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nobis coramendat, in primis autem eos, a quibus ortum habemus et educationem. Ut igitur in banc partem ea, quœ sum dicturus, accipiatis, vehementer obtestor.

Medea, poetarum celebrata scriptis, miseriam et infortunia sua deplorans, ait inter caetera, videre se quidem id quod rectum est, non obtemperare tarnen, et sequi deterius consilium. Нас etiam setate nostra multi, non dubium est, vident, qua ratione juvari possit atque ex his malis eripi Germania, sed negligunt, et incogitantia quadam perpetua différant, quasi tempus ipsum aliquam sit allaturum medicinam, cum interim tarnen videant aliam ex alia nasci calamitatem. Et primum quidem cogitandum est, quemadmodum ad vos delata sit Imperii dignitas, et considerandum vobis, quantum sit hoc Dei beneficium. Nee enim leve est nomen Imperii, et nihil existit in rebus humanis aut illustrius aut sublimius. Nam quocunque Deus transtulit illud, ibi quoque magnum

* sollen umbgehen, etliche ding trewer meinung anzuzeigen, mit underthänigster bitt, E. Ch. und F. G. wöllent solchs von. mir, obgemelter Ursachen halben, in allen gnaden aufnemen. Die Heldin Medea ', beklagt sich ires onglücks, sagt neben anderm also, Ich sehe wol einen andern weg, einen andern rbat, der mir ongleich besser, ehrlicher und nützer were, Ich sehe in, und er gefeit mir überaus wol, und dennoch volg ich im nit, sonder volg dem, das in allem wider mich thût. Es ist nit on, Gnedigste und Gnedige Herren, das auch heutigs tags etliche vil sehen und mereken, was zu gemeiner Teutscher Nation wolfart dienet, und dennocht dem selben keinen vervolg thûn, sonder durch nachlassenheit die ding immerdar verschleiffen, und [4] dencken, es werde noch mit der zeit wol komen, so sie doch klärlich sehent, wie es ye lenger ye erger wirt.

Und anfenglich, nach dem das Imperium oder Reich, von andern Nationen, durch Götliche versehuug, auff uns gewendet, haben E. Ch. und F. G. sich zû erinneren, wie dasselb durch unseren fleiß und manheit, wo nit genieret und ausge


1 Medea, davon die Poeten so vil geschahen, heklaget.

semper esse voluit praestantissimorum ingeniorum proventum, et alias complures eximias dotes adjunxit, ut sine quarum accessibne tanta rerum moles recte gubernari non possit. Elaborandum est igitur vobis, clarissimi Principes, ut hanc ipsam .Imperii formam, in angustias nunc redactam et modicis finibus inclusam, si non augeatis et amplificetis, ita retineatis tamen et conservetis, ne transferatur a vobis ad externos, quemadmodum a Gra;cis ad Romanos transiit, quorum tam est bumile primordium, ut, nisi miraculo tribuatur totum et diviuae potentiae, humana meus comprehendere non possit, quomodo in tantam molem excreverint.

Posteaquam enim facinorosis hominibus asylum ibi patefactum fuit, ac veluti portus, in quem se reciperent, coaluit ex ea mul[Aiiij]titudine civitas, qui deinde vicinos populos maximis affecerunt injuriis, eripiendo non solum bona, sed virgines etiam filias e complexu et sinu parentum. Quae quidem fuit prima belli causa. Et quoniam a Deo prsefinitum erat,

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breitet, dennocht bewaret, und dermassen erhalten werden mog, damit es von uns nit anderswohin gelang wie es dann von Kriechenland auf die Romer kommen, deren anfang doch so gering gewesen, das, wo mans Gotlicher versehuug und macht nit allein zuschreibt, bei menschlichem verstandt schier onbegreiflich ist, wie es einen fiirgang hat mogen gewinnen.

