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um, daß doch auch er, für seine Person, des heiligen Geistes Kraft zu seiner Erneuerung erfahre, und des neue n geistlichen Lebens theilhaftig werde. Ist dieses neue Leben erst in unserer Seele rege geworden durch den heiligen Geist, ist Christus also in unserm Herzen verklart , sind wir auf solche Weise gute Baume geworden; dann sollen auch schon die guten Früchte, die Früchte des Geistes folgen, und dann wird Gott an uns, die wir nun „Tempel seines Geistes" geworden, so wie an unseren Werken, die nunmehr seine Werke sind, ein gnadiges Wohlgefallen haben. Und so ist das Reich Gottes, das da ist „Gerechngkeir und Friede und Freude in dem heiligen Geist" (Röm. 14, 17.), inwendig in uns, wie der Heiland spricht (Luc. 17, si.) und „unser Wandel in dem Himmel" (Phil. 3, so.), bis unsere Stunde kommt, Ha uns „der Herr erlöst von allem Uebel und uns aushilft zu seinem himmlischen Reiche" (2 Tim. 4,18.), da wir Ihn sehen sollen, wie Er ist, und uns freuen vor Ihm mit ewiger und unaussprechlicher Freude. Amen!

Am fünften Sonntage nach Ostern.

(Ko^are.)

Einleitung. — So wie, nach einem Ausspruche des Apostels, der Glaube nicht Iedermanns Ding ist (2Thess. s,2.); so, meine Geliebten! ist's auch mit dem

Hauspsstille S. Bd. ^>

Geber. Nur Wenige können beten und ihrer Viele sind, die auch nicht eine Vorstellung davon haben, was eigentlich deren sey. Und suche man diese nicht etwa nur unter den Armen im Volke, und unter denen, die, des Vortheils einer ordentlichen Jugendbildung ermangelnde in ihrer naturlichen Rohheit aufgewachsen sind. Wissen wir doch , daß sich die meiste Verachtung des Gebets gerade unter den Klugen dieser Welt, und in den höher» Standen der bürgerlichen Gesellschaft befindet. Wie viele dieser Leute schamen sich des Gebets, und meynen ihre n Stand damit zu schanden, so daß sie's leichter ertragen, wenn ihnen eine Sünde, ja selbst ein Bubenstück nachgeredet wird. Sollten denn aber diese Leute wohl wissen, was beten sey? Unmöglich, meine Lieben! und so wollen wir uns denn auch nicht wundern, daß sie nicht beten können. Wie steht's nun aber mit dem Haufen derer, die da noch regelmäßig ihren Morgenund Abendsegen hersagen? desgleichen vor und nach der Mahlzeit ihre Gebete zu sprechen pflegen? Soll wohl das auswendig hergesprochene und sinnlos hergeplarrte sogenannte Gebet — dies schülermaßige Aufschlagen — soll das denn wohl ein Gott gefalliges Opfer seyn? Oder besteht vielmehr das rechte Beten im Geist und in der Wahrheit in einer Erhebung des Herzens zu Gott, in einem Gespräch mit dem Unsichtbaren, doch aber uns immer Nahen und Gegenwärtigen in dem wir leben, weben und sind? Heißt demnach beten eigentlich sein Herz vor Gort ausschütten, wie David spricht im Psalm (Ps. 6s, 9.): «Hoffet auf Ihn allezeit, beben L.emeZ

schürschüttet euerHerz vor^hm aus;" so begreift sich leicht, daß bey weitem nicht alle, die eine n Mund zum Sprechen haben, und ganz verstandig mit ihres Gleichen zu reden wissen, darum auch mit der göttlichen Majestät zu reden verstehen und ihr Herz vor dem Allmachtigen ausschütten können. Kurz, meine Lieben! es ist das Beten, das rechte Beten, nicht ein Geschäft des alten, sondern des neuen Menschen, der aus dem Geist geboren ist; und so möchten wir's als ein Vorrecht betrachten, das glaubige Christen,' als Kinder Gottes, vor allen andern Menschen haben. Auf diese Ansicht vom Gebete leitet uns denn auch die Rede unsers Heilandes im heutigen Evcmgelio, worauf sich der nachfolgende Vortrag gründen soll.

