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die dich laßt in der Ferne von Ihm bleiben; ist Ihm, der sich für dich, aus lauteö göttlicher Liebe, dahingegeben, bey weitem nicht gedient. Wie Ioseph einst, in seiner Herrlichkeit, als Herr über ganz Egyptenland, zu seinen Brüdern sprach: „Tretet doch her, und bekümmere euch mchc;" so spricht der Herr, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, als unser Bruder, zu uns. Und wer Ihm nun die rechte Ehre geben will, der nahe sich zu Ihm vertrauensvoll heran, und übergebe sich Ihm als seinem göttlichen Retter mit völliger Zuversicht, und liebe Ihn, der ihn zuerst geliebt, mit kindlicher Innigkeit, so wie das Kindlein liebend sich an die Mutter schmiegt, und alles hat, »wenn es sich von der Mutter Arm umschlungen fühlt, oder an der Mutter Hand gchalten und geleitet wird. — Wenn da nun einer fragen möchte: wie komme ich zu solchem vertraulichkindlichen Sinn? wie mache ichs, daß ich dem Könige über alle Könige so kindlich mich vertrauen und Ihn so zärtlich lieben leene? — Da, Lieber, merke vor allem das, daß du die ZVundenmaale in deines Heilandes Handen und Füßen, so wie in seiner Seite, anzusehen, und als die sichern Unterpfander seiner göttlichen Liebe zu dir, und der von Ihm für dich vollbrachten Erlösung, recht fest ins Auge zu fassen hast. Noch heute tragt Cr in der Herrlichkeit des Himmels diese Zeichen der einst von Ihm vollbrachten und auch für dich vollbrachten Erlösung, und darum sagt Er auch durch den Propheten ( Zes. 49,15.): „Rann auch cm n?eib ihres RindlemS vergessen, daß sie sich nicht erbarmen sollte über den

Sohn Sohn ihres Leibes. Und könnte sie desselbigen vergessen; so v?A ich doch dein nicht vergessen. Siehe! in die Hände habe ich dich gezeichnet." — Wem es denn nun gegeben ist, an diesen Zeichen seinm Heiland zu erkennen, der ihn geliebt hac und sich selber für ihn 'dargegeben, der wird auch, wie die Iünger dort, seinen freundlichen und herzbelebenden Friedensgruß erfahren. —

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„Friede sey mir euch!" Das war der Gruß, womit der Heiland dort den trauernden Jüngerherzen neucS Leben gab. So grüßt Er heute noch die Seelen, die nach Ihm fragen, die um Ihn trauern und nach Ihm weinend verlangen. So?uft Er heute so gern noch denen zu, die sich vor Ihm an heiliger Statte versammelt sin« den. Ach! hatten nur alle ein offnes Ohr für seinen Friedensgruß! ließe nur Ieder, der in das Heiligthum kommt, die irdischen Gedanken draußen, und suchte mit nüchternem Geist und redlichem Sinne den Herrn, fürwahr! man sollte wohl innewerden, wie Er noch heute seine Verheißung erfülle: ,,N?o zwey oder drey versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen" (Matth. 1«, 20.), und so würde auch sein Friedensgruß mit göttlich erquickender Kraft den Seelen empfindbar werden. Er kennt nun aber die Seinen wohl. Und Solche, deren Herz nach Ihm verlangt, die außer Ihm nichts finden, was ihre Seele stillt, — Solche, in deren Innersten es heißt: » meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott!" (Ps. 4S, s.) Herr! wenn ich nur dich habe! (Ps. 7S, SS.) solche geistlich Arme, solche Hungernde und Durstende, das sind die Leute, auf welche Er mit göttlicher Huld und Liebe blickt, und denen Er so gern noch heute mit Seinem Friedensgruß das Herz lebendig macht. —

