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nügende Belehrung geben. Zuvörderst lernen wir da, aus Jesu Motten

i.) daß die vorhin bezeichneten Glieder der einen wahren christlichen Kirche die große Gnade haben, daß Gott in ihnen ftine Wohnung genommen.

Eine erstaunliche Sache, meine Geliebten! die aber doch nicht darf bezweifelt werden, weil Iesus selbst, der Mund der Wahrheit, auf dissen Wort wir unbedenklich bauen, die große Sache uns mit de n deutlichsten Worten hier versichert. Hört doch, wie Er hierüber im Evangelio sich äußert! „wer mich liebt, spricht Er zuvörderst, der wird mein Wort haken, und — hier merke man wohl auf! — mein Vater wird ihn lieben; — wahrlich! schon eine Versicherung, die einen Glaubigen, einen wahren Iünger des Herrn, im tiefsten Herzensgrunde bewegen muß. Doch, das noch nicht genug, die Gnade geht noch weiter. — „ wir, fahrt der Heiland fort — Er meynt sich selbst, den Vater und den heilige« Geist — wir werden zu ihm Kommen und wot> nung bey ihm machen." — Sind das nicht Worte, meine Geliebten! die allen Verstand der Verstandigen übersteigen? Unbegreifliche Worte, die aber das glaubige Christenherz mit staunender Anbetung und demuthsvoller unbeschreiblicher Freude vernimmt. Wer freilich noch zur Welt gehört, wird sich entweder bey diesen Worten gar nichts zu denken wissen, oder aber nach sep nem Sinn sie deuten, d. h., ihnen eine matte, elende Auslegung geben. Denn „der natürliche Mensch vernimmt nun einmal nichts vom Geiste Gottes. Ja es ist ihm eine Thorhett und kann es nicht erkennen." (i Cor.s, 14.) Ich will nun aber versuchen, so weit die unvollkommene menschliche Sprache und meine eigene Schwachheit es gestattet, euch einen, wenigstens schwachen, Begriff zu geben, was hier der Heiland meyne. Er redet also von Menschen, die Ihn lieben und sein Wort halten. Zu diesen, sagt Er, wolle die Gottheit selbst, also der Vater, Sohn und heilige Geist, Vommen und Wohnung bey ihnen machen. Offenbar kann hier von keinem leiblichen Kommen die Rede seyn. Die Sache geht vielmehr ganz geistlich zu. Nur muß man daenm ja nicht glauben, es laufe alles auf bloße Gedanken und Vorstellungen hinaus. Es geht vielmehr mit denen, die das, was Jesus hier verheißt, an sich erfahren, wahrhaftig etwas vor, so daß sie es mit völliger Zuverlassigkeit erkennen und merken, daß sie Gott in sich wohnend haben. Wenn daher die Menschen dieser Welt Gott in der Ferne suchen, und Ihn, weit von sich weg, im Himmel wohnend sich denken, so weiß der wahre Christ, daß Gott mit nichten fern von ihm ist, daß er vielmehr Ihn bey sich selbst, ja in sich wohnend habe, wie Er sich denn in allen wahrhaft glaubigen Herzen spüren laßt, und da besonders seine Herrlichkeit offenbart, daß sie des Vaters Gnade, des Sohnes Liebe und des heiligen Geistes Treiben, auf göttlich-kraftige Weise inne werden. Daenm mag man denn ja wohl von allen denen, die zu der einigen wahren Kirche des Herrn, oder der Gemeinde der Heiligen, gehören, mit Grund der Wahrheit sagen: Gott sey ihr Haus - und Herzensfreund, mit welchem sie in innigster, vertraulichster Gemeinschaft leben. Und wie Er, zu der Zeit des alten Bundes, sein Haus und seine Wohnung in Ierusalem hatte, und da insonderheit sich offenbarte; so ist nun jedes Christenherz, dasIesum liebt und sein Wort heilig achtet, ein Heiligthum, darinnen Gott seine Wohnung hat, wie darum auch der Apostel Paulus zu den Glaubigen spricht: „wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seyd?" — O selige Menschen, die solcher Gnade gewürdigt sind! Haben sie Gott selber in sich wohnend; so haben sie ja auch de n Himmel in ihren Herzen, und also himmlischen Frieden, himmlische Liebe, himmlische Freude, mit einem Worte, himmlisches Leben, und das vielleicht in größter außerlicher Unscheinbarkeit, in zeitlichem Mangel, irdischer Noth, weltlicher Verachtung und Niedrigkeit. O welche wunderbaren Geschöpfe sind doch die wahren Jünger des Herrn, die Glieder seiner wahren Kirche auf Erden, daß auch die Engel des Himmels mit heiligem Staunen sie betrachten. Daß sie nun S.) auch einen siligm Frieden Gottes haben, folgt aus dem Obigen schon, doch spricht der Heiland noch besonders davon, wenn Er im Evangelio sagt: „DenFrie, den lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht gebe ich euch, wie die welt giebr." — Was hier der Heiland verheißt, und allen den Seinen verheißt, geht weit über alles, was irgend die Welt ihre n Kindern ge« ben kann. Mag sie dieselben mit Geld und Gut überschütten, mit Gunst und Ehre zieren, mit Lust und Ver

