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betauben sie ihr Gewissen und verstocken ihr Herz, daß sie nicht nur ohn' alle Furcht und Scheu die Sünde thun; sondern auch mit einem vermessenen Trotz nach ihrem Muthwillen leben, und meynen da eben sich recht als Leute zu zeigen, die Kraft und Much genug haben, Gott und der Hölle zu trotzen. O ihr erbärmlichen Helden! > ihr sollt ja wohl noch kleinlaut genug werden, wenn einmal Gottes Geduld mit euch zu Ende seyn wird. Und gewiß nimmt sie einmal ein Ende, wo denn das Iammern und Heulen schon an euch kommen wird. Auch Iesu Feinde, die da lachten und jubelten, wahrend die armen verwaisten Jünger weinen und heulen mußten; sie haben schrecklich genug erfahren, was Iesus ihnen vorhergesagt hatte: „wehe euch, die ihr hier lach«, ihr werdet weinen und heulen." (Luc. 6, 26.)

Doch wir wenden uns nunmehr von den muthwilligen Sündern ab, um noch eine andere Art vonMenschen zu betrachten, namlich die Unerfahrenen und Unbefestigten, sofern dieselben durch die erwahnte Erfahrung von derFreude der Welt, und von derTrübfal derKinder Gottes sich blenden und verführen lassen, der Welt gleich zu stellen. Es sind dergleichen Menschen wohl nicht entschieden gottlos und verstockt. Das Gewissen übt noch sein Recht an ihnen, und dasWortGottes, besonders die ernsten Lehren vom Tode, Gericht und Ewigkeit, und die so rührenden als herzhinnehmenden Heilswahrheiten von Christo und der in Ihm offenbarten göttlichen Liebe, beweist nicht selten an ihren Herzen sich kraftig. Aber entschieden den schmalen Weg zu wählen, den dasWort Got

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tes zeigt, die Welt zu verleugnen, und sich der Streiterschaar der achten Iünger anzuschließen, dazu, zu solchem festen Entschluß, ist es noch nicht mit ihnen gekommen, dagegen straubt sich Fleisch und Blut bey ihnen noch allzusehr. Christus ist ihnen wohl nicht, gleich wie der Welt, emeThorheit und ein Aergerniß, sie mögen vielmehr gern von Ihm hören, sie glauben auch gern, daß Er „der weg, die Wahrheit und das Leben" sey, und möchten auch wohl recht gern das Leben in Ihm haben; nur der im Evangelio gezeigteWeg der Fleisches-Kreuzigung schreckt sie leicht ab, und um so williger geben sie der Stimme von Fleisch und Blut Gehör, wenn sie erfahren, wie Leute, die mit Ernst de n schmalen Weg des Lebens wandern, deßhalb nicht nur, wie andere Leute, ihr Theil von Mühseligkeit und Noth zu tragen haben; sondern auch noch überdem, und zwar gerade um ihres Ernstes willen, den sie im Christenthum beweisen, in den oder jenen schweren Umstanden leben, eben wie dort die Iünger, weil sie es mit dem Heiland hielten, in eine Lage geriethen, da sie, nach Jesu Ausdruck, weine n und heulen mußten.

Solche Erfahrungen nun, sind den noch unbefestigten und unerfahrnen Seelen noch eine zu harte Kost, und leicht kann's da geschehen, daß sie von ihrem Fleisch betrogen werden, dem Irrwahn Raum zu geben, als könne man sich, bey mehrerer Klugheit, dergleichen Wehen gar wohl ersparen, man könne ja immerhin fromm seyn; man müsse nur nicht die Sache aufs Aeußerste treiben, nicht fo geradezu der Welt entgegen gehen; fondern sich fein in der Mitte zwischen allzu christlich und all

