صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

mehr wollen zügeln lassen. Denn nach des Heilandes klarem Ausspruch (Matth.7,1s.) ist ja der breite weg, den solche Leute wandeln, unzweifelhaft der Weg, der zur Verdammniß abfuhrt. Und wo demnach ein Mensch auf diesem Wege vom Tode überfallen und dahingerissen wird; — wer kann aber nur einen einzigen Tag, ja nur eine Stunde davor sicher seyn? — so ist für ihn in aller Ewigkeit keine Hülfe und keine Errettung mehr zu hoffen, und so gehen demnach dergleichen Unglückselige dahin, zu erndten, was sie gesaet haben, namlich „vom Fleische das Verderben," wie der Apostel deutlich uns versichert (Gal. 6,8.). Doch, liebste Zuhörer! von dieser Gefahr, die allerdings bey weitem die größte und schrecklichste ist, seyd ihr schon anderweitig unterrichtet, und werdet, durch die Gnade des Heren, auch weiterhin wohl, noch manches Wort darüber vernehmen. Davon also schweige ich dies Mal. Dagegen achte ich es dem Zweck des heutigen Tages ganz gemaß, euch darauf aufmerksam zu machen, wie Gott sibsn hier auf Erden die Sünde richte, und durch allerley Heimsuchungen und Schlage seines Armes die Wahrheit seines Wortes bestätige: „Die Sünde ist der 5>eme Ver, derben" (Sprw. 14,34.), und: „es bringt Jammer und Herzeleid, den Herrn unsirn Gott Verlaffen und ihn nicht fürchten" (Jer.s, 19.). Wenn wir davon nun selbst Erempel haben, und wenn uns deren auch die Schrift in ziemlicher Menge vor Augen stellt, — ich will hier nur an das Gericht der Sündfluth — an den schrecklichen Untergang der Stadte Ssdom und Gsmsrra —

an an die mehrfachen Plagen, die über das alte Bundesvolk kamen, zu Strafe für feinen Abfall von dem Herrn, und endlich an die schauderhafte Zerstörung der jüdischen Hauptstadt euch erinnern; — wenn, sage ich, diefe und andere Exempel mehr, der neuesten göttlichen Strafgerichte nicht zu gedenken, es uns unlaugbar machen, Gott suche die Sünde schon hier aufiLrden heim, und treffe mit gewaltigem Arm, die es gewagt, des Here n zu spotten und feine heiligen Rechte in frevelhafter Empörung anzutasten; so müssen wir ja doch wohl erkennen, daß Gott noch jetzt , und zwar noch hier auf Erden, die Sünder richte, und also Niemand, der es wagt, dem Willen Gottes zu widerstreben, nur einen Augenblick Sicherheit habe, daß er nicht in ein ernstes Gericht des Allmachtigen falle, das ihm die Wahrheit fühlbar macht: „die Sünde ist der K.eute Verderben."

Und was, Geliebte! wollen wir denn sagen, wenn sich in dieser unserer Zeit schon allerley bedenkliche, ja drohende Umstande äußern? Müssen wir gestehen, daß unser Volk auch schuldig sey der Sünde, die Gott an seinem alten Bundesvolke mit grauenvoller Verwüstung ihrer Stadt und mit Zerstreuung des ganzen Volkes bestrafte; — können wir's nicht leugnen, es laste auch auf unserm Volk die Sünde, von welcher der Herr durch den Propheten spricht: „Du verwirfest Gottes Wort; darum wird der Herr dich auch verwerfen" (Hos. 4, 6.); wie? meine Lieben! wollen wir denn da noch nichts merken? sollen auch die Donnerschlage, die jetzt, noch aus der Ferne, unsre Ohren treffen, uns nicht erwecken

E 3 und und die Gefahr uns merken lassen, von welcher auch wir bedrohet sind? Ia, meine Lieben! wer unsere Zeit mit christlichem Auge, im Lichte des Wortes Gottes, betrachtet, dem dringt sich unwiderstehlich die Besorgniß auf, daß ein Gericht des Herrn im Anzuge sey, und vielleicht möchte es noch größer, allgemeiner und folgereicher seyn, als jenes furchtbare Gericht, das, bald nach Christi Abschied von der Erde, über Jerusalem und über das alte Bundesvolk einbrach. Bedenkt einmal, Geliebte-! wie lange haben wir, gedrückt von mancherley Beschwerden der Zeit, den Anbruch einer neuen, bessern Zeit mit sehnendem Verlangen erwartet! Noch ist sie nicht erschienen, ja ein neues, bisher noch nicht erfahrenes Uebel, und zwar das furchtbarste und verderblichste — innerer Aufruhr und Empörung der Völker wider die Obrigkeit/ — hat sich in dieser letzten Zeit offenbart.

So war's auch bey dem jüdischen Volk zu Christi Zeit und bald nachher. Das allgemeine Sehnen nach einer bessern Zeit, — ein Sehnen, das durch de n Druck der Gegenwart aufs Höchste gesteigert war, — es brach, nachdem der Herr, der „ö.eben und volle Genüge" brachte (Joh. 10,11.), verworfen war, inFlammen wilder Empörung aus, und nun ward's schlimmer als je zuvor, und es erfolgte endlich jener schreckliche Zerstörungskrieg, der alle Herrlichkeit Ierusalems in Trümmern stürzte, und das Volk dazu aus seinem alten, von Gott geschenkten, herrlichen Vaterlande vertrieb, daß es seitdem bis diesen Tag, zerstreut durch alle Lander, in seinem klaglichen Verfalle, das lauteste Zeugniß von der schweren

Hand

[ocr errors][ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

Nichtsbedeutendes, wenn wir da hören müssen von Rrieg und Rriegegeschrev? hören müssen, wie sich „ein Volk empöret über das andere, und ein Königreich über das andere" (March. 24, 7.)? kurz, wenn sich eine gewaltige, noch nie erlebte, Gahrung unter den christlich genannten Völkern offenbart? — Kann das auch zufallig heißen, was man, dem Wort der Weissagung, dem Wort des Herrn gemäß, als Vorbote eines ernsten und allgemeinen Gerichts, erwarten mußte? Und wenn nun außerdem die jetzige Zeit das Eigenthümliche noch hat, daß selbst die Rrafre der Namr, die sonst doch immer, nach festbestimmten Gesetzen, sich ruhig fortbewegten, sich nunmehr auch in einer Art von Aufruhr befinden; daß die so lange gegoltenen Regeln und Naturgesetze jetzt ihre Gültigkeit verloren zu haben scheinen; — wie? wollen wir denn das auch für einen bedeutungslosen Zufall halten? Ist's denn ein Zufall und nichts weiter, wenn z. E., seit mehreren Jahren daher, die Witterung gar nicht mehr nach sonst gegoltenem Naturgesetz erfogte? ist s Zufall, wenn wir jetzt von Ueberschwemmungen hören, die ganze Landerstriche auf beyspiellose Weise verwüstet haben, von tödtlichen Seuchen, denen alle Versuche menschlicher Kunst noch nicht zu wehren vermochten? ja selbst von „Erdbeben hin und wieder" (Matth. 24,7.), und das in Gegenden, wo solche Plage bis dahin unbekannt war? — Der Christ beantwortet diese Fragen mit einem unbedenklichen Nein, und hat dabey das Wort des Here n auf seiner Seite, in welchem eben solche Erscheinungen mit

kla

« السابقةمتابعة »