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Wollt ihr dergleichen Menschen noch weiter und genauer beschrieben haben; — so wisset, es sind alles Leute, die sich verschuldet, zumTheil wohl schwer verschuldet fühlen, doch hungert und durstet sie nach der Vergebung ihrer Schuld, nach der Gerechtigkeit, die Christus armen Sündern schenkt, die Er einst einer groben Sünderin (Luc. 7, ss. ff.), einem Zachaus (Luc. 19, i. ff.) und dort dem reuevollen Schacher am Kreuze (Luc. 2S, 40. ff.) schenkte. Sie sehnen sich, des Heilandes Leute zu werden, wobey denn das ihr größter Kummer ist, wenn sie sich noch nicht recht, wie sie so gern es möchten, in Christo freuen, sich freudig Seiner Erlösung trösten und Ihn dafür von ganzem Herzen lieb haben können. Vielleicht daß außerdem noch allerley Ungemach sie drückt, und ihren Lebensfrieden stört — daß sie daher voll Zweifelns, Trauerns und Zagens sind. — Wenn solche Leute indeß nur redlich Christum suchen und Seiner Gnadenhülfe begehren, fo dürfen sie auch getrost sich auf das Wort verlassen (Klag. Jer. s, SS.): „Der Herr ist freundlich dem, der auf Ihn harret, und der Seele, die nach Ihm fraget;" und das erfahren sie denn, wenn ihnen das geistliche Ohr geöffnetwird, zu hören das Wort vom Herrn: „Friede sey mir dir!" Das ist ihnen denn ein kraftiges Lebenswort, und wirkt in ihren Herzen, was es dort in den Herzen

der der Iünger wirkte — Friede und Freude, ja hohe selige Freude. — Dazu empfingen nun auch die Jünger, als göttlich begnadigte, in Christo begnadigte Menschen, dm heiligen Geist, indem der Herr, da Er sie anbließ,

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zu ihnen sprach: „Nehmer hin dm heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." — So waren nun die Jünger zu Bochen des verherrlichten Sohnes Gottes und zu Verkündigern seines Wortes in aller Welt bestellt; wie denn der Herr zu ihnen ausdrücklich sprach: „Gleich wie mich der Vater gesandt har; so sende ich euch." — O wenn doch alle die, die unter dem heutigen Geschlecht das wichtige Amt bekleiden, das die Versöhnung predigt, erst selbst in Christo Gnade und Versöhnung gefunden, und jenen Frieden, den sie in Christi Namen verkündigen sollen, selbst empfangen und in sich wohnend hatten! Dann sollte es mit der Kirche des Herrn wohl besser stehen. O betet, betet ihr, die ihr der Kirche Christi große Nothdurft kennt, betet, es wolle der Herr in Gnaden sich über seine Heerde erbarmen, und treue Hirten bilden, rüsten und senden, wie Er allein es kann. — Wie aber die Iünger hier nicht bloß das Lehramt von dem Herrn empfingen; sondern es ward ihnen auch noch insbesondere die Verwaltung der evangelischen Gnadenschätze anvertraut — indem der Hexr zu ihnen sprach: „welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behalt«, denen sind sie behalten;" so darf man diese Vollmacht, welche die Jünger in ihrem Apostelberufe

übten. übten, nur in gewisser Beschrankung auf die heutigen Lehrer der Kirche übertragen. Die von dem Herrn unmittelbar berufenen ersten Bothen des Evangeliums hatten, wie wir hier lefen, und wie uns die Geschichte von der Ausgießung des heiligen Geistes am Tage der Pfingsten (Ap. Gesch. 2,1. ff.) ausführlich meldet, die Gabe des heiligen Geistes in solchem Maaße empfangen, daß sie im Stande waren, den bußfertigen Sünder von dem unbußfertigen zu unterfcheiden, wovon ein merkwürdiges Beyspiel Apostelgeschichte 6. in der Erzahlung von Ananias und Sapphira uns gemeldet wird. Weil nun aber die heutigen Diener der Kirche und Bothen des Evangeliums nicht in dem gleichen Falle sind; so können sie auch nur bedingungsweise entweder von der Sünde entbinden, oder auch die göttliche Ungnade verkündigen. Daher wenn sie, kraft ihres Amtes, von der Sündenschuld entbinden; so gehet das nur Solchen an, die ihre Sünden herzlich bereuen, ihr Vertrauen allein auf Christum, den Sohn Gottes, als ihren Mittler und Versöhner, gründen, und dabey auch den Vorsatz haben, durch Gottes und seines Geistes Beystand ihr sündliches Wesen abzuthun. Wer denn nun aber diese Kennzeichen eines wahrhaft bußfertigen Sinnes bey sich findet, der soll auch sicher dafür halten, daß die von dem berufenen Diener des Worts ihm angekündigte Gnade und Vergebung so gewiß und gültig sey, als hatte er sie aus Iesu eigenen: Munde empfangen. So hat der Heiland es der angstlichen Gewissen wegen verordnet; denn Er hat wohl vorausgesehen, wie manche, durch ihre Schuld gebeugte,

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Seele

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