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neuen Geburt, wohl so viel merken, er müsse ebenfalls im Innersten seines Wesens göttlich geändert und erneuert werden, mithin von seinem natürlichen Sinne befreyet, einen neue n himmlische n Sinn bekommen. Das hatte er nun schon aus den Prophet« wissen können, indem wir da das Wort der Verheißung lesen: „Ich will ein neues Herz, und einen neuen Geist in euch geben" (Ezech. S6, SS.), und wie da weiter geschrieben steht: .„Ich will das steinerne Herz ans eurem Fleische wegnehmen, und euch ein fleischern Herz geben." (V. S6.) Und wie nun diese Verheißung an allen wahrhaft Glaubigen, seit der Apostel Zeit, erfüllet ist; so muß sie auch an uns erfüllet werden, wofee n wir uns des Namens wahrer Christen rühmen und unsrer seligen Vollendung dort, als Christi wahre Angehörige, wollen gegenwartig seyn. Das außerliche Bessern und Schmücken macht's hier nicht; denn, wie die Sünde, in ihrer mannigfachen Gestalt, im Herzen ihre Wurzel hat, wie auch der Heiland spricht: „Aus dem Herzen kommen arg« Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerey, Dieberey, falsch Zeugniß, Lästerung" und alles, was den Menschen vor Gott verunreiniget (Match, is, 19.); so darf kein Mensch des Wohlgefallens Gottes, als der nur stets das Herz anstehe (i San,, is, 7.), sich ehe trösten, als bis sein Herz geandert, und mit der Liebe Gottes und einem neuen, himmlischen Sinn erfüllet ist, oder, um es mit Jesu Worten zu benennen, bis er von Neuem geboren und eine neue Crearur in Christo (s Cor.S, 17.) geworden ist. DaS hatte nun aber Nikodemus bis

Qs jetzt jetzt noch nicht bedacht, und so war denn auch, bey aller seiner Mühe, nach dem Gesetz unstraflich sich zu halten, sein Innerstes noch nicht geheiligt, sein Herz noch immer in seinem alten, natürlichen Zustand, also ohne wahre Demuth und ohne rechte Liebe zu Gott und zu dem Nächsten. Kurz, das erste und vornehmste Gebot im Gesetz: „du sollst lieben Gsrc, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüche, und deinen Nächsten als dich selbst" (Matth, ss, 37.), das hatte Nikodemus zwar im Buche und in den Buchstaben der Schrift, aber ins Herz war's ihm noch nicht geschrieben, wie doch die Verheißung lau- tet: „ich will mein Gesey in ihr Herz geben, und in ihren Sinn schreiben." (Jer. 31, ss.) Und gerade so steht auch die Sache mit uns, so lange wir noch in unserm natürlichen Zustand uns befinden, und von der nmen Geburt aus Gott noch nichts erfahren haben. Darum fordert der Heiland hier ganz allgemein und ohne Unterschied von Iedermann, der zu dem Reiche Gottes gelangen will, daß er geboren werde aus Wasser und Geist, womit er zu erkennen giebt, es sey die eben erwahnte innerliche Veranderung und Sinneserneuerung so wenig Menschenwerk, als sich der Mensch selbst das natürliche Leben geben könne. Es bringe vielmehr der heiligeGeist das neue geistliche Leben in dererSeelen hervor, die durch die Wassertaufe in die Gemeinschaft des Sohnes Gottes gekommen seyen. Wie wir nun aber alle auf Iesu Namen die heilige Taufe, und damit die Verheißung des heiligen Geistes empsimgen haben; so ist nunmehr die Frage: ob wir den heiligen Geist auch in uns wirken lassen, oder bisher ihm widerstanden haben und noch widerstehen. Wo nun der letztere Fall sich findet, man widerstehet also dem heiligen Geist, d. i., man achtet das Wort Gottes gering, man schlagt fich's aus dem Sinn, man versenkt sich in das «tele Wesen, in die Sorgen und Lüste dieser Weit, man übertäubt die Stimme des Gewissens, wenn sie verklagend oder warnend sich vernehmen laßt, man unterlaßt dabey auch noch, die Seele in andachtsvollem Gebet zu Gott zu erheben, oder man würdigt das Gebet zu einem Lippenwerk herab, daran das Herz keinen Antheil nimmt, da, meine Lieben! ist's freilich nicht zu verwundern, wenn solch ein Mensch, gesetzt auch, daß er keine Kirche versäumte, und in allen Stücken des äußerlichen Gottesdienstes die größte Pünktlichkeit bewiese, doch immer der alte bleibt, immer derselbe fleischlich gesinnte Mensch, der er von jeher war, und nie im Geist erneuert, oder durch den heiligen Geist von Neuem geboren wird. Gleichwohl ist nur das die rechte Frömmigkeit, die Gott anstehet, wenn der von seinem Geist, nach seinem Bild erneuerte Mensch, statt wie vorher, nach seinen eignen Trieben und Lüsten, nun nach den Trieben des in ihm wohnenden und wirkenden heiligen Geistes wandelt. Und wie nun Iesus hier den Nikodemus, und damit zugleich uns alle, zu dieser Gott allein gefallenden Herzens Frömmigkeit anweist; so zeigt Er nun auch endlich

