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res, hartes Joch, und gehe nur darauf um, dem Menschen allerley Beschrankungen und Entbehrungen aufzulegen, und harte Pflichtleistungen ihm zuzumuthen. So pflegen freilich wohl noch immer Viele, auch vielleicht unter uns, das Christenthum zu bettachten, woraus natürlich folgt, daß sie sich davor scheuen, etwa wie einst die Kinder Israel sich scheueten, wenn die egyptischen Frohnvögte mit ihren Stecken bey ihnen waren, um sie zur Arbeit anzutreiben. Eine solche finstere Vorstellung vom Christenthum de n Leuten entweder beyzubringen, oder darin sie zu bestarken, ist allerdings der Feind mit gutem Bedacht bemühet; denn da wird gleich von vorn herein das Christenthum den Menschen so zuwider, daß sie auch nicht einmal es naher kennen lernen mögen. Darum berichtigt Iesus hier, in seiner Gleichnißrede, die oberwähnte finstere Vorstellung, indem er lehrt, wie uns das Christenthum zum fröhlichsten Genuß einlade, weßhalb wir, mit der ganzen Menge derer, die mit uns zu der Christenheit gehören, als eingeladene Gaste des Königs über Himmel und Erde zu betrachten feyen. Wenn dem zufolge die Einladung an uns ergehet: „Rommel, es ist alles bereit!" so versteht sich ja von selbst, daß wir da weder zur Frohn gefordert, noch zur Bezahlung unserer, allerdings sehr großen, Schuld getrieben werden. Und wenn wir nun von einem Gastmahl, das ein Großer und Reicher giebt, mit gutem Grund erwarten, daß selbiges sehr prachtig seyn und ganz vorzügliche Genüsse darbieten werde; so mögen wir ja leicht erachten, daß es das allerherrlichste Gastmahl

fey. sey, wozu der ewig reiche Herr über Himmel und Erde uns einladen laßt, wie der Prophet auch davon rühmt: „Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wollust, wie mit ei, nem Strom." (Ps. ss, 9.) Nun wird das freilich wohl, im vollsten Sinne, erst dort erfüllet, wenn wir des Richters Ruf vernehmen: „Rommet her, ihr Gesegneten meines Vaters! ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der welt!" (Match. 26,34.) Aber auch schon hier in diefem Pilgrimsstande, hier, wo noch nicht erscheinet, was wir seyn werden (l Joh.3,2 ); hat der Herr den Seinen einen Tisch bereitet, hier schon giebt's für sie gar hohe und felige Abendmahlsfreuden, worauf auch Iefu Worte zielen: „ Siehe! ich siehe vor der Thür und klopfe an. So Jemand meine Stimme hören wird und mir ausihun, zu dem werde ich eingehen, und das Abendmahl mit ihm halten, und ^r mit mir." (Offmb. 3,20.) Das M, mit andern Worten, sagen: „Ich werde ihn erquicken, ich werde ihm geben von meinem Freudenwein, und seine Seele mit himmlischem Genusse laben!" Und das ist denn ein Vorschmack jener Freuden, ein Freudengenuß, der die Begierde nach dem himmlischen Freudenmahle reizen, und uns die Lust der Welt, das süße Gift, womit der Fürst diefer Welt die armen Seelen verlockt, verleiden und zuwider machen soll. Darum singt auch die Christenheit von Alters her: „Giebst du schon soviel aufErden, was wird nicht im Himmel werden!" Und wenn der Heiland selber ruft: „Rommel her zu mir! ich will euch erquicken!"

ken!" so will Er eben damit sagen: Wollt ihr Erquikkung haben, wahrhafte Erquickung hier und dort; wohlan! so macht euch auf und kommt zu mir, der ich ja wohl verstehe, recht frohe selige Menschen aus euch zu machen, und das so herzlich gern an einem Ieglichen thue, der sich nur mühselig und beladen zu mir wendet, daß mein Verlangen nach eurer Erquickung viel größer als das eurige ist. — Ia, möchte hier Mancher sprechen, das glaube ich alles wohl; aber die Mahlzeit ist mir nur zu theuer, und ich habe nicht in meinem Vermögen, was da von mir gefordert wird. — Wohlan! mein Lieber! wenn das dein ganzes Bedenken ist; so magst du das nur fahren lassen. Hörst du hier nicht die göttliche Einladung: „Rommer, denn es ist alles bereit!" Ist's also schon bereit; so sollst du's ja nicht erst, mit Mühe und Kosten dir selbst bereiten; sondern kommen sollst du als ein Gast, und ja nicht daran denken, daß du die Mahlzeit zu bezahlen habest, wie denn auch in der Gleichnißrede des Evangeliums die allerärmsten Leute, Krüppel, Lahme, Blinde, ja Bettler und Gesindel, das hinter den Zäunen lag, also Leute, die nichts bezahlen konnten, zu dem bereiteten großen Ehrengelage als Gaste gebeten werden. Ist's nun bey Menschen unerhört, daß einer Gaste bate, und ließe sich dann von ihnen bezahlen, als wenn er ein Gastwirth wäre; so dürfen wir das viel weniger von unserm Gott und Heiland erwarten. Das wäre ja seiner Ehre zuwider, als der nie unsrer Gaben bedarf, vielmehr selbst Herr über" alles ist, und seine Lust im reichlichem und überschwenglichem

