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ten schon zur Genüge erhellet, das eigentliche Amtsgeschäft der Apostel, oder der Auftrag, den sie als Christi Diener und seine Bothen auszurichten hatten, — die Predigt von Iesu Christo, als dem Versöhner der Sünder, den „Gott für uns zur Sünde gemacht, aufdaß «?ir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." (2 Cor. s, 21.) Es hatten also die heiligen Manner darum vom heiligen Geist die göttliche Weihe zu ihrem Apostelamte empfangen, daß sie der sündigen und verlornen Welt eine göttliche Friedens- und Freudenbothschaft verkündigen sollten, wie davon auch Iesaias weissagt, wenn er spricht (Kap. 62,7.): „wie lieblich sind die Füße der Bochen, die da Frieden verkündis gen, Gutes predigen, Heil verkündigen." Und demzufolge war der Inbegriff der Lehre, die jene göttlich erleuchteten Bothen des Herrn den Iuden, wie den Heiden verkündigen mußten, gerade dieselbe große göttliche Heilswshrheit, die uns das heutige Evangelium in de n Worten meldet: „Alst hat Gott die welt (die sündige, verlorne Menschenschaar) geliebt, daß er stinen eing« dornen Sohn gab (in Leiden und Tod hingab), auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden; sondern das ewige Kleben habe»." Kann es nun aber für sündige, dem Tode verfallene, und unter dem göttlichen Fluche liegende Menschen wohl eine erfreulichere Bochschaft geben? Und sehet, Geliebte! dieselbe hohe Friedens- und Freudenbothschaft ist uns auch anvertrauet vom Herrn, daß wir sie euch, von Gottes wegen, verkündigen und euch zu Christo locken mögen, dem

O s fremdfreundlichen Heiland voller Liebe, der euch die süßeste Erquickung, jaL.eben und volle Gnüge umsonst, und ehe ihr noch das Allermindeste für Ihn gethan, derlei« he n will, bloß, weil Ihn euer Elend jammert, und seine göttliche Liebe, die auch für euch das Lebe n gelassen, nach euerer Errettung vom Verderben und eurer ewigen Herrlichkeit und. Seligkeit sich sehnt. Da sind wir nun gleich jenen Hochzeitbittern, die von dem Könige ausgesandt, die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden, ja das Gesindel, das hinter den Zaunen lag, zusammenrufen, und zur Erquickung an des Königs Tafel mit den Worten einladen mußten: „Rommet, es ist alles be, reit!" (Luc. 14, 17.) Solcher freundlichen Bothschaft halber, die wir den Sündern und Verlornen, zufolge des vom Herrn empfangenen Auftrags, bringen müssen, kommt uns der Name: „Diener des Evangeliums", oder „evangelische Lehrer" zu, und so wird unser Amtsgeschäft von dem Propheten Iesaias (Kap. 61,1.) mit den Worten beschrieben, daß wir sollen „den Gefangenen eine Erlösung predigen, den Gebundenen eine Oeffnung, und Friede den zerschlagenen Herzen." — Aber freilich, wenn eure Herzen noch nicht zerschlagen sind, wenn ihr, in eurer angebornen geistlichen Blindheit, euch noch nicht als Gefangene und Gebundene erkennt, und eure Ketten, womit euch Satan gebunden hat, nicht fühlt, sprecht vielmehr immer noch von Frieden, wo doch kein Friede ist, schlaft hart am gahen Abgrund des Verderbens, und liegt, bey offenbarer Gefahr, in süßen Traumen da; denn freilich! können und ', ^ i dürdürfen wir nicht süße Worte zu euch reden, und euch dadurch noch mehr in den verderblichen Schlaf der Sicherheit einwiegen. Nein! Geliebte! da gebietet vielmehr der Herr, und da gebietet auch die Liebe zu euren Seelen, daß wir, als treue Wächter, unfre Stimme erheben, kraft jenes göttlichen Befehles (Jes. 68, i.): „ Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme, wie eine posaune", daß wir demnach euch schlagen mit dem Wort, und Mosis Stab gebrauchen, ob Gott euch Gnade gebe, aus eurem tödtlichen Schlummer zu erwachen, und euer geistliches Elend, wie eure große Seelengefahr, mit Schrecken wahrzunehmen. — So muß denn freilich der treue Christenlehrer, bey feinem freundlichen Beruf, die Seelen zu der lebendigen Lebensquelle zu führen, auch das Gesetz gebrauchen; nicht daß die Meynung dabey ware, die Seelen unter das Ioch zu bringen, daß sie sich abarbeiten und doch nichts vor sich bringen; denn es kann ja doch einmal kein einiger Sünder selbst sich bessern, die Sünde ist ihm zu machtig, und wider den Starken, der ihn gefangen halt, reicht alle menschliche Kraft nicht aus. Aber erkenne nur der Sünder dies große Elend erst bey sich, leugne nur nicht, wie 'leider! Viele thun, dasselbe weg, denke nicht, er Ware frey, weil er es traumt und vielleicht lange schon traumt, und wird ihm dann, bey rechter Erkenntniß feiner Seelengefahr, im Herzen bange und weh, und fragt Ä mit gebeugtem und gebrochenem Sinn:- „was muß ichchuil, daß ich selig werde?" fehet, Geliebte! dann dürfen

