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Land den Segen davon merken. Aber, wenn denn dieses, da freilich der Schade schon zu groß geworden, nicht zu erwarten steht; wohlan! Geliebte! so soll das uns nur desto starker ermuntern, an unserm Theile umzukehren, und in wahrer Buße den Herrn zu suchen, weil Er zu finden ist. Wir wissen ja überdem, daß auch um Weniger willen der Herr eines sündigen Volkes noch schonen kann. Hatten sich einst in Sodom und Gomorra nur 10 Gerechte gefunden, es waren die sündigen Städte nicht in das schauderhafte Vertilgungsgericht gefallen. So mag auch unsere Gemeinde wohl der göttlichen Verschonung genießen, wenn hier und da sich Einzelne erwecken lassen, den Herrn zu suchen und Ihn, nach seinem Wort, in rechtschaffenem Glauben zu dienen. Und so hat's denn ein Ieder von uns in seiner Macht, sich vor den Riß zu stellen und noch den aufgehobenen Arm des Herrn zu halten. Ach! wer dazu sich heute mit Ernst entschließen wollte! Er hatte es reichlich, von dem Tage an, zu genießen, in seinem Hause und in seinem Leben. — Der Friede Gottes wohnte bey ihm, der Segen Gottes war' mit der Arbeit seines Berufs — gesegnet waren auch seine Kinder, und besser, unendlich besser bedacht als die, für welche gottesvergessene Eltern großes Gut mit Ungerechtigkeit sammeln. Und die im Worte Gottes erzogenen und in der Furcht des Herrn geleiteten Kinder, welch' ein Segen würden die nicht für ihre Familien, ja für die ganze Gemeinde seyn! Seht da, Geliebte! wie es allein noch bey uns besser werden kann! seht da das einige Mittel, wie wir uns schützen

könkönnen, daß das schon drohende Verderben nicht über uns komme. Umkehren, umkehren, zurück zu dem verlassenen Glauben, zu dem so lange verachteten Worte Gottes, zu dem so schmahlich und unverantwortlich verleugneten König aller Welt, der uns mit seinem Vlut erkauft, der heute auch noch nicht vergessen hat, daß wir sein sauer erworbenes Eigenthum sind, und darum heute noch uns zu sich ruft, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel lockt zur Zeit der Gefahr. O daß es nur nicht von uns heiße, was Er eins! jagen mußte von seinem ersten Bundesvolke: „Ihr habt nicht gewollt!" — Was ihr, meine Lieben! nun thun werdet, weiß ich nicht. Ich aber — so spreche ich mit Iosua von Herzen — ich und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen! Und wer nun also mit mir spricht, über dem sey Gottes Gnade und Gottes Friede in Iesu Christo! Amen.

Am vierten Sonntage nach Ostern.

(Oarirare.)

Einleitung: Unter den großen Wohlthaten, geliebte Zuhörer! welche wir unserm Heilande und seinem vollbrachten Erlösungswerke verdanken, verdient besonders in dankbare Erwägung gezogen zu werden, daß Er uns den heiligen Geist erworben hat. Darauf deutet Er auch im heutigen Evangelio hin, in welchem Er von seinem Hingang zu dem Vater redet, und diese, seinen Iüngern gemachte, Eröffnung mit den Worten begleitet: „Es. ist euch gm, daß ich hingehe, denn so ich nicht hingehe, kommt der Tröster — (m des Heilandes Munde eine Bezeichnung des heiligen Geistes ) — nicht zu euch. So ich aber hingehe, rvM ich ihn zu euch senden." Und daß nun diese Verheißung, die an den Iüngern wirklich in Erfüllung gegangen, wie uns die Pfingstgeschichte ( Ap. Gesch. 2, i. ff.) meldet, nicht auf die Jünger allein zu deuten sey, erstehet man nicht allein aus Iesu weiterer Rede von dem Geschäft des heiligen Geistes; sondern auch aus mehrern andern Schriftzeugnissen, wie denn der Heiland selbst an einem andern Orte spricht: „Der Varer im Himmel wird den heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten" (Luc. 11,13.). Also, wer dieser hohen Gabe begehrt und daenm bitten kann, für den ist sie auch da, wie sie denn freilich auch einem Ieglichen, der da zu Christo kommen und in Ihm leben und bleiben will, durchaus und unerlaßlich nöthig ist (i Cor. 12,s.). Wenn wir das nun erst merken, und glauben dann auch lebendig, daß wir in unserer großen Schwachheit solch einenBeystandzu hoffen haben; wenn wir uns demzufolge von Herzen nach Ihm sehnen; dann, meine Lieben! wird's ja auch wohl zum Bitten bey uns kommen, um diese theure und allerhöchste Gabe. Indeß noch, ehe wir bitten können, ist schon der heilige Geist geschäftig zu unserm Heil, und zwar auf eine dreyfache Weise, wie uns der Heiland in dem heutigen Evangelio lehrt, was ihr denn jetzt zuvörderst mit Andacht hören wollet.

