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wir machen die einzig wahre Kirche aus, der Reformitte dagegen behauptet: nein! bey uns ist sie, und nun der Katholik auftritt, die erstgenannten für Ketzer, und seine Kirche für die einzig wahre erklart, außer welcher Niemand selig werden könne; so vergessen alle diese, bey solchem ihrem Streite, das Wort des Heilandes, da Er spricht: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebehrden. Man wird auch nicht sagen: siehe! es ist hie oder da; denn siehe! das Reich Gottes ist inwendig in euch" (Luc. 17, so. si.). Kommt es nUn aber darauf an, daß das Reich Gottes in uns sey, daß Christus in dem Herzen herrsche, oder, UM mit den Worten des Evangeliums zu reden, daß man Ihn liebe und sein Wort halte, und so der göttlichen Inwohnung genieße (V.2s.); so leuchtet ja wohl deutlich ein, daß es sowohl in der lutherischen, als jeder andern christlichen Kirchenbenennung Leute gebe, die außer der Gnade Gottes leben, und die der Heiland so gewiß nicht für die Seinen erkennt; so gewiß das Wort der Schrift besteht Und ewig Wahrheit bleibt: „wer Christi Geist nicht hac, der ist nicht sein." Die nun aber den Geist Christi Haben — und solche hat's von Anbeginn des Christenthums an, zu allen Zeiten gegeben, so wie es ihrer auch jetzt noch giebt, die muß man ausschließlich weder in unserer wangelisch- lutherischen, noch sonst in einer der genannten christlichen Kirchenverfassungen suchen. Diese letztee n namlich sind gleichsam als Gefäße zu betrachten, die einen köstlichen Lebensbalsam aufbewahren sollen. Nun wollen wir gee n zugeben, daß es nicht gleichgültig

sey, sey, ob man den edle n Balsam in einem mehr oder weniger reinen Gefaße habe. Ie reiner das Gefäß, desto besser; denn desto kräftiger wird der unvermischte Balsam seine Wirksamkeit beweisen. Wenn wir demnach, bey unserer Ueberzeugung, daß die evangelische Kirche der reinste Behälter der seligmachenden Lehre sey, Gott herzlich danken, daß wir in dieser Kirche geboren und erzogen sind, und ihr als Glieder angehören; so wollen wir doch darum den edlen himmlischen Lebensbalsam auch in den andern Gefäßen ehren, und unsere andern christlichen Brüder, darum, weil sie nicht unsre Farbe tragen, ja nicht von unserer christlichen Liebe ausgeschlossen seyn lassen, oder auch nur sie durch de n Vorwurf kränken, daß sie in ihrer Kirche nothwendig müßten von Christi Gnade und dem Genusse seines Verdienstes geschieden seyn. Soll man doch, nach Iesu eignen Worten, von seinem Reiche gar nicht sagen: hier ist es oder da — in, dem es nirgends sich durch äußerliche Gebehrden, oder in einer äußerlichen Form zu erkennen gebe, sondern etwas Innerliches sey. Und also mag man denn wohl sagen, was auch genau mit der Erfahrung stimmt: es habe der Herr die Seinen überall, und überall, in jeder der besondern Kirchenabtheilungen, wo nur die Gnademnittel, nämlich das Wort Gottes und die heiligen Sacramente, nicht völlig unter den Scheffel gestellt sind; also nicht nur in unserer evangelischen; sondee n auch in der katholischen Kirche und unter den mancherley christlichen Secten, sofern bey ihnen nur der Gebrauch der Gnadenmittel ist, sey der Geist Gottes geschäftig, fein Amt zu verrichten

