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II. Jesus tritt in den Garten zu beten.

Du trauerst, Sonne, in der Wolfen Haft,
Verließ Dich, Held, die angeborne Kraft?
Du wirkst nicht, Licht, das Dunkel das dich rafft,
Hast nicht verschuldet was dir Leiden schafft.

Denn wie die Thränen fließen, Bächen gleich,
Flehst Du zum Vater auf im Himmelreich,
Und rufft aus Herzenskraft, vor Kummer bleich:
Der Mensch soll leben, treffe Mich der Streich.

Nun laß mich selbst beweinen mein Vergehn,
Da ich für mich Dich weinen sah und flehn.
Könnt ichs hartherzig ohne Thränen sehn?
Kein Schamroth sollt auf meiner Wange stehn?

III. Das erste Gebet Jesu Christi.

Unsrer Sünden Bürde, wie ist sie schwer,
Die dich darniedergebeugt, Du Himmlicher!
Weil du allwißend, drückt sie um so mehr,
Die Schuld, Dein Aechzen zeigt es, lastet sehr.

Wie groß zu uns muß Deine Liebe sein,
Die Dich zu tragen zwingt so herbe Pein.
Dein Herz um uns nimmt solcher Kummer ein,
Daß deine Gottheit schwach erscheint und klein.

Veritatis immisso radio

Cor compungat culpae cognitio,
Lacrymarum ut hoc remedio

Tuta petat coelos oratio.

IV. Secunda oratio, in qua sanguinem sudasse legitur.

Sanguis toto decurrens corpore
Omni sponsum expurgat decore,
Mortem timens supremo tempore
Tuos firmas invicto robore.

Maledicta spinarum germine
Terra madens mundatur sanguine,
Foecundata rubro stillamine,
Plus quam Nili Aegyptus flumine.

Me rubentis uvae spectatio,
Rogo, reddat constantem proelio,
Agni ponens cruorem ostio
Cordis, hostis non laedar gladio.

V. Iesus a Iudaeis comprehenditur.

Tristis oda impletur carminis,
In peccatis nostrae propaginis
Christus captus, dum, fili hominis,
Vincla dantur super te criminis.

Entzünde nun mein Herz der Wahrheit Stral,
Zerknirsch es ganz der Reue bittre Qual,

Daß auf der Thränen Flut mein Herz einmal
Sich aufwärts schwinge zu des Himmels Saal.

IV. Das zweite Gebet, bei welchem Er Blut geschwigt hat.

Von allen Gliedern triefend Schweiß und Blut
Raubt, Bräutigam, Dir Zier und Lebensgluth.
Durch Deine Todesangst, o Heiland, ruht
Auf uns in lezter Stunde Kraft und Muth.

Zu lange hat der Fluch auf dir geruht,
Dornen zu tragen, Erd, um Abels Blut;
Nun wirst du fruchtbar durch ein Tröpfchen Blut
Mehr als Egypten durch des Niles Flut.

So gebe mir der rothen Traube Gluth,
Fleh ich mit Brunst, zum Kampfe freudgen Muth.
An meines Herzens Thür dés Lammes Blut
Sei mir zum Schuße vor des Feindes Wuth.

V. Jesus wird von den Juden gefangen genommen.

Der Seher Trauerspruch erfüllt sich schon:
Um unsrer Sünden Schuld mit Spott und Hohn
Wird Christ gefangen, sieh, der Menschensohn,
Verbrecherhaft ist Seiner Güte Lohn.

Arcam captam dum rumor spargitur,
Heli cadens sacerdos moritur,

Cum captivum te plebs persequitur,
Obdurescit qui non compungitur.

Philistaeis ut trepidantibus

Samson vinctus catenis grandibus
Caecus lusit cunctis spectantibus,
Irridendus sic pates omnibus.

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VI. Quod coram Caipha passus sit Dominus.

Hinc profundae noctis in tenebris
Lucem famae perosus celebris
Leo rugit surgens e latebris:
Corda perflat conventus funebris.

Agnum lupi circumdant rigidi,
Innocentem condemnant invidi,
Fontem spernunt coelestem aridi,
Panem vitae canesque rabidi.

Sordes mentis depella varias,
Manusque nostras serva innoxias,
Ut te duce noctis insidias
Declinemus et orci furias.

Kund wird der Arche dreuende Gefahr,
Der Hohepriester sinkt am Frohnaltar.
Dem Opfer lärmend folgt des Pöbels Schar:
Wen da nicht Reue faßt, verstockt sich gar.

In schwere Ketten schlugen, feiggesinnt,
Philister ihn, der Delila_geminnt,

Dem Volk zum Spotte stand der Starke blind:
So spie Dich, Schöpfer, an Dein eigen Kind.

VI. Die Leiden Chrifti vor Caiphas.

Erzürnt, daß bald Dein Ruhm die Erde füllt, Wagt aus der Finsterniss, die ihn verhüllt, Sich jezt der Höllenleu hervor und brüllt, Daß Mörderluft das Blutgericht erfüllt.

Von giergen Wölfen steht das Lamm bedroht, Unschuld verdammen Neidische zum Tod, Verschmähn des Heiles Quell in Durstes Noth, Hungrige Hunde scheun das Himmelsbrot.

Du laß uns rein von Seelenschmuß erstehn,
An unsern Händen sei kein Fleck zu sehn,
Daß wir durch Dich der List des Feinds entgehn,
Der Hölle Schrecken und der Seele Wehn.

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