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improbitatein pervenerit, ita quidem, ut nihil adjici possit, futurum, ut reveletur, et agnoscatur ab omnibus, ut corruat et pereat, non alio vel instrumenti vel telorum genere quam spiritu oris [Cij] Dei et praedicatioue verbi divini. Cedo, quis hic erit tysannus? quibus in locis investigabimus ? an

cher obgenant siindig mensch wirdt des Satans werck thun, mit grossem gewalt, und falschen betriiglichen zeychen , und mit boGhaftiger verleytung deren, so da endtlieh verderben, darumb das sie der warheyt nit glaubt haben. Und dieweil sie der warbeyt keyne statt geben, wirdt GJot inen zflschicken eynen wircklichen irthumb, das sie den lugen werden auhangeu und glauben etc.

Dise weiCsagung hat zwey zeychen, Eyns von der Absondemng, das ander von Sundigen menschen. Und so vil das wort, Absonderung betrifft, hats zweierley 1 auGlegung. Die einen sagen und deutens * vom Romischen Reich, wenn das undergehe und zertrennet wirdts. Die andern suchens nit so weit, und sagen schlechts, es sei von der Religion * zu verstehen, namlich, wenn vil leut vom rechten glauben werden abweichen, wie dann der Apostel an jhenem ort sagt, das in der lesten zeit geschehen soll5. Wie dem aber, so schliessen doch beyde aulilegung, Denn des Romischen Reichs zertrennung ist schon vorlaugest geschehen. Das man aber auch vom rechteu glaubeu und Gotis dienst abgewichen ist, wolt Got, das ichs liegen solt, daran das Nebenhaupt eyn eynige ursach ist, und hats nottiirftiglich niussen sein, seine6 Monarchei auGzurichten 7 und zft stercken, wie oben gesagt. Das ander zeychen, ist der Siindig mensch und verloren sun, welche etliche gantz onvernunftiglich deuten auf eynen soll heissen der Endchrist, wissen daneben vil zusagen von seiner kunfftigeu geburt etc. Aber der Apostel redet von eynem, der in falscher lere, und allerley Abgotterey ffirtreflich [25] sein, der seine Abgottische ler mit gewalt verthadigen und handt

*

1 nit eynerley statt iw. 2 legens auO statt deut. 3 das wirdt undergehen und zertrennet werden. 4 vom glauben. 5 zeit vil vom glauben werden abtretten. 6 umb seine. 7 auffzurichten. advenisHe credeinus, an vero sub ipsissimnm mundi finem expecta

haben wirdt, von welchem alle andere falsche lerer 1 ir lehen empfahen. Und das soll freilich wol eyn seltzamer vogel sein. Ob er aber aukomen sei oder nit, und ob man noch auff in warten soll, wie die Juden auf iren Messiam warten, da ligts. Wie mocht mans aber wisseu? wie solt man in kennen? Denn! wo raan in keunet, hat man sich vor im zu huten, Anfenglich heysset er ins, den Siindigen menschen, oder seiner sprach nach, den Menschen der stinden , und den verlorneu Sun. War ists, das wir allsamen siinder seind und pleiben , so lang wir in disem fleyschlicheu corper stecken. Das er aber disen fiirnemlich eynen Menschen der siinden nennet, das hat ongezweyfelt etwas besonders und grossen lasters auff sich. Dergleichen, verlorne kinder seind wir alle geweseu, wo Got uns nit guadiglich angesehen het. Pleibeu auch wol solche verlorne kinder, wo wir die wolthat Gotis nit erkennen. Warumb heisset er denn disen besonders, eiuen verlornen Sun? On zweifel auft ursachen die er selbst darnach meldet, namlich, das er sich in den tempel Gotis setzet etc. Das ist ja eyue grosse onleidliche vermessenheyt, das sich eyn creatur oder geschopft, iiber seiuen Schopfer erhebt, oder zum wenigsten, gleiche hoch setzen will. Es hat dem Lucifer ob solchem ubermfit ubel gangen, es wirdt freilich auch keynem andern wol bekommen. Nun, der Herr spricht, das alle siinden mogen vergeben werden, aber die siind in 8 heyligen Geyst werd nit vergeben. Kan aber grossere siind in * heyligen Geyst sein, dann das sich eyner Got gleich machet? das ist, das eyne creatur seins Schopfers gepot und bevelh undertruckt, eyneu audern bevelh uiid newe lere aufrichtet, die selb yederman bevilhet zii halten, die [2(1] leut zwinget, und sagt, man inflli es thun, auff peen, das zeitlich und ewig zu verliereu, man soll uur auff in sehen, er hab gewalt zu binden und auffzftlosen etc. Denn was heysset anders im tempel Gotis sitzen, danu im solchen gewalt anmassen? Nfin

