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Maeh diesem verluste ist es um so mehr zu beklagem dass die Sriefschaften des stargagigchen Adels1 welche zum Schutze vor niegsgefahren nach Meubrandenburg geschaift warem bei dem grossen liraude in dieser Stadt am rPrinitatis- Abend 1fi1 s untergegangen sind. /

So gross aher auch die zahl der im 1S. lahrhundert vorhandenen urkunden war. welche wir in dem litepertorium Pabricianum verzeichnet indem iiber den gegenwartigen keichthum des Seheimen und flaupt-Archivs zu Schwerin gibt das kepertorium bei weitem keine vollsfalndige uebersicht benn um das Sahr 1sso waren die Archive der aufgehobenen geistlichen Stiftuugen aus der katholischen zeit demselben noch gar nicht einverleibta und die Stiftsarchive der Sisthiimer standen noch zu Patzeburg und zu Siitzovm ber Merzog ulrich erstreckte seine eifrige Piirsorge. welche er den Sirchen angedeihen liessi auch auf die geistlichen Archive. Plr verwandte zu diesem zweoke den Motar baniel clandriany welchen er am rPage Antonii lin zu seinem liirchen-visitations-Motarius bestellte und Michaelis msti wiederholt in diesem Amte bestitigte olandrian hatte auf des llerzogs Sefehl schon lffid von allen einigermassen werthvollen urkunden des klosters Malchow Abschriften genommem und er hat auch spater noch viele urkunden copirt und uns dadurch1 wie vor ihm der durch seine rPhiitigkeit bei der kirchenvisitation vom dahre libi um die organisation der lutherischen kirche in Meklenburg hochverdiente Secretiir des flerzogs Sohann Albrechty M. Simon Leupoldj den wortlaut vieler urkunden gerettet1 deren originale. wie weiter gezeigt werden soll. verloren gegangen sind. Aber clandrianis Liauptverdienst beruht jetztj da einige geistliche Archive fast ganz verschwunden sind. in den aushihrlichen kegistraturem welche er auf des flerzogs Sefehl von den urkunden vieler liirchen und namentlich von den Archiven des bomcapitels zu Siistrow und von dem Stiftsarchiv zu Siitzow entwarfi Auch seine kegistratur der bobbertiner lilosterbriefe ist nach dem untergange vieler originale jetzt sehr werthvolL uebrigens ward in Siistrowa vermuthlich schon vom fierzog ulrichv auch ein grosses geistliches Archiv zusammengebrachta wiihrend das herzogliche liausarchiv in Schwerin verblieb. ln einer kegistratur iiber das furstliche Archiv zu Siistrow vom dahre 1d1111 welche in clandrianqs weise entworfem aber etwas kiirzer gehalten und nicht von seiner kiand geschrieben ist. stehen auch die kostockschen oapitelbriefe und die urkunden der liltister 1Sroda1 Pargum Meuklostera hlldena und keinfeld verzeichnet lis liisst sieh nicht bestimmt angebem in welchen dahren diese und audere geistliche Archive mit dem llaupt-Archiv zu Schwerin vereinigt sind. Mit Ausnahme der Archive des Sisthums Schweriny der liarthause Marienehe und des bomstiftes zu Siistrow wurden aher im Laufe des 11. dahrhunderts die Stifts- und liloster-Archive alle dem fiirstlichen einverleibt. diejenigeni welche in eriistrow aufbewahrt warem wahrscheinlich erst nach dem Aussterben der Siistrowsohen llerzoge

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Doch hat das Schweriner Archiv diese Schätze nicht alle behalten. In Folge des Hamburgischen Vergleichs vom J. 1701, durch welchen _das ratzeburgische Stiftsland und das Land Битвы-11 als Herzogthum Strelitz für den Herzog Adolf Friedrich und seine männlichen Nachkommen abgezweigt wurden, ward das ratzeburgische StiftsArchiv zunächst nach Ratzeburg, das Brodasche Kloster-Archiv mit andern auf das Land Stargard bezüglichen Acten und Urkunden nach Strelitz geschafft Seitdem stand der Umfang des Geh. und Haupt-Archivs zu Schwerin fest, doch sind hin und wieder noch einzelne Urkunden und kleinere Abtheilungen von solchen hinzugefügt, auch viele andere, deren Originale sich nicht erhalten haben, in Acten, welche nach und nach ins Haupt-Archiv gegeben sind, entdeckt worden.

Wir lassen nun eine Uebersicht über die verschiedenen Archive, welche im Mittel

alter in Meklenburg bestanden, folgen.

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1. Geistliche Urkunden.

