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Empfindung des mit ihm vorgegangenen herrlichen Wechsels, und unter Lobpreisung der unaussprechlichen Gnade Gottes, da er wohl mag, mit himmlischem Entzücken, dem David nachgesprochen haben: „wenn du mich demüchigst; so machest du mich groß." (Ps. tö,S6.) Da mochte er auch wohl fühlen, was das Wort des Apostels bedeute: „Alle beiden dieser Feit sind der Herrlichkeit nicht werch, die an uns soll offenbaret werden." (Röm. 8,18.) Wohlan, Geliebte! zu solcher Herrlichkeit sind ja auch wir berufen; so gewiß, als der Sohn Gottes auch für uns und Iedem unter uns in diese Welt gekommen ist, und uns erkauft hat, nicht mit Gold oder Silber; sondern mit seinem heiligen theuern Blut, das Er flir alle, ohne Unterschied, am Kreuz vergossen hat. Daß das nur ja bey Niemand unter uns vergeblich sey! daß Ieder von uns in seinem Innersten, mit tiefer Beugung zwar, doch auch mit heiliger Frendenempfindung, höre das Wort der ewigen Liebe: „Du hast mir Arbeit gemacht in deinen Sünden, und hast mir Mühe gemacht in deinen Mifferha, ren. Aber ich, ich tilge deine Uebenretnng um meinetwillen, und gedenke deiner Sünde nicht." (Jes.4s, 24.) Dies Wort, wo es von irgend einem armen sündigen Menschen im Glauben aufgenommen und im Herzen bewahr« wird, bringt himmlischen Frieden und göttliche Freude in die Seele. Da ist der Mensch vom To, de zum S.eben gekommen, mit heiligen Muth und göttlicher Kraft gerüstet, zu laufen in den Rampf, der ihm verordnet ist, und Christus/ in ihm lebend, hilft ihm

zum zum herrlichen Siege, über aUe die Feinde, die auf dem Wege zur engen Pforte sich hindernd ihm entgegen

So dürfen denn auch wir, Geliebte! wofern wir Christum erst gewonnen haben, und dann in feiner Gemeinschaft bleiben unverrückt, daher auch treu in feinm Fußtapfen wandeln, der großen, seligen Hoffnung unS getrösten und im Voraus freuen, es werde uns gelingen/ in der Kraft des Herrn, den Sieg zu gewinnen, dem dort verheißen ist eine ewige, uns schon bereitete, Krone. Ja schon bereitet, meine Geliebten! daß wir demnach nicht denken dürfen, wir müßten sie erst erwerben; sie ist vielmehr, sobald wir Christi Iünger, und also Gottes Kinder geworden sind, bereits uns zugesprochen und aus Gnaden geschenkt, nur daß wir noch den Weg dahin zu wandeln haben, wo sie uns aufgehoben ist, und deßhalb auch, wie ehemals Israels Volk die feindseligen Cananiter, fo wir die geistlichen Feinde, die aber doch bereits geschlagene Feinde, und schon von Christo überwunden sind, bekampfen müssen. Da gilt's denn freilich Treue und festes Anhalten an unfern himmlischen Josua, der uns in jenes Land der Verheißung überführen will. Darum, Geliebte! nur Treue, Treue bis ans Ende! Wie bald; fo haben wir ausgekampft, und auf den treuen zeitlichen Kampf folgt dann die ewige Freude, zu welcher Gott doch möge uns allen helfen, durch Iefum Christum! Amen.

Am Am zweyten Sonntage nach Trinitatis.