Geben Geben findet. Darum ruft unser Heiland auch: „wer durstig ist, verkomme; und wer da will, vernehme das Master des Lebens umssn stZ" ( Offenb. 22,17.) Das geht uns nun, Geliebte! sammt und sonders, ohne Unterschied, an; und wer nur Hunger und Durst nach den uns langst bereiteten, um einen unermeßlichen Preis bereiteten himmlischen Freudengenüssen hat, der darf auch sicher glauben, es gelte auch'ihm für seine Person das Wort der göttlichen Einladung: „Rsmmet, denn es ist alles bereit!" — Wer bringt denn aber diese Einladung den Gasten zu? Es wird hier eines Knechtes gedacht, von dem die Gaste eingeladen und zusammengerufen werden. Und leicht genug ist zu ersehen, daß hier der Heiland von sich selber rede, indem Er sich darum zum Knecht erniedrigt hat, um jenes große Abendmahl, mit schweren Kosten — nicht mit Gold oder Silber; sondern mit seinem heiligen theuern Blute — zuzubereiten, und dann, im Namen seines himmlischen Vaters, Gaste zusammenzurufen, wie Er's hier mit de n Wortenthut: „Rsmmet, denn es ist alles bereit!" Das ist denn nun die fröhliche Einladung, die man im Christenthum vernimmt, womit der Heiland seine Knechte, d. i., die Diener seines Worts, beaustragt hat. Darum spricht der Apostel auch von sich und allen Dienern des Evangeliums: „ so sind wir nun Botschafter an Christi Statt." (s Cor. 6, so.) Und unser Heiland selber spricht: „wer euch höret, der höret mich; wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet Den, der mich gesandt hat" (Luc. 10,16.); was ., freifreilich nur auf solche Lehrer bezogen werden kann, die da in Christi Namen, und als von Ihm gefandte Bothe n reden, mithin als Gastbitter kommen, und allerlei) Mühseligen'und Beladenen im Volk, ja selbst den Schlechtesten und Verfunkensten, im Namen des Heren, die frohe Bothschaft bringen: „Rommel, es ist alles bereit!« Darum nun soll man ja nicht von uns glauben, wir waren, als Christi Knechte, dazu bestellt, der Leute Treiber zu feyn, und Schuld von ihnen einzumahnen, die sie doch nimmer bezahlen können. Wenn wir es also machten, liebste Seelen! wir sagten den Leuten wohl, sie sollten kommen, erinnerten aber auch, daß Keiner leer erfcheinen und sich einbilden dürfe, fo rein umsonst am himmlischen Freudenmahle Antheil zu bekommen; dann, meine Lieben! wenn wir uns fo vernehmen ließen, würden wir nicht als Bothen Christi, und nicht in feinen: Namen reden; dann dürften wir aber auch nicht hoffen, daß Er, der Herr, zu unserm Zeugniß sich bekennen werde, wie denn auch endlich gar nicht auf uns paßte die schöne Beschreibung unfers Amtes bey dem Propheten, der da spricht: „wie lieblich sind die Füße der Bochen, die da Frieden bringen, Gutes predigen, Heil verkündigen!" (Jes.6s, 7.) Darum, meine Theuersien! ist nun das Christenthum mit nichten für eine düstere traurige Sache zu halten. Es ist vielmehr, nach seinem wahren Inhalt, die freundlichste Einladung zu hohen selige n Freuden hier und dort, und wie diefelbe an uns alle ergeht, die wir die evangelische Bothschaft hören, fo giebt der Heiland hier im Evangelio auch sonderlich noch

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