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Quid vero, si et istam consociationem et amicitiam pnenuutiavit scriptura? Magna est profecto Dei benignitas, qui tam variis calamitatibus, quae incidunt in vitam piorum hominum, tam illustres opposuit consolationes, nec ullum esse patitur tantum incommodum, cujus nou exhibuerit medicinam in suis promissionibus et verbo. Quid enim possit commovere vehementius hominum auimos, quam videre, pontificem Romauum in maximis opibus et luxu florentem, et decernentem omuia pro suo | arbitratu, munitum esse pra;sidio summorum regum? Nonne, si rationis judicium sequantur, putent frustra

Wie nach reimet sich aber dis, und kompt uber ein, mit dem jetz allegierten ort, das sich ein gewaltiger Gotslesterer erheben soll l, etc.? Und diser, dieweil er Gottes namen lestert, mus er volgends und notturftiglich ein andere ler auffrichten die leut zwingen, dieselbige zu halten, und die so sie nit halten, mit allerlei straffung vervolgen.

Wenn im gemelte orter der Schrifift vorgelesen wiirden, mocht gern wissen , ob er auch die farb veranderen 2, ob er nit seiue mitbriider im Consistorio wiird etwa under dem hflt ansehen, und gedencken, Das sol dich wol augehen. Es8 ist etlicher mali gleublich, es wurd im ein wenig fantaseien raachen, eben gleich wie die Phariseer, da sie etliche gleichnis horeten vom Herrn, gegenwertig , uud under anderen, vom Haulivater, der seinen siin inn den weingarten schickt, welcher auch von den arbeitern getodtet ward, wie die vorgeschickte haulikuecht, sie verstunden wol, das solchs alles auf sie geredt ward, bliben * dennoch verstocket, mochten den Hern nit leiden, liessen sich so vil wunderbarlicher zeicben nichts bewegen, und trachteten nichts, danu wie sie in mochten umbbringen, der endtlichen hoffuung, wenn er entleibet were, alsdann wurdeu sie mit der newen ler wol onverworren bleiben.

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1 wirdt erheben. 2 Absatzanfang: Hie frag ich, ob auch das Nebenhaupt soll von disen dingen wissen zfi sagen, wolt gern dabei sein und zfisehen (wenn im gemelte Orter der schrilit wiirden vorgelesen, und eynfeltiglich auOgelegt) ob er auch die farb wiird veriindern. 3 lch halts darfiir, und es. -1 ward, und hatten derhalben gern den lierrn wSllen fahen, pliben.

sami laborem omuem? Certe non aliter statuant quam temeré pontificatum oppugnari, qui tam denso aggere et vallo sit circumseptus. Cur enim istud non cogitent? Pontifex ipse niaximam et unicam propemodum spern in eo positam habet. Sed cum ad scripturœ lectionem accedunt, vident illud ipsum, quo torquentur et tantum non exanimantur, esse depictum ibi velut in tabula, sed ita depictum, ut cum in exordio nihil videant, praeter ferratas acies, centauros, leones, gryphes, chinueras, ignem totis naribus ac faucibus efflantes dracones, ad extremum animadvertant, haec omnia, cœlitus delapsa flamma, subito consumí, sic ut ne reliquia? quidem ullœ supersint. Vident enim non defutura quidem Romano pontifici regum auxilia, sed hoc praeterea vident, futurum, ut, quo sublimius ille conscendit, eo gravius et periculosius décidât, et quo majoribus nititur regum praesidiis, eo vehementius conturbetur iu animo, quando, progrediente perpetuo ira Dei et magis ebulliente, principes vel non poterunt vel etiam temporibus ipsis mutati noient ei praecipitato et extreme laboranti opem ferre, quando, destitutus et denudatus omni humano praesidio, videbit iram Dei contra se prorsus inflammatam, quando Tisiphone, sicut est apud poetas, furiarum ministra, ipsius capiti sem[Dij]per imminens perpetuo flagello conscientiam exagitabit nec quietam esse permittet. Horrendum est profecto, concitare iram Dei, desperatorum est autem, cum ad pœnitentiam nos invitât Deus, non agnoscere vocem ejus et manum, ac impietatem aligere blasphemiis. Tanta enim est Dei patris erga nos misericordia et caritas, ut quantumvis facinorosos et impios multis et claris indicas atque signis ad pœnitentiam vocet ac vitœ emendationem. Acerbiorem et nocentiorem hostem ecclesia Christi vix habuit ullum quam pontificem, spatium tamen largitur ei Deus et otium, ut scelus agnoscat, ut veniam supplex petat et de officio suo cogitet.

