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in kurzen Worten haben, hier lesen wir ihn im heutigen Evangelio, da unser Heiland spricht: „Also hatGoct die welt geliebt, daß Er ftinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verlo, ren werden; sondern das ewige L.eben haben." Das hatten nun wohl die theuern Männer Gottes, die auserwahlten Iünger des Herrn, aus ihres göttlichen Meisters Munde, den Worten nach, schon langst gehört; aber der Kern der in den Worten verborgenen göttlichen Weisheit, oder, wie man es auch mit einem Worte Iesu ausdrücken mag, „das Geheimniß des Rei, ches Goues" (Marc. 4, Ii.), blieb ihnen doch so lange verschlossen, bis sie, nach der Verheißung Iesu, den heiligen Geist empfingen, von welchem der Heiland ihnen gesagt: „der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe" (Joh. 14, SS.); und weiterhin: „derselbige wird mich verklären" (Kap. 16, 14.). Und wie nun dieses, eben an dem Tage der Pfingsten, in Erfüllung gegangen war, da ware n die Jünger zu ihrem hohen Berufe göttlich geweihet und ausgerüstet. Nun erkannte ihr Glaube erst lebendig, was aller menschliche Verstand nicht zu erkennen vermag, nämlich die L.iebe Gottes, die da ist in «Aristo Jesu unftrm Herrn. Nun verstanden sie denn auch die Tiefe der Worte Iesu, die wir im heutigen Evangelio lesen: »Also hat Gott die welt geliebt, daß iLr seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben,

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nicht verloren werden; sondern dae! ewige ö.eben h« den" u. s. w. Da ging ein neues Leben in ihrem In« nersten auf, da brannten ihre Herzen, und es drang sie mächtiglich, der ganzen Welt das himmlische Evangelium von Gottes Liebe in Christo zu verkündigen. Und wohin sie nunmehr kamen, da priesen sie mit beredter Zunge die großen Thaten Gottes zur Rettung einer verlornen Welt, so wie den Glauben an Den, den Gs« für uns zur Sünde gemacht, aufdaß wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt (S Cor. 6, SI.); — da verkündigten sie den Sündern mit aller Freudigkeit den trostvollen Inhalt unsers Evangeliums, daß „alle, die an Ihn, an den gekreuzigten und auferstandenen Heiland, glauben, nicht sollen verloren werden; sondern das ewige Leben haben."

Soll denn nun aber, Geliebte! auch unsere Zunge beredt seyn, euch zu lehren den einigen rechten Weg zum Leben; so muß derselbe Geist, der jene ersten Bothen und Verkündiger des Evangeliums lehrte und erleuchtete, auch uns mit seinen Gaben erleuchten, und Christum so in unsee n Herzen verklaren, daß wir euch aus dem Glauben, den wir selber haben, und dessen Kraft wir an uns selbst erfahren, den göttlichen Rach zu eurer Seligkeit verkündigen mögen, so daß wir sagen können, wie da geschrieben steht: „ichglaube, darum rede ich" (Ps. 116, 1«.). — Ihr wißt ja wohl, wie der Apostel spricht: „Niemand kann Iesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist." (1 Cor. IS, 3.) Wie wollten wir denn anders ein rechtes Zeugniß von Iesu Chri

