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das schöne Ermunterungswort: „Freuet euch und hüpfet, denn euer L.ohn wird groß se^n im Himmel;" und in demselben Sinne heißt es auch in der Bergpredigt Matth. 6,4.: „Selig sind die L.eid tragen, denn sie Mm getroster werden!" O großer Trost! o ewige Herrlichkeit! wohl Werth, darum hier eine kurze Zeit zu dulden, und auf der Kreuzesbahn dem Herrn zu folgen. Bald ist ja doch der Kampf zu Ende, den eine ewige Rrone belohnen soll; indem die alle, die hier mit Christo leiden, dort mit Ihm herrschen sollen, wie der Apostel spricht: „Dulden wir mit Ihm, ft> werden wir mit Ihm herrschen" (2Tim. 2,12.). Was kann demnach der Kinder Gottes zeitliches Leiden anders seyn, als eine heilsame Zucht der ewigen Liebe, die ihre Kinder gern für ihren hohen, himmlischen, unendlich herrlichen Beruf erziehen und tüchtig machen will.

Die «un das gern dem Worte Gottes glauben; die werden viel lieber mit Christo leiden, als mit der Welt sich freuen wollen, zumal wenn sie bedenken, daß endlich

3.) die Freude der VOelt gewiß eine bittere, nicht selten auch wohl verzweiflungsvslle Reue gebiert.

„Ihr werdet — hatte der Heiland dort den Jüngern vorherverkündigt — ihr werdet weinen und heulen , aber die VOelr wird sich freuen."

Wenn er nun gleich darauf von einem großen Wechsel der Dinge spricht, da ihre Traurigkeit in Freude werde verwandelt werden; so merkt man schon, daß alsdann umgekehrt die Freude der Welt in Trauer und

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Iammer sich verwandeln, und das Weinen und Heulen zuletzt an die kommen werde, die vorher, bey der Trauer der Jünger, vor Freude gelacht und gejubelt' hatten. Von diesem traurigen, ja schrecklichen Wechsel hatte der Herr auch schon mit Weinen gesprochen, da Er den Iammer voraus verkündigte, der über Jerusalem kommen, und seinen dortigen Feinden das Lachen vertreiben und die Freude verderben würde. Und man höre, wie Er überhaupt die Freude der Welt betrachtet, wenn Er da spricht: „wehe euch, die ihr hier lachet, ihr werdet weinen und heulen" (Luc. 6, 26.); man vernehme aus seinem Munde, wie dort das Lachen des reichen Mannes (Luc. 16.) zur jammerlichen Klage der Verzweiflung ward. Darum wisset, Geliebte! Wenn Sünder in 'Freuden leben und Fromme in Trübsal seufzen, da ist etwas im Werke, da wird gewiß ein Wechsel kommen. Denn Gott ist nimmer ungerecht, und ob Er auch vielleicht eine lange Weile schweige; doch ist schon seine Stunde ersehen, und dann, dann wendet sich das Blatt. Der Frommen Trübsal wandelt sich in Freude und der Sünder Lust in Weinen und Heulen, und wehe! — wehe dann dem, der keinen Raum zur Buße mehr findet! — wehe dem Sünder, der unbekehrt, gleich jenem reichen Manne, erst in der Ewigkeit von seinem Sündentaumel erwacht. Was kann sein Loos da anders, als unaussprechlicher Iammer und Reue der Verzweiflung seyn! Ach wolltet ihr Sünder doch, die ihr jetzt scherzend und lachend der göttlichen Drohung spottet, von der Erfahrung euch lehren lassen; ihr würdet da in alter und neuerer rer Zeit, ihr würdet auch noch in unsern Tagen, und vielleicht selbst in eurer eignen Nahe, Leute genug von e'irem Schlage finden, denen die schwere, gewaltige Hand des Herrn die Lust in Iammer verwandelt hat. Was kann nicht über ein Rleines euch begegnen! Die folgende Zeit verandert viel, mW wer weiß, was schon die nachste Zukunft bey euch verandern wird und wie nahe ihr dem Ziele seyd, da euer Scherz in Schmerz, und euer Lachen in Weinen und Heulen verwandelt wird. So viel ist ausgemacht: der Gottlofen Freude bestehet nicht, und sie sind, bey ihrem Lachen und Iauchzen, gleich wie Berauschte, die an des Abgrundes Rande taumeln, bis sie — mit Schrecken nüchtern werden. Und wenn das denn nur nicht geschieht, wenn sie der Abgrund schon verschlungen hat, wie dort beym reichen Mann, der in der Hölle erst nüchtern ward. Das mögen doch alle, die ihre Lust noch in der Sünde finden, zu ihrer Warnung sich gesagt seyn lassen, daß sie erwachen, weil es noch Zeit ist, und aufhören mit dem rasenden Beginnen, um kurze Lust sich eine peinvolle Ewigkeit zu erkaufen. Du glaubst, es werde fo schlimm nicht seyn? So gieb doch einen tüchtigen Grund, daß solcher dein Trost dich nicht betrügen werde, wogegen dir Beweise die Menge und so stark wie möglich können gegeben werden, daß deine Lust einmal gewiß ein Ende — und dann ein Ende mit Schrecken nehmen werde. So ist's im Worte Gottes vorhergesagt; so spricht derselbe Mund, der zu den Iüngern . sprach: „Ihrwerdet weine n und heulen;" und es geschah also. So wird auch in Erfüllung gehen, was Er den Gottlosen in ihrer Freude entgegen ruft: „Xvehe euch, die ihr hier lachet, ihr werdet weinen und heulen!" Und wohl dem, der das glauben mag. Glauben wir's nicht, wohlan! so wird trotz unsers Unglaubens die Wahrheit Gottes sich bewahren, und wir werden dann, wenn es zu spat ist, den Glauben schon in die Hand bekommen. Glauben wir aber, es sey wahrhaftig so, wie Gott in seinem Wort uns sagt, sehen wir demnach die Freude der Welt und die Trübsal der Kinder Gottes in dem Lichte an, das uns der Herr darüber in seinem Worte giebt; so werden wir ja bedenken, was da zu unserm Frieden dient, und also Wahlen, daß unsere Wahl uns weder hier, noch ewig gereuen dürfe. Mag denn die Welt mit ihrer Lust uns locken! Wie lange dauert diese Lust, wie lange all' ihr Gut? Und geht's denn auf dem Wege, den ihre Kinder wandeln, ohn' alle Trübsal ab? Die da im Taumel ihrer Lust jetzt lachen, wissen die nichts von Noch? — Ach! man betrachte sie, wenn der Rausch verflogen ist, wenn sie sich gleichsam wiedergegeben sind, wie da ihr oft geheimer Kummer mit doppelter Schwere auf ihre Seele fallt. So muß es denn auch auf dem breiten Wege der Welt, wie auf dem schmalen Wege der Frommen, gelitten feyn. Ohne Kreuz kommst du nicht durch die Welt, und es ist demnach nur die Frage, ob du erwählst das Kreuz der Welt, oder Christi Kreuz zu tragen. Aber, meine Lieben! wie könnten wir da nur über die rechte Wahl noch zweifelhaft seyn? Odarum ihr, die ihr das harte drückende Kreuz der Welt schon fühlt, so wie auch ihr, die ihr auf einem

