صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

nen müssen; so kann's ja schlechterdings keine Hülfe und kein Heil für uns geben, als nur Key Ihm, und so muß Jeglicher, dem da wahrhaftig soll für Zeit und Ewigkeit geholfen werden, vor allen Dingen die Stimme Jesu hören, und sich dadurch bewegen lassen, als ein - verirrtes Schaafzu Ihm, dem guten Hirten, zurückzukehren. Da müssen wir denn freilich alles lassen, was uns zur Welt und ihrer Lust hinzieht, und mit Ieglichem, der da merken muß, daß er von Iesu noch geschieden lebe, und daß der Herr noch nicht sein Herz' gewonnen habe, muß es zu dem Entschlusse kommen, nunmehr nicht einen Augenblick langer auf dem bisherigen Irrweg fortzuwandeln, dagegen den Herrn, zu suchen, dieweil er noch zu finden ist, und seine Gnade und seine Gemeinschaft allem vorzuziehen, was irgend die Welt ihm darbieten möchte. Wie das Kindlein, das nach der Mutter sich sehnt, mit nichts, was man ihm bieten möge, zu stillen ist, und sich nicht mag zufrieden geben, es sey denn, daß es erst die Mutter wieder habe; — so, meine Geliebten! so müssen auch unsre Seelen sich nach dem Heiland sehnen, sich sehnen nach dem Trost, den Er den Elenden, den. Mühseligen und Beladenen verheißt, sich sehnen nach dem Frieden, womit Er die zerschlagenen Herzen und die beschwerten Gewissen erquickt — mit Einem Wort, es muß bey uns zu einem heiligen Sehnen kommen, daß Iesus uns doch möge, als seine arme verirrte und verlorne Schaafe, zu der Gemeinschaft semer Heerde bringen, und seiner treuen Hirtenpflege zu unserer Heilung und Genesung so genießen

ßen lassen, daß wir mit Freuden rühmen lernen: „Lr erquicket meine Seele," und — „in Ihm habe ich Gerechtigkeit und Stärke," — denn „Er hat meiner Seele vom Tode geholfen und mir das Leben wiedergegeben." — O wie viele arme Seelen, die unerrettbar verloren schienen, haben Ihn so, als ihren treuen Hirten, der „das Verlorne sucht und das Verirrte wiederbringt" mit Freuden preisen lernen. Und unter allen denen,, die Er noch in der Irre, als seine verlornen Schaase, schmachtend und darbend, und in Gefahr des Untergangs erkennen muß, ist auch nicht Einer, der nicht alsbald gerettet, geheilt, erquickt und in einen neuen seligen Gottesmenschen könne umgestaltet werden; sofern er nur noch Iesu Stimme, die Stimme des guten Hirten, vernehmen kann und mag. O daß sie doch such unter uns ein Ieglicher vernähme, der noch zu den verirrten Schaafen des guten Hirten gehört — daß doch über Jeglichem auch unter uns, der noch nach seinen Lüsten wandelt, und langere oder kürzere Zeit von seinem Hirten geschieden ist, bald möge Freude im Himmel seyn, darum daß er, der da verloren war, nun wieder gefunden ist. Wie? da es ja doch wohl dergleichen arme verlorne Schaafe so manche unter uns giebt; — sollte denn keiner seyn, der sich bewegen ließe, dem Himmel solche Freude zu machen? — keiner, der seinen treuen, sich unablassig nach ihm sehnenden Hirten noch gern die Freude machte, sich von Ihm wiederfinden zu lassen? — Wollte man denn mit Gewalt verderben? — da-den Verderbtesten selbst noch Hülse, vollkommene Hülfe, und zwar in aller Kürze, geboten wird? — da der Versunkenste selbst noch einen Heiland hat, der eben so machtig, ihn zu erretten und selig zu machen, als herzlich willig und bereit dazu ist? — ja der sich auch nach dem Versunkensten mit größerem Verlangen sehnt, als sich die zartlichste Mutter nach ihres Kindes Rettung aus der Gefahr des Todes sehnen mag. — O Sünder! daß du dich doch besinnen möchtest, dieweil's noch heute bey dir heißt! Wie lange hast du nun einem vermeynten Glücke nachgejagt, und immer suchst du noch und immer durstest du noch; — sollte dich das denn nicht auf den Gedanken bringen, du habest des rechten Weges verfehlt? — O höre doch nun endlich einmal, du irrendes, verlorenes Schaaf! auf deines Jesu, des treuen Hirten, Stimme! Kehre dich, ohn'einiges Säumen, so wie du bist, zu Ihm; und verbanne nur einen jeden Gedanken , als werde Er dich, als gar zu schlecht und unwürdig, von sich stoßen. Du bist Ihm, als ein armes verirrtes und verschmachtetes Schaaf, das Er sich theuer erworben hat, viel werther als du dir vorstellen kannst, und Ihm, dem guten Hirten, wirst du die größte Freude machen, wenn du vertrauensvoll zu Seinem Erbarmen deine Zuflucht nimmst. Er hat, wie groß dein Elend und Verderben auch immer sey, noch Hülfe genug, vollkommene Hülfe für dich, und heute kannst du die Hülfe haben, heute vom Tode zum Leben kommen, wofern du heute de n seligen Entschluß fassest und zur Vollziehung bringest, — hindurch zu brechen durch alles was dich hindern will, um deinen Hirten zu finden, oder vielmehr von Ihm,

