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dessen Herrlichkeit über alles gehen wird, was wir jetzt von dem sichtbaren Frühling rühmen — einem Frühling sehen wir dann entgegen / da der Tod ganz aufhören wird, da auch die Gräber neues Leben gebaren, und die Saat der Gottesacker aufgeht, nach dem Wort des Apostels (ICor. 16, 42—44.): „Es wird gesäet verweslich, und wird auferstehen unverweslich; es wird gesaet in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit; — es wird gestet in Schwachheit, und wird auferstehen in Rrafr; es wird gestet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib." Dann wird erfüllet seyn das Wort des Herrn in seinem vollen, tiefen Verstande: „stehe, ich mache alles neu!" (Offenb. 21, S.) und die neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnec, sie wird dann ihren vollkommenen Frühling haben — lauter Leben, lauter Wonne, lauter Gotteslob, ohn'alles Weinen, SeGen und Klaggeschrey. — Ach daß wird«, Geliebte! uns allzumal auch mögen mit freuen können! Dazu uns vorzubereiten, laßt uns die gegenwartige Zeit der Gnade nutzen, und wenn wir jetzt die emsige Geschäftigkeit des Landmanns bemerken, wie er sein Feld bestellt, in Hoffnung auf die künftige Erndte, so laßt uns darin eine Erinnerung vernehmen, daß wir auch unser geistliches Feld bearbeiten müssen und säen, — nicht auf das Fleisch, wovon wir das Verderben erndten; sondern — auf dm Geist, auf daß wir mögen vom Geist das ewige Leben erndten." (Gal. 6, 8.)

Habenwirnunaber,Geliebte!denHerrnhierschonin dm erneuetenLeben derNaturgefunden; so laßtuns weiter II.

in der belebenden Sonnenwärme seiner Spur nachgehen.

Ihr wißt ja wohl, mit welcher Kraft die Sonne im Frühling wirkt. Ihre erwärmenden Strahlen entbinden das Erdreich von des Winters Fesseln. Da thauet es auf, Schnee und Frost zerschmilzt, und nun beginnen im Schoost der Erde die Keime sich zu entwikkeln, sprossen auf und wachsen sichtbarlich. So sieht man taglich die Natur im Werk, und taglich treibt sie ihr Geschäft mit unermüdeter fröhlicher Emsigkeit. Die Sonne hat diese fröhliche Emsigkeit gewirkt. So wie sie ihre wärmenden Strahlen wieder zur Erde sandte, da er« wachte die Natur und gab ihr neues Leben in tausendfachen lieblichen Erzeugnissen kund. Laßt die Sonne nicht seyn, und es ist öde und tod in der Natur, wie in den Gegenden der Erde, wo man zu ganzen Monden keine Sonne erblickt. Bedauern wir die armen Bewohner jener Eisgefilde im fernen Mitternachtslande; so laßt uns in Erwagung ziehen, wie das Wort Gottes von Menschen spricht, die da, obschon im Glanze der natürlichen Sonne, gleichwohl „ in Sinsterniß und Schatten des Todes siyen." (Luc. 1,79.) Nämlich ihre Seelen sind verfinstert und entfremdet von den, Leben, das aus Gott ist" (Eph.4, ig.), 1a diefe armen Seelen gleichen dem öden Eisgefilde, wo sich kein Lebenskeim entwickeln kann. So sind wir alle von Natur, und Niemand kommt aus diesem traurigen Zustande ehe, als bis die wahre Lebenssonne, die Sonne der Gerechtigkeit, d. i. Jesus Christus unser Herr, in seiner finstern Seele aufgegangen ist, und nun sein kaltes todtes Herz erwarmt. O daß wir Alle, von Seinem Licht erleuchtet, die Wun« der der neuen Welt, des Reiches der Gnaden, sahen! daß die von Ihm ausgehende Lebenswärme in unser aller Herzen Frühling machen, und die Keime des göttlichen Saamens, welcher ist das Wort Gottes, in uns beleben, und zum gedeihlichen Wachsthum, zur Blüthe und zum Früchte tragen bringen möchte! Ohne Ihn geschieht das nicht; wie denn Sein Wort auch sagt: „ Ohne mich könnt ihr nichts rhun." (Joh. is, s.) Er ist der Seele eben das, was die Frühlingssonne der Erde ist. Sie geht auf und macht den Tag, und so wird's in der Seele Tag, wie Christus darin aufgeht, als die Sonne des Lebens. Da schwindet die traurige Nacht des Irrthums, des Zweifels, des Unglaubens und der Sünde, — es schmilzt, so wie der Winterfrost von dem erwärmenden Sonnenstrahl, fo auch des Herzens Härtigkeit von Christi Gnadenanblick. Dann fangt die Seele an, einen schönen, wonnevollen Frühling zu erleben, wovon es heißt im Hohenliede Cap.s, 10—1s.: „Stehe auf, meine Freundin! und komm her! Denn siehe! der Minrer ist vergangen, die Blumen sind hervorkommen im Lande, der Lenz ist herbeykommen und die Turteltaube laßt sich hören. Der Feigenbaum hat Rnoten gewonnen, die N?einstöcke haben Augen gewonnen und geben ihren Geruch." Diese liebliche Schilderung des geistlichen Frühlings soll uns den seligen Zustand Mer Seele beschreiben, die Christus, als das

