صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

und sich als arme Verlorne, von seiner Gnade und sei' ner Liebe überwunden. Ihm gleichsam in die Arme geworfen haben; so werden auch diese alle einmüthig bekennen, daß ihr Verlangen nach Christo, ihr Hunger und Durst nach der von Ihm erworbenen und von Ihm geschenkten Gerechtigkeit, so wie die gläubige Annahme des Herrn, der ihre Gerechtigkeit ist, bey weitem nicht als Frucht ihres Nachdenkens, oder Wirkung ihres eigenen Willens betrachtet werden dürfe; sondern vielmehr von einer in ihnen wirksamen höhern Kraft, mit Einem Wort vom heiligen Geiste herzuleiten fey, wie auch das Schriftwort sagt (i Cor. is, S.): „Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist," — von welchem daher der Heiland selbst auch sagt (Joh. 16, 14.): „derselbige wird mich verklären," — d. i. die Menschen erleuchten und überzeugen, daß sie in mir nur können die Gerechtigkeit finden, in welcher sie, als Sünder, vor Gott bestehen, und Ihm, dem Heiligen, als seine lieben Kinder, gefallen mögen.

Und daraus folgt denn nun, was hier der Heiland endlich

III.

von dem Geschaft des heiligen Geistes bey den Men« schen erwahnt, namlich: daß Er auch ein Gericht verkündige, wodurch die Sache unserer Seligkeit, sobald wir selbst nur wollen, entschieden ist.

Das wird uns in den Motten zu erkennen gegeben, da unser Heiland weiter vom heiligen Geiste sagt.

Er Er werde „die Welt sirnfen um das Gericht," — was in der Sprache des neuen Testaments nichts anders sagen will, als daß der heilige Geist ein unwiderlegliches kraftiges Zeugniß von dem Gerichte geben werde. Aber von was für einem Gerichte? Das sagen uns des Heilandes folgende Worte: — „daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist." — Mit andern Worten: wir sollen durch den heiligen Gsist die feste sichere Ueberzeugung erhalten, daß der Satan seine Sache verloren, und nunmehr, da ihn Christus überwunden, an keine einige Menschenseele noch einen Anspruch habe. — Eine köstliche Wahrheit, liebste Freunde! voll Trost und Erquickung für Ieden, der über seine Verschuldung trauert, ja eine Wahrheit voll Ermunterung selbst für Solche, die noch auf bösen Wegen wandeln und in des Satans Banden liegen. Denn, es sey nun, wie es sey, und warest du noch so schlecht und lagest noch so tief in Sünden versunken, darum hat doch die Hölle kein Recht an dich, das hat ihr Christus abgewonnen, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuern Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß du sein eigen seyst. Und so soll nun kein Mensch darum verloren gehen, weil er das oder jenes gethcm, wodurch er Gott erzürnt und sich der Hölle werth gemacht hat. Nur darauf kommt es an, daß er einen Abscheu vor dem Höllenwege habe, und ein wahrhaftiges Verlangen, zu Gott zurückzukehren. Wo dieser innige Abscheu und die- ses ernstliche Verlangen ist, da ist die Sache auch schon entschieden, und da soll man nur ganz getrost die zweifelnfeinden Gedanken alle damit niederschlagen, und das verdammende Gewissen damit zum Schweigen bringen, daß man sich sagt: „wenn ich auch schon mit meinen Sünden die Hölle verdienet habe; so hat doch Christus, als mein Heiland, ein naheres Recht an mich. Ich bin, wenn auch geschändet durch die Sünde, doch immer noch sein theuer erworbenes Eigenthum, und da Ihm nun so viel an meiner Errettung liegt, daß Er sich's auch darum sein Leben für mich hat kosten lassen; so kann ich anders nicht verderben und verloren gehen, als wenn ich meines Rechts an Christum mich begebe, mithin muthwillig, aus Lust zur Sünde und mit freventlicher Verachtung seiner Gnade, die Er mir immer noch bietet, von Ihm geschieden bleibe." — Nun freilich, meine Lieben! giebt es dergleichen bejammernswerthe Menschen noch leider! genug in der Christenheit, denen man wohl zurufen möchte: „wenn du es wüßtest, so würdest dt, auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet." (Luc. 19,42.) Wer nun aber durch Gottes Gnade dahin gelangt, daß er dies wirklich bedenkt, wer sich von Herzen sehnt, von Satans Ketten frey und von dem zukünftigen Zorn errettet zu werden, wem es am Herzen liegt, daß er aus einem Feinde Gottes noch ein Kind Gottes, mithin ein Erbe des ewigen Lebens werde, der zweifele im Mindesten nicht, daß er's noch wirklich werden, nach Gottes ausdrücklich erklärtem Willen werden solle. Denn weder seine begangenen Sünden , noch alle Krafte der Hölle werden den Heiland hindern, ihn noch, als einen Brand, aus dem Feuer zu

