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selbe dahin wirken, daß sie der Welt absterben, und ihr Herz schicken dahinein, wo sie verlangen ewig zu leben; so sollen sie sich auch trösten, daß si« einem herrlichen Wechsel, wie Lazarus dvrt, entgegen sehen dürfen, und daß noch Freuden auf sie warten, „die kein Auge gesehen und kein Ohr gehöret har, ja die in keines Mew schen Herz gekommen sind, die Gott bereiter hat d« nen, die Ihn lieben (i Cor. s, 9.). Da mögen sie denn nur stille seyn dem Herrn, und bey dem Glück der Weltliebhaber, statt sich daran zu argern, nur immer denken, so wenig bey diesen als auch bey ihnen bleibe es, so wie es gegenwartig ist. Und wenn nicht ehe, so komme ein großer Wechsel sicher dam, wenn der Tod Beide in jene Welt versetzt, wo eine ganz andere Ordnung gilt; denn da werden „die hier gejaer haben auf das Fleisch, vom Fleische das Verderben erndteü" (Gal.6,8.), wogegen die Thranensaat der Kinder Gottes dort eine ewige Freudenerndte gewährt, wie darum unser Heiland spricht: „Selig sind, die Leid tragen; denn sie sollen getroster werden!" (Match. 6,4.) Wie das uns aber hier im Evangelio vorgehalten wird; so lehrt dasselbe uns endlich auch noch

IV.

es werde in jener XVelt die Art des Lohnes und der Strafe, genau dem Wandel und dem Ver, halten des Menschen in seinem irdischen L.« ben, angemessen si^n. Laut unserm Evangelio war Ueppigkeit und Genußgier ein Hauptfehler des reichen Mannes in der Zeit kmspostilK sBv. S seines seines irdischen Lebens. Sein Reichthum ward daher bloß zu dem Zwecke von ihm verwandt, sich alle mögliche Vergnügungen zu bereiten. Er dachte dabey vermuthlich, wie heut zu Tage auch nicht Wenige denken: Kann ich's doch haben! wobey ihm kein Gedanke einkam, daß er, als Gottes Haushalter, die große Verpflichtung habe, ein Segenswerkzeug Gottes zu seyn, also mit seinem Vermögen Gutes zu stiften, unp sonderlich sich der Armen und Elenden anzunehmen. Wie ward nun aber diese Ueppigkeit des reichen Mannes, seine Vergnügungssucht und seine Gier nach Weltgenuß bestraft? denn offenbare Sünden und grobe Lastergreuel erwähnt das Evangelium von ihm nicht; nur so viel giebt der Heiland zu erkennen, es habe dieser Mann den Ir, dischgesinnten angehört, deren Lebensregel nicht das Wort Gottes; sondern immer nur die Lust ihres Fleisches ist. Wie uns nun das Wort Gottes sagt: „ ws ihr nach dem Fleische lebt; so werdet che sterben müssen" (Röm. 8, is.); so stellt uns Iesus hier den reichen, üppigen Schwelger vor, wie er vergebens dort nach einem Tropfen kühlenden Wassers lechzt, um seinen brennenden Durst zu stillen. Welch ein peinigender Zustand aber für einen Menschen, der es bisher gewohnt gewesen, seinem verwöhnten Gaumen nur mit dem köstlichsten Getränke, und auch wohl bis zum Uebermaaße, gütlich zu thun! Da merken wir denn wohl, es sey die Strafe, die in der andern Welt den Sünder trifft, der seine Gnadenzeit auf Erden verloren hat, gerade von der Beschaffenheit, daß sie denselben auf seiner empfindlichsten fien Seite angreift. Dasselbe giebt sich auch noch weiter in dem Umstande kund, daß der reiche Mann, in seiner quaalvollen Lage, den sonst von ihm so schnöde verachteten armen Lazarus in einem Zustande großer Herrlichkeit und Seligkeit erblickt. Es hatte nämlich auch der Stolz zu dieses Mannes Fehlern und Sünden gehört, und ein Armer, so wie Lazarus, war ihm nicht so viel werth gewesen, daß er denselben nur eines Anblickes gewürdigt hatte. Wie nun bey solchem Sinne sich immer auch das Herz verhärtet, daß darin weder Liebe, noch auch natürliches Mitgefühl emporkommen kann; so müssen wir uns auch den reichen Mann, in seiner irdischen Herrlichkeit, als einen Menschen ohne Liebe, von kaltem, selbstsüchtigen Herzen, denken. Wie mußte es ihn nun aber demüthigen, denselben Lazarus, den er so wegwerfend behandelt hatte, hier hoch über sich erhoben, und im Genüsse einer Seligkeit zu sehen, die alle irdische Freude unendlich übertraf. Das war denn für den stolzen Sinn des reichen Mannes, den er, wie seine Genußgier, mit in die andere Welt hinübergenommen, ganz unbezweifelt eine äußerst empfindliche Strafe, und hier sehen wir denn abermal, wie die sündliche Beschaffenheit eines Menschen, wofern dieselbe nicht hier noch abgethan, und der Mensch im Geiste seines Gemüths erneuert wird, dort solche Folgen hat, die den unselig Vollendeten gerade da verwunden, wo seine empfindlichste Seite ist.

