صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

Kirche, in welche Gottes freye Gnade uns eingeführt hat, geht nun der Weg in die unsichtbare, oder in die Gemeinde der Heiligen, von welcher heute bey uns die

Rede gewesen ist. Ob wir nun aber bereits den großen Schritt in diese Eine seligmachende Kirche des Herrn gethan, ob Er, der Herr, uns heute könne zu denen zahlen, die Ihn lieben und sein XVort halten, ob wir demnach uns freuen können, daß Gott in uns auch wohne, und ob sein Friede, der über alle Vernunft ist, auch schon von uns geschmeckt worden si?, und noch unser Herz erquicke, das alles, meine Lieben! sind solche Fragen, die einem Ieden sein Gewissen beantworten muß. Ach! wie wünschte ich, ihr alle, meine Theuersten! möchtet hierüber von eurem Gewissen ein recht tröstliches erfreuliches Zeugniß bekommen. Doch wenn denn viele ein solches vielleicht noch nicht sich geben könnten; so wünsche ich diesen allen von Herzensgrund, als Segen des jetzigen Festes, daß ihnen der Geist des Herrn die Augen aufthun möge, sich selbst in ihrem geistlichen Elend so zu erkennen, daß sie bewogen werden, zu eilen, damit sie nicht mehr bloß den Namen Christi tragen; sondern Christum selbst gewinnen, in Ihm die Reinigung von ihren Sünden finden, und dadurch solche Leute werden, die Ihn lieben über alles, sein Wort von Herzen halten und so, als neue Creaturen, als Kinder Gottes, deren Herzen geheiligt, zu Tempeln Gottes geheiligt sind, mit einem göttlichen Sinn und Wandel die Kirche Christi zieren. Und Heil denen allen, die da mit solchem herzlichem Verlangen jetzt diese Statte verlast«,: lassen! Sie sollen eben hieran merken, daß der, Geist Gottes sein Werk an ihrer Seele begonnen habe, und wo er es begonnen hat, da will er's auch vollführen. Gebt euch darum, ihr Lieben! nur ganzlich seiner Leitung und seiner Pflege hin, und widerstehet dem guten Geist nur nicht; so wird er auch an euch sein Gnadenwerk vollenden, daß ihr schon hier das wahre Leben empfanget, und dort in jener Herrlichkeit, mit allen Auserwahlten, euch freuen wöget in ewiger und unaussprechlicher Freude. Amen.

[graphic]

Am zweyten heiligen Psingsttage.

Einleitung. — „wer euch höret, der höret mich. Xver euch verachtet, der verachtet mich." (Luc.1«, 16.) So sprach, Geliebte! der Heiland einst zu seinen Jüngern, zum deutlichen Zeugniß für die Welt, wie Er die armen galiläischen Fischer und Zöllner in ihrem Amte, als seine Apostel, geehrt wissen wolle. Alles namlich, was sie, als seine Bochen und Gesandten, reden oder schreiben würden, durch den heiligen Geist, das sollte von den Menschen, das soll auch heutiges Tages noch von uns, so angenommen werden, als wenn es aus dem Munde des Sohnes Gottes selber käme. Doch nicht auf die Apostel allein soll der erwahnte Ausspruch Christi gedeutet werden. Auch die verordneten Diener Christi jetziger Zeit, sofern sie das Wort Gottes lauter . . . . . und und rein verkündigen, und nach dem Inhalt dieses Wortes belehren oder ermahnen, strafen oder trösten, — sie dürfen, unbezweifelt und mit Berufung auf den erwahnten Ausspruch unsers Herrn, von ihren Anbefohlnen Achtung für ihr Wort, als für das Wort des Herrn, verlangen, und den Widerspenstigen, zu ihrer Warnung, den prophetischen Ausspruch zu Gemüthe führen: „Du verwirfest Gottes Wort, darum wird der Herr dich auch verwerfen." (Hos. 4,6.)