der der langst nach dir gesucht, dich finden, erquicken und heilen zu lassen. — Ihr aber, die ihr mit Freuden rühmen dürft, die Treue, womit der gute Hirte euch nachgegangen und euch gesucht, bis daß es Ihm gelungen euch wieder zu gewinnen, o ihr aus Gnaden gerettete Seelen! — vergeßt nicht, was ihr waret, und was ihr, durch die Treue des guten Hirten, geworden send! Vergeßt nicht , daß ihr seine Schaafe seyd, und bleibt bey Ihm und folgt Ihm gern, daß fern von euch der leiseste Gedanke sey, als könntet ihr je für euch bestehen oder euch selber führen. Ihr werdet, so lange ihr hier wallen sollt, doch immer nur Schaafe bleiben, und so müsse das Bedürfniß eines Hirten, wie Christus ist, durch alle Jetten in euch lebendig seyn. Nach Ihm denn müsse bestandig und unablassig euer Auge und euer Sinn sich lenken, in seiner Gemeinschaft zu bleiben und mit treuem Gehorsam Seiner Leitung überall zu folgen, das müsse eure tagliche Sorge seyn. Und Heil dem, der hierin gewissenhafte Treue beweist, den Freud und Leid, und gute und böse Tage nur immer mehr in der Gemeinschaft Christi gründen; — der darf zu aller Zeit mit königlichem Muthe wandeln des Lebens ungewisse Bahn. — „ Der Herr ist mein Hirte!" — darf er mit David sprechen »der Herr ist mein Hitte, mir wird nichts mangeln." — Und mit gerührter Seele und seliger Freudenempfindung mag er vernehmen das ewig feste Wort aus seines Hirten Munde: »Meine Schaafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir. Und Ich gebe ihnen das ewige ^eben, und

sie sollen nimmermehr umkommen, und Niemand soll sie mir aus meiner Hand reißen." (Joh. 10,27. ff.)

Amew - . >v> -" .',1 .

.1, Am dritten Sonntage nach Ostern..

(Einleitung. — »Der Gerechte muß vieles leiden." (Pf. A4,20.) — Das ist einSchriftqusspruch, meine Andachtige! der sich, so lange es Menschen gießt, M der Erfahrung bestätigt gefunden hat. Selbst die AusWivshtten Gottes, dere n -die Schrift gedenkt, Hmd nicht eines freundttchem Looses theilhaftig geworden, wie wir denn wissen, daß eben die Manner Gottes, die in der Schrift mit einem sonderlichen Ruhme glanzen, wie Moses, Hiob, Joseph, David und andre mehr, nicht zu gedenken der Jünger und Apostel des Herrn^ nicht selten haben de n rauhen Weg der Trübsal wandern, und sonderlich harte Kampfe mit einem widrigen Lebensschicksal bestehen müssen. Solche Führung jener heiligen Manner Gottes laßt es uns nun nicht Wunder nehmen, wenn's heut zu Tage noch geht wie da geschrieben steht (Ps.4,4.): „Der Herr führe seine Heiligen wunderlich;" und wie es in dem angeführten Schriftwort lautet: „der Gerechte muß viel leiden." — Wenn es denn aber dabey geschieh«, daß , während der Fromme seufzen und weinen muß, der gottesvergessene Haufe

lachen

« السابقةمتابعة »