhen, als ir daz gezam.
Si hiez ir ze strite bringen ir gewant,

ein brünne von golde, und einen guoten schildes rant. 410. Die wîle was ouch Sifrit, der wætlîche man,

end ez ieman wesse, zuo dem schiffe gegân,
Då er sîn tarnkappe verborgen ligen vant.

dar in slouf er schiere: dò was er niemen bekant. 411. Er ilte bin widere: dò sach er recken vil,

dà diu küniginne teilte ir höhiu spil.
Då gie er tougenlichen, daz in dà niemen sach

aller die då wåren: von listen daz geschach. 418. Dò truoc man der frouwen swære unde grôz

einen vil scharfen gêr, dens zallen ziten schöz,
Starc und ungefüege, michel unde breit,
der ze sinen ecken vil freislichen sneit.

425. Brünhilde sterke græzlichen schein.

man truoc ir zuo dem ringe einen swæren stein,
Grûz und ungefüege, michel unde wel:

in truogen kûme zwelfe der küenen helde unde snel. 427. An ir vil wize arme si die ermel want,

si begunde vazzen den schilt an der hant,
Den ger si hồhe zucte: dô gie ez an den strit.

die ellenden geste vorhten Prünhilde nît. 428. Unde wäre im Sifrit niht dâ ze helfe komen,

số hete sie Gunther sinen lip benomen.
Er gie dar tougenliche und ruort im sîne hant.

Gunther sine liste harte sorclich ervant. 429. Er sprach (gip mir von handen den schilt là mich tragen,

unde merke rehte waz du mich hærest sagen.
Nu habe du die gebærde: diu werc wil ich begân.'

dò er in bekande, ez was im liebe getàu. 430. Dô schôz vil krefticlichen diu hérliche meit

ûf einen schilt niuwen, michel unde breit:
Den truoc an siner hende daz Siglinde kint.

daz fiur spranc von ståle, sam ez wâte der wint. 431. Des starken geres snide al durch den schilt gebrach,

daz man daz fiwer lougen üz den ringen sach.
Des schuzzes beide strûchten die kreftige man:

wan diu tarnkappe, si wären tot då bestân. 432. Sifride dem küenen von munde brast daz bluot.

vil balde spranc er widere: dò nam der helt guot Den ger den si geschozzen im hete durch den rant:

den schôz do hin widere des starken Sifrides hant. 433. Daz fiwer stoup üz ringen, als ob ez tribe der wint.

den gêr schôz mit ellen daz Sigmundes, kint.
Sine mohte mit ir krefte des schuzes niht gestân.

ez en hete nimmer der künic Gunther getån, 434. Brünhilt diu schæne balde ûf spranc:

‘edel riter Gunther, des schuzzes habe danc.'
Si wânde daz erz hète mit sîner kraft getân:
nein, si hete gevellet ein verre kreftiger man.

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