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gen Himmel, und siyet zur rechten Hand Gottes." Wenn diese Worte uns einer Seits berichten, was mit dem Heiland, nach seiner Auferstehung von den Todten, zuletzt geschehen sey — nämlich daß Er, in seinem verklarten menschlichen Leibe, zum Himmel erhöben worden; so wird in den gedachten Worten uns auch ein äußerst wichtiger Aufschluß gegeben, wie wir uns Iesu . Leben in seinem jetzigen Hoheitsstande zu denken und vorzustellen haben, nämlich, „daß Er siye zur rech-' ten Hand Gsnes," mit andern Worten, daß Er als Mensch, mithin als unsers Gleichen, als unse? Haupt, Gewalt und Herrschaft habe über Himmel und Erde, über die sichtbare und unsichtbare Welt. Das ist denn nun die Königsherrschaft, zu welcher Iesu Menschheit darum ist erhoben worden, daß Er sich selbst erniedrige hat, und Gott gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Rreuze, gewesen ist (Phil, s, 8.). Ist nun aber Iesus in seinem jetzigen Hoheitsftande, als Herrscher über die sichtbare, wie über die unsichtbare Welt, als der Sohn Davids, dessen Königreich kein Ende hat, noch immer unsers Geschlechts, und geht Er einem Ieglichen von uns viel naher als seine nächsten leiblichen Blutsverwandten an; so muß uns alles daran gelegen seyn, zu wissen, was Er, in seinem gegenwärtigen Hoheitsstande, uns Menschen auf Erden sey, und dieser Betrachtung soll denn nun, dem Zwecke dieses Tages gemäß, die gegenwärtige Andachtsstunde gewidmet seyn. So laßt uns denn jetzt mit einander betrachten

„Was „Was der zum Himmel erhöhete Mm. „schensohn in seinem gegenwärtigen Ho» „heitsstandc den Menschen auf Erden sey.«

Hier werden wir uns nun über folgende drey Fragen zu verstandigen haben: 1.) was haben seine Freun, de an Ihm? — 2.) was seine Feinde? — und endlich 3.) was alle die Unentschiedenen, die weder zu seinen Feinden können gerechnet werden, noch auch zu seinen erklärten Freunden gehören?

Wenn wir, Geliebte in dem Herrn! durch unsre heutige Festesftyer an Iesu Erhöhung in den Himmel, und an sein Leben in der Herrlichkeit erinnert werden, da Ihm, als Menschensohn, gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden; so ist es wohl natürlich, daß wir hier" ^

fragen: was denn wohl an dem göttlich VerHerr, lichten Menftbensohne diejenigen haben, die seine Freunde sind?

Daß man bey weitem nicht alle, die sich nach seinem Namen nennen, als solche betrachten dürft, bedarf wohl kaum noch einer Erwahnung, da wir des Heilandes eigene Erklarung haben: „Ihr se^d meine Freunde; so ihr chur, was ich euch gebiete." (Joh. 16,14.) So bezeichnet Er auch die Menschen, die Cr hier „seine Freunde" nennt, auf eine andere Weise noch, da Er, um sie von allen übrigen zu unterscheiden, spricht i^.l , (Joh. (Zoh. 1«, 27.28.): „Meine Schaafe hören meineStim, me, und Ich kenne sie und sie folgen mir. Und Ich ge, be ihnen das ewige Lieben, und sie werden nimmermehr umkommen und Niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen." Da merken wir denn wohl, es habe der Heiland damit solche Leute im Sinn, die einst auch mit dem Haufen der Welt, nach ihres Fleisches Gelüsten, wandelten, die aber der treue Hirte, der „dem Verlornen nachgeht und suchet, daß Er es finde" nun glücklich wieder gewonnen, von ihrem verderblichen Irrweg zurückgebracht, ihre Wunden geheilt und sie in Seine Pflege genommen hat, da sie nun, mit der übrigen Heerde, Seiner treuen Obhut und Seiner gesunden und fröhlichen Weide genießen — kurz, Leute, von welchem der Apostel spricht: „Ihr waret wie die irrende Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele." (1 Petr.2,ss.) Wer unter euch nun, meine Geliebten! den hier erwähnten seligen Wechsel an sich erfahren hat, wer da, zu seines tteuen Heilandes Preise, es sich bezeugen kann, daß er, einst auch ein irrendes Schaaf, jetzt seinen Hirten gefunden habe, und — mit der Schrift zu reden — „von derFinstermß zum Laicht, vom Tode zumL.eden gekommen" sey; der wird sich wohl erinnern, was er einst, ohne Iesum, war, nämlich arm und elend, jämmerlich, blind und bloß, ja ,,tod in Sünde und Übertretung;" er wird dann aber auch mit Freuden an sich bestatigt finden das WortJohannis (i Joh. s, 12.): „wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben." Und wie das die gemeinsame Erfahrung aller wahren Glaubigen ist, die denn auch alle vom Herrn als seine Freunde, ja seine liebe n Brüder bezeichnet werden; so dürfen diese auch alle, und selbst die schwächsten unter ihnen, mit hoher Herzenserhebung es sich sagen, daß der zum Himmel erhöhete, und mit königlicher Gewalt über Himmel und Erde bekleidete Menschensohn

