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Das wußten sie von allen, die ihrer Predigt glaubten und solche aufnahmen, nicht als Menschenwort; sondern — wie es auch wahrhaftig ist — als Gottes Wort (i Thefs. 2,1s.), die also durch die Predigt des Evangeliums, unter mitwirkender Kraft des heiligen Geistes» zum wahren, lebendigen Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, als ihrem göttlichen Heiland, gelangten. Diese alle, so hatte ja der Heiland selbst gesprochen, konnten, wer sie auch immer vorher waren, nun nicht verloren gehen; waren vielmehr gewiß, das ihnen von dem Herrn erworbene und ganz bestimmt verheißene ewige Leben zu empfahen. Da möge man sich nun die hohe Freude jener heiligen Manner, der ersten Herolde Christi, denken, wenn sie ihr geistliches Ackerfeld überblickten, wo große Mengen sich ihren Augen darstellten, von denen sie sagen konnten: „Diese alle waren verloren und sind nunmehr gerettet, — ja diese Rauber, Hurer, Ehebrecher, Weichlinge, Geizige, Trunkenbolde, Lasterer und dergl. — sie sind nun abge, waschen, geheiligt, gerecht worden, durch den Namen des Herrn Jesu und durch den Geist unsere Gov tes (iCor. 6, Ii ); sind nunmehr unsere lieben Brüder und Miterben der zukünftigen Herrlichkeit." — Solcher Segen ihrer Arbeit ließ denn die heiligen Manner gern vergessen der sauren Mühe ihres schweren und gefahrvollen Amtes, und solche Krone ihres Amtes, wie der Apostel Paulus seilte Bekehrten nennt (Phil.4, i.), entschädigte sie vollkommen und überschwenglich ftir alle die Schmach und Verfolgung, womit die Welt ihnen lohnte.

Mögen nun die heutigen Diener Christi und Bothen des Evangeliums sich auch nicht gleicher Fruchtbarkeit ihrer Arbeit rühmen können; so ist es doch die gleiche Freude, nämlich Freude über gerettete, durch ihre n Dienst gerettete Seelen, wornach sie trachten, daenm sie beten, und die ihnen auch verheißen ist, wie denn geschrieben steht: „Das Wort aus meinem Munde sott nicht leer zurückkommen" (Jes. 66,11.), und wiederum (Jes. 67,19.): „Ich will Frucht der Lippen schaffen/' Und wenn nun treue Lehrer in ihrem Amte Erfahrungen machen, wie sich der Herr in Gnaden zu ihrer Arbeit bekenne, wenn ihre Predigt sich an den Herzen ihrer Anvertrauten kraftig beweist, wenn die Blinden sehen, die Lahmen gehen, und die todten Seelen zum neuen geistlichen Leben erwachen, wenn die Erweckten ihren neuempfangenen himmlischen Sinn nun auch durch einen neuen himmlischen Wandel beweisen, und von der Welt sich unbefleckt erhalten, wenn sie fest stehen als Christi Streiter, und, bewahrt in der Versuchung, wachsen an dem inwendigen Menschen, und Christo immer ähnlicher, nach seinem Bilde immer mehr erneuert werden; so ist das unbestritten die größte Freude, deren treue Lehrer, als Diener des Herrn, hier zu genießen gewürdigt werden. Zu diesem Zwecke bieten sie ja auch einzig und allein all' ihre Kräfte auf, fo wie der Landmann, um der gehofften Erndte willen, im Schweiße feines Angesichts sein Feld bestellt, — um diesen Segen ihrer Arbeit beten sie auch, so wie der Landmann betet, daß Gott seine Arbeit segnen und eine gedeihliche Erndte aus Gnaden de n bescheeren wolle. Und wie der Ackersmann sich freuet, wenn seine Saaten gedeihlich wachsen und eine ergiebige Erndte versprechen; so freuet sich der Diener Christi auch, wenn er in seinem Amt Erfahrungen macht, daraus er abnehmen kann, daß seine Arbeit in dem Herrn doch nicht vergeblich sey, wenn er die frohe Entdeckung macht, daß seine geistliche Saat zu keimen und aufzugehen beginne, und daß er demnach hoffen dürfe, dereinst auch seine Garben beyzutragen zu der zukünftigen ewigen Erndte des Herrn. So, meine Andächtigen! so sind demnach der Reichthum, und die Schätze, so wie die Freude aller wahren Diener des Herrn und seines Evangeliums von eben derselben Art, wie einst bey den Aposteln, nämlich: durch ihren Dienst gerettete, vonSündenbanden frey und selig gewordene Menschenseelen. Die lieben sie denn auch, als ihre Kindlein in dem Heren, mit einer Liebe, von welcher die Welt gar keine Vorstellung hat, wie sie denn auch nicht weiß, und sich nicht denken kann die Sorge treuer Diener des Herrn, daß ihre Kmdlein in der Wahrheit bleiben, und durch die mannichfachen Gefahren ihres Laufes bis zu dem Ziele ihrer herrlichen Vollendung glücklich dringen. Da giebt es unter der Heerde, die ihnen befohlen ist, nicht allein Störrische und Widerspenstige, auch Schwache und Gebrechliche haben sie zu pflegen, auch Angefochtene und Wankende zu befestigen, und dabey treten obenein wohl noch besondere bedenkliche Umstände ein, wie z. C. Spaltungen unter den Erweckten, wie es zur Zeit der Apostel in Korinth geschahe, daß einige der Neubekehrten sich paulisch,

