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Gleichen erweisen, der alle eure Traurigkeit in Freude verkehren kann. Ia übee ein Rleines, wie Er spricht, so soll euer Herz sich freuen, — über ein Rleines, — und ihr seyd genesen von eurer tödtlichen Plage, und wandelt Ihm ftöhlich nach, — über ein Rleines, so ist das Ziel, das hohe herrliche Ziel erstritten, das himmlische Kleinod gewonnen. Dann ist's für ewig mit allem Kampf, mit aller Noth vorbey, dann weint und klagt ihr ewig nicht mehr; sondern freuet euch vor Ihm mit ewiger und unaussprechlicher Freude. Amen.

Am Büß. und Bettage.

Einleitung: Es hat, Geliebte! unsere heutige Zusammenkunft an heiliger Statte eine eigenthümliche Bedeutsamkeit und Wichtigkeit. Unser ganzes Volk ist heute aufgerufen, sich vor dem Herrn, dem König aller Könige, zu beugen, und zwar ist dieser Aufruf nicht von der Kirche als solcher, sondern von dem Haupt des Landes, unserer höchsten Landesbehörde, ausgegangen. Es ist demnach die heutige Bußtagsfeyer als eine öffentliche und feyerliche Erklarung der höchsten Landesobrigkeit zu betrachten, dadurch sie zweyerley dem ganzen Volke bezeugen will: . ".

i.) dös Landes Wohlfahrt stehe weder in des Königs Macht, noch in der Weisheit seiner Beamten. Gott sey's vielmehr allein, der gute Zeit im Lande schaffe,

und und so sty die Erfüllung unseres Wunsches, daß es dem Vaterlande wohl gehen möge, „daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen" (Ps. 86,11); daß die vorhandenen Lasten abgenommen werden, und die ersehnte bessere Zeit herbeykomme, durchaus von Gottes Gnade allein und seinem Segen zu erwarten. Hiernächst erklart durch unsre Bußtagsfeyer die höchste Landesbehörde s.) daß große Ursach zu der Furcht vorhanden sey, es dürfte Gott den Segen seiner Gnade entziehen, dagegen im gerechten Eifer das Land heimsuchen, und es uns zu empfinden geben, was langst in seinem Worte, zu unserer Warnung, geschrieben steht: „Die Sünde ist der Leute Verderben" (Sprw. 14> 34.). Und so ist die gebotene Bußtagsfeyer anzusehen als ein Aufruf unserer höchsten Landesobrigkeit an das gesammte Vaterland und alle Landeskinder, daß sie an ihre Sünde denken, ihre Verschuldung bey Gott reuevoll anerkennen, zu Ihm zurückkehren und so den Arm des Allmachtigen, der über uns schon aufgehoben sey, gleichsam noch halten, ja neuen Segen von oben her auf unfer Land herabziehenmögen. Ach! wenn das fo geschahe, wie einst die Leute in Ninwe es thaten, die, aufgefordert von ihrem König, gemeinschaftlich mit ihm sich vor dem König aller Könige beugten und reuevoll um Gnade und Verschonung riefen, — wenn das so auch von uns, von. unserm ganzen Lande geschähe,