1.) ihr königlicher Bruder, so wie ihr ewiger Ho, hepriester sey. — Nicht die Engel hat Er angenommen, sagt uns die Schrift; und so ist Er zwar, in feiner jetzigen Herrlichkeit, der Engel König und Herr, die Er denn auch, als seine „dienstbaren Geister sen, det zum Dienst um derer willen, die da ererben sollen die Seligkeit" (Hebr. i, 14.), wogegen Er sich nicht schämt, auch auf dem Throne der Herrlichkeit, da alle Engel Ihn anbeten müssen (Hebr. i, 6.), die Menschen „seine Brüder" zu nennen. Seine Erhöhung also in den Himmel und zu der göttlichen Herrlichkeit hat Ihn mit nichten vergessen lassen des sündigen Menschengeschlechts, zu welchem Er sich einst vom Thron der Majestat hernieder gelassen hat; und wie wir glauben, daß Er das Allergrößte und Staunenswürdigste gethan, da Er, um unsers Gleichen zu werden, sich seiner Gottheit entäußert hat; so glauben wir nun auch leicht, daß jetzt, da Ihm, als Menschensohn, gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, Er mit besonderer Liebe zu dem so theuer von Ihm erkauften Menschengeschlecht sich halte, und daß Er sonderlich die Menschen, die sich Ihm herzlich übergeben haben, um Ihm allein zu dienen und zu leben, als seine Brüder und Schwestern, mit sonderderlicher und unaussprechlicher Liebe erkenne. Ia, wenn Er wiederkommen wird, so wie man Ihn gesehen hat gen Himmel fahren (Ap. Gesch. i, 11.), (mithin als Mensch, in seiner Herrlichkeit, zum Weltgerichte, kommen wird), da wird Er auch die Seinen unter den Menschen als seine Brüder ehren, wenn Er zu den Gerechten sprechen wird: „Was chrgechan habt Einem unrer diesen meinen geringsten Brüdern, das habt che mir gethan." (Matth.25, 40.) Seht da nun, meine Geliebten! wie Iesu Himmelfahrt und seine Erhebung zu der Herrschaft über Himmel und Erde, oder, wie es im Cvangelio lautet, „sein Sitzen zur rechten Hand Gottes" von allen seinen Glaubigen mit hoher HerMs«hebung mag betrachtet werden. Denn die göttliche Ehre, zu welcher Er, ihr Haupt im Himmel, erhoben ist, giebt ja auch ihnen, in aller ihrer Niedrigkeit, eine hohe himmlische Ehre, eben wie Josephs Brüder in . Egypten, wo sie als Fremdlinge und Leute geringen Standes wären verachtet gewesen, um ihres Bruders willen, dem ganz Egyptenland gehorchen mußte, die sonderliche Achtung aller Landesbewohner hatten. Darum mag sich denn wohl der treue Iünger des Herrn zufrieden geben, wenn er in dieser Welt, entweder um seines niedern Standes willen verachtet, oder um seines Glaubens willen geschmahet wird. Weiß er doch, daß seine Ehre droben ist, wo sich der König Himmels und der Erde, vor allen heilige n Engeln, zu ihm, als seinem Bruder, bekennt, und wo darum die höchsten unter de n Himmelsbewohnern mit hoher Achtung ihn als Bruder

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