Der reformatorische Sinn des 16. Jahrhunderts hat mit dem katholischen Kirchenschmuck zugleich auch die historisch wichtigen Denkmäler in den Kirchen meistentheils vernichtet. Von den Bibliotheken der geistlichen Corporationen ist uns fast nichts übrig geblieben, als einige Fragmente, welche zu Actendeckeln verwandt sind. Es darf daher nicht auffallen, dass man bei der Abschaffung der Seelenmessen gerade die Necrologien vertilgte, deren Werth für den Historiker man nicht erkannte. Ein leider ganz unbedeutendes Blatt eines Necrologii des Dominikaner-Klosters zu Rostock ist der einzige bisher aufgefundene Ueberrest der meklenburgischen Todtenbücher, wenn man nicht das in Abschrift erhaltene Fürsten-Necrolcgium, welches ein Fenster im Kreuzgange zu Doberan schmückte, noch hieher zählen will. Nur auf die Erhal-­ tung der Urkunden war man sehr bedacht, wenigstens solcher, die sich auf den reichen geistlichen Güterbesitz bezogen. Beachtenswerth ist es, besonders im Vergleich zu dem schwedischen, auch schon zu dem pommerschen und andern Urkundenschätzen, dass sich unter unsern Klosterurkunden nur sehr wenige päpstliche allgemeine Ordensprivilegien und sonstige Breven finden, überhaupt auch, einige Fraternitätsbriefe abgerechnet, wenig Schriftstücke über den Verkehr unserer geistlichen Stiftungen unter sich und mit andern vorhanden sind, und dass von dem Leben des Clerus nur wenig kirchliche Statuten Kunde geben. Clandrians ausñihrliche Uebersicht über die Schweriner Stiftsurkunden beweist uns, dass man die eigentlichen Briefe wenigstens dieses Stiftes nicht bei den Urkunden aufbewahrte, wahrscheinlich geschah es auch in den Klöstern nicht; und dies wird der Grund ihres Unterganges gewesen sein. Auifallender ist es, dass mit Ausnahme des Ratzeburgischen alten Zehntenregisters (welches die Nr. 375 unsers Urkundenbuches bildet) nur sehr wenig geistliche Heberegister, und meistentheils nur ganz späte, erhalten sind. Wahrscheinlich legte man auch diese nicht zu den Urkunden, sondern behielt sie zum täglichen Gebrauche bei der Hand, bis sie so ab

genutzt waren, dass sie durch neue ersetzt werden mussten und der ferneren Erhal-
tung nicht werth schienen. '

Unsere meisten geistlichen Stiftungen sind schon im 13. Jahrhundert entstanden;
einige, und gerade die bedeutendsten, ragen noch in die Zeit der Germanisirung des
Landes hinein, und eben ihre ältesten Urkunden geben uns von dieser ein einiger-
massen erkennbares Bild. In dem 13. Jahrhundert und zum Theil noch in der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts hat sich der Umfang des geistlichen Güterbesitzes in
Meklenburg im Grossen und Ganzen festgestellt. Die Urkunden der Stifter und Klöster
aus dieser Zeit sind daher auch die wichtigsten; die späteren dagegen sind ihrer
grossen Mehrzahl nach Rentenbriefe oder Bewidmungen von Vicareien, Kalanden und
andern kleinen geistlichen Brüderschaften.

Im Gegensatze zu den reichen Archiven der Feldklöster (Benedictiner-, Cister-
cienser- und Prämonstratenser-Ordens) muss leider bemerkt werden, dass die Archive
unserer städtischen Bettelmönchsklöster, nämlich der Klöster der Franciscaner
zu Schwerin, Wismar, Neubrandenburg, Rostock, Parchim (und Güstrow), sowie der
Dominicaner zu Rostock, Röbel und Wismar, bis auf einzelne zerstreute Urkunden bei
der Aufhebung der Klöster' gänzlich untergegangen oder _von den letzten Mönchen bei
ihrem Abznge aus dem Lande geschafft sind. Dagegen sind die Urkunden mancher
H. Geist- und Georgs-Hospitäler uns in den Stadt-Archiven erhalten.