gnügnügen sättigen; Ems kann sie ihnen doch nicht geben, — den holden, erquickenden Seelenfrieden. Was aber ohne diesen auch der Begütertste, Geehrteste, und, welt« lichem Urtheil nach, Beglückteste sey, das haben tausend und aber tausend Erfahrungen schon zu allen Zeiten bewiesen, und immer noch findet man der sogenannten Glücklichen dieser Welt die Menge, deren Glück man möchte ein glanzendes Elend nennen, da Leidenschaft, Sorge, Furcht, Neid, Haß und ahnliche Friedensstörer in ihrem Innern also toben, daß ihre traurige Seelenzerrüttung nur allzusehr an jenes Wort der Schrift erinnert: „die Gottlosen sind wie ein ungestümes Meer" (Jes.67, so.). Ganz anders die, die ihren Schatz und Reichchum in dem Herrn, ihre Ehre in der Genoffenschaft seines Reiches, ihre Lust und Freude in seiner Liebe finden, — die da mit Assaph sprechen: „wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Lrde" (Ps. 7s, sö.). Die haben einen Frieden in ihrem Herzen, den keine Macht der Welt ihnen nehmen kann, der unter allen Stürmen des Schicksals unerschütterlich bleibt, der, unabhängig von dem Schicksalswechsel, oft da gerade am kräftigsten die Seele erquickt, wo alles scheint sich zum Verderben zu neigen. Das mag ein Frieden heißen, der „über alle Vernunft" ist. Denn Menschenvernunft hat keine Vorstellung von ihm, noch weniger hat sie die Macht, einen solchen Frieden hervorzubringen. Solcher Friede war in de n Märtyrern der ersten christlichen Kirche, und der alleinige Grund, daß sie, auch unter der Verfolgungshnze, standHaft in ihrem Glauben beharren, die grausamste Marter ruhig dulden, ja selbst dem quaalvollsten Tode mit Freudigkeit entgegen gehen konnten. Und wollt ihr wissen, wie sich noch jetzt bey wahren Iüngern Christi, die sanfte Ruhe, die standhafte Geduld, und auch wohl innere Freudigkeit erklart, die sie in einer bedenklichen Lage, unter gefahrvollen Umstanden, unter harten Schicksalsschlagen, im schweren Todeskampfe beweisen; so seht ihr hier die Erfüllung dessen, was der Herr den Seinen allen verheißen hat: „Meinen Frieden gebe ich euch; nicht gebe ich, wie die Welt giebt." — Wenn wir das alles nun erwägen; so leidet es doch wohl keinen Zweifel, daß wahre Christen, vor allen andern Men« , schen, sich eines sonderlich herrliche n Looses, schon hier in dieser Welt, zu erfreuen haben. Dazu nun aber sind auch wir, durch Gottes Gnade, so gewiß berufen, si> gewiß es uns von Gott beschieden ist, der sichtbaren Kirche Christi als Glieder anzugehören, und den Gebrauch der theuern Gnadenmittel zu haben. Wir wollen uns also, durch die Feyer des heutigen Festes, von Neuem erwecken lassen, dankbar die Gnade Gottes zu preisen, die uns, ohn'alle unsere Mitwirkung, seit unserer ersten Kindheit schon, und da wir kaum ins Leben getreten waren, der sichtbaren Kirche Christi einverleibt hat. Gewiß ist das eine große und nie genug zu preisende Wohlthat Gottes zu nennen. Laßt uns nun aber auch sorgen, daß wir die große Gnade, die uns vor Millionen armen Heiden zu Theil geworden ist , nicht mögen vergeblich empfangen haben. Durch die sichtbare

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Kirche,

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