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nicht, laßt ihr euch nur vor allen Dingen, durch alles, was euch drückt, zur rechten Erkenntmß eures wahren Elendes und so zur rechten Demuth fuhren. Lernt es erkennen und unbezweifelt glauben, daß euer wahres Elend ist die in euch wohnende Sünde, die euer Herz verunreinigt, verwüstet und verödet hat, daß es, gleich einer dürren Wüste, gerade das Gegentheil von den, belebten Fruchtgefilde zur Zeit des Frühlings ist. Sehnet ihr euch dann, wie sich der Kranke nach der Frühlingssonne sehnt, sehnet ihr eben so euch nach der Sonne der Gerechtigkeit, daß sie die Finsterniß in eurer Seele erleuchte, und die göttliche Saat des Wortes in eurem Innersten zum Keimen und Wachsen bringe; dann ftyd gewiß: es nahet euer Frühling schon, und bald bald wird der milde Hauch des Herrn die eisige Rinde eurer Herzen zerschmelzen, und eure Sonne wird lieblich aufgehen und euer Herz mit sanfter himmlischer Lebenswsrme erquikken. Dann wird's euch seyn, wie es dem Kranken ist, der nach dem langen traurigen Winter die milde Frühlingsluft einathmet, und ein sanftes Regen neuer Lebenskrafte in seinem ermatteten Körper empfindet.

Sehet! meine Geliebten! solcher Frühling und solche Frühlmgsfteude im Herzen, ist jedem von uns, durch unsers Gottes Gnade in Christo, dargeboten. Wem sie bisher noch fremd geblieben, diese höchste und erquickendste Freude, — er dürfte ihrer nur von Herzen begehren, so könnte er sie in aller Kürze genießen. Aber da giebt's nun Leute, die sind in Finsterniß verschlossen, und wollen nicht von der Lebenssonne erleuchtet seyn , wollen Nicht zu Christo kommen und sich von Ihm erleuchten, erquicken, beleben und selig machen lassen. Ia, sie wollen nicht; denn wer der Finsterniß erst müde ist, wer seinem finstern Kerker, darin ihn Satan verschlossen, gern zu entrinnen wünscht, daß er das schöne Frühlingsleben der Kinder Gottes genieße, der wird ja seufzen können: » Herr! der du alles Gefangniß überwunden hast, zerbrich hie Riegel meines Kerkers, und befreye mich, dW EiMHum, damit ich wandeln möge in deinem Licht." Und mehr als solches ernstliche und redliche Verlangen wird ja von Keinem verlangt: Dann kommt die Hülfe gewiß, die Hülst von dem Herrn, der mehr nach uns verlangt als wir nach Ihm, bald steht Er vor MTHür und bietet sich der armen Seele dar, und selig wer dann seine Stimme hört und thut Ihm auf, daß Er im Herzen Einkehr nehme. Dann ist der Seele geholfen, dann ist sie aus dem Tode zum Leben gekommen, und dann stimmt sie mit in den Iubelgesang der neuen Schöpfung ein: „Das Alre ist vergangen, siehe! es ist alles neu worden!" Amen.

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Am ersten heiligen Pfingsttage.

Einleitung. — Das heutige Fest, Geliebte in dem Herrn! erinnert uns an eine große, wundervolle und höchst folgereiche Begebenheit, der wir's verdanken, daß wir das Evangelium von Iesu Christo haben, und, als

M s GlieGlieder der christlichen Kirche, einer göttlichen hungsanstalt Or den Himmel angehören. Die h Festepistel hat uns bereits gemeldet, wie Iesu Iünger,