1 lerer werden. 2 kennen? Meins kleynen bedunckens, nit besser, dann an den federn, denn. 3 heysset in der Apostel. 4 in den.

bimus eum? Ut aliquando veniat, et ad eum moduni regnet, sicut scriptura praedicit, oportet. Non grassabitur autem vi armorum, sicut alii reges. Non fuit igitur quisquam ex Romauis imperatoribus. non Nero, non Caligula, non Heliogabalus, non Commodus, non id genns alise pestes. Non fuit vel Alaricus vel Totila vel Gensericus vel Odoacer vel quisquam alius eorum, qui Europam et Africam bellis concusserunt. Non fuit ullus vel Saracenorum vel Turcarum princeps, qui per Asiam dominati sunt Quicquid enim hi gerebant, palam fuit, nemo non agnoscebat eos esse grassatores violentos et tyrannos immanissimos. Hic autem noster, quem quierimus, quem investigamus, erit supra modum crudelis, nec tamen agnoscetur.

*

ists ye gewiss, das Got solchs endtlich nit leiden wirdt, dar

umb wirdts freilich auch mit disem verlornen sfin eyn seltzam

end nemen. Und sag euch weiters, spricht er, das er schon

angefahen hat seine boCheyt ins werck zft bringen. Er thflt

im aber noch hupschlich, und wird ye lenger ye mehr zfl

nemen, und wenn seine boCheyt aufs hqchst kommen ist,

welches dann sein wirdt, wenn er sich, als eynen Got, wirdt

lassen ehren , alGdann sol er mit dem einfaltigen Gotiswort

heraber gestiirtzet werdeu, und solt in yederman alCdann leren

kennen. Alhie wolt ich aber gern von yemandt horen und

bericht sein, ob gemelte weissagung mit iren umbstanden und

zeychen von yemandt moge anders weder vom Nebenhaubt,

verstanden verden? Man kaus ye von keyuer yetzigen per

sonen verstehen 1, sonder voii eyner regierung oder Monar

chien, die von personen 2 komen wirdt. So ists auch geredt

und geweissagt, nit von solcher. regierung, die durch hores

kraft, mit streyffeu und mordeu, oder andere ougeberliche

kriegGhaudel, zfl solcher gewalt uud stoltz kompt, sonder von

eyner regierung, die under dem schein der kirchen und geyst

lichen Jurisdition, sich erbebt, auch derniasseu, daa sie Got

an seiner ehren schmahet und verkiirtzet. Und zfl bevestigung

meines fflrgebens 3, neme ich zfl hilff den spruch des Herrn,

*

1 anders verstanden werden, dann von dem Nebenhaupt? Es mag ye von keyner eyntzigen personen verstanden werden. 2 von personen anf pereonen. 3 furnemens.

Quanam igitur ratione teget ac dissiraulabit suam tyrannidem? Certe, ficta religionis et sanctimoniae specie. Occupabit igitur auctoritatem in ecclesiis? Omnino. Conferamus nunc istam Danielis et Pauli descriptionem, hisque nostris temporibus eara accommodemus. Nullum enim fuit unquam tempus, quo clarius hsec vaticinia potuerint iutelligi, quam hoc uostrum, et qui superstites erunt post nos, melius haud dubie sunt intellecturi quaedam, quae nobis | adhuc obscuriora videntur. Sed interim videanius illa, quae dissimulare diutius vel ignorare non possumus.