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wir solchem Menschen, solchem zur Buße erweckten Sünder,

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der, kein einiges hartes Wort mehr sagen, dann verkündigen wir ihm, als evangelische Lehrer, nach göttlichem Auftrag, lauter Friede und Gnade; dann rufen wir ihm mit Freuden das Wort des Lebens, aus Jesu Munde, zu: „Also h« Gore die Welt geliebt, daß er seinen eingebsrnen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden; sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sshn nicht g« sandt in die welt, daß Lr die welt richte; sondern daß die Welt durch Ihn selig werde, wer an Ihn glaubt, der wird nicht gerichtet." Mit solcher Lehre und solchem freundlichen Zuspruch suchen wir denn auch den angefochtenen Seelen, wenn sie in Stunden und Augenblicken geistlicher Schwachheit zagen wollen, von Neuem Muth zu machen, und sie zum frischen, fröhlichen Glaubenstroste zu ermuntern. Kurz: alle unsere Amtsvortrage, und unser ganzes Seelsorgeramt hat schlechterdings kein anderes Ziel, als euch dahin zu leiten, daß ihr in Christo recht gegründet und innig und wahrhaftig für Zeit und Ewigkeit mit Ihm vereinigt werdet; denn wir wissen wohl, wie da geschrieben steht: i, Es ist in keinem Andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, in welchem sie sollen selig werden." (Ap. Gesch. 4,12.)

Das war der Glaube und die Lehre aller Apostel des Herrn; — das ist denn auch der Glaube und die Lehre, daran man heutiges Tages die wahren Diener Christi, und die vom Herrn bestellten und verordneten Bothen der evangelischen Wahrheit erkennt. Darf nun insofern auch von einer gewissen Gleichheit zwischen allen ächten Lehrern der christlichen Wahrheit und zwischen den Aposteln, als erstee n Verkündigern derselben, die Rede seyn; so findet sich solche Gleichheit zwischen beiden auch endlich

III.

M der gleichen Freude über den Segen ihres Am,
tes, wie in dem gleichen Schmerz, wenn
ihre Arbeit scheint vergeblich zu seyn.

Die heiligen Apostel, welche alles verleugneten, um dem vom Herrn empfangenen großen Berufe zu leben, auf alle Bequemlichkeit des Lebens, auf jeden > weltlichen Vortheil und Genuß verzichteten, und dagegen ein Leben voller Mühsal und Gefahr, selbst Leibes- und Lebensgefahr, erwählten; — sie hatten doch auch Freude, '", und solche Freude zu genießen, die, wie sie himmlisch erquickend ihrem Herzen war; so auch mit neuem Muth , und neuer Kraft sie rüstete, in dem begonnenen Werk! der Liebe, trotz aller Mühsal und Gefahr, zu beharren. ^ Was war denn aber ihre Freude, darüber wir sie Gott preisen hören? Es war die sichtbare Fruchtbarkeit ihres Amtes, das fröhliche Gedeihen des von ihnen ausgestreueten göttlichen Saamens, die Kraft ihrer Predigt, durch welche Schaaken verlorner Sünder von der Finsterniß zum L.icht, von der Gewalt des Satans zu Gott be, kehrt (Ap. Gesch. SS, 18.), zur herrlichen Freiheit der Rinder Gottes gebracht, mit einem unaussprechlichen Frieden Gottts erquickt, und zur lebendigen Hoffnung K einer zukünftigen ewigen Herrlichkeit erhoben wurden, b

Das

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