Licht der Welt, erleuchtet, und in welcher Er, als Sonne der Gerechtigkeit, das neue göttliche Leben hervorgebracht hat. O, meine Geliebten! habt ihr denn auch wohl diesen schönern Frühling schon erlebt? Wo nicht; ach! so bittet doch, bittet dringender und angelegentlicher, als ihr bittet um milden Sonnenschein für eure Saat, daß euren Seelen die Sonne des Lebens, Jesus Christus, aufgehen möge, damit ihr möget in Ihm Gerechtigkeit und Leben haben. Und wahrlich! Er, der seine Sonne am Himmel scheinen heißt, auf daß sie Licht und Warme gebe der Erde, Er wird nicht saumen euer herzliches Begehren zu erfüllen, die Finsterniß des - Irrthums und der Sünde aus euren Herzen vertreiben, und einen schönen Wonnetag, ja einen herrlichern Frühling, als der natürliche Frühling ist, in euren Seelen hervorzurufen.

Da sehet , Geliebte! wiederum, wie die sichtbare Natur zur Frühlingszeit des Christen Geist zu der Betrachtung eines höhern Frühlings im unsichtbaren Reiche der Gnade leitet. Die natürliche Sonnenwarme, wie sie in jetziger Iahreszeit belebend wirkt in der Natur, lenkt seinen Geistesblick auf Den, der jeglichem Menschenherzen die rechte Lebenswarme geben, und dadurch jeden göttlichen Lebenskeim entwickeln muß. —

Nun laßt uns aber den Herrn auch weiter

ZU.

suchen: in dem befruchtenden Regen.

DK Wohlthat eines Frühlmgsregens kennt ihr

alle wohl. Alles erquickt sich da, und Felder und Garten ten prangen im frischen Grün, wenn sie von oben her getränkt worden sind, und das durstende Erdreich neue Safte, zur Nahrung der Gewächse, empfangen hat. Ein milder Frühlingsregen — welch ein Geschenk der göttlichen Güte! Müßte man ihn erkaufen, was würde nicht oft darum gegeben werden! Aber umsonst giebt ihn die Güte des Herrn und führt, zur rechten Zeit, die Wolken daher, daß sie ihren Segen auf das dürre durstige Land ausschütten. So ist's der Herr denn wiederum, der Frühregen und Spatregen giebt, und der gnädige, sanfte, fruchtbare Frühlingsregen, ist uns zugleich ein liebliches Bild von seiner Gnade und Freundlichkeit. Ach daß wir diese Gnade und Freundlichkeit des Herrn in jedem' Regen, der unser Land erquickt, mit innig gerührtem Dank erkennen möchten, wie denn auch hieher wohl das Wort des Psalms gezogen werden mag: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!" (Ps. 54, 9.) Ohne diesen Himmelssegen, was wären wir da! was hülfe unsre Arbeit, unser Säen und Pflanzen, wenn Gott den Himmel verschlösse, wie Er es wohl zuweilen, zur Züchtigung der Sünder, gethan. (iKön. 17, i.) Wie traurig ist des Feldes Anblick, wenn es einmal an Regen mangelt! Die Hitze drückt da alles nieder, und die Gewachse welken und verdorren, wenn die Erde lechzt nach Frucht von oben her. — Die lechzende Erde nun, meine Lieben! mit den dahin welkenden, dahin sterbenden Gewächsen, daß es ein Iammer ist, den Anblick zu betrachten — das mag uns wohl ein Gleichniß von dem klaglichen Zustand einer Seele seyn, die zwar den guten Saa

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