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und unaufhaltsam forteilen in ihren gewissen und ewigen Untergang — dies alles, Geliebte! zusehen und wahrzunehmen, das ist, o glaubt es mir! des redlichen Dieners Christi größter und herzangreifendster Schmerz. Je treuer er es meynt, je richtiger er den hohen Werth einer theuer erkauften Menschenseele zu schatzen weiß, je höher dabey die Vorstellung ist, die er von seinem Amte, und der damit verbundenen großen Verantwortlichkeit, gewonnen hat; desto schwerer drückt die Last des Amts auf ihn, und desto härter fallt es ihm, daran zu denken, wie viele seiner Anvertrauten er wohl dereinst, an jenem Tage, dem Herrn, als selige Beute, und als Gewinn des anvettrauten Pfundes, werde darzubringen haben. Solche Frage, meine Geliebten! — laßt es mich offen gestehen! — hat mein Herz manches Mal mit emem bittern Wehmuthsgefühl, ja mit Furcht und Grauen gethan; denn leider! weiß ich ja von Vielen, und, was am meisten schmerzt, sogar von Solchen, von welchen ich meynte, gute Hoffnung hegen zu dürfen, daß sie auf einem Wege wandeln, den das Wort Gottes mit größter Entscheidenheit bezeichnet als den Weg, der ins Verderben und zur Verdammniß führt. Und alle Warnungen, Bitten und Ermahnungen — sie scheinen bis jetzt Hey einer ziemlichen Menge der armen verblendeten Seelen verloren zu seyn, so daß ich auch der Furcht mich 'nicht erwehren kann, einmal mit Seufzen ihrethalben vor dem Gericht des Herrn zu einer schmerzlichen Rechenschaft erscheinen zu müssen. Aber — das ist euch nicke gm — sagt die Schrift (Hebr. is,i?.), und überhaupt

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'. sind Seufzer eines Lehrers, der die ihm anvertrauten Seelen auf feinem Herzen tragt, eine schwere Last für diejenigen, die solche Seufzer ihm machen. Wenn nun dergleichen Seufzer auf mancher Seele ruhen, die diefer Gemeinde angehört, ach! so möchte ich es von Gottes Gnade erringen können, daß alle, alle in dieser Gemeinde, die auf dem breiten Wege wandeln, nur erst aus ihrem gefahrlichen Taumel erwachten und nüchtern würden, um ihre große Gefahr zu erkennen, — damit sie dann, gejagt von Furcht und Angst, und gepeinigt von ihrem erwachten Gewissen, doch endlich möchten die ernste angelegentliche Frage thun: wo finde ich Ruhe fur meine Seele? und „was muß ich thun, daßichstlig werde?" Dann wollte ich ihnen, mit Freudenthranen, bezeugen das Lieblichste, was sie irgend hören könnten. Gott Lob! wollt' ich zu ihnen sagen; so hat der treue Hirte euch, seine armen verlornen Schaafe, nun auch gefunden, und der Geist Gottes hat auch in euch sein Werk begonnen, nicht daß er's wieder liegen lasse; sondern daß er es vollführe, bis an den Tag Jefu Christi (Phil, i, 6.). Wendet euch nur getrost und ohne alles Bedenken an Den, der euch in euren Sünden, da ihr noch fern von Ihm waret, geliebt hat bis zum Tode, und der sein Blut darum vergossen hat, daß es euch reinige von allen euren Sünden. Glaubt an den Herrn Iesum Christ; so werdet ihr selig; denn „alsi> hat Gott die welr, d. h., die ganze verlorne Sünderschaar, also auch euch, geliebt, daß er seinen eingebsrnen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben — d. h.,

, - zu zu Ihm, als ihrem einigen Erretter und Sündenttlger, mit ganzem Vertrauen ihre Zuflucht nehmen, und ihre Hülfe und Heilung, ja herrliche Vollendung von Ihm mit Zuversicht erwarten, nicht mögen verloren gehen; sondern das ewige L.eben haben." — Am Sonntage Trinitatis.

