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dere, für die genossene und jetzt auf ewig entschwundene Freude, nun ewigen Schmerz und Iammer zu leiden. Und dieser große Wechsel beginnt bey Beiden sogleich, nachdem der Tod ihre Leibeshütte zerbrochen, und ihre Seelen der andern Welt und der vergeltenden Ewigkeit überliefert hat. Auch anderweitig bezeugt es uns, wie schon vorhin bemerkt worden ist, die heilige Schrift, daß mit dem Tode dieses Leibes sogleich ein neues Leben in einer andern Welt beginne. Dahin ist z. E. des Heilandes Wort zu deuten, da er zu dem begnadigten Schacher spricht: »XVahrlich ich sage dir: heute wirst du mir mir im Paradiese ft^n!« Und eben so deutlich sprechen die Worte dafür (Sffenb. 14, is.): „Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben, von nun an!" das heißt doch wohl: „nicht erst am jüngsten Tage sollen sie selig werden, sondern es von nun an seyn, nämlich von dem Augenblicke an, da ihre Seele vom Leibe getrennt, und von der sichtbaren Welt im Tode geschieden wird." — Und wo war denn Jesu Seele, wahrend sein Leib im Grabe lag? Der Apostel Petrus giebt uns Antwort, wenn er spricht (iPetr. s, 19.): „Er ist hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Ge, fangmß, die etwa nicht glaubten." Also auch Jesu Seele ist keinesweges durch den Tod in einem bewußtlosen Schlaf versetzt; sondern sie hat in demjenigen Theile des unermeßlichen Reiches Gottes, den wir das Todtenreich nennen möchten, sehr wichtige Geschäfte gehabt, nämlich das Evangelium von der durch Ihn voöbrachten Erlösung zu den Todten gebracht, woraus sich wieder

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te! wenn uns der Tod geliebte Personen, theure Angehörige und Freunde von der Seite gerissen hat; muß es

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von nun an" (Sffenb. 14, is.). So möchte man also wohl die Todesstunde dieser Begnadigten als ihre rechte Erlösungsstunde, so wie ihren Tod als die Geburt zum wahren Leben betrachten. — Freylich aber ist es auch wiederum ein schauderhaftes Dunkel, in welches das Schicksal Vieler, die ehemals mit uns lebten und nun ihr Ziel gefunden haben, eingehüllt ist. Auch von dem reichen Mann hat wohl kein Mensch nach seinem Tode . nur einen Gedanken daran gehabt, daß dieser Mann, dem doch keine einzige grobe Sünde, kein einziges grobes Vergehen zum Vorwurf gemacht wird, am Orte der Quaal in jener Welt mit Jammer und Verzweiflung kämpfe. Denn von dorther, von jenem Lande, in welches der Tod, die Abgeschiedenen führt, kommt keine Bothschaft herüber zu uns, und fo war's denn auch umsonst, daß jener reiche Mann begehrte, es möge der Todten einer abgesandt werden, um seinen hinterlassenen fünf Brüdern das schreckliche Schicksal ihres verstorbenen Bruders — vielleicht auch ihres Verführers — zu il> rer Warnung, kundzuthun. Ach! meine Lieben! so möchte wohl auch mancher unsrer Todten, Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester, Gatte oder Gattin, Sohn oder Tochter, und wie die Namen unsrer entschlafenen Angehörigen heißen mögen / gern warnende oder «mahnende Bothschaft an uns senden, damit wir Ernst gebrauchen, die kostbare Gnadenzeit zur Rettung unsrer Seele zu nutzen. Denn daß selbst die unselig Verstorbenen an ihre Hinterbliebenen denken, mit Sorge um ihre Seele, und um deren Errettung aus der großen Gefahr,

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im Tode zu verderben; das steht, nach unserm Evangelio, nicht zu bezweifeln. Darum wolle doch ja Keiner unter uns die Sünden und Laster, die ihm zum Vorwurf fallen, mit einem gleichen Verhalten feiner verstorbenen Angehörigen zu beschönigen suchen, und etwa die vermessene Sprache führen, die man zu Zeiten wohl hört: „so hat's mein Vater, meine Mutter — oder wen man fonst hier anführen möge — auch gemacht, und sind doch felig gestorben." Wenn sich, wie wohl geschehen seyn mag, des reichen Mannes Brüder auf gleiche Weise mit ihrem verstorbenen Bruder getröstet haben; so sind sie offenbar auf dem geraden Wege gewesen, auch an den Ort zu kommen, wo ihr unseliger Bender sein voriges gemißbrauchtes Leben büßte. Oder wenn die Welt, der heutigen Redeweise gemaß, den reichen Mann, nach seinem Tode, den seligen Herrn genannt und ihn also gepriesen hat; so sehen wir wohl, aus unserm Evangelio, wie nichts bedeutend dergleichen Redensarten sind. Wollte aber dennoch Iemand meynen, daß die Verstorbenen, durch ihren Tod , gleichsam ihre Schuld getilgt und ihre Sünden abgebüßt hatten, mithin auch selig wären; so würde ein solcher das Wort Gottes Lügen strafen, und da wird Gott, um ihn von seinem Wahne abzubringen, so wenig ein Wunder thun, als Er in das Begehren des reichen Mannes willigte, der einen Todten zu seinen Brüdern gesandt haben wollte. Es wird also den wüsten Weltlittgen, deren Unglaube von einer andern Welt, von einem Leben nach dem Tode und einer vergeltenden Ewigkeit nichts wissen will, die jene be

R s kannte kannte Sprache des fleischlichen Sinnes führen: „Laßt uns essen und trinken; denn morgen sind wir todt" (1 Cor. 16, S2.), oder die, bev chrem offenbar ungöttlichen Wandel, mit Gottes Barmherzigkeit sich trösten, und also Gottes Barmherzigkeit auf Muthwillen ziehen, — ich sage, es wird dergleichen Verächtern der offenbarten göttlichen Wahrheit kein Boche aus jener Welt, der ihnen Zeugniß von der Wahrheit des göttlichen Wortes brachte, zugesandt werden. Was Abraham dort dem reichen Mann, auf sein deßfalfiges Begehren, zur Antwort gab: „Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören!" das gilt noch jetzt. Und wir, Geliebte! wirhaben, außer Mosen und den Propheten, auch den Sohn Gottes selbst, und seine Apostel dazu, von denen Er sagt: wer euch höret, der höret mich; wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet Den, der mich gesandt hat." (Luc. i«, 16.) Wer denn nun aber sich erkühnt, das Wort des Here n zu verachten, dasselbe zu meistern, oder wohl gar zu lastern und zu verspotten, de n muß Gott freilich seinem Schicksal überlassen. Er mag denn hingehen in seinem verkehrten Sinn. Was er aber hier dem Wort des Herrn nicht glauben will, das wird er ganz gewiß, wie hier der reiche Mann, zu spat erfahren müssen, und aus der schrecklichsten Erfahrung leenen, daß auch noch in der Ewigkeit der Ausspruch des Propheten gelte: „Du verwirfest Gottes Wort; darum wird der Herr dich auch verwerfen." (Hos. 4,«.) Doch, daß wir weiter des Heilandes Unterricht

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