wenn wenn Gott an diesem Tage König und Volk in wahrer Herzensbeugung vor Ihm liegen sahe; — gewiß, Gott nahme solche unsre Buße eben so gnädig an, wie dort die Buße des Ninevitischen Volkes, von dem es heißt (Jon. », 10.): „Da aber Gsre ftche ihre Werke, daß sie sich bekehrten von ihrem böstn VOege, reuete Ihn des Uebels, das Er geredet hatte ihnen zu thun, und that es nicht." So möge denn doch der gnadige und barmherzige Gott meiner heutigen Rede an euch dieselbe Kraft verleihen, womit Er dort des Ionas Predigt segnete in einer großen, üppigen und tief in Sünde — und Last« versunkenen Stadt. Ich werde dies Mal ein Hauptgebrechen der Zeit zur Sprache bringen, das man gewöhnlich ganz verkennt, darum, weil es Hier hören wir ein Urtheil, theuerste Zuhörer! das unser Herr und Heiland einst über seine jüdischen Zeitgenossen fallte. Was geschahe nicht vor dieser Leute Augen! daß man wohl fragen möchte: wie war's nur möglich, daß man dergleichen Dinge erleben und selbst mit Augen sehen, und dabey immer auf dem betretenen bösen Wege sicher und unbekümmert fortgehen konnte! Da war nun aber auch die Gnadenfrist ihrem Ende nahe, und mit einem Schicksal, so hart und schrecklich, wie es kein Volk bisher getroffen, hat eben dies so außerordentlich von Gottes Gnade heimgesuchte Volk es büßen müssen, daß es sich einem Unglauben in die Arme geworfen, durchweichen es dahin kam, daß es, wie es im Texte lautet, mit fehenden Augen nicht sahe und mit hörenden Ohren nicht hörte. Denn freilich, meine Lieben! rührte die von Iesu öfter beklagte, und einmal selbst mit bittern Thranen beweinte Verblendung seines Volks von einem beweinenswerthen Unglauben her, — wie heute auch der in der Christenheit, durch alle Länder verbreitete, und auch in unserm Vaterlande mächtig gewordene Unglaube dieselbe Wirkung offenbart, namlich eine Verblendung, bey welcher man auch mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht hören, und folglich auch die gegenwartige ernste Zeit nicht einmal inne werden, geschweige denn verstehen und richtig deuten kann. Es dürfte uns aber, Geliebte! äußerst nöthig seyn, die Zeit, in welcher wir jetzt leben, von dieser ihrer traurigsten Seite genauer anzusehen, zu welchem Zweck ich denn die jetzige Andachtsstunde zu benutzen, und euch da> > '> Linter

ein solches Gebrechen, das Gott von jeher stets besonders hart gestraft; ja einst mit ewiger Verwerfung zu bestrafen in seinem Worte gedrohet hat. O > du, der du nicht Lust hast an der Sünder Tode; sondern willst, daß sie bekehret werden und leben; segne du. Barmherziger! mein schwaches Wort,

> in Aller Herzen dringen und reichliche Frucht recht^ schaffner Buße schaffen zur Ehre deines heiligen Na. mens. Amen!

„Mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht/"

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ist, und zwar

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Text: Matth. 13,18.

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unter dem Beystand göttlicher Gnade, vorzustellen gedenke:

«DieVerblendung des Unglaubens, als das „ bedenklichste Zeichen jetziger Zeit." .Es offenbart sich aber die jetzige Verblendung des Unglaubens als das bedenklichste Zeichen der Zeit insonderheit auf folgende dreyfache Weise: ^ 1.) Man fürchtet nichts, da alles zu jVrchten steht; S.) man Mlt die Hand des Herrn, und will sie

nicht erkennen; 3.) man will sich selber helfen, und eilt damit selbst . seinem Verderben entgegen. , Wenn wir nun, theuerste Zuhörer! die angegeben drey Kennzeichen dieser Zeit im Einzelnen betrachten; so wolle doch ein Ieglicher von euch, um seines eigenen Heiles willen, vor allen nur an sich selber denken, und sich wohl prüfen, wiefern das hier Gesagte ihn selber treffe und seinen eigenen Zustand schildere. Und so beginne ich nun in Gottes Namen, die heutige Verblendung des Unglaubens, als das bedenklichste Zeichen der Zeit, in der wir leben, euch naher vor die Augen zu stellen. Da wollen wir denn nun merken:

". Man fürchtet nichts, da eben alles zu fürchten ist.

Ihr denkt vielleicht, ich habe hier die Gefahr des ewigen Verderbens im Auge, die allerdings, wie wenig Mancher auch das glauben möge, gar nahe denen ist, die, als vom Herrn Gewichene, von seinem Wort sich nicht . 5 E 2 mehr

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