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waren — als er ihrer belebten und vielseitigen Unterhaltung horchte, und, bei einer Hindeutung auf seinen Ausruf aus der Loge, ein schwaches Erröthen sich einen Augenblick über ihr Antlitz stehlen sah: da empfand er eine immer zunehmende Bewegung, welche ihn nur mit großer Mühe eine äußere Ruhe in seinem Benehmen behaupten ließ. Er fühlte, wie er sich ausdrückte — (denn er hat mir die Schilderung aller dieser Auftritte oft wiederholt) — daß sie ihn wahnsinnig machte! Natürlich nahm er alle seine geistige Kraft bei der Unterhaltung zusammen, und seine Bemerkungen über fast alle Gegenstande der schonen Literatur wurden von Miß

— mit eben so viel Geist und Lebhaftigkeit erwiedert. Er fand sie vollkommen fähig, die schönsten Stellen des Shakespeare und einiger der ältem englischen Dramatiker zu würdigen, und schon dieses war hinreichend, den enthusiastischen Warningham dahin zu bringen, sich jedem Frauenzimmer zu Füßen zu werfen. Er recitirte eben einige leidenschaftliche Verse aus Romeo und Iulie, und Miß

— hörte mit anscheinend sich entzündender Begeisterung zu, als ein Phaeton vorfuhr, und ein ungestümes Donnern mit dem Thürklopfer die Ankunft eines hochadeligen Besuchers ankündigte. Die altliche Dame, welche bei ihnen saß, erschrak, verfärbte sich und rief aus — >> Guter Gott! willst Du den Mann diesen Morgen empfangen?«

»O! es ist nur Lord —,« rief Miß— in einem gleichgültigen Tone aus, nachdem sie durch die Fensterblenden nach dem Wagen gesehen hatte, »und daß ich den Mann nicht sehen mag, das ist ausgemacht. Er quält mich todt,« fuhr sie, sich zu Warningham wendend, mit artig schmollender Miene fort. Es verfehlte seine Wirkung bei ihm nicht. Welch ein beneidenswerther Mensch ich bin, der ich angenommen werde, indem man Lords abweis't'. dachte Warningham.

»Nicht zu Haus!« rief Miß— gleichgültig dem Mädchen, das Lord - 's Karte hereinbrachte, zu. »Sie wissen, daß man nicht einen Ieden zulassen kann,« sagte sie mit einem Lächeln. »O! Herr Warningham! — ums Himmels Willen! — gehen Sie nicht an das Fenster bis er fort ist! rief sie aus, und legte hastig ihre kleine weiße Hand, an der sein Smaragd-Ring glänzte, auf seine Schulter, um ihn zu hindern, ans Fenster zu treten. Warningham erklarte mir, er hätte ihr in jenem Augenblicke sein ganzes Vermögen vermachen können! —

Nachdem das Frühstück abgetragen war, setzte sie sich auf seine Bitte an das Piano — ein höchst kostbares Geschenk von dem Herzoge von —, wie Miß— ihn versicherte — und sang und spielte, was er zu hören wünschte. Sie trug ein gewisses schelmisches Liedchen mit der bezauberndsten Natürlichkeit vor; Warningham konnte, was er empfand, nur durch seine Blicke aussprechen. Als sie den Gesang beendet hatte, und in nachlassigem, aber sichern und glänzenden Spiel dem Schlüsse der Begleitung zueilte, verließ die schon ein oder ein paar Mal erwähnte alters Dame das Zimmer; und Herr Warningham, kaum wissend was er that, sank plötzlich vor Miß— auf die Kniee, ergriff ihre Hand, und ergoß sich in einige Ausrufungen leidenschaftlicher Zärtlichkeit. Miß— blickte ihn überrascht mit ihren großen, hellen, blauen, halbgeschlossenen Augen ein Weilchen an, ihr Mund verzog sich zu einem koketten Lächeln, sie machte ihre Hand los und begann zu spielen und zu singen —

Er seufzte: »Maid, ich liebe Dich,

Und niuß vergehn, verstößst Du mich! «

Doch ich sprach —

Trallalalala!

Trallallalalala u. s. w. »Bezauberndes, himmlisches Mädchen! Wunder Mem.eines Arztei. I, 12

von Geist und Schönheit, ich kann nicht mehr leben als in Ihrer Nähe!» rief Warningham schmachtend aus,

»Himmel! was Sie für ein Schauspieler geworden sein würden, Herr Warningham — wahr und wahrhaftig! Denken Sie einmal daran, wie eS klingen würde — »»Romeo, Herr Warningham!«» erwiederte Miß— mit dem bezauberndsten Mienenfpiele, und hörte aus zu spielen. Warningham fuhr fort zu ihr in den ausschweifendsten Ausdrücken zu reden. In der That war es ihm, wie er mir später erzählte, »als ob sein Verstand ihm von Augenblick zu Augenblick mehr und mehr entschwände. »

»Warum gehen Sie nicht auf das Theater, Herr Warningham?» fragte Miß— ernsthafter, als sie bisher gewesen war, und sah ihn mit einem Auge an, das wirkliche Bewunderung ausdrückte, denn sie war ergriffen von seiner gewinnenden, kräftigen und leidenschaftlichen Beredtsamkeit. Kaum hatte sie das Wort gesagt, als man ein lautes und langes Klopfen an der Hausthüre vernahm. Miß sprang auf von ihrem Stuhle am Piano, erblaßte, und rief im ängstlichsten Tone aus, — «Gott, Gott, was soll das werden? — Hauptmann—!

was kann ihn zur Stadt geführt haben — o! mein — «

»Guter Gott! mein Fraulein, was kann Sie in einen solchen Schrecken setzen? rief Warningham erstaunt aus. «Was auf der Welt kann es sein mit diesem Hauptmann —, das Sie in diesem Grade bestürzt macht? Was kann der Mann hier zu schaffen haben, wenn seine Gegenwart Ihnen mißfällig ist? Ich bitte, geben Sie ihm denselben Bescheid, den Sie Lord— gaben!« — »O! Herr Warn — o Himmel! die Thür ist geöffnet — was soll aus mir werden, wenn Hauptmann — Sie hier sindet? Ach! ich hab' es — Sie müssen — ein Schauspieldirektor — ein Provinzial-Engagement — « flüsterte Miß — in angstlicher Hast, als die Thüre sich aufthat, und ein Herr von stolzem und militairischem Ansehen, mit einem dünnen Spatzierstocke in der Hand, hereintrat, und ohne Herrn Warningham zu bemerken, der gerade ein wenig hinter der Thüre stand, auf Miß — zueilte, und in heiterem und zartlichen Tone sie anredete: »Ha, meine reizende de Medici, wie besinden Sie sich? — Wie, wen haben wir hier?« fragte er plötzlich abbrechend, und sich mit erstaunter Miene zu Warningham hinwendend.

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