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855. “Allen mînen gesten sol man daz nu sagen,

ich welle fruo rîten; die wellen mit mir jagen,
Daz sich die bereiten: die wellen hie bestån

hübschen mit den vrouwen, daz si liep mir getan.' 856. Dô sprach der starke Sifrit mit hêrlichen site

'swenne ir jagen wellet, då wil ich gerne mite.
Sô sult ir mir lihen einen suochman

und etelichen bracken: sổ wil ich riten in den tan.' 857. Welt ir niht niwan einen?' sprach der künec zehant.

‘ich lihe in, welt ir, viere, den wol ist bekant
Der walt und ouch die stige, swâ diu tier gånt,

die iuch niht vürewise wider heim rîten lånt.' 858. Dô reit zuo sinem wibe der riter vil gemeit.

schiere hete Hagene dem künige geseit
Wie er gewinnen wolde den tiwerlichen degen.
sus gròzer untriuwe solde nimmer man gepflegen.

859. Gunthêr und Hagne, die reken vil balt,

lobeten mit untriuwen ein pirsen in den walt.
Mit ir scharpfen gêren si wolden jagen swin

beren unde wisende: waz kunde küeners gesin ? 571. Si hiezen herbergen für den grüenen walt

gêns wildes abeloufe die stolzen jägere balt,
Då si då jagen solden, üf einen wert vil breit.

dò was ouch komen Sifrit: daz wart dem künege geseit. 872. Von den jeitgesellen wurden dð bestån

die warte an allen ende. dô sprach der küene man,
Sifrit der vil starke, “wer sol uns in den walt

wisen nach dem wilde, ir degne küene unde balt?' 873. "Wellen wir uns scheiden, sprach dò Hagene,

'è daz wir beginnen hie ze jagene? .
Då bî mugen bekennen ich und die hêrren mîn .
wer die besten jägere an diser waltreise sin.

874. Liute unde hunde sulen wir teilen gar:

sô kêre islicher då er gerne var.
Der danne jage beste, der sol des haben danc.'

der jäger biten wart bi ein ander niht lanc.
875. Dô sprach der hérre Sifrit 'ich hân der hunde rât,

wan einen bracken, der sò genozzen hât
Daz er die verte erkenne der tiere durch den tan.

wir komen wol ze jeide, sprach der Kriemhilde man. 876. Dô nam ein alter jägere einen spürhunt :

er bråhte den hêrren in einer kurzer stunt
Då si vil tiere funden. swaz der von leger stuont,

diu erjeiten die gesellen, sô noch guote jeger tuont. 881. Einen eber grôzen vant der spürhunt.

als er begunde vliehen, dê kom an der stunt
Des gejeides meister bestuopt in ûf der slà.

daz swîn zorneclichen lief an den küenen degen så. 882. Dò sluoc in mit dem swerte Kriemhilde man:

ez hete ein ander jegere sò sanfte niht getan.
Dô ern hete ervellet, man vie den spürhunt.

dò wart sin rîch gejeide allen Burgonden kunt. 883. Sie hôrten allenthalben ludem unde dôz.

von liuten und von hunden der schal was so grôz, Daz in då von antwurte der berc und ouch der tan.

vier unde zweinzec ruore die jeger héten verlân. 886. Dò hiez der künic künden den jägern wol geborn

daz er enbîzen wolde. dÔ wart lûte ein horn
Zeiner stunt geblåsen: dà mite wart bekant

daz man den fürsten edele dà cen herbergen vant. 887. Dô sprach der herre Sifrit “nu rûmen wir den tan!'

sîn ros truoc in ebene: si ilten mit im dan.
Si ersprancten mit ir schalle ein tier gremelich,

einen beren wilden. dô sprach der degen hinder sich 888. 'Ich wil uns hergesellen kurzwile wern.

ir sult den braken låzen. ich sihe einen bern: -
der sol mit uns hinnen zen herbergen varn.
ern fliehe danne sére, ern kan sichs nimmer bewarn.'

889. Der brake wart verlázen, der bere spranc von dan.

dò wolde in erriten Kriemhilde man.
Er kom in ein gevelle: done kund ez niht wesen.

daz starke tier do wảnde vor den jägeren genesen. 890. Dô spranc von sîme rosse der stolze riter guot,

er begunde nâch loufen. daz tier was unbehuot, . Ez enkund im niht entrinnen: dò vie erz sâ zehant,

ân alle wunden der helt ez schiere gebant. 891. Krazen noch gebîzen kund ez niht den man.

er band ez zuo dem satele: ûf saz der snelle sån,
Er bråht ez an die viwerstat durch sînen höhen muot,

zeiner kurzwile, der degen küene unde guot.
899. Als er gestuont von rosse, dô löste er im diu bant

von fuoze und ouch von munde. do erlûte så zehant, Vil lûte daz gehünde, swaz es den bern sach.

daz tier ze walde wolde: des heten die liute ungemach. 900. Der bere von dem schalle durch die kuche geriet:

hey waz er kuchenknehte von dem viwer schiet!
Vil kezzele wart gerüeret, zerfüeret mauic brant:

hei waz man guoter spise in dem aschen ligen vant! 901, Dô sprungen von dem sedele die herren und ir man.