Anni sunt viginti quinqué, et eo plus, quo primum tempore

# [33] Es seind nun zwentzig jar und darüber, das man im' bestund inn die Carthen zû sehen. Wie vil Schreibens, wie

* 1 im (dem Nebenhaupt).

cceptum est dubitari de potestute, quam ille sibi sumpserat in omnes mortales. Quam variis quamque miserabilibus interea precibus et exhortationibus sollicitatus est? Detecti sunt errores nimium foedi, patefacti intolerabiles abusus, ob oculos posita non ferenda vitia, quam sit misera et deploranda populi Christiani servitus et condicio in his errorum tenebris,

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vil ermanungen, wie vil allerlei berichtungen ist seidher geschehen? Da hatt mau ihm seine miGhandlungen, die groben irthumben, uud onleidliche mitbreuch, item des gemeineu einfeltigen volcks jamer und ellend , und sonst der Christenheit schreien uud klagen, so deutlich und clarlich angezeigt, und vor augeu daher gemalet, das auch nit wenig von seinem eigenen geschwornen hauffen bekennen, dem sei also, und nit anders. Wie hat er sich aber inn disem gemeinen klagen und seuftzen der Christenheit gehalten und erzeigt? Was besserung hat man an im und an seinem hauffen bitoher gesehen? Was hoffnung und trosts gibt er noch heutigs tags? Er kan ja sehen (vvo es anders moglich ist) das Got an in gesetzet hat, uud nit nachlassen wirdt. Er sihet und horet, wie seiner widerwertigen hauff, der anfenglich so gering und veriichtlich war, alle tag mercklichen zuiiimpt. Er kans auch wissen, durch horen sagen, wie seine widerwertige so gar wol getrostet, und bereit seind, ire Religiou und lere, mit gfitem bestandigem grundt, und Christlicher berichtuug zu vertadigen. Er ist nit so schlecht, er weiss auch wol, das all sein wesen nur auff seine eigene Canones die 1 er selbs , ihm allein zu nutz, wider Gotis wort und alle billicheit aufgericht hat, gegmndt istEr kan sich auch wol erinnern, das Got, nit allein mit gegenwertiger jetziger widerwertigkeit, sonder auch mit andern leiblichen waruungen in daheim gesuchet hat. Auch weiss er wol, uud weiss es am aller besten, das er, und seiner vorfaren uberaus vil, durch oiichristliche, schiindtliche3 pratickeu zu diser dignitet komen seind. Er sol auch wol wissen zu sagen (denn andere leut wissents) [34] durch was mittel

s

1 so statt die. 2 gegriindet ist steht weiter oben dicht hinter wesen. 3 lasterliche statt schilndtl.

quid onmes pii requirant et optent, quae possit iniri melior in his omnibus ratio, sic ostensum est atque ita clare demonstraturo, ut qui posthac illa velit ignorare, nullum sit habitnrus excusandi locum.

Ille vero magister et dominus animorum nostrorum quomodo se gessit in his tantis lacrimis | et suspiriis omnium

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er den roten hfit uberkomen hatt, auch aus was ursachen er den selben heutigs tags etlichen verkauffet und etwa schencket. Dergleichen, weiss er, wie ein feiu sauber und erbar leben seine vorfaren gefuret, sihet auch, wie es eine plag sein mfis das sie alle auff einen leisten gemacht seind, und wo sie gleich vorhin etwas fromkeit gehabt, dennoch gantz zfi bfiben werden, so bald sie den dreikronigen hflt auffgesetzet, und das ampt angenomen haben. Deun also m&ssen sie sein, wollen sie anders irer vorfarn ordnung, und ihrer kirchen Privilegia erhalten ', wie sie dann solchs miissen schweren. .

