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Urkundenbuch

der Stadt Arnstadt

704-1495.

Namens des Vereins

für thüringische Geschichte und Altertumskunde

herausgegeben

von

Dr. C. A. H. Burkhardt,

Grossherzogl. S. Ober-Archivar und Archivrath in Weimar.

Jena,
Gustav Fischer

1883.

Vorwort.

Als der Vorstand des Vereins für thüringische Geschichte sich mit der Idee befasste, die Urkunden der Stadt Arnstadt zu veröffentlichen und mich mit der Bearbeitung dieses Urkundenbuchs betraute, waren wir allerdings von der Ansicht ausgegangen, dass Hesse bereits ein ausserordentlich reiches und zugleich kritisches Material zu einem Arnstädter Urkundenbuche angesammelt haben müsse, zumal dessen 1842 herausgegebene Schrift „Arnstadts Vorzeit und Gegenwart“ auf gründlichen archivalischen Studien fusste. Wenngleich sich diese Darstellung als lückenhaft erwies, so lag doch die Möglichkeit vor, dass der rege Sammeleifer des Nestors Thüringischer Geschichte im Laufe der Zeit das Material möglichst vervollständigt hatte, und gerade aus diesen ergänzenden Arbeiten hofften wir die wesentlichsten Grundlagen für das herzustellende Urkundenbuch der Stadt Arnstadt zu gewinnen.

Leider erfüllten sich unsere Hoffnungen nicht. In den sonst so reichen und anziehenden Sammlungen Hesses, welche über das reiche Gebiet der thüringischen Geschichte in dem fürstlichen Archive zu Rudolstadt ruhen ?), fanden sich am wenigsten vollständige Vorarbeiten zu einem Urkundenbuche Arnstadts vor. Was Hesse gesammelt, besteht zum Theil in Regesten, zum Theil in Abschriften, die nicht immer mit dem Original verglichen und daher kaum zu verwenden sind. Von besonderem Interesse waren diese Vorarbeiten nur in so fern, als sie als zuverlässiger Wegweiser für die von Neuem zu beginnenden Forschungen sich erwiesen und auf manche Fundstätte hindeuteten, die sich unserer Kenntniss zweifelsohne entzogen hätte.

1) Vergl. Anemüller im Correspondenzbl. der deutschen Archive. Jahrg. 1880-1881.

Nun ergab sich gleich im Beginn unserer erneuten Forschungen, dass gerade die Stadt, der das Urkundenbuch gewidmet werden sollte, von ihren historischen Schätzen nur Weniges noch aufzuweisen hatte. Das Arnstädter Rathsarchiv besass ausser einem Copialbuche des 16. Jahrhunderts nur c. 50 Urkunden, von denen etwa 11 ihres Alters wegen verwerthet werden konnten. Oeffentliche Aufrufe, Arnstädter Urkunden nachzuweisen, waren von Erfolgen nicht begleitet, doch glückte es den Nachforschungen des Herrn Professor Einert in Arnstadt, dass auf dem Boden des Arnstädter Rathhauses noch etwa 400 Urkunden aufgefunden wurden, die wir während des bereits vorgeschrittenen Drucks noch einreihen konnten. Im Ganzen genommen ist wahrhaft Bedeutsames aus den Beständen des Arnstädter Stadtarchives, welches schon wegen des hohen Alters der Stadt im frühern Jahrhundert sehr reich gewesen sein muss, für das Urkundenbuch nicht gewonnen worden.

Mehr Hoffnungen erregte das fürstliche Landesarchiv in Sondershausen, da gegen das Ende des 17. Jahrhunderts die bereits decimirten immerhin noch reichen Bestände des alten Arnstädter Regierungsarchives dahin übersiedelt waren. Indess zeigte sich auch hier, dass vor dieser Uebersiedelung sehr viel für die Geschichte Arnstadts werthvolles Material untergegangen sein musste. Die wenigen Notizen, mit denen die damals angelegten Copialbücher eingeleitet werden, lassen auf eine barbarische Behandlung der alten Arnstädter Urkundenbestände schliessen, eine Erscheinung, die leider in Thüringen gerade nicht zu den Seltenheiten gehört.

Wenn nun auch wenig Aussicht vorhanden war, die bedeutsamen Lücken, welche das Material nach Durchforschung der beiden hauptsächlichen Archive zeigte, ausfüllen zu können, so liess sich Einiges noch durch andere Archive erbringen, auf die Hesse zum Theil wenigstens in seinen Collectaneen hingewiesen hatte. Mit geringen

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