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lange wir noch ohne Iesum und außer semer

Gemeinschaft leben." So wie den Schaafen, als armen, schwachen, wehrlosen Geschöpfen, wofern sie irgend bestehen sollen, der Hirte unentbehrlich ist; so Iesus uns, meine Lieben! wenn wir nicht sollen in unvermeidliches Verderben gerathen. Alles mögen wir ehe entbehren; nur Jesus fehle uns nicht. Wer Ihn nicht hat, der ist in Wahrheit arm zu nennen. Und hatte er alle Welt zum Freunde und allen Ueberfluß an jedem zeitlichen Gut; doch war' er dahey immer ein armer, elender, wahrhaft beklagenswerther Mensch, gleich jenem reichen Manne im Evangelio, der, nicht genug, der wahren Lebensfreude hier zu entbehren; nach diesem armen Leben noch erst das Schrecklichste — eine quaalvolle Ewigkeit — zu erwarten hatte. So sagt darum Iohannes auch (i Joh. s, 12.): „Wer den Sohn Gones hat, der har das Leben. N?er den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."—? Wer sind nun aber die, die den Sohn Gottes nicht haben? Hier, meine Geliebten! dürfen wir nicht eben an die nur denken, die Jesu Namen noch gar nicht kennen, weil ihnen sein Evangelium noch nie verkündigt worden ist. Freilich sind das, außer allem Zweifel, gar arme elende Menschen, wie auch die Schrift von ihnen sagt, daß sie „in Finstermß und Schatten des Todes sitzen." (Lue. 1,79.) Aber, liebste Zuhörer! nun giebt's auch, mitten in der Christenheit, ach! leider! nur zu Viele, die, ob sie schon von Jesu wissen, ja vielleicht eine «cht gute buchstäbliche Erkenntniß seines Wortes haben, doch

dabey dabey immer noch ohne Iesum leben. Sie mögen Ihn vielleicht mit dem Munde ehren und mir den Lippen Ihn preisen; aber ihr Herz, ihr Herz ist ferne von Ihm; und weil ihnen denn die rechte Liebe zu Iesu fehlt, fo sind sie freilich nicht im Stande, sein Wort zu halten, wie auch der Heiland spricht: »N?er mich nicht liebr, der H«K meine Worte nicht." (Joh. 14,24.) Und wie? giebt's denn nicht, leider! in unfern Tagen auch sogenannte -" Christen genug, denen der Glaube an Christum Thorheit ist? Halt nicht die Afterweisheit dieser Welt noch immer Christenseelen genug also gefangen, daß sie sich ihres Unglaubens, ihrer Verwerfung des Wortes Christi fogar rühmen? — wie jene jüdischen Zeitgenossen des Heilandes thaten, zu welchen Er fagen mußte: ,,Ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet." (Joh. 6,40.) Wie? meine Lieben! — wie ist's denn hier mir uns? Thun wir denn wohl das auch? Giebt's vielleicht umer uns auch solche, die sich schämen des Namens, der doch über alle Namen ist? denen das Wort von Christi Kreuz entweder eine Thorheit oder ein Aergerniß ist? — Giebt's Solche nicht auch bey uns, die, ob sie schon den Heiland mit dem Munde bekennen, Ihn doch mit ihrem Sinn und Wandel verleugnen? die, ob sie auch wohl noch die Seinen heißen wollen, doch nicht Ihm dienen und Ihm nachfolgen mögen? Hier, meine Geliebten! liegt ja doch wohl am Tage, daß weder die stolzen Verachter des Wortes und Namens Je« su, noch auch die falschen Bekenner, die Jesum nur im Munde sühren, wahrend ihr Herz doch fern von Ihm

ist, der wahren Heerde Jesu angehören können, die un» ter Seiner Aufsicht und Seiner liebenden Hirtenpflege weidet. Seine Schaafe sind sie ja freilich auch, und gehören Ihm, der sie um einen theuren Preis, mit Seinem Blute, sich erkauft, nach dem vollkommensten Rechte an; aber es sind abgewichene, verirrte und verlorne Schaafe, und ist gleich Iefus, als ihr Hirte, da, fo können sie doch nicht sagen, daß sie Ihn hatten und bey Ihm waren. Gleichwohl, was für ein klaglicher Zustand, Ihn nicht haben! Dem Schaafe, das, ohne des Hirten Aufsicht, in der Wüste umher lauft, mag es doch noch fo lustig feiner Freyheit genießen, sagt Iedermann gewissen Untergang vorher. Warum? Es ist das arme Geschöpf gar nicht dazu geschaffen, daß es sich selber schützen, wehren, erhalten und führen könne, weßhalb, wenn es bestehen soll, der Hirte ihm unent- , behrlich ist. Und fehet, Geliebte! gerade fo unentbehrlich ist Jesus uns, wie alle finden müssen, denen irgend die Augen aufgethan sind, daß sie theils ihre großen geistlichen Bedürfnisse, theils ihre vollkommene Ohnmacht, dieselbe durch ihre Vernunft und Kraft zu stillen, haben erkennen und fühlen lernen. Könnten wir auch uns selbst durchbringen, wüßten wir von selbst den rechten Weg zu finden, und hatten wir in uns selbst die Kraft, den Feinden unferer Seele Widerstand zu leisten, und über sie den Sieg zu gewinnen; — wozu, fo frage ich euch, wozu war' der Sohn Gottes uns gegeben? wozu hatt' Er dm Thron der Herrlichkeit verlassen, und wär', als unsers. Gleichen einer, in dich Welt gekomnu»? — !n Brauch«