Und ist die warheit, nach dem allen auCgebanten, verjagten, fluchtigen, und milithiitigen, sicherheit daselbst vorgestellet war, das sie * anfenglich iren nachbauren gewalt und onrecht gethan, nit allein mit einnemung des lands, sonder auch mit gewaltsamer angreiffung und beraubung irer tochter und weiber. Haben also den umbligeuden ursach zum krieg geben 3. Und dieweil sie gar selten ichts verloren, sonder imerdar zft

*

1 Und anfenglich, haben sich E. Ch. und F. G. gnediglich zu erinnern, nach dem das Imperium oder R«ich, von andern Nation, durch Giitliche versehung auf uns gewendet, das wir in sorgen stehen miissen, dasselb werd etwa widerumb von uns anderCwo hin gelangen, . . . 2 Und ist die warheyt, das sie. 3 geben z8m krieg.

ut in immensum crescerent, quotidianis praeliis ita paulatim aucti sunt et locupletati, ut, Italia minime contenti, bellum etiam iDferrent exteris nationibus, et, egressi limites, Africain quoque et Asiam tentarent. Qua ipsorum fortuna concitatœ aliae gentes, volueruut impetus eorum, si non frangere, saltern coerceré, ne longius evagarentur. Hoc in primis conati suut Carthaginienses, ac tauto quidem ardore, ut non modo non depellerent a se vim hostilem, sed de summa quoque reruni decertarent cum ipsis. Qua? tarnen res infeliciter eis accidit, et ultimam démuni calamitatem attulit, eo quod sic esset haud dubie statutum a Deo, ut Romauum imperium esset omnium longe potentissimum, ac suos haberet annorum términos.

Armis igitur et vi suam potentiam non modo stabiliverunt initio, sed et conservarunt deinceps, et labefactam restaurarunt, donec tempus, a Deo constitutum et sacris notatum uteris, totum exiisset, ac alius velut insiticius quidam prin

* uamen (denn also must es sein)' ist ire macht entlich 2 so groß worden, das sie auch mit gantzem Italien nit zufriden, sonder auf andere weitere Nationen, Hispanien 3, Franckreich, Teutschland, ja über meer, Affrieam und Asiam angriffen. Welche krieg sie zum theil auli nuHwilleu gefuret, zu etlichen andern seind sie auch genötigt worden, und fürnemlich von den Carthaginensern, die sich under iren * gewalt und gebieth nit allein nitb lassen zwingen, sonder auch wolten fiber sie herrschen, und das Imperium an sich bringen. Welche ¡Den doch übel gerathen, dieweil es von Got also, ongezweifelt, verord[5]net war, das deren Römer Imperium das gewaltigst sein ", und daneben seine bestimpte zeit der regierung haben solt. Also wirdts befunden, das sie die Oberkeyt mit gewalt und grosser unbilligkeit an' sich bracht, und volgends alle zeit mit krieg und gwaltsamer hand erhalten, und wo es etwa geschwächt, widerumb zu sich gerissen haben, biß, und so

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1 Das in parenthèse fehlt. '2 entlieh fehlt. !i auf Hisp.

4 iren deren Römer gewalt. 5 nit wolten lassen. 6 sein fehlt.

7 gewalt an.

ceps ae dominus esset exortus Roinae, in ipsa imperii sede et tanquam ad latus Romani Csesaris. Qui quidem novus princeps nullam initio dabat significationem, quasi cogitaret Ctesaris auctoritatem immi|nuere, sed ecclesiae tantum negotia curabat, et quamdiu hoc solum agebat, tamdiu florebant Caisaris imperiique vires.