Indessen soll damit doch keinesweges behauptet werden, als waren die heutigen Kirchenlehrer den hohen Aposteln durchaus gleich zu achten. Denn zwischen uns, die wir in jetziger Zeit das Lehramt in der Kirche des Herrn bekleiden, und zwischen den Aposteln, die von dem Herrn berufen waren, sein Evangelinm in der Welt zu pflanzen, bleibt immer der große Unterschied, daß wir mit unsrer Lehre von den Aposteln abhangen, und an ihr Wort, als das wahrhaftige Wort des Herrn, gebunden sind, demnach dasselbe unseren Gemeinde n richtig auszulegen, und auf ihren von uns erkannten besondern Zustand anzuwenden haben. Wie das nun aber zwischen jenen Männern Gottes und allen heutigen Dienern Christi und seines Evangeliums einen großen und sehr wichtigen Unterschied macht; so darf man dennoch wieder eine gewisse Gleichheit zwischen beiden, den Aposteln des Herrn und den heutigen ächten Dienern Christi in seiner Kirche, behaupten, und diese Gleichheit zu bemerken, mit andern Worten, zusehen, was denn die jetzigen ächten Diener Christi gemein mit den Aposteln haben, das,

^ meine meine Geliebten! möchte ja wohl verdienen einmal den Inhalt unsrer heutigen Festbetrachtung abzugeben. Wir gründen dieselbe auf das ,

[graphic]

Evangel. Zoh. s, 16—21. 1.

Das vorgelesene Evangelium, meine Andachtigen! möge uns heute einmal Veranlassung geben, die wich' tige Frage zu erörtern:

„Was macht die jetzigen ächten Kirchen, „lehrer den ersten Dienern Christi/ oder ^ «den Aposteln/ gleich?"

Hier antworten wir in aller Kürze: . . , 1.) der gleiche Lehrer, den sie haben;: - . .: S.) die gleiche predigt, die ihnen befohlen ist — und endlich - , . . .- , !'^ - < . S.) die gleiche Freude über den Segen ihres Am, res, wie andrer Seits der gleiche Schmerz, wenn ihreArbeit scheint vergeblich zu seyn. Wenn wir demnach behaupten, daß zwischen den achten Kirchenlehrern jetziger Zeit und zwischen den Aposteln des Herrn sich eine gewisse Gleichheit oderUebereinstimmung erkennen lasse; so sehen wir bey solcher

Behauptung ,' r.: ?,> . .. fft,

. -.. -....>.! .-7Z'.:-,. -j.-':^ Li ^ i'-Z.'

auf den gleichen Lehrer ^ den diesi und jene haben. Von den Aposteln, als den vom Herrn berufenen allgemeinen Lehrern der Welt ^ .ist es bekannt, daß sie die Tüchtigkeit zu ihrem großen Berufe nicht, in den Schulen menschlicher Weisheit, empfangen haben. Ihr Stand vor der Welt, indem sie zu der Classe der Geringen im Volke gehörten, und arme Fischer oder Zöllner waren, widerstehet auch schon ganzlich der Vermuthung einer besondern Geistesbildung, die sie befahigt haben könnte, als Lehrer aufzutreten, zumal mit einer Lehre, die, wie der Apostel Paulus sagt, den Juden Acrgerniß und den Griechen eine Thsrheir war (1 Cor. 1, . ss.); wie sie noch heut zu Tage den natürlichen Menschen entweder ärgerlich oder thöricht erscheint. Nein solche Weisheit wird nicht in menschlichen Schulen erlernt, und von daher hat sie bis diesen Tag kein Mensch geholt, von daher konnten und sollten auch die Apostel sie nicht holen. Wie kamen sie aber dazu? und wie gewannen jene Manner, die sich so wenig durch ausgezeichnete natürliche Gaben, als durch erlernte menschliche Wissenschaft über ihres Gleichen erhoben, wie gewannen sie die Tüchtigkeit, die Welt mit einer neuen Lehre zu erleuchten, mit einer Lehre, gegen welche, seit fast 2000 Jahren, sich keine andere entgegengesetzte Lehre menschlicher Weisheit zu behaupten vermochte? — Die Antwort wird uns in der Schrift gegeben. Es waren nämlich jene Männer, wie der prophetische Ausspruch lautet, „von Gort gelehrt" (Joh. 6,46.), oder wie unser Heiland spricht: sie waren „vom heiligen Geist in alle Wahrheit geleitet« (Joh. 16, 13.). Und diese Wahrheit, deren Verkündigung ihnen vom Herrn befohlen war, die sie durch Rede und Schrift der Welt verkündigen sollten, verkündigt haben, und noch bis diesen Tag verkündigen; — wollen wir ihren ganzen Inbegriff

[graphic]
« السابقةمتابعة »