— das arme, unansehnliche Hauflein seiner Vertrautem

— gleichsam die himmlische Weihe erhielten, damit sie ihrem großen Berufe, das Evangelium in der Welt w pflanzen, und ihrem Herrn und Haupte eine Gemeinde für alle Zeiten zu gründen, gewachsen seyn möchten. Auf die Art mögen wir das heutige Fest wohsals das Stiftungsfest der christlichen Kirche betrachten, und MWwürdig und heilig muß nicht in dieser Beziehung das christliche Pfingstfest jedem unter uns seyn, dem nuk sein Christenstand nicht gleichgültig ist! Sehen wir nun aber in jene erste Zeit des Christenthums zurück, und vergleichen die erst gegründete Kirche des Herrn mit ihrer heutigen Gestaltung in der Welt; so fällt zuvörderst in die Augen, daß es zu der Apostel Zeit noch keine der besondern Christenabtheilungen oder Kirchenpartheyen gab, die in der folgenden Zeit die Christenheit bey sich hat aufkommen sehen, wie wir denn heut zu Tage zwischen lutherischen, reformirten, katholischen und griechischen Christen unterscheiden, der kleinern Christenabtheilungen oder Secten hier gar nicht zu erwahnen. Wenn wir nun, unter diesen Umstanden, fragen möchten: in welcher der genannten Christenabtheilungen ist denn nun aber tzer Herr? und welche darf sich wohl vor andern rühmen, die allein wahre und seligmachende Kirche zu sehn? — so antworten wir auf diese Frage: weder die lutherische, noch die reformirte, noch die katholische, noch irgend

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eine andere besondere Kirchenabthcilung darf sich ausschließend solchen Ruhm anmaaßen. In allen diesen Kirchenabtheilungen nämlich ist Weizen und Unkraut unter einander, und das Unkraut wird dadurch nicht zu Weizen, daß es auf dem Kirchenacker der lutherischen, oder reformirten, der katholischen, oder griechischen Christen, heit steht; so wie auch andrer Seits der Weizen, der z. E. auf dem katholischen Kirchenfelde gewachsen ist, nicht darum ausgerissen und als Unkraut verbrannt werden wird, weil er nicht auf dem Acker der evangelisch-protestantischen Kirche steht. Indessen soll damit keinesweges behauptet werden, als liege gar nichts daran, ob einer im Schooße der oder jener christlichen Kirchenabtheilung lebe. Wir wollen Gott herzlich danken, daß wir die Gnade haben, der evangelischen Kirche anzugehören; — daß wir aber darum die Christen anderer Benennungen sofort und ohne Weiteres, bloß weil sie nicht zu unserer Kirche gehören, als Unkraut auf dem Acker des Herrn betrachten, und von der Gnade Gottes, und von der Theilnahme an dem himmlischen Erbe ausschließen sollten, — vor solcher gröblichen Verirrung wolle uns Gott bewahren. Wohl giebt es eine einige, wahre, seligmachende Kirche, die alle durch den heiligen Geist zum wahren lebendigen Glauben erweckten Christen begreift, zu welcher äußerlichen Christenabtheilung sie immer gehören mögen. Das ist die unsichtbare christliche Rirche, oder die Gemeinde der Heiligen, wie sie das apostolische Glaubensbekenntniß nennt, wozu auch wir gehören müssen, wenn wir, bey unserm evangelisch

M s luthelutherischen Glauben, wahrhaftig Christo angehören und seines Reichs Genossen seyn wollen.

Von dieser Einen wahren und allein seligmachenden christlichen Kirche gedenke ich nun, nach Anleitung des Evangeliums, und der Fever dieses Tages gemäß, in dieser Andachtsstunde zu euch zu reden. .

, Evangel.Joh. 14, L8 —8t. .

Das heutige Fest, Andachtige und Geliebte! laßt uns die eben vorgelesenen Worte unseres Heilandes in einem besondern Lichte betrachten. Wir benutzen sie dies Mal zu einer Betrachtung über

die Gne wahre christliche Kirche auf Er. dm, zu welcher Jeder gehören muß, der an der Herrlichkeit des ewigen Lebens Theil haben will.

^ . Es werden hier folgende s Fragen zu erörtee n seyn: 1.) ZVo diese Wne wahre christliche Rirche sty S.) woran die Glieder derselben zu erkennen seyen und endlich S.) welch einen Vorzug diese . . vor allen andern Menschen haben. '^

Wenn demnach .,.

die Frage ist, wo sich die eine wahre christliche Rirche, außer welcher Niemand selig werden kann, befinde; so waren wir, Geliebte! sehr im Jrrthum befangen, wenn wir dieselbe ausschließlich in einem gewissen Lande, oder in der oder jener besondern Kirchenverfassung aufsuchen wollten. Wenn der Lutheraner spricht:

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