Hauspsstille Z.M. D KU

zu weltlich halten und dem Herrn also dienen, daß man dabey, wo nicht die Welt zum Freunde behalte, doch wenigstens mit ihr in Friede lebe. Aber ihr Lieben! die ihr euch solche Gedanken macht, ihr kennt so wenig die Welt, als euer eigenes Herz. So glaubt doch aber dem Herrn, der beides kennt, daß es nicht möglich sey, Ihm und der Welt zu dienen (Match. 6,24.).— War' eure Meynung recht; so war's ja nicht ein schmaler weg, der durch die enge Pforte einführe zum ewigen Leben (Matth. 7,14.); so sagte der Herr von diesem Wege nicht: „wenig sind ihrer, die ihn finden" (V. 14.); und so hatte es entweder gar keinen Sinn, oder es ginge uns wenigstens nichts mehr an, wenn Er da spricht: „wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, und nehme feinRreuz auf sich, und folge mir." (Matth. 16,24.) Und endlich würden wir auch kein Wort in unsrer Bibel lesen von einem Rampfe^ den die Glaubigen kampfen, ja bis ans - Ende kampfen sollen, wie es denn heißt: Rampfe den guten Rampf (1 Tim. 6,12.). „ Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge pforre" (Luc. 13,24.) und „Niemand wird gekrönt, er kämpfe denn recht." (2 Tim. 2, 6.)

Darum, ihr Lieben! ist es vergeblich, daß ihr meynt, rechtschaffene Iünger Christi seyn und doch auch mit der Welt in Frieden leben zu können. So wenig Christus und Belial je mit einander stimmen werden, so wenig darf man hoffen, daß jemals ein rechtschaffner Christ sich mit der Welt vertrage und von ihr unangefochten bleibe. Es bleibt demnach bey Christi Wort: „Märet ihr von der welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der welt seyd, sondern Ich habe euch von der welr erwählet, darum hassec euch die welr" (Joh. is, 19.); und so möge es nur jeder als ein nicht gutes Zeichen betrachten, wenn ihn die Welt mit seinem Christenthum in Frieden laßt — denn die Welt hat immer nur das Ihre lieb; aber Christi Jünger, die von der Welt geschieden sind, die können es nimmer anders erwarten, als daß sie von der Welt ge, hasset werden, und also mannigfache Anfechtung und Störung ihres außern Friedens, um Christi willen, erdulden müssen. — Und so, meine Lieben! ist es uns hoffentlich zur Genüge klar geworden, was es für eine Bewandtnis) habe, wenn einer Seits die Freude der Welt bey ihrem gottlosen Leben und Wesen, und andrer Seits der Kinder Gottes Trübsal in der Welt bey ihrem ernsten Streben nach Gottes Wohlgefallen zu wandeln, auf die erwahnte Weise gemißdeutet wird. — Laßt uns nun aber im

Theile

unsrer Betrachtung sehen:

wie wir als Christen die obbemertte Erfahrung zu betrachten und uns darein zu schicken haben.

Hier gilt's nun, daß wir Folgendes uns wohl zu Gemüthe führen:

1.) es ist die Sache im wotte Gottes Vorhergesagt. — Ein Beyspiel haben wir gleich im heutigen Evangelio, wo es der Heiland seinen Iüngern gerade

D 2 und und offen heraus erklart, wie es mit ihnen, als seinen Angehörigen, kommen werde. „ Ihr werdet, — spricht Er — weinen und heulen, aber die welt wird sich freuen." Hatte Er das nicht vorhergesagt, dagegen wohl gar den Iüngern gutes Leben und goldene Berge versprochen, und nun waren ihre schönen Erwartungen zu nichte geworden, und, statt des gehofften Glückes, eine solche Trübsal über sie eingebrochen; dann, meine Lieben! dann hatte ja freilich diese Trübsal ihnen ein unüberwindlicher Anstoß seyn müssen. Und nicht anders stünde dann auch die Sache bey uns, wenn das Wort Gottes durch Hoffnung guter Tage, wie sie der fleischliche Mensch begehrt, uns zu des Heilandes Iüngerschaft lockte. Aber sehet! wie sich die Sache ganz anders verhalt. Christus macht es nicht, wie es wohl in der Welt zu geschehen pflegt, wo man die Leute durch schöne Vorspiegelungen anzukirren sucht. Er sagt im Gegentheil gerade heraus: „will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, und nehme stin Rreuz auf sich, und folge mir." Und was Er immer den Seinen verheißt und auch gewißlich giebt

— die höchsten Güter, Friede und Freude, Leben und volle Genüge (Joh. 10,11.); — das sollen sie nicht erwarten, daß ihnen in dieser Welt ein gutes, gemachliches und freudenreiches Leben beschieden sey. Nein, spricht Er: „in der Welt habt ihr Angst" (Joh. 16,s3.)

— als sagte Er: das ist mein Sinn und meine Meynung nicht, daß ich euch gegen alles zeitliche Ungemach schützen und sicher stellen wolle. Hab' ichs doch selbst erduldet, und „der Rnecht ist ja nicht größer als der Herr."

Könnt

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