Indem wir nach dieser Vorbemerkung zu den einzelnen geistlichen Stiftungen
übergehen, gebührt der erste Platz der ältesten unter diesen, dem

Bisthum Ratzeburg. Das Ratzeburgischc Stifts-Archiv hat sich in
grosser Vollständigkeit erhalten, Bischöfe und Capitel — denn für die früheren Zeiten
findet sich keine Andeutung von einer Trennung ihrer Archive _ haben für die Auf-
bewahrung ihrer Briefe grosse Sorge getragen. Aus dem 12. und 13. Jahrhunderte
enthalten die Copiaríen nur 28 Urkunden, welche 1701 bereits nicht mehr im Stifts-
Archive vorhanden waren; vier von diesen betreffen Bergedorf, andere berühren speciell
die Verhältnisse des Oapitels. Für das Stifts-Archiv wurde wohl schon bei der Er-
bauung des Capitelhauses an der Kirche ein kleines, sehr festes und gewölbtes Gemach
in den oberen Räumen angelegt; und es ist daselbst allem Anscheine nach ruhig ge-
blieben, da die Urkunden und ihre Siegel im ganzen gut erhalten sind. Nur einmal,
bei den Gewaltthätìgkeiten des Herzogs Magnus von Sachsen-Lauenburg, wird erwähnt,
dass es 1515 nach Lübek in Sicherheit gebracht war. (Masch, Gesch. des Bisthums
Ratzeburg, S. 420.)

Nach der Säcularisation wurden die Ratzeblu'ger Urkunden mit den Acten zusammen
1652 zunächst nach Schönberg, dann aber in 32 Schubladen nach Schwerin ins her-
zogliche Archiv gebracht, bis sie in Folge des Hamburgischen Vergleiches im Jahre
1701 wieder nach Ratzeburg kamen. Wahrscheinlich nach dieser letzten Ablieferung
ist der alte „Index Archivi Raceburgensis, quae documenta, quibus capsulis con-
dita serventur monstrans“, angefertigt; denn er gibt den Inhalt von 34 Capseln an, in

