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Heucheln. Hat Christus, euer Heiland, euer Herz noch nicht gewonnen, ist Seine Liebe noch nicht das Element geworden, darinnen ihr lebt; so hilft's euch nicht, ob ihr evangelisch oder sonst wie heißt. Der wahren Kirche des Herrn gehört ihr sicherlich noch nicht an; indem der Heiland ja hier selbst das allgemeine Kennzeichen aller der Seinen darein setzt, daß sie Ihn lieben; — aber freilich nicht mit Worten und mit der Zunge; sondern mit der That und mit der Wahrheit. Darum fordert Er auch von allen, die Ihn lieben

s.) daß sie sein wort halten, wie Er denn hier im Cvangelio spricht: „wer mich liebt, der wird mein N?orr halten." Das eine folgt auch aus dem andern, so daß der Christ, gerade in dem Maaße, in welchem Christi Liebe in seinem Herzen wohnt, auch Lust und Eifer, so wie auch Kraft und Stärke in sich tragt, sein Wort zu halten. Wenn s demnach unter denen, die sich nach Christi Namen nennen, noch immer, leider! nicht wenige giebt, die Christi Wort, da, wo es ihren Lüsten Schranken setzt, und wider die Begierden des alten Menschen angeht, getrost bey Seite setzen, sich nicht daran kehren, entweder ihm eine Deutung zu Gunsten ihrer Lüste geben, oder auch wohl, unter dem Vorwand menschlicher Schwache, und mit dem selbst gemachten Troste, daß ihnen das alles, um Christi willen, vergebenwerde, geradezu übertreten; so hört ihr, liebe Seelen! des Heilandes Urtheil selbst, wie Er's im heutigen Evangelio über alle solche Namenchristen spricht, wenn Er da sagt (B. 24.); »wer mich nicht liebt, ver hält

Äauspsstille S.Bd. N Mtt'ne meine worce nicht." Daenm, Geliebte! wenn es bey uns auch solche giebt, die wohl auch Christi Iünger heißen, die aber nur solch ein bequemes Christenthum wollen, das ihrem Fleische keinen Zwang anthut, weßhalb sie auch von dem und jenem Gebot des Herrn, das ihren alten Menschen beschränkt, sich, unter allerley Vorwand, selbst entbinden; so merken wir, wenn wir das Vorhergehende recht verstanden haben, wohl, woran es eigentlich Key diesen Leuten fehle. Sie pflegen viel von ihrer menschlichen Schwachheit zu sprechen, und diese ist denn freilich auch offenbar genug, ja sie sind mehr als schwach, namlich wd in Ueberrrerung und Sünde. Aber das brauchte ja bey ihnen nicht so zu seyn, und wäre ihr Glaube an den Herrn lebendig; so würde auch die Liebe zu Ihm, wie sie vorhin beschrieben ist, ihr Inneres beleben, und dann, dann würden sie nicht mehr sagen: ich bin schwach (Jes.33,24.); sondern mit Paulus würden sie sprechen: „wenn ich schwach bin, so bin ich stark" (2Cor. 12,10.); und des Apostels Ausspruch würde dann auch der ihrige seyn: „ich vermag alles durch den, der mich mächtig machet, Christus" (Phil. 4, 1s.). So lange es aber dergleichen Leuten

? verborgenen Schatz des

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den und belebenden Liebe Christi fehlt; da können sie freilich auch fein Wort nicht halten, und da ist ihre geistliche Schwache, fo wie ihr taglicher Ungehorsam gegen Christi Wort und ihre leichtsinnige Uebertretung seiner Gebote, genaue Erfüllung dessen, was hier im Evangelio vom Heiland schon vorhergesagt ift: „wer mich nicht Uebc, der hälr meine Worte nicht." Wie ließe sich doch auch von Ihm, der da so freundlich zu den Mühselige» Und Beladenen spricht: „Rommet her zu mir — ich will euch erquicken" (Match. 11, 28.); und bald nachher: „mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht" (Cap. 11, so.) — wie, sage ich, ließe sich von Ihm, von welchem der Prophet bezeugt. Er wisse „mir den Müden zu rechter Zeit zu reden" (Zes.60,4.); auch nur ermatten, daß Er den armen Menschen, deren Schwachheit Er ja wohl am besten kennt, so fthwere Gebote gegeben, und also eben das gethan haben sollte, worüber Er doch selbst die Pharisäer tadelt, wenn Er spricht (Matth.S5,4.): „sie binden den Leuten schwere

und unerträgliche Bürden" nein, meine Lieben!

wer unsern Heiland auch nur eintgermaaße n kennt, der wird das nimmer glaublich finden. Aber das ist freilich wahr, daß alle seine Vorschriften und Gebote dem Geiste dieser Welt und mithin auch dem alten Menschen, wie wir ihn alle in uns tragen, schnurstracks zuwider sind; weßhalb denn Jedermann, der seine Worte halten will, erst einen neuen Geist empfangen haben und mit der Liebe Christi erfüllt feyn muß. Diese heilige Liebe Nur vermag die Lust des alten Menschen zu dampfen und den Weltgeist aus dem Herzen zu bannen. Und wie dagegen Christi Geist im Herzen lebt; so folgt nun freilich, daß man an sich bestatigt findet, was da geschrieben steht: „seine Gebore sind nicht schwer" (iJoh.6, s.)5 und was des Heilandes eigene Worte sagen: „Mein

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ab: „O Herr! dein Joch ist sanft, und deine Last ist leicht." — Darum: „wenn ich nur dich habe; so frage ich nichts nach Himmel und iLrde."

(Ps.7s, 26.)

Wenn man nun fragen wollte: wo sind denn aber dergleichen Leute? so ist die Antwort: überall, wo der Herr die Seinen hat, die seine wahre Kirche bilden; mit andern Worten: wo Seelen durch den heiligen Geist erleuchtet, zu Christo gebracht und zur Gemeinde seiner Auserwahlten gesammelt sind. In allen Kirchenverfassungen, die das Wort Gottes und die Sacramente haben, findet man ihrer, nur nicht gerade in großen Haufen; sondern zerstreuet, wie es vom Anfang war und immer gewesen ist, auch nicht gerade der Welt bekannt, oder wenn auch bekannt, dann für s Gewöhnliche von ihr verachtet, verlastert und verfolgt, wie es auch Jesu erste Iünger, die hohen Apostel, selber waren. Endlich ist auch noch zu bemerken, daß sie, obschon in Einem Geiste lebend, doch was die Gaben betrifft, sehr unterschieden sind, indem die Schrift ja selbst von Rindern, Jünglingen und Mannern in Christo spricht (1J0H.2,1s.); aber alle, alle gehören sie Christo an, alle sind sie Glieder seines Leibes und stehen unter Ihm, als dem gemeinsamen Haupte; und das giebt ihnen nun einen großen Vorzug vor allen andern Menschen, davon nun ^ . . 5. .

III.

noch, in aller Kürze, soll gehandelt werden.

Auch hier wird uns das heutige Evangelium ge

N s nügen

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