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930. Dô sprach der verchwunde 'jà ir bæsen zagen,

waz helfent miniu dienest, sid ir mich habet erslagen ? Ich was iu ie getriuwe; des ich enkelten hân.

ir habet an iwren friunden leider übele getån.
936. Nu müeze got erbarmen daz ich ie gewan den suon

dem man itewizen sol daz her nåch tuon
Daz sine mâge ieman mortlich hànt erslagen.

möhte ichz verenden, daz sold ich billichen klagen.' 937. Dô sprach jæmerliche der verchwunde man

'welt ir, künic edele, triwen iht begåa
In der werlde an iemen, lât iu bevolhen sin

ûf juwer genâde die lieben triutinne min. 938. Låt si des geniezen daz si iwer swester sỉ :

durch aller fürsten tugende wont ir mit triwen bî.
Wan mir wartent lange mîn vater und mine man.

ez enwart nie leider an liebem vriunde getân.' 939. Die bluomen allenthalben von bluote wären naz.

dô rang er mit dem tôde: unlange tet er daz,
Wan des tôdes zeichen ie ze sêre sneit.

ouch muoste sån ersterben der recke küene unde gemeit. 940. Dô die hêrren såhen daz der helt was tôt,

si leiten in ûf einen schilt (der was von golde rôt),
Und wurden des ze râte, wie daz solde ergân

daz man ez verhæle daz ez Hagne hete getan. 941. Dô sprachen ir genuoge 'uns ist übel geschehen.

ir sult ez heln alle, und sult geliche jehen,
Da er jagen rite aleine, Kriemhilde man,

in slüegen scháchære, dà er fiiere durch den tan.' 942. Dô sprach von Troneje Hagne 'ich bring in in daz lant.

mir ist vil unmære, wirt ez ir bekant,
Diu sở hất betriebet den Brünhilde muot.

ez ahtet mich vil ringe, swaz si nu weinen getuot.' 943. Dò biten si der nahte und fuoren über Rîn.

von helden kunde nimmer wirs gejaget sin.
Ein tier daz si dà sluogen, daz weinden edeliu kint.
jà muosten sin enkelten vil guoter wigande sint.

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955.' Dò sprach diu jâmerhafte 'ir sult hine gân,

und weket harte balde die Sifrides man.
· Ir sult ouch Sigmunde minen jảmer sagen,

ob er mir helfen welle- den küenen Sifriden klagen.' 956. Dô lief ein bote balde då er si ligen vant,

Sifrides helde von Niblunge lant.
Mit den vil leiden mæren ir vröude er in benam.

si woldenz njht gelouben, é man daz weinen vernam. 958. Wachet, hêrre Sigmunt. mich bat nách iu gân

Kriemhilt min frouwe. der ist ein leit getan
Daz ir vor allen leiden an ir herze gât:

daz sult ir klagen helfen, wan ez sère iuch bestàt.' 959. Üf rihte sich dò Sigmunt: er sprach "waz sint diu leit

der schenen Kriemhilde, sô du hâst geseit ?'
Er sprach mit weinen ‘ine kan iuz niht verdagen.

jà ist von Niderlanden der küene Sifrit erslagen.' 960. Dô sprach der künic Sigmunt “låt daz schimpfen sin

und alsô bæsiu mære durch den willen mîn,
Daz ir saget ieman daz er si erslagen:

wan daz kund ich nimmer vor même tòde verklagen.' 961. Welt irz niht gelouben, daz ir mich hæret sagen,

sô vernemet selbe Krimhilde klagen
Und allez ir gesinde den Sifrides tôt.'

vil sêre schrac dô Sigmunt: des gie im wærlichen nôt. 962. Mit hundert siner manne er von den betten spranc.

si zucten zio den handen diu scharphen wafen lanc, Si liefen zuo den wuofen jæmerlîchen dan.

dò kòmen tûsent recken, des küenen Sifrides man. 964. Dô kom der künic Sigmunt da er Kriembilde vant.

er sprach 'owê der reise here in dize lant.
Wer hật mich mines kindes und iuch des iwren man

bi alsó guoten vriunden alsus mortlich ane getân ?' 965. “Sold ich den bekennen,' sprach daz vil edel wip,

"holt wurde im nimmer min herze noch min lip:
Ich riete im alse leides, daz al die friunde sin
von minen schulden müesen immer klagende sin.'

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979. Smide hiez man gåhen wurken einen sarc

von silber und von golde, michel unde starc,
Und hiez in vaste spengen mit ståle der was guot.

dô was al den liuten harte trûric der muot.
980. Diu naht was ergangen: man seite ez wolde tagen.

dê hiez diu edel vrouwe zuo dem münster tragen
Sifrit den herren, ir vil lieben man.

swaz er dà friunde hète, die sach man weinende gân. 996. Dô man het gesungen, daz volc sich huop dan.

dô sprach vrou Kriemhilt ‘irn sult niht eine lân
Hînte mich bewachen den ûz erwelten degen.

ez ist an sîme libe al mîn vroude gelegen. 998. Ze herbergen giengen die liute von der stat.

pfaffen unde müniche si belîben bat,
Und allez sîn gesinde, daz des heldes phlac.

si heten naht vil arge und vil müelîchen tac. 1002. An dem dritten morgen ze rehter messezît

SÔ was bî dem münster der kirchhof alsô wit
Von den lantliuten weinens alsó vol:

si dienden im näch tôde, als man lieben vriunden sol. 1004. Dô gote wart gedienet und man vol gesanc,

mit ungefüegem leide vil des volkes ranc.
Man hiez in ûz dem münster zuo dem grabe tragen.

man vant då niht anders wan ein weinen unde klagen. 1006. È ze dem grabe kæme Sifrides wip,

dô ranc mit solhem jåmer ir getriwer lip,
Daz man si mit dem brunnen dike då begôz.

ez was ir ungemüete vil harte unmæzlichen grôz. 1007. Ez was michel wunder daz si ie genas.

mit klage ir helfende dà manic vrouwe was.
Dô sprach diu küniginne, 'ir Sifrides man,

ir sult durch iwer triuwe an mir genâde begån. 1008. Låt mir nâch mime leide ein kleine liep geschehen,

daz ich sin schæne houbet noch eines müeze sehen.'
Dô bat sis alsô lange mit jâmers sionen starc,
daz man zebrechen muose den vil hêrlichen sarc.

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