Cogitemus qui fuerit status rerum in nostra Germania, quae forma religionis ante annos viginti quinque. Nonne res eo devenerant, ut homo ille nequam et scelerosus exhiberet se

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da er von der letsten zeit zfl seinen Jiingern redet: Wenn ir sehen werdent (spricht er under anderm) den onauGsprechlichen grewel der verstorung am heyligen ort, alG dann seiud gewiG, das der tag naher ist etc. [27] Da sagt er, wenn man sehen wirdt, das. die kirch deren, so sich Christen nennen (denn die kirch meynet er eygentlich durch das heylig ort) mit falscher lere und Gotisdienst dermassen verwustet und geschendet, auch so gar mit Gotis wort nit versehen ist, sonder dessen in allem also mangelt, und so gar alle ding in obgemelten kirchen uud der lere verrucket, verkoret, gemischt und umbgestosseu seind, das auch eynem die har dartiber zA berg mussen gehen, alGdann solleut ir wissen etc. Wie nahe haben wir diser bescbreibung gleichntts und ebeubild zfl unsereu zeiten gesehen? Es ist eygentlich war, und verhoff, Ehrliebende leut werdens gern bekennen , das keyn ding auf erden ist, das seiner art und ursprung, daher es gezilet ist, weniger gleich sihet, dann unsere kirch der rechten alten Apostolischen kirchen gleichet. Es gehe eyn yeder in sein hertz, und denck hinder sich vom anfang biG zflm eud (wo es anders moglich ist) wie es nur vor xx jaren eyn wesen und Religion war, was man lemet 1 und glaubet. War es nit dahin komen, wie der Apostel sagt, das sich der sttn

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1 predigt.

coram omnibus, in templo Dei sedens, velut numen aliquod terrestre, colendum et prope adorandum? Fierine potest, ut furiosior et immanior ulla suscitetur idololatria? Nonne humana omnia pendebant a solo jussu et arbitratu numinis RomaniV Nonne, quicquid aut mandabat aut prohibebat, id observabant onines, tanquam ipsius Dei voce pronuntiatum? Nonne quocunque vellet, omnes pariter homines ducebat? Qui rex, qui princeps auctoritatem ejus impugnabat, aut non potius omni ratione juvabat? Quis alius, praeter eum, exuit honestum erga mulieres adfectum, seque nefariis libidinibus contaminavit? Quis majori contumelia matrimonium adfecit, nt qui magnse hominum portioni prohibuit et ademit illud, tanquam impurum quiddam ac minime castum? Cui felicius unquam et magis ex voto cesserant omnia quam huic? Quis

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dig mensch, vor aller welt, als einen Got, erzeyget? War es moglieh, das die Abgoterei het niogen hoher aufsteigen? Stundt es nicht allzumal aufl im, dem Abgot, zfl Rom, seinem tbfln und lassen, binden und auflosen, gepieten und verpieten? war es doch ein solchs arm erbarmlich ding, das man stein und kalck, mit weyhwasser und einem creutz gesegnet, vor die kirch gehalten hat '. Welcher kUnig, welcher Ftirst het sich thiireu gegen inen onhorsam erzeygen? Was wunderlicher seltzainer kauffmannschafft hat er getriben , und noch, mit genanten geystlichen gutern und Prebenden? deren er sich allersamen einen Herrn und verwalter gemacht, von wegen seins abgebettelten Pri[28]mats? Welches kriegs oder oneynigkeyt zwisehen Herrn und Fursten, welcher aufrfir in vilen landen und stetten, welcher gefahr * und lasterlichen practicken ist er nun etliche hundert jar, nit entweder ursach, oder zfim wenigstem mithilffer und Radt gewesen? Ists moglich deren ding zu vergessen, die sich noch in frischer gedechtnfls zflgetragen haben? wie er neben andern Nationen, auch die Deutsche hat auGgesogen, und volgeuts unser gespottet? Unsere gewissen imd gemut hat er hart gefangen, ist unser hertzen eyn herr gewesen, hat uns gefuret und geleytet, und wo wir nit wil

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1 fehlt der satz: war es doch — bis: gehalten hat. 2 gefahrlichen.

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