Wenn er auch nit Christi (denn solchs were zfl vil, wie wol er auch 2 sein stathalter sein will) sonder S. Peters seins vorfaren, wie er spricht, eusserlich leben und conversation will ansehen, so mflG er ja, zfi errettung seiner ehren, zftm wenigsten sagen, wie die gftte Ebtissin sagt, Wir seind alle gebrechlich. So aber seine, und seiner vorfaren gebrechen, zumal grob und am tag seind, mocht in etwa einer hie wollen fragen, warumb er sich danu uber alle menschen und creaturen erhaben, warumb er das himelreich verkaufft hab? Dieweil ich aber weyG, das er seinen Primat, und volgends die macht in allem zft dispensiren wirdt herfiir bringen, will ichs in nit fragen, und damit ich zft meinem fiirnemen kom, obgemelte dinge, als die nit so tieff iu der schrifft ligen, kan er durch hiiren sagen, seidher zwentzig jaren, zflm theyl auch bev ^sich selbs, etlicher maG erkennen. Denn in so grossen aufechtungen mflG er dennoch allerley bedenckens haben, und mercket wol, das er bey yederman, auch bei denen, so noch mit iin halten, in einen grossen argwon komeu mflC , vorab dieweils seine widersiicher so freimutig an[35]halten, und ou

1 behalten. 2 dennoch statt auch. 3 so statt dieweil.

piorum? Quam vel ipse, vel ejus conjurati dederunt hactenus pcenitentise significationem , aut quam etiam spem hodierno die praebent? Videfc, ex quam humili et contempto principio

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nachlassig tiber in schreien und klagen. Was hat er aber biCher dazfl gethan? wolt Gott, das ichs liegen solt, Nach dem sein vermaledeien und bannen nichts hat geholffen, ista gangen, wie obgemelte prophecei sagt, das er alle die, so sein bild nit haben wollen anbetten, das ist, die in, als den erdischen Got, als den, so allen gewalt auf erden hat, als das haupt der kirchen nit haben wollen erkennen, vertilgt. Kans verneynet werden? Wie vil tausent menschen seind durch sein und der seinen ernstlichen bevelch, inwendig kurtzen jaren, auff diGseit dem gebirg, enthaupt, verbrant, gerostet, ertrencket, verjagt, und mit allerley marter vervolgt worden? Wie vil tausent ist ir freilich uoch heutigs tags in vilen provintzen gestockt, und jamerlich gefangen? und diG alles, den grossern teyl, umb keyner andern ursach, dann das sie des glaubens seind, Christus sei unser aller und seiner Kirchen ein eynigs haupt, ein eyniger Mitler bei Got dem Vater, und, das sonder, auch neben im, kein mensch kan selig werden.

Das ich aber gesagt hab , solchs geschehe auff dieGseit dem gebirg, ist 1 umb Italien willen. Denn * das einem Italianer in seinem land, gar keine, ich sag nit fahr, sonder auch keinen argwon bringt, darumb mfiG ich ein Teutscher, ein FrantzoC, ein Hungarer etc. verbrant, und des lands verjagt sein. Ists ja ktindig, und mehr dann offenbar, das vil umb fleisch essens willen, an leib, leben und gfit gestrafft seind, und noch, des sich auch die Italianer3, nit gnflg konnen verwunderen, und schelten uns, wie billich, als die onverniinfftigen, und kleinmutigen, das wir uns in solch spottisch eigenthumb haben lassen zwingen. .

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1 sag ich statt ist. 2 willen. Denn daselbst solche vervolgung nit geschehen, auG ursachen, das die Italianer, dieweil sie die schriften nit lesen, wie von vilen gesagt wirdt, sich mit disen dingen nit vast bekiimeren, und lassen sich nichts anfechten. Daneben, haben sie ongleich grossere freiheyt in vilen dingen, und. 3 Italianer, so diC orts seind.

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