und und Christum in den Seelen zu verklaren. Hieher mag man auch wohl des Heilandes Ausspruch ziehen: „der Mnd blaset wo er will" (Joh. 3,8.); d. i., der heilige Geist wirkt hie und da, ohne darnach zu fragen, ob das Land, die Stadt, die Christengemeinde, der oder jener christlichen Kirchen - oder Gkaubensparthey zugethan sey. Und sehet, meine Geliebten! wo irgend der heilige Geist sein Werk hat, unter allerley Volk, wo er die Seelen durch das Evangelium erleuchtet, und in den Herzen den lebendigen Glauben an Christum wirkt, den Glauben, der durch die Liebe thatig ist in guten Werken, den Glauben, dadurch der Mensch in eine „neueCrearur" (2Cor.6, 17.) verwandelt wird, erfüllt mit heiliger Liebe zum Herrn, der ihn zuerst geliebt hat, daß er, von folcher eine heilige christliche Rirche, die Gemeinde der >He^ ligei: u. s. w." Seht hier, Geliebte! ganz deutlich ausgesprochen, wie wir die einige wahre christliche Kirche, außer welcher Niemand selig werden kann, uns vorzustellen haben. Wir dürfen da nicht an irgend eine sichtbare Kirchen- und Glaubensparthey denken; denn die Gemeinde der ^ Orte beysammen, de.^

^in Wort mit Freuden halt; .ie wahre christliche sich zu der evangelischen oder irgend einer andern christlichen Kirchenparthey halten. Der Herr erkennet ja doch die Seinen überall. Mögen seine Schaafe aus dem oder jenem Stalle zu Ihm kommen, wenn sie nur zu Ihm kommen, sich nur zu Ihm, als ihrem einigen Hirten, halten, und von Ihm

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;c Leben; und sie sol umkommen, und Niemand soll sie mir aus meiner Hand reißen. "(Joh. 10,28.) — In diesem Verstande spricht nun auch das allgemeine christliche

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da; sondern ihre Glieder sind zerstreuet unter Lutherane Reformirten, Katholiken und wie die Kirchenbenennungen sonst noch heißen mögen. So sammelt nun der heilige Geist überall, wo das Wort Gottes verkündigt wird, eine ungekannte, nur bloß von Gott erkannte Zahl von Seelen, die durch das Wort, als einen göttlichen Saamen, zu einem neuen himmlischen Leben wiedergeborensind, und diese allzumal, mögen sie hie oder da gesammelt seyn, zu dem oder jenem Volke, zu der oder jener sichtbaren Kirche gehören diese alle zusammen, deren gemeinsames Kennzeichen ein erneuertes Herz, ein himmlischer Sinn, heilige Liebe zum Herrn und lebendiger Eifer, sein Wort zu halten, ist, diese alle machen die eine wahre Kirche Christi, seine

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l und seine Woh.."..» . denu geschrieben steht: „Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln." Wenn wir hier aber natürlich auf die Frage geleitet werden: ist denn wohl auch bey uns die wahre Kirche des Herrn? so werden wir auf diese Frage die richtige Antwort dann erst finden, wenn

Gottes bey uns in dem g<

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ob das Wort

, ob's

lauter und rein verkündigt, dann aber auch mit herzlichem Verlangen gehört und ohne Zweifel, als Gottes untrügliche Wahrheit, aufgenommen werde. Denn, wo es nicht so ist, wo also das Wort Gottes entweder )t rein gelehrt — oder, wenn auch rein gelehrt, doch

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men, Vagegen wohl gar verachtet und verworfen, oder nur als Gegenstand des Wissens behandelt wird, da, meine Lieben! kann man ohn' alles Weitere dreist behaupten: obschon der Christenname daist, fo ist die wahre christliche Kirche doch nicht da. Indessen, auch

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auch gehört, und, im Allgemeinen, werde; so muß doch immer noch etw< wenn man sich zu der Annahme, daß dort die wahre Kirche Christi sey, soll für berechtigt halten. Namlich der heilige Geist, der außerlich durch das Wort der Schrift die Menschen lehrt, muß innerlich auch die göttliche Wahrheit deutlich, kraftig und lebendig machen. Darum sagt der Apostel auch: „Niemand kann Iesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist" (i Cor. 12, 3.), und unser Heiland spricht im heutigen Evangelio vom heiligen Geiste (V. 26.): „Derselbige wird euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe." So nur kann das Wort Christi seine Frucht im Herzen und im Leben bringen, und dann

nur

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