Welch eine Warnung aber, theuerste Zuhörer! wird nicht hiermit uns allen gegeben! Ach daß wir doch

S 2 hier hier merken mögen, wie höchst gefahrlich alle diejenigen irren, die irgend einer Lieblingssünde ergeben sind, und meynen, daß das nur eine Kleinigkeit sey — die überhaupt sich von den Folgen der Sunde in jener Welt eine solche Vorstellung machen, als wenn dieselben so viel nicht zu bedeuten hatten. So hat der reiche Mann unstreitig auch gedacht, und so die göttlichen Drohungen, und die ernsten Warnungen der Schrift vor einem leichtsinnigen Spielen mit der Sünde, sich aus dem Sinne geschlagen, vielleicht auch gar verspottet, wie das auch heute wohl noch hie und da geschieht. Ach! hatte er mehr der ernsten Wahrheit Gottes in seinem Worte, als seinen Einbildungen, und als dem gangbaren Wahnglauben der Weltliebhaber, trauen mögen! Weil er das aber nicht that, und sich vom Wort des Heren, das ihm zu ernsthaft war, nicht zügeln ließ; so kam's mit ihm dahin, daß er nun eben das, was er nicht hatte, zu seiner Warnung, hören, und nach dem Worte Gottes glauben mögen, am Ende, durch die traurigste, ja schrecklichste Erfahrung, dennoch als wahr bestatigt finden mußte. Ach darum, meine Geliebten! laßt euch vom Worte Gottes lehren, und nehmt das als gewisse und ewig feste Wahrheit an, was uns das heutige Evangelium lehrt, nämlich, daß auf das kurze Vergnügen, was hier die Sünde gewahrt, dort eine ewige bittere Reue, mit Iammer und Verzweifelung, folge. Was wär's auch mit den Strafen, die Gott, der Heilige und Gerechte, den Sündern drohet in feinem wahrhaftigen Wort, wenn die gedroheten Strafen die Lust und den

Gewinn der Sünde nicht überwiegen sollten! Nein, Geliebte! verlaßt euch darauf, was der Mensch immer, durch seine Sünde, scheinbar gewinnen möge, die bittere Frucht folgt endlich ganz gewiß, und wenn nicht eher; so wird es nach dem Tode dieses Leibes, und wenn die Welt mit ihrer Lust dem Sünder ewig entschwunden ist, zu seinem unaussprechlichen Wehe offenbar, daß „die Sünde ist der L.eute Verderben." (Svrw. 16, S4.) Und da lehrt uns nun das heutige Evangelium klar, daß Gott einer jeden Art von Sündsn solche Strafen zugemessen hat, die den Sünder am empfindlichsten überzeugen müssen, daß es wahrlich Jammer und Herzeleid bringe, den Herrn unfern Gott verachten und ihn nicht fürchten. ( Zer. 2,19.) So mußte der reiche Schwelger dort sein voriges üppiges Leben mit dem klaglichsten Darben, mit einem brennenden und nie zu stillenden Durste büßen. So ist nun aber auch anderer Seits die Art und Weise, wie Gott die Seinen, dort, in jener Welt, belohnt, genau ihrem irdischen Zustand angemessen. Lazarus, dessen Loos es war, in dieser Welt zu darben, wie ward er dort entschädigt, da er die süßesten Freuden in Fülle und für ewig zu schmecken bekam. Und wenn er sich, in seinerZlrmuth und seinem leiblichen Elend, hier allgemein verachtet sehen mußte, welch eine Entschädigung dafür ward ihm nicht dort zu Theil, da er zur ehrenvollsten Gemeinschaft aufgenommen, und von den Heiligen Gottes mit brüderlicher Liebe behandelt ward! O wie vergaß er da sein ehemaliges Kummerleben hier in der Zeit, und dachte er ja daran, so geschah es nur mit um so tieferer

S s Empfin

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