welchen die lirkundem etwa SSz ohne irgend eine ordnung lagen. hie alte sachliche Anordnung1 auf welche lnschriften auf den alten Schubladen hinweisem war damals langst zerstbrtg die Mummern auf den urkunden beziehen sich auf den 1ndex. alte kubra tragen verhiiltnissmiissig wenig urkundem - ln diesem zustande verblieb das Stifts-Archiv in seinem alten kaume. bis es im lahre 1SSS nach Meustrelitz versetzt wardy und zwar zuniichst in das dortige erossherzogliche Archiv. ln diesem sind die Acten auch verbliebem die urkunden aber werden zur zeit mit andern alten gressherzoglichen llrkunden auf der grossherzoglichen Sibliothek zu Meustrelitz in Schranken aufbewahrt ber Archivrath Masch. welcher bei der Abfassung der schon erwiihnten Seschichte des Sisthums das Archiv desselben griindlich durchforscht hatte. hat im lahre 1Sb1 die katalogisirung und die sachliche Anordnung der urkunden fauf Srundlage des im Seh. und llaupt-Archiv zu Schwerin befolgten Schematismusl vollendet ber eine seiner beiden liataloge enthalt die sammtlichen katzeburger Llrkunden fderen zahl sich seit 11o1 nicht vermindert hatj in chronologischer Po1ge. mit Angabe der Litteraturg der andere katalog weiset die ordnung nach. in welcher die urkundeny eingelegt in Mantelbogena die zugleich die kegesten der liataloge tragena in Schranken niedergelegt sind. Sei den katzeburger liikunden werden diei copialbiicher aufbewahrta welche bcreits seit lange mit ML L1 1L und llL auf denhPergamenteinbanden bezeichnet sind. ber noopiar cLj der katzeburger liirche im bischiitlich katzeburgischen Archive zu Meustrelitzua wie ML L cft in unserm Lirkundeubuche citirt wirdv gibt iiber seine lintstehung Aufschluss durch folgende vorbemerkungz llnclipit registrum ecclesie kaceburgensis in nomine sancte et indiuidue trinitatis Amen. omnibusy quibus presentia exhibita fuerint. lL diuina miseracione Paceburgensis ecclesie prepositus1 P. prior totumque eiusdem ecclesie capitulum in vero salutari salutem vt lingua uenenosa impudenter detrahencium prelatis ecclesiam suam salubriter et vtiliter regentibus conquiescatj vniuersa ecclesie priuilegia dignum duximus icegistlanda1 et cetera bona. siue per empcionem seu per donacionem aut permutacionem conquisita. quibusve in locis sita sint. scriptis decreuimus commendare lit ut cicius et facilius quis inueniaty que desideran sic exordium capiamus ber Propst kL ist der fiatzeburgische Propst flinricus fin den ueberschriften iiber seinen urkunden im oopiar L in gleichzeitiger Schrift liinricus liloltsatus genanntL welcher urkundlich von lem bis nam in dieser wiirde erscheint1 vielleicht aber noch einige Sahre langer lebtey da sein Machfolger dohann erst nos in urkunden vorkommt. ber Prior P. cPridericusj begegnet uns von 1za1 bis 1so1. nie jiingsten urkundena welche die erste und bedeutendste Abtheilung dieses oopialbuches enthlilg sind im labi-e laos ausgestellt bic ziige der nicht grossenj abet sehr schiinen Schrift unterstiitzen die Annahme. dass das Such zu Anfaug des ltL tlahrhunderts geschrieben ist. Die Schrift ist in diesem Theile durchaus gleichmässig, 27 Zeilen in 2 Spalten. Die Ueberschriften der Urkunden, sowie der Columnen und Seiten sind in gleichzeitigen Zügen, wohl von derselben Hand wie die Urkunden, roth geschrieben; die Initialen, Anfangs sehr einfach, werden weiterhin immer schöner, einige sind in verschiedenen Farben ausgeführt Die Anordnung des Buches ist dadurch etwas verdunkelt, dass die Quaternionen (nach den Zügen der Ziffern, mit denen sie bezeichnet sind) schon im 15. Jahrhundert verlegt wurden, und diese falsche Ordnung auch bei dem letzten Einbande festgehalten ist. An die Einleitung schlossen sich zunächst die „Priuilegia Hinrici fundatoris“ (p. 1-18 der neuen Paginirung), an diese die Urkunden der Päpste, des Erzbischofs Hartwig von Hamburg (p. 26), des Königs Waldemar II. (p. 27) und der Herzoge von Sachsen-Lauenburg. Dann folgen die Urkunden der ratzeburgischen Bischöfe in chronologischer Folge bis zum Bischof Konrad, dessen jüngste Urkunde vom J. 1291 datirt ist (p. 41—48 und p. 113-134, da die 4. und 5. Lage versehentlich zur 8. und 9. gemacht sind). Die letzten Blätter der zum Theil beschriebenen Lage V (jetzt 1X) blieben, vermuthlich für weitere bischöiliche Urkunden, frei. Die VI. Lage (jetzt IV.) enthält zunächst Urkunden über die inneren Angelegenheiten des Capitels, über Disciplin und Brüderschaften (p. 49-68), weiter folgen auf der VII. Lage (p. 69 f.) Urkunden über die Salzgüter und über die Besitzungen in Meklenburg und Pommern, sowie Verleihungen von Privatpersonen (bis p. 99). Hiemit ward das Buch einstweilen abgeschlossen. Die nächsten Seiten (p. 100-107) füllte man erst bald nach der Mitte des 14. Jahrhunderts mit zwei Urkunden aus den Jahren 1336 und 1352; und erst seit dem 8. Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts bis zum Schlusse desselben beschrieben verschiedene Hände die hinter den bischöílichen Urkunden gelassene Lücke (p. 134- 143) und 28 angebundene Blätter (p. 145-200) mit neu erworbenen Urkunden, deren jüngste vom J. 1398 datirt ist.

Der Copiarius Nr. II. unterscheidet sich von dem ersten äusserlich durch sein viel grösseres Format, im übrigen hat er, soweit er von der ersten Hand geschrieben ist, mit jenem die grösste Aehnlichkeit. Die Seiten sind, wie in jenem, in 2 Spalten getheilt. Die Schriftzüge sind ein wenig jünger als die des ersten Copiars und noch gleichmässiger, die rothen Initialen bleiben sich durch den ganzen Abschnitt des Buches gleich; dieser Theil des Copiarius II. führt durch seine grössere Gleichförmigkeit zu dem Schlüsse, dass er voneinem Schreiber und in einem Zuge zu Anfang des 14. Jahrhunderts, bald nach dem Copiar I., geschrieben ist. Die Rubra sind nie eingetragen; eine Reihe war sonst immer für sie freigelassen. Der oben eingerückte Eingang zum Copiar I. geht auch in Nr. II. voran, und die Reihenfolge der Urkunden ist in beiden Copiarien so völlig gleich, dass man bei dem ersten Einblick auf die Vermuthung verfällt, der eine Copiar möge eine Abschrift des andern sein. Dazu kommt ihre autfallende Uebereinstimmung in Lesefehlern, z4 B. in unserer Nr. 65 geben beide „Gorgerlwerder, I'ubimari villam, Rudemoyzfe, Kol'atza“ statt „Gorgerfwerder, Lnbimari villam, Rudemoyzle, Копии“; in Nr. 101 „Cezemarus“ statt „Cazemarus“; in

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