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ist ein Segen darinnen" (Jes. SS, 8.), das möchte wohl ein Wort an diejenigen seyn, die, bey bemerkten Zweifeln einer redlichen Seele an der oder jener Glaubenswahrheit, gleich solche Seele mit den mnthwillig Unglaubigen in eine Classe zu werfen keinen Anstand nehmen. Ach daß doch solche bedächten, wie sie ja auch nicht von sich selbst, sondern nur durch Gottes Gnade, zum Glauben gekommen. Wer hat denn nun den Sinn des Herrn erkannt, und wer mag wissen, was seine Gnade an der noch jetzt in Zweifel befangenen redlichen Seele thue, daß sie wohl noch, so wie hier Thomas, zu einer besondern Glaubensklarheit, Entschiedenheit und Starke gelange. — Uebrigens bleibt es allerdings dabey, daß Glaube an Iesum Christum — d. h. die göttlich gewirkte Zuversicht zu Ihm, der da für uns den Thron der Herrlichkeit verlassen, für uns sich bis zum Tod, dem schmahlichsten Tod am Kreuz, erniedrigt, für uns dann auch sein Leben wieder genommen, und sich alsdann gesetzt hat zur Rechten der Majestat in der Höhe, wo Er als göttlich verherrlichter Mensch, als unser Bruder lebt, und alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, — wir sagen, es bleibt dabey, daß dieser christliche Glaube und des Herzens Zuversicht zu diesem unserm höchsten, nächsten und bestandigsten Freunde, die einige ,md nothwendige Bedingung unserer Errettung vom Verderben und eines ewigen Lebens in der Herrlichkeit ist. Gott muß auch solchen Glauben von uns verlangen, wenn Er in seinem Worte zu uns redet und durch sein Wort uns für das höhere Leben erziehen will. Und kann es denn auch

. irgend etwas Vernünftigeres geben, als Gottes Zeugniß Glauben zu schenken, und sich darauf mit aller Zuversicht zu verlassen? — Hat man ja doch zu solcher Zuversicht den aUersichersten Grund; und wenn nun die,

, die von dem Wort des Herrn gewichen sind, nie wissen, was sie denn eigentlich glauben sollen, und darum ihren Glauben, gleich einer Mode, wechseln, so spricht der glaubige Christ, der sich auf Gottes Zeugniß verlaßt, mit Freudigkeit: „ich weiß an wen ich glaube!" und ist dabey seiner Sache so gewiß, als er der Dinge, die er mit Augen steht, nur irgend gewiß seyn kantt.

So muß es aber auch bey uns seyn; denn so nur haben wir hier das wahre Leben in uns und sind auf dem geraden Wege zu jenem ewigen Leben. Darum sagt der Heiland auch: „Selig sind die nicht sehen und doch glauben." — Freilich aber ist „der Glaube nicht Jedermanns Ding." (s Thess. s, s.) Er sollte uns natürlich seyn; so wie dem Kinde das Glauben natürlich ist. Aber unsere verderbte Natur macht uns die Sache so schwer, ja gar unmöglich, wenn uns nicht eine höhere Kraft zu Hülfe kame. Diese wird sich aber auch in Iedem beweisen, der nur nach Wahrheit verlangt und redlichen Herzens die Wahrheit zur Gottseligkeit sucht, darum den Unglauben haßt, und gern den Zeugnissen Gottes sich unterwerfen will. So war es mit den Jüngern hier, und sonderlich auch mit Thomas. Und werden wir denn auch den Unglauben in seiner Schandlichkeit und Schädlichkeit erkennen, werden wir ernstlich wider ihn kämpfen, nicht mit Grübeleyen und in eigener

Bs Kraft; Kraft; sondern mit demüthigem'Gebet und redlichem Forschen im Wort des Herrn; dann werden wir auch erfahren, was Glaube sey, und dem, der uns die Gnade geschenkt, im Glauben Ihn zu erkennen und anzunehmen, schon hier und noch mehr dort, wenn Unser Glaube zum seligen Schauen geworden, durch alle Ewigkeit Anbetung, Preis und Ehre mit unaussprechlicher ewiger Liebe zum Opfer bringen. Amen.