der bere begunde zürnen: der künic hiez dô lần
Allez daz gehünde daz an seilen lac.

und wær er wol verendet, si heten vrælichen tac. 902. Mit bogen und mit spiezen (niht langer man daz lie)

dar liefen dò die snellen, dà der bere gie.
Dô was sộ vil der hunde, daz dà nieman schôz.

von des liutes schalle daz birge allez erdôz. 903. Der ber begunde vliehen vor den hunden dan:

im kunde niht gevolgen wan Kriemhilde man.
Er erlief in mit dem swerte, ze tôde er in dò sluoc.

hin wider zuio dem viwre man den bern dò truoc. 904. Dò sprâchen die daz sảhen, er wær ein kreftic man.

die stolzen jeitgesellen hiez man ze tische gân.
Uf einen schænen anger saz ir då genuoc.
hei waz man riterspise den stolzen jegern dò truoc!

906. Dô sprach der herre Sifrit 'wunder mich des hât,

sid man uns von kuchen git sô manegen rât,
War umbe uns die schenken dar zuo niht bringen win.

man pflege baz der jegere, ich wil niht jeitgeselle sîn. 909. Dô sprach der Niderlende 'ir lip der habe undanc.

man sold mir siben soume met und lûtertranc
Haben her gefüeret. dở des niht mohte sin,

dò sold man uns gesidelet haben näher an den Rin.' 910. Dù sprach von Tronje Hagne “ir edelen riter balt,

ich weiz hie vil nåhen einen brunnen kalt
(Daz ir niht enzürnet): dà sul wir hine gån.'

der rât wart manegem degne ze grozen sorgen getån. 913. Dò si wolden dannen zuo der linden breit,

dò sprach von Troneje Hagne 'mir ist des vil geseit Daz niht gevolgen kunde dem Kriemhilde man,

swenner welle gåhen: wold er uns daz sehen lån!' 914. Dô sprach von Niderlande der küene Sifrit

‘daz muget ir wol versuochen, welt ir mir volgen mit Ze wette zuo dem brunnen. sò daz ist getân,

man jehe dein gewinnes den man siht gewunnen hàn.' 916. Dò sprach der degen küene ‘ich wil iu mêre sagen,

allez mîn gewæte wil ich mit mir tragen,

Den gèr zuo dem schilde, und min pirsgewant.'
i den kocher zuo dem swerte schier er umbe gebant.
917. Dô zugen si diu kleider von dem libe dan:

in zwein wizen hemden sach man si beide stàn.
Sam zvei wildiu pantel si liefen durch den kle:

doch sach man bi dem brunnen den küenen Sifriden ê. 918. Den bris von allen dingen truoc er vor manegem man.

daz swert lòst er schiere, den kocher leit er dan,
Den starken gêr er leinde an der linden ast:

bi des brunnen fluzze stuont der hérliche gast. 919. Die Sifrides tugende wären harte gróz.

den schilt er leite nidere, dà der brunne fûz:
Swie harte sê in durste, der helt doch niht entranc
e der künec getrunke. des seit er im vil bæsen danc.

920. Der brunne was küele lûter unde guot.

Gunther sich dô neigte sider zuo der vluot:
Als er hete getrunken, dò rihte er sich von dan.

alsam het ouch gerne der küene Sifrit getân.
921. Do engalt er sîner zühte. den bogen und daz swert,

daz truoc allez Hagne von im danwert,
Und spranc dâ hin widere da er den gêre vant.

er sach nach einem bilde an des küenen gewant. 922. Dô der hêrre Sifrit ob dem bruunen tranc,

er schôz in durch daz criuze, daz von der wunden spranc Daz bluot von dem herzen vaste an Hagnen wåt.

solher missewende ein helt nu nimmer begåt. 924. Der hêrre tobelichen von dem brunnen spranc:

im ragete von den herten ein gêrstange lanc.
Der fürste wânde vinden bogen oder swert:

sô müeste wesen Hagne nâch sime dienste gewert. 925 Dô der sêre wunde des swertes niht envant,

done het et er niht mêre wan des schildes rant:
Er zuct in von dem brunnen, dô lief er Hagnen an:

done kund im niht entrinnen des küpic Gunthères man. 926. Swie wunt er was zem tôde, sô krefteclich er sluoc,

daz ûzer dem schilde dräete genuoc
Des edelen gesteines: der schilt vil gar zerbrast.

sich hete gerne errochen der vil hêrlîche gast. 627. Dô was gestrûchet Hagne vor sîner hant zetal.

von des slages krefte der wert vil lûte erhal.
Het er sîn swert enhende, sô wær ez Hagnen tôt.

sère zurnde der wunde: des tvanc in éhaftiu nôt. 928. Erblichen was sîn varwe: ern mohte niht gestên.

sines libes sterke muoste gar zergên,
Wand er des tôdes zeichen in liehter varwe truoc.

sît wart er beweinet von schenen vrouwen genuoc. 929. Dô viel in die bluomen der Kriemhilde man: .

daz bluot von sîner wunden sach man vaste gån.
Dô begunder schelden (des twanc in grôzini nôt)
die ûf in geråten heten ungetriwe den tôt.

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