Brauchten wir aber, in unserer nie genug erkannten Verderbniß, in unserer ganzlichen Hülflosigkeit und in der großen Gefahr eines ewigen Untergangs, gerade eines solchen Helfers, der mit unendlicher Liebe unendliche Machr vereinigt; — und ist es darum, daß Er sich selber unsern Hirten, und zwar den einig guten Hirten, nennt; so folgt auch ganz nothwendig, daß, wer da wandelt ohne Ihn, und statt auf Seine Stimme zu hören und Seiner Leitung Folge zu leisten, vielmehr allein die fleischliche Vernunft zu Rathe zieht und nur den Rathschlagen weltlicher Klugheit folgt, auf einem unglückseligen Irrweg wandele, der ihn am Ende in unvermeidliches Verderben führt; wie auch geschrieben steht: „wer auf sein Fleisch säet, der wird vom Fleische das Verderben erndren." (Gal. 6,8.) — Und wie durch alle Erfahrung sich bestatigt hat das Wort: (i Joh. 6,12.) „wer den Sohn Gorces hat, der hat das Leben," fo muß auch eben fo gewiß der andere Ausspruch sich bewähren: „wer den Sohn Gottes nicht hac, der hat das Leben nicht," d. i. fein Leben in der Welt ist weit entfernt, das rechte Leben zu feyn, im Gegentheil ein wahrer Tod zu nennen, wie denn die Schrift auch selbst von Solchen redet, die „den Namen haben, daß sie leben und sind doch codt." (Offenb. s,1.) Und so ist's mit allen, auch den weltlich ehrbaren Leuten, die ohne Iesum und außer seiner Gemeinschaft leben. Wessen sich auch immer dergleichen Menschen trösten, und was für Ruhm sie auch bey Andern haben; doch sind sie wahrlich arme, elende Menschen, und schweben in der größten Gefahr, darum, weil sie, um bey dem Gleichnisse des Evangeliums zu bleiben, wie Schaafe ohne Hitten leben, — also von Iesu noch geschieden sind, mithin noch nicht mit David rühmen können: „der Herr ist mein Hirre!" (Ps.2s,1.)

Doch dieser Name, den sich jm Evangelio der Heu land selbst beylegt, soll uns auch weiter

II.) die rreue Sorgfalt zu Gemürhe führen, die iLr an Jeglichen von uns wendet.

Der Hirte, liebste Zuhörer! ist ohne Widerspruch der Schaafe bester Freund. Wen kümmern sie, wie ihn? wen ist soviel, wie ihm, an ihrer Erhaltung, an ihrem "Gedeihen, an ihrer Wohlfahrt gelegen?

Wenn sich demnach der Heiland unsern Hirten nennt, so will El«ben damit uns zu erkennen geben, wie sehr wir Ihm am Herzen liegen, und daß wir Ihn als unsern ersten, besten, einzigen Freund betrachten sollen. Da ist nun unsre Wohlfahrt seine unaufhörliche, theuerste Sorge, und über uns zu wachen, uns vor Gefahr zu schirmen, all' unsre Nothdurft zu stillen — kurz unser Heil zu besorgen, das ist sein eigentliches Amt, wofür Er lebt, so wie der Hirte für die Schaafe lebt. Darum muß der den Heiland noch nicht kennen, der gleichsam vor Ihm fliehet, und meynt, es koste ihm sein Glück und seine Lebensfreude, wenn er der Stimme Iesu folge, sich zu Ihm locken und mit der Heerde des Herrn vereinigen lasse. O welche verkehrte Denkungsart! gerade als wenn die Schaafe sich vor dem Hirten fürchten und vor ihm laufen wollten. Die unvernünftigen Geschöpfe

thun

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