Ev. Joh. 16, 6 — 16.

Das vorgelesene Evangelium, Heuerfie Zuhörer! bringt einen wichtigen Glaubensartikel zur Sprache; indem der Heiland hier von einem dreyfachen Geschaft des heiligen Geistes ,bey den Menschen redet. Er giebt hier aber seine deßfalsige Belehrung in den Worten kund: „derselbe — namlich der heilige Geist — wenn er ksmmr, wird er die N?elr strafen um die Sünde, um die Gerechtigkeit und um das Gericht." Das sind nun Worte von einem tiefen Verstande, die zwar der Herr, in dem Verfolg seiner Rede, erklart, die aber doch bey euch, meine Liebenl wohl einer weitern Auslegung bedürfen möchten. Wir wollen demnach die gegenwartige Andachtsstunde zu diesem Zwecke nutzen, und dem Inhalt unsers Evangeliums gemaß soll diesmal

„Jesu kurzer aber wichtiger Unterricht von „einem dreyfachen Geschäft des heiligen „ Geistes bey uns Menschen" unser Nachdenken beschaftigen.

Es besteht nun aber das erwahnte dreyfache Geschaft des heiligen Geistes bey uns Menschen, laut der Erklarung Iesu, in folgenden 3 Stücken: . .,. , . 1.) eine Sünde aufzudecken, um welcher willen

allein der Mensch verloren gehr; . S.) eine Gerechtigkeit zu offenbaren, durch welche allein der Sünder vor Gott bestehen kann; und endlich . . 3.) ein Gericht zu verkündigen, wodurch d«Sa

che che unserer Seligkeit, sobald wir selbst nur

wollen, entschieden ist. Es wird nun aber dies alles genauer zu erörtern ftyn, wozu der heilige Geist uns selbst in Gnaden helfen wolle. —

So besteht demnach das immer noch fortgesetzte Geschäft des heiligen Geistes bey uns Menschen

I. .'

darin:

eine Sünde aufzudecken, um welcher willen allein der Mensch verloren geht. Das zeigen uns Jesu Worte an, wenn Er im Evangelio vom heiligen Geiste sagt: „Derselbe, wenn er komme, wird er die N?elr strafen um die Sünde." Mit andern Worten will das so viel sagen: es werde der heilige Geist mit solcher kraftigen Ueberzeugung den Menschen ihre Sünde vorhalten, daß sie, mit Schrecken und Schaam, dieselbe und ihren ganzen elenden Zustand erkennen müssen. Nicht ist das aber so zu verstehen, als ob einem Ieglichen unter uns vom heiligen Geiste erst offenbaret werden müßte, was alles Sünde fey. Denn da hören wir, wie der Apostel Paulus auch sogar von den Heiden sagt, daß des Gesetzes Werk (d. h. was gut oder böse sey nach dem Gesetz ) in ihrem Herzen geschrieben sey, „sintemal ihr Gewissen sie bezeuge, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen." (Röm. s, 14—15.) Ist dies nun aber selbst bey den Heiden so; so werden ja vielmehr Chnsten, nach dem von Jugend auf empfangenen Unterricht im

Worte

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