reißen reißen und so an ihm auch Ehre einzulegen und seinen Namen herrlich zu machen. Ist ja doch schon das Größte für ihn, so wie für Ieden von uns, geschehen, da der Sohn Gottes, durch seinen Tod am Kreuz, das Reich der Finsterniß überwunden, und alle Menschenseelen, auch die noch in des Satans Ketten liegen, erworben und gewonnen hat, „daß sie sein eigen seyen, und in seinem Reiche unter Ihm leben und Ihm dienen." Darum nun heißt es auch: So wir Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, vielmehr werden wir selig werden durch sein Leben, da wir nun versöhnet sind" (Röm. S, 10 ), und abermal bezeugt die Schrift, daß Christus, der noch heute lebt, auch heute noch, und bis ans Ende der Tage, ^ selig machen könne immerdar, alle, die durch Ihn zu Gon kommen" (Hebr.7,ss.). So ist Ihm nun, in seinem jetzigen Hoheitsstande, auch nichts so wichtig, ja nichts macht, auf dem Throne der Majestat, Ihm größere Freude, als wenn Er eine verlorene Sünderseele dem Reiche der Finsterniß entreißen kann, daß sie in Ihm „das Leben und volle Genüge" habe. Wer nun dies herzlich begehrt, wer im Gefühl seiner Sündennoth, Ihn, als den Helfer ohne Gleichen, mit Verlangen sucht und ruft von Herzensgrund: „Herr! helle du mich; so werde ich hell — hilf mir; so ist mir geholfen!" der wird, er fey auch, wer er wolle, nicht unerhSrt, nicht ungetröstet bleiben.

Daß nun aber der arme verlorne Mensch dies zuversichtlich glaube, daß er demnach sich aufraffe, um nun nicht langer mehr dem Fürsten der Finsterniß zu dienen; sondern vielmehr sich Iesu Christo, als seinem rechtmaßigen Herrn, zu eigen zu ergeben, und unterIhm in Seinem Reiche zu leben und Ihm zu dienen, — dazu, Geliebte! muß der heilige Geist de n Menschen erwecken und beleben. Und solche Wirkung des heiligen Geistes wird denn auch hier, im Evangelio, von dem Herrn verheißen. —

Wie aber diese hohe Verheißung schon an unzahligen armen Seelen, von Anbeginn des Christenthums an, bis zu dem heutigen Tage, erfüllt worden ist; so dürfen wir mit vollkommenem Grunde hoffen, daß ihre Erfüllung bis an das Ende der Tage fortgehen werde, wie sie denn auch, in allen Zeitaltern der christlichen Kirche, sich nachweisen laßt. Ach wollte doch eine solche Gnadenzeit, eine solche Zeit des Heils auch kommen bey uns! Schon lange ist Dürre im Lande, und kümmerlich steht das geistliche Saatfeld da, und die vom Herrn bestellten Arbeiter — sie rufen an allen Orten zu dem Herrn um einen gnadigen Regell von oben her, um eine neue Ergießung des heiligen Geistes. Ach! daß wir bald bald solche gnadige Heimsuchung in unserer Kirche, in unserer Gemeinde, in unfern Hausern, erleben möchten! daß Alt und Jung ergriffen würde von der himmlischen Flamme, und die Feuertaufe des heiligen Geistes empfinge! Trachte Ieder darnach, und bete Ieder darum an seinem Theil. Begnüge sich doch Keiner mehr mit jenem geistlosen, todten Christenthum, das allzulange bey uns gegolten hat; sondern denke vielmehr ein Jeglicher daran und bete darum.

« السابقةمتابعة »