Hier schließe ich meine heutige Rede. Ich habe nun wiederum, nach dem Befehl des Herrn, den guten, von Ihm selbst empfangenen göttlichen Saamen gestreuet. Freilich wird's auch dieses Mal wohl gehen, wie der Heiland in dem GleichniS (Luc. 8, s. ff.) sagt vom Saamen, der an den weg, und auf den Fels und unter die Dornen gefallen. Doch etliches — sagt Er ja auch weiter — fiel auch auf ein gutes L.and, und trug da seine Frucht. Und so will ich gern mich auch der Hoffnung trösten, daß der in gegenwärtiger Stunde hier ausgestreuete göttliche Saame nicht überall verloren seyn werde, und demnach meine Arbeit Dem befehlen, an dessen Segen alles gelegen ist. Er fegne denn auch dieses Wort, das ich in seinem Namen, wiewohl nur stammelnd, euch verkündigt habe; und soll ich hier die gute Frucht davon nicht sehen, wiewohl es mich darnach von Herzensgrund verlangt, so lasse Er mich nur dort die Freude,genießen, mit Euch, ihr Lieben alle, zu seiner Rechten zu stehen, und zu Ihm sprechen zu können: Hier bin ich, Herr! und die du mir gegeben hast, ich habe deren keinen verloren. Amen!

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Einleitung. — Der heutige Sonntag, meine Geliebten! erinnert uns durch seinen Namen — „Trinitatissonmag", oder auch „das Fest der heiligen Dreyeinigkeir" — an ein Geheimniß unsers christlichen Glaubens. Als Christen nämlich, deren Glauben sich auf die Offenbarung Gottes in seinem Worte gründet, bekennen wir einen andern Gott, als Iuden und Heiden, Türken und sogenannte Vernunftglaubige haben. Unser Gott ist zuvörderst ein einiger Gon (6 Mos. 6,4.), und indem wir diesen einigen Gott als Schöpfer und Erhalter, so wie als Herrn und Regierer über Himmel und Erde bekennen, verwerfen wir auf das Bestimmteste den heidnischen Wahn, wornach das göttliche Wesen sich unter Mehrere theilen soll, so daß ein jeder der sogenannten Götter sein eigenes, besonderes Gebiet zu beherrschen habe. Mit gleicher Entschiedenheit aber behaupten wir auch gegen Iuden und Türken, wie gegen die sogenannten Vernunftglaubigen, daß ihr Glaube an einen einigen Gott von unserm christlichen Glauben weit , unterschieden sey. Denn obschon wir Christen auch nur einen einigen Gott erkennen; so unterscheiden wir doch, der heiligen Schrift zufolge, drey göttliche Personen, Vater, Sohn und heiligen Geist, und glauben, daß diese drey, in ihrer unzertrennlichen Gemeinschaft unter einander, das Eine göttliche Wesen sind. Der Vater also ist

ein andrer als der Sohn und der heilige Geist, und so ist jede der drey göttlichen Personen verschieden von den andern, doch aber sind die göttlichen Personen so untereinander und miteinander verbunden, daß eben aus dieser Verbindung, und aus der Beziehung, in welcher jede der drey göttlichen Personen zu den andern stehet, gewisse, zum göttlichen Wesen nothwendig gehörende, Eigenschaften hervorgehen, die außer solcher Verbindung und Beziehung gar nicht da seyn könnten. So würde demnach der Vater, außer der Gemeinschaft mit dem Sohne und dem heiligen Geiste, nicht alle göttliche Eigenschaften haben, mithin nicht Gott seyn können; wie auch der Sohn ohne seine Gemeinschaft mit dem Vater und dem heiligen Geiste, und wiederum der heilige Geist, ohne seine Verbindung mit dem Vater und dem Sohne, nicht aller göttlichen Eigenschaften theilhaftig seyn könnte. — Das ist die Lehre des Christenthums von dem dreyemigen Gort, eine Lehre, die, ob sie schon von menschlicher Vernunft nicht kann begriffen werden, doch sicher genug in Gottes Offenbarung durch sein Wort begründet ist, weßhalb das Unbegreifliche dersel« ben den Christen keinen Grund zu ihrer Verwerfung geben kann. Was wäre doch ein Gott, den unsre arme, beschrankte, und obenein noch durch die Sünde getrübte Vernunft begreifen könnte? Und nun frage ich weiter: wo soll doch die, schon von den ersten Christen, und seitdem durch alle Jahrhunderte von allen wahren Christen geglaubte und bezeugte Lehre von einer Dreyeinigkeit des göttlichen Wesens hergekommen seyn? Von einer ver

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