Wege Wege wandelt, da ihr es sicher werdet fühlen , und tragen müssen, o wahlt das bessre Theil! Auf! und den Herrn gesucht, weil Er zu finden ist! Fühlt ihr euch mühselig und beladen? Wohlan! so seyd ihr Ihm schon recht. Ihm, der da ruft und spricht: „Rommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen si^d. Ich will euch erquicken" (Matth. 11, 28.). Also Erquickung, — und eine Erquickung, wie sie die Welt, der ihr so lange gedient, und wohl mit saurer Mühe gedient, noch keiner Seele gegeben hat, noch geben kann, — süße himmlische Erquickung, nach welcher ihr, wenn ihr sie kenntet, mit heißem Verlangen trachten, die ihr um jeden Preis euch gern erkaufen würdet, die hat der Herr für euch bereitet, und Er, der eure Krankheit, der eure geheimsten Gebrechen kennt, und dabey alles hat, was euch im innersten Herzensgrunde erquicken kann. Er hat ein göttliches Sehnen, euch arme, ermattete, verschmachtende Seelen also zu laben, daß ihr euch, wie zum neuen Leben, wiedergeboren fühlen und fröhlich jauchzen sollt: „Das L.oos ist mir gefallen aufs lieblichste, mir ist ein schönes Erbrheil worden!" (Ps. 16,6.) — Fragt alle, die da je mit ihrer Sündennoth, und mit dem Druck ihrer leiblichen Noth mühselig und beladen zu Christo sich gewandt, ob sie nicht alle gestehen werden: „Er hilft den Elenden herrlich" (Ps. 149, 4.); ob sie nicht fröhlich einstimmen werden in Davids Wort: „welche Ihn ansehen und anlaufen, derer Angesicht wird nicht zu Schanden" (Ps. s4,6.). So will und wird Er denn auch euch sich als den Helfer ohne

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