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willen, das ewige Leben haben. — Das ist nun die Gerechtigkeit der Sünder, zu welcher daher auch wir, ohn' einigen Unterschied, vom Evangelio eingeladen werden, so daß nun Niemand mehr Entschuldigung hat. Denn was soll uns nun bey Gott entschuldigen können? — Forderte Er von uns die Gerechtigkeit nach dem Gesetz; so möchte es allerdings zu unsrer Entschuldigung dienen, wenn wir sagten: „das Geseyist geistlich, ich aber bin fleischlich und unter die Sünde verkauft" (Röm. 7,14.); ich kann also nicht anders, da mir die Sünde angeboren ist. Nun aber verlangt Gott nur den Glauben an Iesum Christum von uns, und den will Er uns zur Gerechtigkeit rechnen, wie denn geschrieben steht (Röm. 4,6.): „Dem aber, der nicht mir XVerken umgeht, glaubet aber an Den, der die Gottlosen gerecht' macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit/ — Das ist denn nun die liebliche und freundliche Ordnung Gottes, die Er im Evangelio, im Wort von Christo, offenbaret hat. Nun dürfen wir aber auch nicht mehr sagen: weil ich doch die Gebote gchalten, weil ich ein ordentliches Leben geführt, weil ich bey aller Welt einen ehrlichen Namen und gutes Zeugniß habe; darum gedenke ich, vor Gott wohl zu bestehen und ein Genosse seines Reiches zu werden. — Mit nichten, lieber Mensch! da ist es weit gefehlt. Mit solcher deiner Gerechtigkeit magst du wohl vor der Welt bestehen; Gott aber verlangt eine andere Gerechtigkeit, nämlich die, die Er im Evangelio, in Christo, offenbaret hat, und die dem Sünder umsonst, um Christi willen, aus Gnaden

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gegeben wird. Drum thue deine Augen zu, daß du von aller deiner selbst gemachten Gerechtigkeit nichts sehen und wissen mögest; dagegen blicke Den im Glauben an, der deine Sünden, als das Lamm Gottes, getragen hat, und lerne von dem Apostel, daß „ Christus um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecker ist." (Röm. 4,2S.) Und hat dir das der heiligeGeist imHerzen klar gemacht; so wirst du dann mit inniger froher Ueberzeugung sprechen lernen: „ Ich bin, bey alle dem, daß ich vor Menschen mit meinem Sinn und Wandel wer weiß wie gut bestehe, vor Gott durchaus ein so ganz armer verlorner Sünder, wie es nur eine n geben kann, verdiene daher auch nichts anders, als den Lohn der Ungerechten von 'Ihm. Weil ich aber kenne den Mann, der Iesus Christus heißt, weil ich von Herzen glaube, daß Er, der da ist „der wahrhaftige Gore und das ewige Leben" (i Joh. s, so.), derSünder wegen, mithin auch meinethalben, ein Mensch geworden, in seiner heiligen Menschheit das von mir vielfach verletzte göttliche Gesetz vollkommen erfüllt, und den mir im Gesetz gedroheten Fluch, nach seines Vaters Rath und nach dem Triebe seiner unendlichen Liebe, auf sich genommen hat; nun aber, nachdem Er sich für mich, als das Lamm Gottes, dargegeben und, meine Schuld zu tilgen., auch selbst sein Blut vergossen hat, als mein Erlöser und Hoherpriester im Himmel lebt, und als mein königlicher Bruder „ alle Gewalt besiyt im Himmel und auf Erden" (Match. 28, 18 ) — weil ich das weiß und herzlich glaube, und mich

auf auf diesen göttlichen Erwerber alles meines Heils > nach seinem Wort, verlasse; so bin ich, bey diesem meinem Glauben, und um gar keiner andern Ursache willen, als weil mein Heiland für mich starb und lebt, ganz unbezweifelt gerecht vor Gott; daß keine einzige meiner Sünden mich noch bey Ihm verklaget: kann, wie denn geschrieben steht: „VOer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecker ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns." (Röm. 8,54.) Das ist nun freilich, meine Andächtigen! eine Berechtigt, die allen unfern Ruhm zu nichte macht. Denn wo bleibt da mein Ruhm, wenn ich um keines meiner Werke, noch um irgend eines Verdienstes willen, das ich vor Gott bringen könnte; fondern lediglich und allein des großen Werkes halber, das der Sohn Gottes für mich vollbracht, d.i. um seines verdienstlichen Lebens, Leidens und Sterbens willen, mithin aus lauter Gnade, Vergebung, volle Vergebung aller meiner Sünde und eine, auch in den Augen des Heiligen und Allwissenden, vollkommen gültige Gerechtigkeit empfange? So stehet denn auch geschrieben (Röm.s,s7. 28.): „wo bleiber nun der Ruhm? — Er ist aus. Durch welches Gesey? Durch derwerke Gesetz? Nicht also; sondern durch des Glaubens Gesey. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde, ohne des Gesetzes werk, allein durch den Glauben." — Und abermal sagt die Schrift (Röm. i«, 4.): „Christus ist des Gesetzes Ende, wer an Ihn glaubt, der ist gerecht." — Das will denn so viel sagen: Mit Christo

