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Selten hat ein Misgeschick einen Schriftsteller so beharrlich verfolgt wie den Paulus Diakonus als Verfasser der historia romana. In den ersten Büchern seines Werkes oft mit Eutrop) verwechselt, wurde er dann wieder in den späteren bis auf Champollion-Figeac mit der Ueberarbeitung seiner Geschichte, der sogenannten historia miscella?) zusammengeworfen, ein Irrthum, welcher heut noch nicht zu spuken aufgehört hat 3).

Der von Champollion-Figeac aufgefundene und veröffentlichte Widmungsbrief 4) des Paulus brachte zuerst Licht in diese Sache, aber erst Papencordt 5) stellte gestützt auf einen reichen handschriftlichen Apparat in seiner Besprechung der Quellen zur vandalischen Geschichte das Verhältnis des Paulus zu den beiden Autoren klar hin. Seine Ergebnisse nahm Beth

!) Alle Ausgaben des Eutrop vor derjenigen von Schonov 1545 vergl. unten.

2) vergl. historiae Augustae scriptores ed. Janus Gruterus Hanoviae 1611, Eutrop. Basileae 1532, historia miscella Basileae 1569 und ed. Canisius Ingolst. 1603.

3) W. Giesebrecht de literarum studiis in Italia. Berlin 1845, p. 9. Pauli diaconi, qui . . . Eutropi historias . . . usque ad Justiniani tempora perduxit, in eam denique formam redegit, qua legatur in historia, quae miscella vocatur.

Auch Bethmann Archiv d. Gesch. f. ä. d. Gesch. X, p. 309 scheint darein zurückzufallen, indem er die hist. trip. als Quelle des Paulus aufführt.

*) L'ystoire de li Normant Paris 1835 proleg. XXIV.

5) Geschichte der vandalischen Herrschaft in Afrika. Berlin 1837 p. 394 ff.

1.

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mann 1) auf und vervollständigte sie so, dass wir uns hier kurz fassen können und nur die Resultate der beiden Forscher zusammenzustellen nöthig haben. Paulus um das Jahr 730 in Aquileja oder Forojuli?) geboren, wurde in Pavia am Hofe des Königs Ratchis erzogen und erhielt dort eine vorzügliche Bildung. Später hielt er sich bei Arichis von Benevent, dem Gemahl der Tochter des Desiderius Adelperga, auf und schrieb als Leiter der Studien der Herzogin zwischen 766 und 782 3) auf ihren Wunsch seine römische Geschichte. Der Herzogin hatte Eutrop, wegen seiner Kürze und weil von der heiligen Geschichte nichts darin erwähnt war, nicht genügt 4) und so suchte P. ihrem Begehren zu entsprechen,

1) a. a. O. 254 ff. 2) Bethmann p. 255. Lib. IV, cp. 38 der Longobardengeschichte zeugt nicht mehr für Forojuli als die häufige Erwähnung Aquileja's in der hist. rom. vergl. u. a. Muratori SS. rerum Italic I, p. 97. Die Erzählung des freiwilligen Todes der Jungfrau Digna. p. 100: acprimum juxta Sontium flumen, quod non longe ab Aquileja labitur castra componens, dum uberrimis, quae eo loco habentur pascuis. ... 3) Für die Abfassungszeit vor dem Aufenthalt des P. in Frankreich spricht auch, dass in seinem Werke die Franken gar nicht berührt werden. 4) vergl. den Widmungsbrief des P. an Adelperga, abgedruckt bei Champollion-Figeac a. a. O., in Endlicher’s catalog. cod. philol. biblioth. vindob. palat. I, p. 306, bei Papencordt p. 398 und neuerdings bei Hartel (Sitzungsberichte d. kais. Ak. d. W. in Wien, Aprilheft 1872) p. 294. Dieser sagt: hoc tibi in ejus textu praeter inmodicam etiam brevitatem displicuit, quia utpote vir gentilis in nullo divinae historiae cultusque nostri fecerit mentionem. Placuit itaque tuae excellentiae, ut eandem historiam paulo latius congruis locis extenderem eique aliquid ex sacrae scripturae textu, quo ejus narrationis tempora evidentius clarerent, aptarem. Atego . . . . imperata . . . arripui. Ac primo paulo superius ab ejusdem textu historiae narrationem capiens eamque pro loci merito extendens, quaedam etiam temporibus ejus congruentia ex divina lege interserens, eandem sacratissimae historiae consonam reddidi. Et quia Eutropius usque ad Valentis tantummodo imperium narrationis suae in ea seriem deduxit, ego deinceps meo ex majorum dictis stilo subsecutus sex in libellis superioribus in quantum potui haud disisimlibus usque ad Justiniani tempora perveni . . . .

indem er den Eutrop aus Orosius, Hieronymus, Aurelius Victor, Jordanis, Frontin und in einer kleinen Anzahl Stellen aus ähnlichen Schriftstellern, welche sich nicht mehr nachweisen lassen, interpolirte !). Hierbei können wir Papencordt vollständig Recht geben, wenn er sagt, dass man schwerlich in diesem Theile neue und wichtige Angaben aufzeigen könnte. P. setzte dann den Eutrop in sechs Büchern bis auf die Zeit. Justinian's, bis zum Jahre 553, fort. Er schöpfte dabei hauptsächlich aus Orosius, Hieronymus, Prosper, Aurelius Victor, Beda aus dem liber pontificalis, Jordanis, aus der vita des Epiphanius, dem Panegyrikus des Ennodius, der vita des Severin, Isidor, aus den Dialogen Gregors des Grossen, Marcellinus comes, Cassiodor's Chronik und anderen annalistischen Aufzeichnungen, deren Ursprung sich nicht immer genau angeben lässt ?). Dieses Werk in sechzehn Büchern erfuhr dann wieder eine Ueberarbeitung durch den handschriftlich genannten aber sonst unbekannten Landulphus Sagax, welcher den ganzen Paulus (nur mit Ausscheidung derjenigen Stücke, welche er durch ausführlichere ersetzte) aufnahm, ihn aber aus Orosius, Aurelius Victor, Nepotianus, Jordanis, historia tripartita, der Kirchengeschichte des Anastasius und der des Rufinus, und aus der Longenbardengeschichte des Paulus vervollständigte und bis zu dem Jahre 813 in 26 Büchern 3) fortsetzte. Vom achtzehnten Buche 4) des Muratorischen Textes ab folgt wörtlich der Text des Anastasius. Das ganze Werk ist eine me

1) Mansi hat in Zachariaiter litteraria per Italiam p. 21 nur einen Zusatz (Muratori SS. r. J. I, 1 p. 3 huic successit – sua arsit) und diesen nicht nach den Quellen nachgewiesen. Nicht alle wie Bethmann p. 309 meint.

2) Die Benutzung des Victor Tunnunensis ist nicht zu erweisen (Papencordt p. 414, Bethmann p. 309). vergl. unten Isidor.

3) Der Muratorische Text zählt deren nur 24, weil durch die von Papencordt neuerdings beigebrachte, aber schon von Janus Gruterus (SS. hist. Aug.) notae p. 80–88 abgedruckte Lücke zwei Buchanfänge wegfallen.

4) Nicht vom siebzehnten, wie Papencordt p. 415 sagt

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