Postea vero coepit cogitare, quemadmodum illam religiouis et sanctitatis opinionem, fructuosam sibi faceret, ideoque Caesarem non dubitavit interpellare, quo principatum obtineret in omnes alias ecclesias, hanc praetendens causam inter alias: Romam et fuisse et habitam semper esse rerum dominam , et nunc adeo facile primum sibi vendicare locum inter omneis orbis Christiani civitates; fequum igitur esse, ut ejus urbis episcopus gradu et dignitate pra?staret aliis.

lang, die von Gott verordnete und iu der schrifft gemelte

zeit umb gewesen, und ein ander haupt, neben dem Romischen

keyser erwachsen. Welchs Nebenhaupt dennoch anfenglich

gar hiipsch gefaren, und sich nit dermassen erzeiget, als ob

es dem Ersten haupt ichts gediicht abzflbrecheu, sonder hat

sich nur allein des kirchen ampts underuomen, und so lang

es sich damit allein bekiimert, haben die Romische keyser

(auff welche zflm letsten die gantze Monarchey gefallen) 1 das

jheuig, so an sie von iren vorfaren kommen war, bewaret uud

erhalten, zfim theil auch vermehret, und sich vor dem feind

alle zeit genflgsam versichert.

Darnach hat diG Nebenhaupt, welches anfenglich gar kei

nen schein noch gestalt hat eines zflkunfftigen haupts, under

dem schein der geistlichen Administration, anfahen zft trachten,

wie es im solche vermeinte heiligkeyt mochte zfi nutz machen,

hat derhalben bei dem weltlichen haupt, dem keyser, angehal

ten, den 2 Primat oder Oberkeyt uber den Geistlicheu stand,

zfl erlangen, auG solchem grund und geferbter ursach neben

audereu3, dieweil Rom alle zeit das haupt der welt, und da

zfimal der Christenheit geachtet, were ja billich, das eiu Rii

mischer Bischoff groCer gehalten 4 wurde, dann andere.

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1 Das in parenthese fehlt. 2 umb den. 3 neben anderen fehlt. 4 geachtet und gehalten.

Difficillimum hoc fuit eis impetrare. Nam ut Cajeares maxime voluissent, aliarum tamen gentium episcopi summa contentione repugnabant, causas etiam, cur id facerent, adferebant graves et legitimas, ita quidem, ut esset diuturua lis et iutricata valde, recusantibus aliis episcopis, et ipsum non aliter agnoscentibus quam ut collegam et œquali cum ipsis potestate praeditum. Nihil tamen interim remitfebat hic de suo ardore, sed instabat perpetuo, donee a Phoca Caesare, quod volebat, impetrasset.

Hoc tanto muñere et privilegio tam insigni decebat ejus animum expletum et satiatum esse, adeoque videri possit utcunque tolerabile, siquidem banc auctoritatem ad plurimorum salutem couvertisset, si leniter,. moderate et œquabiliter officium sunm fecisset, si justitia et temperantia cum aliarum ecclesiarum prœfectis decertasset. Quia vefBJro tarn longo tempore rem tantam adeo sollicite et ardenter expetivit,

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Diß haben sie zum ersten nit mögen erhalten, ob gleich' die keyser nit gar hetten wollen darwider sein, aber andere Nationen, in Sonderheit, die Africanische, auch Kriech[f>]ische Bischöff, wolten keins wegs darein verwilligen, und theten auff ire Recusation gnägsamen bericht an die keyser, dermassen, das diser mißhell lange zeit beharret ongeendet, und wolten die au Elendige Bischöff dem Römischen gar keinen gehorsam leisten, sonder hielten inen, wie er dann auch nit anders war, als iren mitbrûder und gleichmäßigen. Nit dest weniger hat er ■* nit underlassen anzuhalten, und hat so weit gehandelt, biß zum letsten Phocas der siben und fünfftzigst keyser 8 darzfi verwilligt, und im den Primat bestätiget.

Hieniit soit er nun gesetigt sein gewest, und man möcht sagen, Es were nit so gar vil daran gelegen, wenn er solchen gewalt recht, und wie billich, in sanfftm&tigkeit, und freuntlich , über die andern, als seine mitbruder gebrauchet, Aber die weil er so vil jar, on underlassen, so hefftig darumb angesucht , solchs muß freilich aus keinem löblichem vornemen geschehen sein. Und wens im der keyser aus eygener be

wegnüs und sonderlicher miltigkeit oder gunst geschencket,

* 1 ob villeieht. 2 hat das Nebenhaupt. 3 der keyser Phocas.

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