Am zweyten Sonntage nach Ostern.

Einleitung. Wie kommt's doch wohl, Geliebte! daß viele Christen, wenn sie auch von Gon noch öfter reden, doch selten, oder gar nicht, unsere Heilandes erwähnen? Ja, wie mag <s zugehen, daß Manche gar vor diesem allertheuersten Namen eine gewisse Scheu> wohl selber eine gewisse Widrigkeit in sich empfinden? In keinem Falle kann das ein gutes Zeichen senn, und wer da irgend dergleichen bey sich wahrnehmen müßte, der hatte gewiß darum schon volle Ursache, bedenklich über sich selbst und seinett Seelenzustand zu werden. Des Namens eines Freundes, eines Wohlthaters, sollte doch wohl sich Niemand fthamen. Wo haben wir aber einen Freund, wie Jesus ist? wo ist ein Wohlthater, der da mit Ihm nur könnte in Vergleichung kommen? Sollte uns daher Sein Name nicht über Alles theuer

seyn? seyn? sollten wir nicht mit einem sonderlich erhebenden Gefühle uns dieses Namens rühmen? Gewiß! die alle, welche dahin noch nicht gekommen sind, die können auch noch nicht sagen, daß ihnen der Christenname gebühre. Sie mögen trachten, daß sie noch Christen werden, und wollen sie das, wollenste, mit andern Worten, wahr« haft erleuchtete und neu belebte Menschen, selige Kinder Gottes und Erben des ewigen Lebens werden; so hilft es wahrlich nicht, sie müssen vor allen Dingen Christum so erkennen lernen, daß Er ihrem Herzen Alles in Allem ist. Denn solches ist die Ordnung Gottes in der Schrift, die uns auf das Bestimmteste lehrt: „es sey in keinem Andern Heil, auch kein andrer.Name den Menschen gegeben, in welchem sie sollen selig werden." (Apost. . Gesch. 4,12.) Und Gott Lob! daß es so ist, daß Gott eine solche Heilsordnung gemacht. Da können wir alle noch guten Muth und Hoffnung fassen; denn alles was die Schrift von Christo meldet, ermuntert uns dazu, besonders diejenigen seiner eigenen Reden und Aussprüche, darinnen Er von sich selbst, von seiner Gesinnung, von seinem Amte und Geschaft, uns eine nahere Beschreibung giebt. Solch eine Rede bietet uns nun auch das heutige Evangelium dar, wo uns insonderheit der Name eines Hircen, den sich der Heiland selbst beylegt, so wichtig ist, daß wir darüber billig ein Mehreres zu Eurer Versammlung reden, und möge dieses in der Kraft des Herrn und unter dem Segen seiner Gnade zur Förderung Eures ewigen Heils geschehen. Amen.

B s EvanEvangelium Joh. 10,12 —16.

Wenn sich, Geliebte in dem Herrn! der Heiland hier mit einem Hirrm vergleicht, und sich dm guten Hirrm nennt; so ist das eine Benennung von so tiefer Bedeutsamkeit für uns, daß wir die jetzige Andachtsstunde nicht besser anwenden können, als wenn wir mit einander in der Furcht Gottes und unter seinem Gnadenbeystand erwägen: ^

Was uns der Ausspruch Jesu: «ich bin ein guter Hirtel" zu Gcmüthe fül> rcn soll.

nämlich:

1.) unser Wend, so lange wir noch ohne Ihn und außer seiner Gemeinschaft leben;

S.) des -Heilandes treue Sorgfalt für einen Jeglichen unter uns;

3. ) seine herzliche Bereitwilligkeit, einem Jegli

chen, nach seinem Ihm wohlbekannten.Bedürfniß, die allerbeste Hülfe zu leisten; und endlich

4. ) die unerläßliche Bedingung, unter welcher allein

man seiner Hülfe und einer herrlichen Vollendung sich darf versichert halten.

Wenn wir also im heutigen Evangelio den Ausspruch Iesu hören: „Ich bin ein gucer Hirre!" — so mögen wir doch in diesem bedeutungsvollen Ausdruck 1.) eine Erinnerung vernehmen an„unserWend, so

lange

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