IV.

wie man dazu gelaitgen könne.

Er erinnert hier den frommen Pharisäer an die eherne Schlange, welche Moses, auf göttlichem Befehl, einst in der Wüste aufrichten mußte, als das Volk, zur Strafe für seine Sünde, mit feurigen Schlangen heimgesucht wurde, deren giftiger Biß einer Menge Voltt das Leben kostete. (4Mos. si, 6. ff.) Als nun das fo von Gott gezüchtigte Volk am Ende in sich schlug, und Gott um Abwendung der Strafe bat, hieß Gott den Mosts eine eherne Schlange aufrichten, mit beygefügter Verheißung, daß alle von dem Schlangenbiß Vergifteten, die, ohne einiges weitere Mittel zu gebrauchen, im Glauben an dieses göttlich verordnete Mittel, die eheene Schlange ansehen würden, dadurch allein der Todesgefahr entgehen und wieder heil werden sollten. Diese, nach göttlichem Befehl von Mosts aufgerichtete eherne Schlange, soll Nikodemus nun als Vorbild der Erhöhung Christi an das Kreuz betrachten; denn fo lauten hier des Heilandes weitere Motte: „Me Moses in der wüste eine Schlange er» höhet hat; so muß des Menschen Sohn erhöhet, nämlich zum Kreuz erhöhet werden, auf daß alle, die an Ihn — an den zum Kreuz erhöheten Heiland — glau° den, nicht verloren werden; sondern das ewige ll.eben haben." Ob's nun auch dort den von de n Schlangen Gebissenen unbegreiflich war, wie und auf welche Weise der bloße Hinblick auf die eherne Schlange ihre Rettung von der Todesgefahr bewirke; doch waren sie froh, ein solches, von Gott verordnetes, Rettungsmittel zu haben; wandten es gern an, und wie sie glaubten, so geschahe

schahe ihnen. So geht es auch bis heute denen noch, die, ohne Grübeley und ohne mit Vernünfteley sich aufzuhalten, in dem Gefühle ihres tödtlichen Seelenschadens, mit glaubigem Vertrauen auf das Wort des Herrn, zu dem gekreuzigten Sohn Gottes ihre Zuflucht nehmen. Ihn als das Gotteslamm, das ihre Schuld auf sich genommen, in seiner blutigen Martergestalt am Kreuz betrachten, und ihre Heilung von dem giftigen Schlangenbiß der Sünde, -und von den tödlichen Wunden ihrer Seele, wie ihre Hülfe von der Gefahr des ewigen Todes, mit herzlicher Zuversicht von dem ermatten, den Gott für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, (s Cor.s, 21.) Heil demnach allen, die den gekreuzig« ten Sohn Gottes mit solchem Glauben ansehen können, als den einigen Tilger ihrer Sünden, und als den göttlichen Erwerber ihres ewigen Heiles, wie Er denn selbst hier spricht: »Alle, die an Ihn glauben, sollen nicht verloren werden; sondern das ewige Leben haben." Wir wissen auch, wie einst der eine von den mit Iesu gekreuzigten Missethatern auf solche Weise, namlich durch seinen Glauben an den gekuuzigten Heiland, selig geworden ist, und sehet! der froume, rechtschaffene Nikodemus, sollte eben auch nur auf diese Weise zum Reiche Gottes gelangen. Also Ein md derselbe Weg ist es, auf dem der tief gesunkene grobe Smder, und der ehrbar lebende, rechtschaffene Mensch die Gnade des ewigen Lebens erlangen kann. Denn wie ler eine nicht weniger als der andere vom Schlangenbiß «r Sünde vergiftet

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