HauspsstiUe Z.M. O st0, sio, als emem, so wie unserm göttlichen Heilande, ablegen können, als wenn der heilige Geist erst Iesum in uns selbst verklart, Utw uns den tiefen Sinn der Worte aufgeschlossen hat: „Also dar Gott die Welt geliebt, daß Er seinen emgebornen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden; sondern das ewige ^.eben haben. — wer an Ihn glaubt, der wird nicht gerichtet." Diesen Spruch soll noch kein Mensch mit aller seiner Vernunft und Wissenschaft also verstanden haben, daß ihm davon das Herz lebendig geworden wäre. Hier stehen wir, wie Moses vor ^ dem feurigen Busch (2Mos. s, 2. ff.), und müssen die Schuh ausziehen und das Gesicht verhüllen, d. i., Ms demüthigen, unsere Kunst und Wissenschaft schweigen heißen, daß wir als Unmündige auf den exfleheten innem Unterricht des göttlichen Lehrers merken, der uns allein erleuchten und das Geheimniß Gottes im Evangelio offenbaren kann. Wo dieses nicht geschieht, wo man auf seinen Verstand, auf feine Gaben und die erlernte menschliche Weisheit sich verlaßt, da wird man zwar vielleicht ganz zierlich sprechen und schöne Worte machen, wie jene ftüschen Lehrer in Korinth, die da mit hohen Worten menschlicher Weisheit nur bloß den Ohven ihrer Zuhörer, nicht aber ihren Herzen predigten; dagegen aber wird man auf diese Weise nie rechte Frucht seines Amtes und seiner Arbeit erfahren. Ach! wie viele mühsam gearbeitete, und nach aller Kunst gehaltene Predigten verklingen da in den Ohren, und lassen in den Herzen der Hörer nichts zurück, daenm, daß nur

der der menschliche Prediger, nicht aber, durch des menschlichen Predigers Mund, der heilige Geist geredet hat. So sollte es aber doch seyn, und wo es also ist, da geht des Predigers Wort auch, in die Herzen ein und wirkt als Gottes Wort, daß auch die Frucht nicht außen bleibt, wie denn der Herr verheißen hat: „Das Won meines Mundes soll nicht leer zurück kommen; sondern es soll thun, was mir gefallt, und soll ihm gelingen , wozu ich's sende." ( Zes. 66,11.) .

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So war's bey den Aposteln, weil der Geist Gottes durch sie sprach. Und alle achten Kirchenlehrer, die sich vom heiligen Geiste lehren und treiben lassen, erfahren auch ihrer Seits es wohl, und oft genug, wo sie eö kaum erwartet haben, wie ihre schwachen Motte sich an den Herzen ihrer Zuhörer kraftig und gesegnet beweisen. — Da sehet denn, Geliebte! wie sich der heilige Geist, der durch die ersten Bochen des Evangeliums, die heiligen Apostel, zu den Menschen redete, und todte Seelen lebendig machte, noch heute in der Kirche des Herrn geschäftig beweist, wie er insonderheit die rechten Lehrer bildet, und ihnen, nach des Heilandes Ausspruch (Luc.si, 16.) Mund und Weisheit giebt, daß ihre Rede, von einer göttlichen Kraft begleitet, die Herzen gefangen nimmt unter den Gehorsam des Glaubens, und so die Seelen von der Finsterniß zum Licht, vom Tode zum Le-. den bringt. , . '-^

Ist es denn nun derselbe göttliche Lehrer, der die Apostel in alleWahrheit leitete, und der die heutigen achten Kirchenlehrer bildet und tüchtig macht; so findet ja

O 2 offenoffenbar zwischen diesen und jenen eine gewisse Gleichheit Statt, die wir denn weiter

II.

auch erkennen in

der gleichen predige, die ihnen befohlen ist.

Was die Apostel predigen mußten, die göttliche Bothschaft, die sie, als Diener Christi und als Haue, Halter über Gottes Geheimnisse (l Cor.4, 1.), der ganzen Welt zu verkündigen hatten, liegt offen in ihren Schriften uns vor Augen. So spricht der Apostel Paulus (1 Cor. 2,2.): „Ich hielte mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unrer euch, ohne allein Issum Chri, stum, den Gekreuzigten." Und wenn Iohannes, der Jünger, den Iesus lieb hatte, zum Schlusse seines Evangeliums sich über den Zweck erklart, den er dabey sich vorgesetzt habe; so lauten seine Worte darüber (Joh. 20, 31.): „daß ihr glaubet, Jesus ^ Christ, der Sohn Görkes, und daß ihr durch de» Glauben das L.eben habet in seinem Namen/' Damit stimmt völlig überein, was der Apostel Petrus, in seiner Rede an den Hauptmann Cornelius, sagt (Apost. Gesch. 10, 42. ff.): „Er — Iesus Christus — hat uns geboren, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Leben, digen und der Tsdten. Von diesem zeugen alle pro, pheten, daß, durch seinen Namen, alle die an Ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen." — So war demnach, was aus den angeführten Worten

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