Einleitung. — Wie groß, geliebte Zuhörer! die Anzahl derer ist, die Christen heißen; so muß man doch nach denen suchen, die in der That und Wahrheit Christen sind. Wie geht das zu? und warum ist zur Zeit die Zahl der wahren Christen noch immer klein zu nennen gegen die Menge derer, die nur den Schein des christlichen Wesens, ja oft auch nicht einmal diesen, haben? Ein Hauptgrund ist bey Vielen die große Unbekanntschaft mit dem, was zu dem Wesen des wahren Christenthums gehört, woher es denn geschieht, daß sie vom Christenthum überhaupt, und dessen einzelnen Lehren und Geboten, oft eine durchaus irrige und, verkehrte Vorstellung unterhalten. Diese bedauernswürdige Unwissenheit wird, sonderlich in unfern Tagen, unter Hohen und Niedern, wie die Erfahrung lehrt, gefunden, und wem nur einigermaaßen die Augen geöffnet sind, erblickt überall die Menge solcher Christen, die man vergeblich fragen würde, was wir denn eigentlich am Christenthume haben, und warum wir vorzugsweise es mit dem christlichen Glauben halten. Und möchten denn nur dergleichen Unwissende noch ein Verlangen haben, das Christenthum in feinem Grunde und Wesen genauer kennen zu lernen! Dazu aber sind eine Menge theils viel zu gleichgültig gegen alles, was außer dem Bereich ihrer Sinne liegt, theils aber auch zu stolz, fo daß sie von der fchmei

chelhaften Vorstellung, das Rechte schon erfaßt zu haben, auf keine Weise abzubringen sind. Wie thun sich aber solche Leute den allergrößten Schaden selbst! Und wie würde ihnen das Christenthum, wenn sie's nur einmal gründlich kennen und seine göttliche Kraft am eigenen Herzen erfahren lernten, gar bald in einem solchen Lichte erscheinen, daß sie, wie einst der große Heidenapostel, „alles für Schaden achteten, gegen die über, schwengliche Ertenntniß Jesu Christi." (Phil.s,S.) Bey meiner völligen Ueberzeugung nun, daß ihr, Geliebte! es gleichfalls nöthig habt, zu lernen, wie denn das Christenthum von uns betrachtet feyn wolle, gedenke ich diesmal, dem heutigen Evangelio zufolge, euch selbiges von einer zwiefachen Seite, einer freundlich lockenden, und einer ernst ermahnenden, darzustellen. Gott wolle uns bey dieser unsrer Betrachtung seinen Gnadenbeystand verleihen, damit sie recht gesegnet auf unser aller Herzen wirke, und Früchte schaffe für die Ewigkeit durch Iesum Christum. Amen!

Evangel.Luc. 14, 16—24.

Wenn wir, Geliebte in dem Herrn! die vorgelesene Gleichnißrede Iesu in nähere Betrachtung ziehen; so wird uns hier der rechte Begriff von der Beschaffenheit des Christenthums gegeben, das wir uns dem zufolge Mo denken müssen, wie es sowohl eine freundliche, als eine ernste Seite habe. Davon nun wollen wir in dieser Andachtsstunde handeln, also

„die freundliche und die ernste Seite des «Christenchums«

betrachten.

So viel nun

I.

die freundliche Seite des Christenchums betrifft; so Wird dieselbe deutlich genug in unserm Evangelio hervorgehoben. Nicht nur, daß wir im Christenthum, von Gottes Seite, die freundlichste Einladung vernehmen, wir finden darin auch weiter noch, daß diese freundliche Einladung an Iedermann von uns, selbst an die Schlechtesten und Versunkensten, ergehe. Das sind zwey Eigenschaften des Christenthums, die unverkennbar hier, in Jesu Gleichnißrede, angedeutet werden.

i.) also ergehet im Christenthum, von Gotteswegen, die freundlichste Einladung an uns.

Von einem Abendmahle ist in dem vorgelesenen Evangelio die Rede, und zwar von einem großen Abendmahle, zu welchem viele eingeladen werden. Wir müssen zuvörderst hier bemerken, daß das Wort „Abendmahl" in der Bedeutung eines Ehrengelages und festlichen Gastgebotes zu nehmen ist. Denn in dem Lande, wo der Heiland lebte, ward die tagliche Hauptmahlzeit, und so auch jedes Ehrengelag, zu Abend gehalten, und hieß darum ein Abendmahl. Demnach bedient sich unser Heiland hier, wo Er uns einen Begriff von der Beschaffenheit des Christenthums zu geben im Sinne hat, eines gar freundlichen und lieblichen Bildes, damit wir ja nicht denken mögen, es sey das Christenthum ein schweres.

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