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hat hat Gott eine neue Ordnung eingeführt. Da es nach dem Gesetze heißt: „Thue das, so wirst du leben!" und keiner kann's doch thun, indem ja das Gesetz, an sich wohl heilig und gut, doch den in Sünde todten Menschen nicht lebendig machen kann, daß er es halten und beobachten könnte; so heißt es nun, da Christus dem Gesetze sein Recht und seine Ehre gegeben, und es vollkommen erfüllet hat für uns (denn für sich selbst war Er nicht dem Gesetze unterworfen, sondern ward vielmehr durch seine freywillige Erniedrigung für uns ihm unterthan) ich sage, da Christus das für unsgethan und also alle Gerechtigkeit nach dem Gesetz erfüllet hat; so ist nun« mehr die einige, für alle Sünder passende, aber darum auch unerläßliche Bedingung für alle und jede, die nach der Gnade Gottes und nach dem ewigen Leben trachten: „Glaube an den Herrn Iesum Christ, so wirst du selig." (Ap. Gesch. 16,s1.) — wie denn auch weiter geschrieben steht: „Wer an Ihn glaubt, der ist gerecht (Rom. 10, 4.), und kommt nicht ins Gericht; denn er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen.". (Joh.6,24.) Nun sollte man freilich meynen, dieser Weg, zur Gerechtigkeit bey Gott zu gelangen, sey so ganz passend für den natürlich untüchtigen und verderbten Menschen, daß er nur dürfe verkündigt werden, um Iedem zu gefallen und den Versunkensten auch anzulocken. Wie leicht und lieblich ist er nicht! wie passend für Iedermann, daß auch der allerverderbteste Mensch nur seine Errettung, ja eine ewige Herrlichkeit von Herzen wollen darf, um noch ein seliges Kind Gottes und Erbe

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einer himmlischen Krone zu werden — man sollte da, sageich, meynen, es müsse, vernünftiger Weise, ein Drangen nach diesem Wege seyn, daß auch kein Einiger zurückbleiben, das heißt, muthwillig sein eigenes ewiges Verderben wählen werde. Aber da sehet nun die menschliche Verkehrtheit an, wie sie zu aller Zeit, seitdem dieser leichte, selige Weg durch Gottes Gnade offenbaret ist., sich an den Tag gelegt hat, wie sie auch heute noch sich in der Erfahrung zeigt. Sehen wir zuvörderst auf die ehrbare Welt; fo finden wir da Menschen, die sich viel lieber die Gnade Gottes und die Gerechtigkeit bey Ihm erkaufen und selbst erwerben wollen, und in vergeblichen Mühen darum sich lieber selbst abmatten, als daß sie gleich in ihrer Armuth kamen zu Dem, der sie umsonst erquicken, das hochzeitliche Kleid ihnen schenken, und ehe sie noch das Mindeste Ihm gethan, sie zu dem Range der Kinder Gottes, denen dort das ewige Leben bereitet ist, erheben will. — Und auf der andern Seite: Wie viele ergreifen in ihrem offenbaren Sünden- und Lasterleben viel eher den allerelendesten und verderblichsten Trost, als daß sie hörten auf die Stimme , die da zu ihnen, voll göttlicher Huld und Erbarmung, spricht: „N?er durstig ist, verkomme, und wer da will, der nehme das VOasser des L.ebens umsonst." (Offenb. 1s, 17.) „Rsmmt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd. Ich will euch erquicken." (Marth. 11, ss.) — Wenn's denn nun aber doch auch Solche giebt, die da in beugendem Gefühle ihrer Schuld und ihrer Verdammnißwürdigkeit ein Herz zu Christo gefaßt,

und

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