Ev.Joh. 16, LS —80.

In dem vorgelesenen Evangelio, Geliebte in dem Herrn! empfiehlt der Heiland seinen Iüngern das Gebet, dem Er eine große Verheißung giebt, wenn es in Seinem Namen geschehe. Damit ward offenbar den armen schwachen Jüngern, die in der Welt wie Schaafe unter den Wölfen waren (March. 10,16.), ein äußerst wichtiges, theures Vorrecht ertheilt, und alle Hülfe von oben, deren sie irgend bedürfen konnten, gleichsam in ihre Hande gegeben. Nun dürfen wir aber keinesweges glauben, es sey ausschließlich nur des Heilandes ersten Jüngern dies theure Vorrecht von dem Herrn gegeben; vielmehr geht es, der Hauptsache nach, die Glaubigen samt und sonders zu allen Zeiten an, wie denn auch ihnen allen „der Geist der Gnade und des Gebers" im

Hs Worte Worte Gottes verheißen ist. (Zach, is, 10.) Und so

laßt uns denn gegenwartig betrachten

das theure Vorrecht gläubiger Christen/ zum Vater im Himmel mit sicherer Hoss nnng der Erhörung zu beten.

Hier ist nun zu bemerken:

1.) nur gläubige Christen können mit Gott als ihrem Varer reden;

S.) nur ihnen ist es verliehen, mit ihren kindlichen Birten den Allmächtigen zu bewegen — wie ihnen auch endlich

3.) nicht nur die Hülfe, die sie für ihre Personen bedürfen, in die Hände gegeben ist; sondern auch die Hülfe, die sie gern Andern gönnen. Also

I.

nur gläubige Christen können mit Gott als ihrem Varer reden. Man möchte vielleicht sprechen: „ist doch Gott unser aller Vater!" — Indessen, Geliebte! sagt's uns die Schrift doch anders, und etwas anders sagt uns auch unser eigenes Herz und Gewissen, so lange wir noch in unserm natürlichen Zustande leben, also noch nicht mit Gott versöhnt und durch lebendigen Glauben an Iesum Christum zur Gnade Gottes gekommen sind. Oder wie geht es zu, daß der natürliche Mensch einem jeden ernsten Gedanken an Gott gern aus dem Wege geht? woher die Unlust, mit Gott und göttlichen Dingen die Seele zu beschäftigen? Woher der wirkliche Ekel am Worte Gottes, das einem David süßer war, als Honig und Honigseim, und das er höher achtete als viel raufend Stück Goldes und Silbers? (Ps. 19, 11. Ps. 119,72.) Ist es nicht offenbar, daß große Haufen in der Christenheit . leben, die eines ganz andern Sinnes sind, und wie sie von der Freude an Gott und von dem kindlichem Vertrauen auf Ihn nichts wissen, fo auch gar kein Verlangen nach Gott haben, daß sie mit David sprechen könnten: „Nach Dir, Herr! verlanget mich!" (Ps. SS, 1.) und: „meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott?" (Ps. 42,3.) Von solchen Leuten aber, die also „ohne Gorc leben in der Welt," wird man doch wohl nicht sagen können, daß es die in der Schrift bezeichneten Rinder Gocres waren, von welchen unter andern Paulus sagt: „XVelche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Rinder" (Rom. 8, 14.), und abermal, (Röm. 8, 16.): „Ihr habt nicht einen knechtische» Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten m»ß> ter; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abb«, lieber Vater! Derfelbige Geist giebt Zeugniß unserrn Geist, daß wir Gottes Rinder sind." Wer sind nun aber die, die solchen kindlichen Geist empfangen haben, und mit dem „Abba, lieber Vacer!" ihr Herz vor dem Allmachtigen ausschütten können? — Wenn der Apostel spricht (Gal.s, 26.): „Ihr se^d Amder Gottes, durch den Glauben anThristum Iesitm" — wenn wir im Evangelio Johannes lesen (Cap. i, is.): „wie viele Ihn (dm Sohn Gottes) aufnahmen, denen gab Er Macht, Rinder

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