andere andere apollisch, noch andere kephisch und wieder andere christisch nannten, wogegen Paulus eifert (i Cor. i, 12. ff.). Wenn das nun schon den heiligen Mannern Sorge, Kummer und Herzeleid.machte, wenn der betrübende Einfluß, den Rottengeister und Irrlehrer sich zu verschaffen suchten (Gal. 1,7.), die treuen Knechte des Herrn mit schmerzlicher Wehmuth erfüllte, so mußte die Wahrnehmung, wie der gestreuete Unkrautsaame wachse, und den Acker des Herrn verderbs, wohl zu den schmerzlichsten Amtserfahrungen der Männer Gottes gehören, die, ihrem Beruf zufolge, nur Seelen für den Herrn zu gewinnen, und also das Reich Christi zu baue n und auszubreiten, mit aller Anstrengung ihrer Kraft und mit der größten Selbstverleugnung bemühet waren. So hören wir auch, wie der Apostel Paulus im rührendsten Klagetone schreibt (Phil. 5,18.19.): „Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit weinen, die Feinde des Rreuzes Christi; welcher iLnde ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind." Und sehet, Geliebte! solcher irdische Sinn, der heute noch, als ein Unkraut aus der Hölle, in den Christengemeinden wuchert, der macht, bis diesen Tag, den treuen Knechten des Herrn nicht wenigen Kummer. Denn was kann da ihr Saen und Pflanzen helfen? Entweder fallt der gute, göttliche Saame, den sie streuen, an den Weg, und wird zertreten und von den Vögeln gefressen, wie es bey denen ist, die da wohl kommen und hören, und hören Iahr aus,

Jahr Jahr ein, aber nichts von dem Gehörten dringt in ihr Herz, daß es darinnen keimen, und wachsen und Früchte bringen könnte; oder wenn ja ein Körnlein von dem göttlichen Saamen des Herzens Grund und Boden berührt; so wird solch himmlisches Saamenkörnlein bald erstickt, indem man hingeht unter die Sorgen, den Reichthum und die Wollust dieses Lebens, die da, gleich wildwachsenden Dornen, der guten Saat die Kraft, sich zu entwickeln und zu wachsen, benehmen. Oder endlich, wenn auch der gute Saame des Worts ins Herz gefallen ist, und da zu keimen begonnen hat; so sind auch gleich die Menge feindseliger Gegenwirkungen da, die es nicht dahin kommen lassen, daß er gedeihlich wachse und Früchte bringe. Da stellt sich bald Verführung ein, die lok

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l laßt sich vernehmen, ein soge

fruchten; so wird die Waffe des Spottes versucht, und wenige sind, die diesem Angriffe zu widerstehen vermöchten. Dagegen giebt es, ach! wieviele, die ihm erliegen, so daß der treue Diener des Herrn mit schmerzlichem Erstaunen gewahren muß, wie so gar bald die frü^ geschwunden sind, und wie das edle

abgestor

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sehen, und alle Tage aufs Neue die Erfahrung zu machen, um was für schlechten, spöttlichen Preis sich theuer erkaufte Seelen an den Satan verkaufen, wie sie, als Blinde und Rasende, die göttliche.Liebe, die sie retten und hoch erheben möchte, nur zum Gespötte machen

und

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